Im ersten Kapitel wird der Bibeltext anhand der Instrumente und Kriterien einer methodisch-wissenschaftlichen Exegese untersucht werden. Da die Textkritik von einer Studentin der Religionspädagogik mit nicht ausreichenden Griechischkenntnissen kaum durchgeführt werden kann, muss dieser Arbeitsschritt auf den Vergleich unterschiedlicher Textfassungen in der Lutherbibel, der Zürcher Bibel und der Hoffnung für alle Bibel beschränkt werden. Neben der Literarkritik soll der Schwerpunkt vor allem auf dem synoptischen Vergleich, der Form- und Gattungskritik und die Betrachtung der Traditionsgeschichte liegen, da die zu untersuchenden Textstelle durch diese Arbeitsschritte am besten analysiert und tiefgehend verstanden werden kann. Ziel dabei ist es den vermeintlich ursprünglichen Charakter des Gleichnisses mit der Überlieferung im Markusevangelium zu vergleichen und daraus Schlüsse auf die Form und Gattungsbestimmung ziehen zu können. Wie sich herausstellen wird, handelt es sich bei der Perikope um Markusstoff, der auch durch Matthäus und Lukas redaktionell überarbeitet worden ist, was einen synoptischen Vergleich unausweichlich macht. Im zweiten Teil dieser Arbeit soll dann der Transfer in die Gegenwart vollzogen werden. Dabei wird der Text in unsere heutigen Lebensumstände übertragen und auf seine aktuelle Aussagekraft hin untersucht. Dabei werden die persönliche Meinung und die Interpretation des Autors dieser Arbeit ebenso zur Sprache gebracht werden, wie die Frage nach dem Gehalt des Gleichnisses für Schüler und Schülerinnen und deren Verstehenswelt. Dazu wird eine mögliche Umsetzung des Gleichnisstoffes im Religionsunterricht angesprochen und skizziert. In der vorliegenden Hausarbeit soll die zu untersuchende Perikope als Gleichnis vom Sämann bezeichnet werden, ohne jedoch die Schwierigkeiten der Gattungsbestimmung und die der je nach Bibelübersetzung variierenden Betitelung der Perikope außer Acht zu lassen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Wissenschaftlich-methodische Exegese
1.1 Textkritik
1.2 Literarkritik
1.2.1 Äußere Abgrenzung
1.2.2 Innerer Aufbau
1.3 Synoptischer Vergleich
1.4 Form- und Gattungskritik
1.4.1 Form- und Gattungsbestimmung
1.4.2 Frage nach dem Sitz im Leben
1.4.3 Formgeschichte
1.5 Traditionsgeschichte
1.6 Redaktions- und Überlieferungskritik
1.7 Theologische Gesamtdeutung
2. Hermeneutik und Vergegenwärtigung
2.1 Religionspädagogische Hermeneutik
2.2 Praktisch-theologische Hermeneutik
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich der exegetischen Analyse der Perikope Mk 4,1-9, dem sogenannten Gleichnis vom Sämann. Ziel ist es, den ursprünglichen Charakter des Gleichnisses durch methodische Schritte wie Literarkritik, synoptischen Vergleich und Formgeschichte zu ergründen sowie anschließend einen Transfer in die heutige Lebenswelt und den Religionsunterricht zu vollziehen.
- Methodisch-wissenschaftliche Exegese des Bibeltextes Mk 4,1-9.
- Synoptischer Vergleich der Überlieferung bei Markus, Matthäus und Lukas.
- Form- und gattungskritische Einordnung des Gleichnisses.
- Traditionsgeschichtliche Untersuchung der Vegetationsmetaphorik.
- Religionspädagogische Reflexion und Skizzierung einer Umsetzung im Unterricht.
Auszug aus dem Buch
1.2.1 Äußere Abgrenzung/Kohärenz
Das Markusevangelium erzählt die christliche Botschaft als Geschichte in kleinen Abschnitten. Im Gegensatz zu Lukas, der seinen Lesern zum Beginn des Evangelium einleitende Worte zu Sinn und Zweck seiner Abfassung schildert, lässt Markus seine Intention und den Zweck seiner Schriften offen. Das Sprachniveau ist als nicht allzu hoch zu bewerten, da sich Markus im Urtext an ein schlichtes Griechisch hält, das von der damaligen Umgangsprache nicht weit entfernt lag. Zudem findet sich im Text eine gewisse Nähe zur Mündlichkeit. Es ist davon auszugehen, dass sich sein Evangelium als eine Art Lehrbuch an Gemeindemitglieder richtet und hauptsächlich für Leser bestimmt ist, die die Nachfolge Jesu bereits angetreten haben und somit schon mit einigen wichtigen Elementen der christlichen Botschaft vertraut sind.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung stellt die Perikope Mk 4,1-9 vor und skizziert das methodische Vorgehen der Exegese sowie den geplanten Transfer in die Gegenwart.
1. Wissenschaftlich-methodische Exegese: Dieses Kapitel führt eine detaillierte Analyse des Textes durch, inklusive Textkritik, Literarkritik, einem synoptischen Vergleich, Form-, Gattungs-, Traditions- und Redaktionskritik sowie einer theologischen Gesamtdeutung.
2. Hermeneutik und Vergegenwärtigung: Dieses Kapitel widmet sich der modernen Auslegung des Gleichnisses und entwickelt religionspädagogische Ansätze für die praktische Anwendung im Unterricht.
Schlüsselwörter
Gleichnis vom Sämann, Markusevangelium, Exegese, Gottesherrschaft, Hermeneutik, Synoptischer Vergleich, Religionspädagogik, Vegetationsmetaphorik, Nachfolge Jesu, Saat und Ernte, Formgeschichte, Traditionsgeschichte, Bibelarbeit, Unterrichtskonzept, Biblische Exegese.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer exegetischen Untersuchung des Gleichnisses vom Sämann nach Markus 4,1-9 sowie dessen anschließender religionspädagogischer Anwendung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit umfasst die textkritische, literarkritische und formgeschichtliche Analyse der Bibelstelle, die Untersuchung des synoptischen Befundes und die hermeneutische Reflexion für die moderne Praxis.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den ursprünglichen Charakter des Gleichnisses im Markusevangelium zu bestimmen und durch eine gegenwärtige Deutung Wege aufzuzeigen, wie das Gleichnis heute, insbesondere für Kinder und Jugendliche, fruchtbar gemacht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine methodisch-wissenschaftliche Exegese angewandt, die Instrumente wie Literarkritik, synoptischen Vergleich, Gattungsbestimmung und Traditionsgeschichte nutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine intensive exegetische Analyse der Perikope Mk 4,1-9 und einen zweiten Teil, der sich mit der Hermeneutik und der Vergegenwärtigung des Textes befasst.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind das Gleichnis vom Sämann, Exegese, Gottesherrschaft, Hermeneutik und Religionspädagogik.
Wie unterscheidet sich der Text bei den verschiedenen Evangelisten?
Der Vergleich zeigt, dass Matthäus sich eng an Markus hält, während Lukas den Text sprachlich stärker bearbeitet und gekürzt hat, um Sachverhalte zu entkomplizieren und die Aussageabsicht zu betonen.
Wie wird das Gleichnis im Religionsunterricht praktisch umgesetzt?
Es wird vorgeschlagen, die vier Bodentypen als Metaphern für menschliche Lebenserfahrungen zu nutzen und Lernende durch gestalterische Gruppenarbeiten, wie das Erstellen von Plakaten oder Collagen, aktiv mit den Inhalten auseinandersetzen zu lassen.
Welche Bedeutung kommt der Vegetationsmetaphorik zu?
Begriffe wie Wurzel, Keim und Samen sind zentrale Bilder der religiösen Kommunikation in der Antike, die verwendet werden, um die Wirksamkeit Gottes und das Wachstum des Glaubens im Leben der Menschen zu veranschaulichen.
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- Katrin O. (Author), 2009, Das Gleichnis vom Sämann - Eine Exegese zu Mk 4,1-9 , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182131