Heinrichs II. aggressive Politik gegen Bolesław Chrobry

Versuch einer Begründung


Seminararbeit, 2011

25 Seiten, Note: 1,0


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Gliederung

I. Einleitung

II. Quellenkapitel
2.1. Die „Thietmari Merseburgensis episcopi Chronicon“
2.2. Die „Annales Quedlinburgenses“
2.3. “Epistola Brunonis ad Henricum regem“

III. Hauptteil
3.1. Grundlegende Ausgangslage beim Herrschaftsantritt Heinrichs II. im Jahre 1002
3.2. Die Politik des Reiches mit Bolesław Chrobry
3.3. Was veranlasste Heinrich II. zu dieser aggressiven Politik?

IV. Schluss
4.1. Zusammenfassung und Fazit

V. Anhang
5.1. Quellenverzeichnis
5.2. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Liegt Polen in der Mitte Europas? Es ist freilich zunächst eine Frage der Definition und des Blickwinkels, was die Mitte Europas denn sei. Geographisch gesehen liegt der Mittelpunkt des Kontinents im litauischen Dorf Purnuškės und somit im historischen Gebiet der polnisch- litauischen Adelsrepublik. Die Frage nach der Lage Polens in Europa war unter einer politischen Perspektive seit jeher von Schwankungen gekennzeichnet. Einmal schien das Land weit im Westen zu liegen, dann wiederum war es im festen Griff des Osten und zeitweise befand sich Polen zwischen zwei Welten. Jedoch zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde Polen in der Mitte des Kontinents fest verankert, zumindest nach dem NATO-Beitritt und der EU-Osterweiterung.1 Nicht immer konnte dieses Thema so national distanziert betrachtet werden, wie es in unseren heutigen Staatensystemen möglich ist. Im frühen Mittelalter war der polnische Herrschaftsbereich eng mit dem des ostfränkischen Reiches verknüpft. Dies ist ein Aspekt, den ich in dieser Arbeit näher betrachten möchte, speziell die Beziehung zwischen Heinrich II. und Bolesław Chrobry, dem Herzog von Polen. Da ich versucht habe, mich bei dieser Arbeit stark an der Quellenbasis zu orientieren, halte ich es für eine Notwendigkeit, mich zunächst mit den wichtigsten Quellen für diese Zeit in einem Quellenkapitel auseinanderzusetzen. Dem schließt sich eine allgemeine Betrachtung des Jahres 1002 an, um dadurch die Ausgangslage Heinrichs II. für die folgenden Jahre besser nachvollziehen zu können. Darauf folgt die Darlegung der Reichspolitik mit Bolesław. Letztendlich soll, gemäß des Titels dieses wissenschaftlichen Aufsatzes, versucht werden, Gründe für die aggressive Politik Heinrichs II. gegen Bolesław zu finden. Durch den recht engen Blickwinkel und die geforderte Kürze dieser Arbeit, können freilich nicht alle Fassetten aufgezeigt werden, jedoch wurde versucht diesen Bereich durch weiterführende Literatur zu decken. Maßgeblich beteiligt an der aktuellen Forschung sind altbewährte und profilierte Kenner und Größen des frühen Mittelalters, wie Gerd Althoff2, Johannes Fried3, Knut Görich4, Christian Lübke5 und Stefan Weinfurter6, welche selbstverständlich mit einbezogen wurden.

II. Quellenkapitel

2.1. „Thietmari Merseburgensis episcopi Chronicon“

Thietmar wurde am 25. Juli 975, als Sohn des Grafen Siegfried von Walbeck und Kunigunde von Stade geboren. Er entstammte somit edlem Geblüt und durch seine Eltern bestanden weitläufig verwandtschaftliche Beziehungen zum sächsischen Kaiserhaus.7 Thietmar schlug schon früh die Laufbahn eines Geistlichen ein und wurde zunächst in der Klosterschule zu Quedlinburg und im Johanneskloster bei Magdeburg erzogen. Am 1. November 990 wurde er in das Magdeburger Domstift aufgenommen und bereits um 1000 war er der Domherr des Stiftes. Ende des Jahres 1004 erhielt Thietmar die Ordination durch den Magdeburger Erzbischof Tangino und am 20. April 1009 wurde Thietmar von König Heinrich II. zum Bischof von Merseburg ernannt. Diese Stelle behielt er bis zu seinem Tod am 1. Dezember 1018. Thietmar war der Autor einer der bedeutendsten historiographischen Quellen des frühen Mittelalters. Aus der Einleitung der Chronik wird ersichtlich, dass Thietmar vor hatte, die Geschichte des Bistums Merseburg8 und die Taten der sächsischen Könige9 nieder zu schreiben, daraus bedingt sich eine enge thematische Verknüpfung von Bistums- und Reichsgeschichte. Der Wert der Chronik liegt dabei nicht im literarischen Bereich, sondern vielmehr in der Fülle an Material über Gesellschaft, Mentalität der späten Ottonenzeit, über die ottonische Markenpolitik, die Frühgeschichte der Westslawen und über das Verhältnis der Deutschen zu den Slawen.10

Die Chronik entstand im Zeitraum von 1012-1018 und untergliedert sich in acht Bücher. In den ersten 4 Büchern beschäftigt sich Thietmar mit jeweils einem sächsischen Herrscher (Heinrich I., Otto I.,Otto II., Otto III.) und die restlichen 4 Bücher widmet er Heinrich II.. Somit ist er für Heinrich II. eine sehr zeitnahe und überdurchschnittlich genaue Quelle und dadurch von besonderem Wert. Gerd Althoff spricht der Chronik gar den Charakter einer Leitüberlieferung für die späte Ottonenzeit zu.11 Aus eigenen Angaben Thietmars geht hervor, dass er wenige schriftliche Grundlagen zur Abfassung des Werkes vorfand.12 Jedoch gilt es als gesichert, dass er Widukinds „Res gestae Saxonicae“, die Annalen des Klosters Quedlinburg, das Merseburger Totenbuch, verschiedene Urkunden und Nekrologien aus Magdeburg und Lüneburg als schriftliche Grundlagen hinzuzog.13 Weiterhin dürften ihm eine Vielzahl von mündlichen Quellen zur Verfügung gestanden haben. Gewiss hat Thietmar auch eigenes Wissen und Erfahrungen einfließen lassen, was dem Werk seine eigene Perspektive verleiht, so ist zum Beispiel eine starke Antipathie gegen Polen zu verspüren. Ebenfalls ist zu bedenken, dass er in seiner Chronik besonders auf die Geschichte der Stadt Merseburg einging, welche mit den ottonischen Herrschern selbstverständlich eng verknüpft war und dass in seinem Selbstverständnis die herrschaftliche Autorität und die sakrale Ebene eine bedeutende Position einnahmen.14 Die Chronik sollte man daher nicht unhinterfragt stehen lassen, sondern wenn möglich mit weiteren Quellen vergleichen, um so die Historizität des Beschriebenen zu gewährleisten.

2.2. Die „Annales Quedlinburgenses“

Die Annalen des Klosters Quedlinburg stellen eine fast schon perfekte Vergleichsquelle für Thietmars Chronik dar. Zwar benutzte Thietmar die Annalen selbst als Quelle für sein Werk, jedoch lag ihm nur eine Abschrift von 781-998 vor15, somit können die Ereignisse, die nach 998 darin beschrieben wurden als direkter Vergleich herangezogen werden. Zunächst ist grundlegend zu bemerken, dass Annalen jahrweise erscheinende - meist über mehrere Generation und daher meist von verschiedenen anonymen Autoren abgefasste - ereignisbetonte und zeitgenössige Aufzeichnungen der wichtigsten historischen Ereignisse sind. Sie enthalten keineswegs nur historische Daten und Fakten, sondern das jeweilige Kloster verfolgte immer selbst gewisse politische Zwecke und dadurch bedingt spiegelt sich das klösterliche Interesse und dessen Blickwinkel in den Annalen wieder.16 Dies bedeutet, dass auch Annalen stark perspektivische Beschreibungen an den Tag legen und so wird zum

Beispiel Heinrich II. bis 1014 in den Quedlinburger Annalen stark kritisiert, denn das ottonische Kloster in Quedlinburg verlor unter ihm seine Hauptstellung im Reich.

Gegründet wurde das Quedlinburger Damenstift St. Servatius durch Königin Mathilde und ihrem Sohn Otto I. im Jahre 936 zur Memorialpflege für den kürzlich verstorbenen Heinrich I.. Mathilde leitete das Kloster bis zu ihrem Tod im Jahr 968. Erste Äbtissin wurde die 11- jährige Mathilde, eine Tochter Ottos I. und Adelheids. Ihr folgte von 999-1043 Adelheid I. nach, ebenfalls von königlichen Geblüt und die zweitälteste Tochter Ottos II.. Wir sehen somit, dass das Kloster immer von Frauen geführt wurde, die von höchstem Rang waren und in direkter Verbindung zum ottonischen Herrscherhaus standen. Ich denke es liegt auf der Hand, dass auch die Annalistin in engen Beziehungen zur kaiserlichen Familie stand. Daher bezeichnete Martina Giese die Annalen als herrschaftsnah und durchaus gut informiert.17

Bis 1002 sind die Annalen stark von anderen schriftlichen Quellen abhängig, schon 1925 verwies Robert Holzmann auf die Benutzung der Hersfelder Annalen und der „Annales Hildesheimenses maiores“.18 Ungefähr ab dem Jahr 1003 musste sich die Annalistin gänzlich auf eigene Erfahrungen verlassen. Dadurch entstand eine bis 1016 andauernde zeitgleiche Niederschrift, welche durchgehend durch eine einheitliche Hand geprägt ist. Wie schon erwähnt wurde, nehmen die Annalen nach dem Tod Ottos III. eine deutlich kritische Position gegenüber der Reichspolitik Heinrichs II. ein. Besonders verächtlich erscheinen hierbei der Annalistin das Liutizenbündnis und die veränderte Politik im Osten des Reiches. Im Hinblick auf die früheren Ottonen ist die Sprache häufig phrasenreich und panegyrisch und somit ist die Herrscherverehrung bis 1003 signifikant, was jedoch nicht verwundern sollte für ein Kloster, welches für familienorientierte Totenmemoria der Ottonen Sorge zu tragen hatte.19

Wichtig ist für diese Arbeit, dass wir nun zwei Quellen haben, die jeweils unabhängig über den gleichen Zeitraum berichten und dabei zwei unterschiedliche Perspektiven aufzeigen. Dies ermöglicht es uns, diese in Beziehung zueinander zu setzten und so das Beschriebene zu relativieren und dadurch eine recht hohe Historizität der Vorgänge in den Jahren 1002-1018 erhalten.

2.3. “Epistola Brunonis ad Henricum regem“

Brun entstammte dem Hause von Querfurt im Hassegau, einer Adelsfamilie, die im weiteren Sinne in Verwandtschaft mit dem ottonischen Kaiserhaus stand. Brun wurde um 974 in der Burg Querfurt geboren und erhielt seine Ausbildung von 985-995 in der Magdeburger Domschule. Nach Abschluss des Studiums war er für kurze Zeit Domherr von St. Moritz in Magdeburg. 997 nahm ihn Kaiser Otto III. in seinem zweiten Italienzug als Hofkaplan mit sich. Im selben Jahr erlitt Adalbert von Prag das Martyrium bei den heidnischen Pruzzen20 und dieses Ereignis war wahrscheinlich jenes, welches Brun 998 veranlasste, in das Benediktinerkloster S. Bonifazio et Alessio einzutreten, da Adalbert selbst in diesem Kloster 5 Jahre Mönch war. Im Jahre 1001 begab sich Brun mit Benedikt und Johannes aus Montecassino nach Pereum21 zu dem berühmten Anachoreten Romuald von Ravenna. Die zwei Eremiten, Benedikt und Johannes kamen dem Wunsch von Otto III. und Bolesław Chrobry nach, sich zur Missionierung in das nördliche Slawenland zu begeben. Dort erlitten sie mit drei weiteren Begleitern 1003 den Märtyrertod. Brun wollte zuvor die Erlaubnis bei Papst Silvester II. (999-1003) erlangen und dann folgen.22 Jedoch durch den Tod Ottos III. und dem darauf folgenden kriegerischen Konflikt zwischen König Heinrich II. und Bolesław Chrobry war ihm dies nicht möglich. Erst 1004 wurde Brun mit Erlaubnis von Heinrich II. durch den Erzbischof von Magdeburg, Tangino, zum Erzbischof der Heiden geweiht. Nach längeren Umwegen führte Bruns Weg schließlich 1008 nach Polen und später in das Gebiet Pruzzen, wo er ebenfalls das Martyrium erlitt.23

Neben der „Vita Sancti Adalberti“ und der „Vita Quinque Fratrum“, welche den Leidensweg von 5 Missionaren in slawischen Raum beschreibt, besitzt ein Brief24 aus dem Jahre 1008 an König Heinrich II. besonderen historischen Wert. In ihm richtete Brun einen leidenschaftlichen Appell an den König des Reiches, seine östliche Außenpolitik zu überdenken. Heinrich II. solle die feindliche Haltung gegenüber dem polnischen Herzog Bolesław einstellen und sich mehr auf die Verbreitung des Evangeliums bei den Heiden konzentrieren. Weiterhin sollte man das unheilige Bündnis mit den heidnischen Liutizen lösen und sie mit dem polnischen Herrscher auf kriegerischem Wege zum Christentum führen. Verwunderlich an diesem Schriftdokument ist der polemische Ton, den Brun gegenüber seinem Königs anschlug. Man muss hierbei bedenken, dass sich Brun ganz und gar der Missionierung verschrieben hatte und Heinrich ihm dabei massiv im Wege stand.25 Das heißt, dass Brun, im Gegensatz zu Thietmar, Heinrichs II. Politik stark kritisch sah und dadurch wiederum als Vergleich und als vertiefender Einblick herangezogen werden kann.26

III. Hauptteil

3.1. Grundlegende Ausgangslage beim Herrschaftsantritt Heinrichs II. im Jahre 1002

Im Frühjahr 1002 starb Kaiser Otto III. inmitten von Unruhen im südalpinen Raum unerwartet durch eine Krankheit. Bedingt durch sein junges Alter war es ihm nicht möglich, einen Nachkommen zu zeugen oder eine entsprechende Empfehlung abzugeben. So entstand im gesamten Reich ein Machtvakuum, da kein direkter erbrechtlicher Anspruch auf den Königsthron bestand. Dies ist ein entscheidender Punkt, welcher das Reich für die nächsten Jahrhunderte prägen sollte. Trotz der Vater-Sohn-Abfolge hat sich der direkte geblütsrechtliche Anspruch auf die Herrschaft nicht durchgesetzt.27 Meiner Ansicht nach kann hier jedoch nicht von einer direkten Wahl durch die Großen des Reiches gesprochen werden, da blutsrechtliche Ansprüche scheinbar noch bestanden, jedoch die Tendenz tritt deutlich zu Tage. Der Bayernherzog Heinrich IV., Sohn von Heinrich dem Zänker, konnte in dieser Situation besonders hervor treten. Nach Thietmar von Merseburg habe Heinrich II. sofort gehandelt, den Leichnam von Otto III. in seine Gewalt gebracht und die weltlichen und geistlichen Fürsten des nordalpinen Reiches mit Versprechungen und Nachdruck gebeten und gezwungen ihn als König zu bestimmen.28 Aber warum gerade der Bayernherzog? Heinrich selbst war wie Otto III. ein Urenkel von Heinrich I. und berief sich somit auf das ottonische Herrscherhaus. Der Bayernherzog hatte für seine Zeit ein recht hohes Ausbildungsniveau erreicht. Er wurde durch den Bischof Wolfgang in Regensburg fast wie ein Geistlicher erzogen und als der Erzbischof von Mainz, Willigis, ihm die Krone des Reiches, zunächst in Mainz später erst in Aachen, auf das Haupt setzte, war er bereits 29 Jahre alt. Neben Heinrich IV. erhoben noch Hermann II. von Schwaben und Ekkehard I. von Meißen Anspruch auf den Königsthron, was in der Folge Zündstoff für Konflikte liefern sollte.29 Bereits am 30. April 1002 wurde Ekkehard I., Markgraf von Meißen, ermordet und schied somit als Thronantwärter aus.30 Durch den Tod von Markgraf Ekkehard, der als Stabilisator in der sächsischen Ostmark fungierte, entstand ein regionales Machtvakuum, welches der Polenherzog Bolesław Chrobry für sich nutzen konnte. Er besetzte die ganze sächsische Ostmark des Grafen Gero, die Burgen Bautzen, Strehla, Meißen und weitere Gebiete bis hin zu Elster.31

Da die Königserhebung in Mainz am 7. Juni 1002 unter Abwesenheit der Niederlothringer und Thüringer und gegen den Willen der Schwaben geschah, weil diese an der Kandidatur Herzog Hermanns II. festhielten, ergab sich eine Vielzahl von Fürsten im Reich, die dies nicht akzeptieren wollten.32 Somit musste Heinrich II. sich durch einen langen Königsumritt, welcher eigentlich im vergangenen Reich der Merowinger üblich war, bei allen Wichtigen und Großen des Reiches erst legitimieren.33 Kurz nach der atypischen Königserhebung zog Heinrichs II. Heer nach Schwaben und verwüstete das Land, um die Unterwerfung von Hermann II. zu erreichen. Dieser zerstörte indes Straßburg, da dessen Bischof Werner Anhänger des neuen Königs war.34 Erst am 8. September wird Heinrich II. weitgehend anerkannt und nun rechtmäßig in Aachen auf den Thron erhoben.35

Wir sehen somit, dass es in der Phase der Legitimation zu Überzeugungsarbeiten von kriegerischer Natur kam, wie mit Herzog Hermann II. von Schwaben, der letztendlich unterlag.36 Dennoch sollten diese Uneinigkeiten im ostfränkischen Reich noch lange andauern. Ende Juli versuchte Bolesław Chrobry in Merseburg vergeblich, von Heinrich II. die Burg Meißen als anerkanntes Lehen zu bekommen. Jedoch erlangte er das Lehen über die Lausitz und das Milzenerland. Die Burg Meißen, welche er besetzt hielt, ging indes an seinen Schwager Gunzelin, den Bruder des ermordeten Markgrafen Ekkehard I.. Als Bolesław nun aus Merseburg abreisen wollte, kam es zu einem entscheidenden Zwischenfall, welcher die Folgezeit aufs tiefste beeinträchtigen sollte. Der Polenherzog entging nur mit Unterstützung des Markgrafen Heinrich von Schweinfurt und durch die Hilfe des Herzog Bernhards I. von Sachsen einem Überfall. Die Urheber dieses Anschlages waren jedoch nicht auszumachen. Lediglich Thietmar beteuerte, dass dies ohne Wissen des Königs geschehen wäre. Dass Bolesław dies anders sah, beweist die Niederbrennung der Burg Strehla und die Gefangennahme einer großen Menge.37 An diesem Beispiel wird ersichtlich, dass nicht nur innerhalb des Reiches Kräfte am Werk waren, sondern Adelsoppositionen sich mit Herrschern außerhalb der Reichsgrenzen verbanden, um ihre Interessen zu wahren. So kam es, im Vergleich zur Ostpolitik Otto III., der Bolesław nach als „...fratrem et cooperatorem imperii [...] et populi Romani amicum et socium...“38 bezeichnet haben soll, zu einem wahren Bruch in der Ostpolitik.

Im südalpinen Raum war die Lage des Herrschers keinesfalls besser. Die Aufstände aus dem Jahre 1001 dauerten an, die Crescentier, ein römisches Adelsgeschlecht, konnten ihre Einflüsse in Rom wieder stärken und am 15. Februar 1002 wurde gar ein italienischer König, Arduin von Ivrea, in der Basilika des heiligen Michael zu Pavia auf den Thron gesetzt.39 Die große Mehrzahl der langobardischen Fürsten trat offen gegen den neuen italienischen König auf, hatte jedoch keine Handhabe gegen Arduin und richtete somit ein Hilfegesuch an den nordalpinen König. Heinrich II. erhielt den Notruf von Bischof Leo von Vercelli in Form eines Gedichtes, welches mit „Versus de Ottone et Heinrici“40 betitelt war. Neben Trauerkundgebungen über den frühen Tod von Otto III. und Huldigungen an den neuen König des Reiches, verlangte Leo in diesem Gedicht, dass Heinrich II. gegen Arduin von Ivrea vorgehen und die Bischofsmacht in Italien stärken solle. Als Heinrich wohl darauf nicht reagierte, reiste Bischof Leo selbst in das nordalpine Reich, um seiner Bitte Nachdruck zu verleihen. Vermutlich traf er am 11. November 1002 auf den König in Regensburg.41

Daraufhin wurde Heinrich II. zur Tat gezwungen und versuchte im Dezember des Jahres 1002 gegen Arduin von Ivrea vorzugehen, indem er Herzog Otto von Kärnten mit einem Heer nach Italien aussendete, diesem gelang die Unterwerfung Arduins jedoch nicht und er musste sich nach hohen Verlusten wieder zurückziehen.42 Zusammenfassend ergeben sich daraus drei große Problemherde, Italien, die Ostpolitik und das innere Legitimationsproblem, dabei ist zu bedenken, dass all diese miteinander verknüpft sind. Wir sehen somit, dass die Ausgangslage, die sich dem ostfränkischen König Heinrich II. 1002 in seinem gesamten Reich stellte, äußert prekär und kritisch war, dadurch wurde Heinrich II. zum schnellen Handeln gezwungen.

3.2. Die Politik des Reiches mit Bolesław Chrobry

Um die Reichspolitik mit Bolesław zu verstehen, müssen wir zunächst auf das Jahr 983 zurückgreifen, denn in diesem Jahr wurde ein dreijähriges Kind namens Otto III. zum König des Ostfrankenreiches gesalbt. Ebenfalls in dieses Jahr fiel der große Slawenaufstand, welcher sich in einer Phase der politischen Schwächung des Reiches ereignete. Kaiser Otto II. verlor eine bedeutende Schlacht gegen die Sarazenen in Unteritalien und starb noch vor der Königserhebung seines Sohnes. Der große Slawenaufstand stellte für die Herrschaft des noch minderjährigen Königs zunächst das größte Problem dar. Man versuchte durch einige Kriegszüge gegen die vom Christentum abgefallenen Slawenstämme vorzugehen43, die nach den Quedlinburger Annalen das Ziel hatten, mit Brand und Gemetzel das ganze Land zu verwüsten.44 Der Stamm der Liutizen stand zunächst an der Spitze der Rebellion und fand Sympathisanten bei den umliegenden Stämmen, wie zum Beispiel den Obodriten.45

Zu diesem Aspekt erwähnte Brun von Querfurt in seinem Brief an Heinrich II. ein ideales Herrscherverhältnis, welches zwischen dem Protektoraten Mieszko I. von Polen und Otto III. bestand46 (bzw. seiner Mutter Theophanu und Großmutter Adelheid, die faktisch als Regentinnen bis zur Volljährigkeit Ottos III. fungierten).47 Diese Konstellation war bezeichnend für die damaligen Slawenfeldzüge. Mieszko I. hatte bei fast allen Kriegszügen entweder als Zuzug oder als Flankenschutz Hilfe geleistet.48 Petersohn erklärt diese enorme Hilfeleistung dadurch, dass bei dem Polen49 ein starkes Interesse bestanden haben muss, diese Rebellion einzudämmen. Man muss unter diesem Aspekt bedenken, dass das Christentum in seinem Herrschaftsgebiet erst seit ca. 60 Jahren Bestand hatte und damit eine latente Gefahr, durch ein Übergreifen von panganen Gedankengut auf sein Herrschaftsbereich, ausging. Weiterhin ist die Hilfe unter dem Blickwinkel eines tiefgreifenden Gegensatzes zwischen Polen und Böhmen zu verstehen.50 Der Böhmenherzog nahm Beziehungen zu den heidnischen Liutizen auf51 und die verstärkten den Antrieb des Polen, sich an einem Kriegszug gegen die Liutizen zu beteiligen.52 Im Jahre 992 verstarb Mieszkos I. und sein Sohn Bolesław Chrobry folgte ihm als Führer der Polen nach. Bezeichnend ist hier wiederum, das Bolesław dem eingeschlagenem Weg des Vaters treu blieb und das Ostfrankenreich weiterhin unterstützte.53 Somit hat der „Akt von Gnesen“ eine Vorgeschichte, welche die entsprechende Passage bei Gallus Anonymus54 zur Genüge zu begründen scheint. Zumindest ist festzustellen, dass zwischen Bolesław Chrobry und Otto III. ein starkes Bündnis bestand und vielleicht gar ein freundschaftliches Verhältnis.55 Gerd Althoff charakterisierte die Beziehungen der Piasten zur Adelswelt des Reiches folgendermaßen: „Sie agierten als geehrte Mitglieder dieser Führungsschicht, waren einbeschlossen in die verwandtschaftlichen und freundschaftlichen Netzwerke dieser Schicht, wurden der Freundschaft des Königs oder der Königsverwandtschaft für wert gehalten wie andere Große des Reichs.“56

Das Treffen in Gnesen im Jahre 1000 stellte wohl den Höhepunkt der ottonisch-piastischen Beziehung dar.57 Will man Thietmar Glauben schenken, dann kam es in dem Akt von Gnesen zur Rangerhöhung des Polen und er war somit zumindest dem damaligen Bayernherzog Heinrich IV. ebenbürtig.58

Den Wendepunkt der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Bolesław Chrobry und dem ostfränkischen Reich markierte der Tod des erst einundzwanzig jährigen Otto III. und die Übernahme der Macht durch den Bayernherzog Heinrich IV., nachdem Ekkehard I. von Meißen, ein Schwager Bolesławs, ermordet worden war. An diesem entscheidenden Punkt der Geschichte traten nun, im Gegensatz zu Otto III., andere Adelsgruppierungen und Netzwerke in den Vordergrund.59 Die Verbindung von Piastendynastie und der herrschenden Adelsschicht nahm drastisch ab, denn in traditioneller Hinsicht waren die bayrischen Liudolfinger seit je her mehr mit den böhmischen Přemysliden verbunden.60 Außerdem wurden sächsische Adlige, die kontinuierlich in Opposition zu den sächsischen Liudolfingern - und somit auch zu den Piasten - standen, in die neue Machtstruktur integriert. Dadurch waren die ehemals kaisertreuen Billunger und Ekkehardiner gezwungen, noch näher an den mächtigen Herzog von Polen heranzurücken. Zuvor bestanden ohnehin schon freundschaftliche und verwandtschaftliche Beziehungen dieser Adelsgeschlechter. Weiterhin verband sie das gemeinsames Interesse, dass die sächsische Ostmark nicht in die Hände der Anhänger des neuen Königs fiele.61 Nach Thietmar verpflichtete man sich gar zur gegenseitigen Hilfe und wollte Bolesław bei seinen Belangen um die Mark Meißen unterstützen.62

Wie schon erwähnt wurde, kam es Ende Juli 1002 auf dem Hoftag zu Merseburg zu einem ungeahnt weitreichenden Eklat. Zunächst schien sich Bolesław dem neuen König des Reiches unterzuordnen, indem er die Geschenke Heinrichs II. annahm63, jedoch enttäuschte der König ihn in seinem Bestreben um die Markgrafschaft Meißen, obwohl er Heinrich II. eine ungeheure Menge an Geld dafür anbot. Als Bolesław, nachdem er mit der Lausitz und dem Milzenerland belehnt worden war, abreisen wollte, wurde er überfallen. Die Begründung für den Überfall soll angeblich die verweigerte Abgabe der Waffen seines Gefolges am Hof des Königs gewesen sein, was jedoch äußerst fragwürdig erscheint, da das versuchte Attentat erst nach dem Hoftag statt fand.64 Die piastenfreundliche Opposition musste offen auftreten, um den Rückzug Bolesławs zu decken. Die Gründe für den Überfall bleiben zwar im Verborgenen, jedoch Tatsache ist, dass es den von Otto III. einst so gerühmten Bolesław kaum hätte schlimmer treffen können und seine „honor“ aufs tiefste geschmälert wurde. Nicht einmal Genugtuung und Verfolgung der Attentäter wollte Heinrich II. für seinen Lehnsmann Bolesław leisten. Dieser wiederum sah sich scheinbar von seinem Lehnseid entbunden, zog brandschatzend Richtung Osten und als er im folgendem Jahr Prag besetzte, verweigerte er dem König den Lehnseid für das Herzogtum Böhmen, welchen Vladivoj dem König 1002 geleistet hatte, um dessen Unterstützung zu erlangen.65 Die Ereignisse von Merseburg standen am Anfang einer langen Kausalkette, in der das Misstrauen beider Herrscher nie wirklich überwunden werden sollte.66 Der König versuchte zwar zu Beginn den Konflikt durch Verhandlungen zu vermeiden, aber da er von Bolesław die Anerkennung Böhmens als Lehen forderte, verlangte er Unmögliches, nämlich die totale Unterordnung des Polenherzogs. Als der König erkennen musste, dass dies durch Verhandlungen nicht zu erreichen war, ging er mit den einst vom Reich abgefallenen heidnischen Liutizen ein Bündnis ein.67 Dadurch wurde erreicht, dass Bolesław die faktische Oberhoheit des Reiches über dieses Gebiet anerkennen musste, obwohl es sein Ziel war, die Westslawen unter seiner christlichen Herrschaft zu vereinigen. Die Liutizen waren durch dieses Bündnis im Gegenzug von Missionsbestrebungen der Christen befreit.68 Die kriegerischen Unternehmungen, die sich nach dem Merseburger Hoftag ereigneten und bis ins Jahr 1018 hinzogen, sollen hier nicht im Einzelnen verfolgt werden.69

Jedoch sind die jeweiligen Friedensschlüsse von Posen (1005), Merseburg (1013) und Bautzen (1018) von Bedeutung. Der Friede von Posen war bedingt durch eine militärische Pattsituation. Die Initiative ging von Bolesław selbst aus und der Friedensschluss entstand in Abwesenheit des Königs. Thietmar berichtet, dass das Heer des Reiches schwere Verluste erlitten hätte, aber erweckte gleichzeitig den Eindruck eines Erfolgs, indem er das restliche Heer voller Freude heim ziehen ließ.70 Dagegen zeichnet die Annalistin aus Quedlinburg ein anderes Bild. Das Heer Heinrichs II. verlor eine Vielzahl an Kriegern und nur ein jämmerlicher Rest erreichte die Heimat. Weiterhin war der König über den Friedensschluss sehr betrübt, da es kein guter Friede gewesen sei.71 Obwohl der Friede dem Reich wieder die Lausitz, das Milzenerland und Böhmen einbrachte, konnte er dennoch nicht zufriedenstellend für den König gewesen sein, da er eine Unterwerfung des Piasten nicht erreichte.72 Somit war der Konflikt in keinster Weise gelöst und zwei Jahre später kam es erneut zur militärischen Eskalation. Jedoch wurden diese Feldzüge durch den Krieg gegen Flandern, die Moselfehde73 und durch die Wiederherstellung der Ordnung in den sächsischen und böhmischen Marken unterbrochen, so dass erst 1010 die Initiative gegen Bolesław beginnen konnte.74 1013 kam es wieder mit Notwendigkeit zum Friedensschluss in Merseburg. Einerseits verlangte die geplante Romfahrt, zum Zwecke der Kaiserkrönung des Königs75, geordnete Verhältnisse im nordalpinen Reich und andererseits hatte Bolesław mit Schwierigkeiten in der Kiever Rus zu kämpfen.76 Schon im Februar kam es in Magdeburg zum Frieden, da Bolesław seinen Sohn Mieszko II. zu Friedensverhandlungen mit reichen Geschenken zum König entsandte. Mieszko II. verpflichtete sich zum Treueid und man sagte ihm, dass sein Vater persönlich vor dem König erscheinen solle.77 Am 23. Mai 1013 kam der polnische Herrscher dem Befehl des Königs nach und erschien vor ihm in Merseburg. Entscheidend war, dass der Ort des Treffens eben Merseburg war und das eine „Face-to-Face Kommunikation“78 zwischen den Herrschern bestand. Thietmar spricht bei dieser persönlichen Begegnung von einem glänzenden Empfang, Handgang, Vasalleneid, Schwertträgerdienst und Gabenaustausch.79 Dem Ereignis ging eine Geiselstellung für Bolesław voraus, was zeigt, dass seine Interessen anerkannt wurden.80 Die Annalen von Quedlinburg berichten leicht anders über den Hergang in Mersburg. Auch hier wird Bolesław die Schmach des ersten Merseburgtreffens scheinbar bereinigen, denn die Annalistin ließ Bolesław Merseburg verlassen mit dem Zusatz, dass dies nicht ohne Schaden für Heinrich II. geschehen wäre.81 Einerseits könnte damit die erneute Belehnung mit Lausitz und Milzenerland gemeint sein, andererseits hält es Görich auch für möglich, dass es schon hier zu einer Rangerhöhung des Polen kam.82 Jedoch da Bolesław das Lehen über Lausitz und Milzen annahm, gehe ich nicht davon aus, da er sich hier, durch die Annahme der Lehen, zum Vasallen des Königs erklärte.

Neben Spannungen in der Kiever Rus, in der Heinrich II. einen Gegner von Bolesław, Jaroslaw I. Wladimirowitsch (der Weise), unterstützte, war es jener Vasalleneid, der zwei Jahre später den Konflikt wieder aufs Neue entfachte, denn Bolesław brach seinen Lehnseid, da er nicht zum Handgang in Italien bereit gewesen war.83 Der Kaiser forderte Bolesław mehrmals auf, persönlich vor ihn zu treten, um sich für diesen Eidbruch zu rechtfertigen, aber der Polenherzog kam den Forderungen nicht nach. Nichteinmal als sein Sohn in Gefangenschaft geriet, da dieser in Böhmen versucht hatte gegen das Reich zu integrieren. Jedoch durch Fürsprache piastenfreundlicher Adlige konnte die Freilassung Mieszkos II. erreicht werden und Bolesław wurde lediglich zur Treue ermahnt.84 Auch in der Folge und nach weiteren Aufforderungen erschien der Polenherzog nicht vor dem Kaiser des Reiches.85 Selbst die Rückgabe des Lehens Lausitz und Milzenerland verweigerte Bolesław ihm.86 Somit war eine neuerliche Eskalation unvermeidbar und der Kaiser ließ sein Heer im Juli 1015 aufmarschieren. Die nächsten drei Jahre sind durch eher erfolglose Feldzüge zu charakterisieren, welche für beide Seiten keine zufriedenstellenden Ergebnisse erbrachten.

Zu Beginn des Jahres 1017 kam es zu ersten Waffenstillständen zwischen beiden Parteien, jedoch die folgenden Friedensverhandlungen, die von Heinrich II. ausgingen, scheiterten, da sich Bolesław wieder nicht bereit erklärte, vor dem König zu erscheinen und sich unterzuordnen.87 Nach weiteren Kriegszügen, die nicht von Erfolg gekrönt waren, nahm Heinrich II. am 1. Oktober 1017 auf Rat der Fürsten den Friedensvorschlag eines polnischen Gesandten an und nachdem einige Geisel ausgetauscht worden waren, begannen die Friedensverhandlungen.88 Am 30. Januar 1018 kam es schließlich zum Frieden von Bautzen. Wie schon 1013 hatte Bolesław auch diesmal wieder mit Problemen in der Kiever Rus zu kämpfen.89 Wiederum ist die Ortswahl entscheidend für Bolesławs Selbstverständnis, denn Bautzen war der Hauptort seines Lehens und machte seinen Anspruch darauf deutlich. Damit war es Heinrich II. wieder nicht möglich, persönlich Bolesław zu begegnen, da dies seine Unterordnung bedeutet hätte. Eine öffentliche Unterordnung war, ohne Anwesenheit des Kaisers, für Bolesław ebenfalls nicht nötig. Der Piast erhielt nun schon zum dritten Mal das Lehen über die umstrittenen Marken Lausitz und Milzen und konnte die dynastischen Beziehungen zu den Ekkehardinern noch verfestigen. Somit brachte auch der Friede von Bautzen keine wirkliche Versöhnung zwischen den Herrschern90, jedoch entspannte sich das Verhältnis. Nach dem Frieden von Bautzen unterstützte ein ostfränkisches Kontingent Bolesław bei seinen Belangen um die Herrschaft von Kiev. Denn durch die Herrschaft eines papsttreuen Fürsten über die Rus, die jedoch nur kurz währte, konnte der byzantinischen Kaiser Basileios unter Druck gesetzt werden.91

Summarisch lässt sich Folgendes feststellen: Es kam zum Bruch der alten herrschaftlichen Strukturen, bedingt durch den Herrschaftswechsel von Otto III. zu Heinrich II.. Dadurch wurden gewissermaßen die Oppositionen gedreht, da nun das Reich durch einen bayrischen Liudolfinger - und den von ihm favorisierten Personengruppen - regiert wurde. Die ehemaligen Günstlinge der sächsischen Ottonen versuchten freilich, ihre Interessen, durch engere Annäherung an den mächtigen Fürsten der Polen, zu wahren. Dieser Polenherzog litt ebenfalls durch den Herrschaftswechsel, denn seine großen Ehren, die einst Otto III. ihm zusprach, wurden von Heinrich II. in Merseburg 1002 aufs Tiefste befleckt, was - nach meiner Sicht der Dinge - den Auslöser für einen langjährigen und harten Konflikt darstellte. Im Verlauf dessen, versuchte man gegenüber dem jeweils anderen seine Rangansprüche zu behaupten. Dabei ist zu bedenken, dass mittelalterliche Beziehungen ein dynamisches Gefüge waren und man die Persönlichkeiten nicht isoliert betrachten darf. Beide Herrscher standen unter Erwartungsdruck, ausgelöst durch Personengruppen aus ihrem Umfeld, denen sie sich nicht entziehen konnten und wollten, da diese ihren Machtanspruch legitimierten.92

3.3. Was veranlasste Heinrich II. zu dieser aggressiven Politik?

Nachdem nun grob aufgezeigt wurde, wie sich das Verhältnis zwischen ostfränkischem Reich und Bolesław Chrobry darstellte, muss man nun versuchen zu ergründen, warum Heinrich II. eine dermaßen harte Politik gegen Bolesław über so einen langen Zeitraum einschlug. Ich denke, Heinrichs II. Adelspolitik könnte dafür einige Anhaltspunkte liefern, denn der König des Ostfrankenreiches zeigte, im Vergleich zu seinen Vorgängern, eine völlig neue Umgangsweise mit den Adligen seiner Zeit. Man darf sich hierbei das gesellschaftliche Ordnungsgefüge im 10. und beginnenden 11. Jahrhundert als nichts Festes und Starres vorstellen, sondern es war verbales Gewohnheitsrecht und unterlag ständigen Änderungen93, jedoch sind in den Annalen des Klosters Quedlinburg so etwas wie die Grundpfeiler der im Mittelalter. Hrsg.: Esders, Stefan. Köln [u.a.] 2007. S. 304. Ordnung zu finden: „...regendo, indulgendo, largiendo ac remunerando...“.94 Doch Heinrich II.

durchbrach gewissermaßen die Spielregeln.95 Dies möchte ich durch das Beispiel Heinrichs von Schweinfurt verdeutlichen. Er war der Markgraf von Schweinfurt und im Jahr 1002 gelang es Heinrich IV., ihn für seine Königswahl zu gewinnen, so unterstützte der Markgraf den Herzog von Bayern gegen Ekkehard I. von Meißen und Hermann II. von Schwaben. Jedoch nicht aus einem altruistischen Moment heraus, sondern mit dem Blick auf das Herzogtum Bayern, welches Heinrich ihm versprochen hatte.96 In der Tat hatte Heinrich vor, das Herrschaftsgebiet Bayern neu zu ordnen, aber keinesfalls so wie Heinrich von Schweinfurt es erwartet hätte. So übernahm der König Klöster des Herzogtums und machte sie zu Reichsabteien, welche nun nur ihm unterstanden, dies hatte de facto die Schwächung des Herzogtums zur Folge.97

Im Juni 1002 verlangte der Schweinfurter vom König die schon lange versprochene Belehnung mit dem Herzogtum Bayern, doch der König verwies auf das alte Recht dieses Stammes, sich einen Herzog frei wählen zu dürfen.98 Als Heinrich von Schweinfurt nun bemerken musste, dass der König keinesfalls vor hatte, ihn als Herzog einzusetzen, verbündete der Markgraf sich mit Bruno, dem Bruder des Königs und Bolesław Chrobry. Im Juli 1002 unterstützte der Schweinfurter, aus dem Gefühl des Verrates heraus, den polnischen Herzog in seinen Belangen in den sächsischen Ostmarken und verhalf ihm in Merseburg mit zur Flucht.99 Im Mai 1003 kam es zum offenen Aufstand gegen Heinrich II., den der König im August 1003 mit kompromissloser Härte und militärischer Übermacht niederschlug, so dass die Markgrafschaft verwüstet wurde und der Schweinfurter nach Böhmen an den Hof des Polenherzogs fliehen musste. Bereits im Februar 1004 boten der Bruder des Königs Bruno, der nach Ungarn geflohen war, und Markgraf Heinrich von Schweinfurt ihre Unterwerfung an, die der König nur auf Intervention von Herzog Bernhard I. von Sachsen und Erzbischof Tangino von Magdeburg annahm. Der Markgraf und seine Anhänger bekamen ihre Besitztümer zurück, jedoch musste der Markgraf selbst auf unbestimmte Zeit in Gefangenschaft auf der Burg Giebichenstein gehen.100 Bei Thietmar ist in dieser Verbindung der Termini „quamdiu volluisset“101 zu finden, was einer äußerst harten Bestrafung gleich kam und für ein hohes Maß an Willkür des Königs steht. Immer wieder lassen sich in den Quellen Wendungen wie zum Beispiel „quae regi placuit“102 finden, dies beweist doch zumindest ein hohes Machtverständnis von Heinrich II.. Ebenfalls bedeutend für des Königs Selbstverständnis war, dass Heinrich von Schweinfurt in seiner Haftzeit Kirchenbuße leisten musste. Ihm wurden 150 Psalmen und Kniebeuge und drei Tage ohne Sitzen und Schlaf auferlegt. Das entsprach einem Maß an Kirchenbuße für ein ganzes Jahr.103 Daraus wird ersichtlich, dass das Aufbegehren gegen den König nicht nur ein weltliches, sondern eben auch ein sakrales Vergehen war, welches ohne Milde gesühnt werden musste. Um dieses harte Urteil zu verstehen, ist es nötig sich Heinrichs II. Autoritätsherleitung zu vergegenwärtigen. In erster Linie war die Bibel das Richtmaß für die Ordnung des „domus dei“, welches der König als von Gott eingesetzter „Verwalter“ getreu und pflichtbewusst zu erfüllen hatte, die Reichskirche muss man hier als Hilfe für den Verwaltungsakt ansehen und Rechenschaft musste der König allein vor Gott ablegen. Da nun der König Verwalter und „vicarius Christi“ war, handelte er gewisser Maßen mit göttlichem Willen. Dies bedeutet, wer sich gegen die göttlich gewollte Herrschaft und den Willen des Königs stellt, stellt sich gleichfalls gegen Gott.104 Somit stand die königliche Handlungsweise deutlich über dem Recht der Adligen. Dies muss für jene irritierend gewesen sein und vermutlich waren sie hin- und hergerissen zwischen Loyalität zur königlichen Autorität und Verständnis für die Aufstände, da Heinrich II. massiv adlige Rechte beschnitt. Dass Bolesław Chrobry von Heinrich II. als Adliger begriffen wurde liegt auf der Hand und da Boleslaw in den politischen Handlungsraum des Reiches hineindrängte105, unterstand er dem König, genau wie der Schweinfurter, und musste sich unterordnen.106 Bolesław stellte jedoch durch sein Handeln Heinrichs II. Autorität in Frage und gefährdete somit dessen Herrschaft und den Frieden im Reich, für den der König Sorge zu tragen hatte. Unter dem Aspekt der Adelspolitik und persönlichem Handlungsmuster ist der Brief Bruns an den König Heinrich II. sehr ergiebig, denn hier wird die omnipräsente Bedeutung der Ehre (honor) angesprochen. In diesem Brief wird Heinrich II. vorgeworfen, zu sehr auf seine weltlichen Ehren anstatt auf die „honor saecularis“ bedacht zu sein. Dies bezog sich besonders auf das frevelhafte Bündnis mit den Liutizen107 gegen den christlichen Herrscher Bolesław, welchen Brun selbst gar als geliebten Freund beschrieb. Jedoch nicht ohne die Anmerkung, dass er selbstverständlich den ostfränkischen Herrscher mehr liebe und lediglich eine Annäherung beider bestrebe. Um dies zu ermöglichen, sei es aber notwendig, dass Heinrich II. mehr Erbarmen (clementia) als Grausamkeit (crudelitas) zeige. Denn der König verlangte, nach Brun, von Bolesław Unmögliches.108 Ich denke, Brun meinte hier die totale Unterordnung unter die königliche Gewalt, die Heinrich II. bereits in Merseburg 1002 (deutlicher in der verweigerten Lehensnahme Böhmens) vom Polenherzog verlangte. Görich verweist darauf, dass Boleslaw in Merseburg durch ein besonders prunkvolles Gefolge dem König „iniuria“ zugefügt haben könnte. Denn dadurch erhöhte Bolesław in aller Öffentlichkeit seinen Rang und missachtete den der Anderen, besonders den des Königs. Somit beschmutzte er die königliche Ehre. Unter dieser Perspektive liegt die spekulative Annahme nahe, dass andere Adlige dem König einen Dienst erweisen wollten, indem sie Bolesław töteten.109 Dadurch, dass Heinrich II. weder als Beschützer noch als Rächer für Bolesław fungierte, fühlte sich Bolesław wiederum in seinem „honor“ beschnitten und musste dies als Machtlosigkeit und Versagen des Königs und offene Feindschaft ausgelegt haben. Das öffentliche Wiederherstellen der „honor“ und das Rächen der „iniuria“ scheint für das Handeln beider Herrscher Dreh- und Angelpunkt gewesen zu sein.110

Die Handlungen beider Herrscher folgten demnach einer Aktions-Reaktions-Gleichung und wurden somit durch schwer oder unerträgliche Handlungsmuster erzwungen, dabei sind diese immer durch gesellschaftliche Rahmenbedingungen determiniert. Ehre und Ansehen sind in diesem Gefüge keinesfalls konstant, sondern bedingen ständigen Aktualisierungen, die sich in der Öffentlichkeit in Empfängen, Begrüßungen, Abschied, Geschenken und weiteren „zeremoniellen“ Verhaltensweisen manifestierten. Wenn, zum Beispiel, ein Geschenk nicht angenommen wurde oder der Beschenkte, obwohl dieser in der Hierarchie unter dem Schenker stand, mehr zurück schenkte, wurde dies de facto als Beleidigung des Ehrgefühls verstanden. An der Spitze der Hierarchie stand der König, der demgemäß die größte „honor“ genoss. Dies war allerdings mit der Verpflichtung versehen, diese Ehre zu halten und zu mehren. Kam es nun durch eine Niederlage zum Ansehensverlust, was einer persönlichen Schande gleich kam, musste die Ehre durch Rache in einem demonstrativen Akt öffentlich wiederhergestellt werden.111 „„...ab eo incipiam scribere, qui pietate divina et virtute sua omnes adversum se umquam erigentes humiliavit et cervice flexa sibi honorem inpendere coegit.“112 Diese Aussage Thietmars ist demnach nicht nur als Hervorhebung des Königs zu verstehen, sondern entsprach der Realität und damit wurde der Herrschaftsanspruch des Königs gefestigt. Etwas verschärft stellte es die Quedlinburger Annalistin dar: „Sed regis animus immitis, et habendi misera sitis, renuit supplicantium preces, contemnendo flentium voces.“113 Ich denke, Heinrichs II. energischer und gewaltsamer Anspruch auf absolute Autorität ist damit zu begründen, dass er sich zu Beginn seiner Herrschaft erst behaupten musste und weiterhin nur Wenigen wirklich vertraute und sich so stets von Verrat umgeben sah.114 Im Allgemeinen ließen es die sächsischen Adligen in Abwesenheit des Kaiser an erfolgreichen Handlungen gegen Bolesław fehlen und befolgten Anweisungen Heinrichs II. nicht.115 Allein daraus wird schon ersichtlich, warum der König es nicht zulassen konnte, dass seine Autorität noch mehr geschwächt wurde und erklärt die harte Politik gegen Bolesław und gleichfalls gegen andere Widersacher des Königs.

Versuchen wir nun, mögliche Gründe für den langjährigen Konflikt zusammenzufassen. An erster Stelle steht der Herrschaftswechsel von dem sächsischen Liudolfinger Otto III. zu dem bayrischen Liudolfinger Heinrich II.. Gleichbedeutend mit diesem Wechsel war die Umkehrung der herrschenden Adelsschicht, da sich in jener hauptsächlich Adlige befanden, die dem Piasten nicht wohlgesonnen waren und traditionell die böhmischen Přemysliden bevorzugten. Daraus bedingt sich der nächste Punkt, Heinrichs II. strenge Adelspolitik. Da Bolesław Chrobry durch seine erbrechtlichen Ansprüche ebenfalls unter die Reichspolitik fiel, verlangte der König von ihm das Selbe wie von den restlichen Adligen des Reiches und er wurde demnach genauso behandelt. Jedoch da Bolesław einen Machtkomplex außerhalb des Reiches inne hatte, sah er sich vermutlich an einer höheren Stelle in der Hierarchie als jene. Gestützt auf diese reichsexterne Macht wurde sein Handlungsspielraum erweitert und er musste so nur bedingt oder gar nicht auf die Forderungen Heinrichs II. eingehen. Aber Heinrich II. verstand sich eben auch als höchste Instanz auf Erden, sowohl in weltlicher als auch geistlicher Hinsicht und sah sich dadurch in der Lage, diese Autorität einzufordern. Mit dieser Stellung ging eine hohe gesellschaftliche Erwartungshaltung einher, die der König zu erfüllen hatte und ihn zum Handeln zwang. Als weiterer Grund - welcher mit Letzterem eng verknüpft ist - sind gesellschaftliche Normen zu benennen, die wiederum gewisse Handlungsweisen vorschrieben und im mittelalterlichen Gefüge um die erste Jahrtausendwende unabdingbar waren. Unter diesem Aspekt folge ich der Interpretation von Weinfurter und Görich, welche ebenfalls die normalisierten Strukturen - unter dem Blickwinkel des „honor“ und der Rangfrage - als Zentralkonflikt ansehen, welcher in 15 Jahren des Konfliktes allgegenwärtig war.116 Zuletzt möchte ich, obwohl in dieser Arbeit vernachlässigt, auf die geopolitische Gesamtlage und Beziehungen verweisen, die doch zumindest die labilen Friedensschlüsse zu erklären scheinen.117

IV. Schluss

4.1. Zusammenfassung und Fazit

Die Analyse der Quellen hatte gezeigt, dass der gegenseitige Vergleich der Annalen des Klosters Quedlinburg und der Chronik des Bischofs Thietmar eine überdurchschnittlich gute Grundlage für den zu bearbeitenden Zeitraum liefern konnten. Die grundlegende Betrachtung des Herrschaftsantritt Heinrichs II. und des Jahres 1002 offenbarte drei äußerst komplexe Probleme (Italien, Legitimation und Ostpolitik), die sich dem neuem König des Reiches schon zu Beginn seiner Herrschaft stellten. Die Beziehungen des Polenherrschers zum ostfränkischen Reich waren zunächst von freundschaftlicher Natur, jedoch nach dem Herrschaftswechsel schlug dieses Verhältnis in das Gegenteil um. 15 Jahre andauernde Konflikte waren die Folge. Selbst nach einem endgültigen Friedensschluss in Bautzen blieb die Atmosphäre zwischen beiden Herrschern äußerst angespannt. Indes gehe ich nicht davon aus, dass eine Art expansives Bestreben Bolesławs und das Ausschalten der Bedrohung eines polnischen Machtkomplexes seitens Heinrich II. als Handlungsmaximen dabei dienlich waren. Gewiss liegen solche Vermutungen nahe, jedoch sind diese anhand der Quellenbasis nicht nachvollziehbar. Freilich könnte man versuchen, die Quellen demgemäß zu interpretieren, wovon ich dennoch Abstand nehmen möchte. Es ging in diesen Auseinandersetzungen folglich nicht primär um wirtschaftliche Faktoren - obwohl ich dies als sekundäre bzw. begleitende Ursache ebenfalls nicht ausschließen möchte - sondern das Kernproblem beider Herrscher war vielmehr eine sehr komplexe Problematik, die sich in der gesellschaftlichen Ordnung manifestierte, was uns in der heutigen Zeit als fremdartig, ja gar archaisch erscheinen könnte, aber in der damaligen Zeit fester und notwendiger Bestandteil der Machtausübung war. Unter dieser Betrachtungsweise komme ich zu dem Fazit, dass die aggressive Politik zwischen Bolesław und Heinrich II. notwendig und unabdingbar war.

V. Anhang

5.1. Quellenverzeichnis

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Onlinepräsenz des Deutschen Polen-Instituts: http://www.polenforschung.de/ Eingesehen am 14.02.2011; 13:45.

[...]


1 Vom 22. - 24. September diesen Jahres findet in Mainz die zweite Tagung über die Deutsche Polenforschung in Mainz statt, in der sicherlich auch dieser Frage genauer nachgegangen wird. Vgl.: Deutsches Poleninstitut http://www.polenforschung.de/

2 Althoff setzte sich umfassend mit den Ottonen auseinander: Althoff, Gerd. Die Ottonen: Königsherrschaft ohne Staat. Stuttgart 2005².

3 Fried ist von Bedeutung für Otto III. und für dessen Beziehung mit Bolesław: Fried, Johannes. Otto III. und Bolesław Chrobry: Das Widmungsbild des Aachener Evangeliars, der "Akt von Gnesen" und das frühe polnische und ungarische Königtum. Eine Bildanalyse und ihre historischen Folgen. Stuttgart 2001².

4 Görich ist für diesen Aufsatz von besonderem Wert, da er sich mit der selben Thematik auseinandersetzte: Görich, Knut. Die deutsch-polnischen Beziehungen im 10. Jahrhundert aus der Sicht sächsischer Quellen. In: FmSt. Bd. 43. 2009. u. ausführlicher, jedoch mit größeren zeitlichen Abstand: Görich, Knut. Eine Wende im Osten: Heinrich II. und Bolesław Chrobry. In: Otto III. - Heinrich II. Eine Wende? Hrsg.: Schneidmüller, Bernd. Stuttgart 2000².

5 Lübke erscheint mir, als ausgewiesener Kenner der slawischen Quellen, deren Geschichte u. deren Beziehung zum Reich: Lübke, Christian. Das östliche Europa. München 2004.

6 Weinfurter kann als grundlegender Biograf von Heinrich II. gelten: Weinfurter, Stefan. Heinrich II.: (1002 - 1024): Herrscher am Ende der Zeiten. Regensburg 2002³.

7 Zur Herkunft Thietmars vgl.: Die Chronik des Bischofs Thietmar von Merseburg und ihre Korveier Überarbeitung. In: MGH: SS rer. Germ. N. S. 9. Hrsg. Holtzmann, Robert. Berlin 1935. S. VII-XV. (Infolge nur noch: Thiet. Chron. S. VII-XV.)

8 „...Merseburgensis seriem civitatis...“ Thiet. Chron. I, 1.

9 „...Saxonie regum vitam moresque piorum...“ Thiet. Chron. I, prologus.

10 Zum Leben Thietmars vgl.: Seidel, Jürgen. Thietmar (Dietmar, Dithmar) von Merseburg. In: BBKL Bd. XI. Herzberg 1996. Sp. 1212-1213.; Althoff, Gerd. Thietmar von Merseburg. In: LexMa Bd. 8. 1997. Sp. 694.; Thiet. Chron. S. XVIff.

11 Althoff,.Thietmar. Sp. 695.

12 Vgl.: Thiet. Chron. I, prologus.

13 Vgl.: Thiet. Chron. S. XXXf.

14 Zur Quellenkritik der Chronik vgl. auch: Görich, Knut. Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus: kaiserliche Rompolitik und sächsische Historiographie. Sigmaringen 1993. S.62ff. u. Die Annales Quedlinburgenses. In: MGH: SS rer. Germ. Bd. 72. Hrsg. Giese, Martina. Hannover 2004. S. 258-269. (Infolge nur noch: Ann. Qued. S. 258-269.) Zuletzt und sehr umfassend zur Chronik: Schulmeyer-Ahl, Kerstin. Der Anfang vom Ende der Ottonen: Konstitutionsbedingungen historiographischer Nachrichten in der Chronik Thietmars von Merseburg. Berlin u. New York 2009.

15 Vgl.: Ann. Qued. S. 259. u. zur Beziehung zwischen Ann. Qued. u. Thiet. Chron. bereits Holtzmann, Robert. Über die Chronik Thietmars von Merseburg. In: NA Bd. 50. 1933. S. 186-200.

16 Vgl.: Goetz, Hans-Werner. Proseminar Geschichte: Mittelalter. Stuttgart 2006³. S. 108f.

17 Vgl.: Ann. Qued. S. 41-47.

18 Vgl.: Holtzmann, Robert. Die Quedlinburger Annalen. In: Sachsen und Anhalt 1. 1925. S. 114-125. Giese kann die Forschung von Holzmann zum größten Teil bestätigen vgl. dazu: Ann. Qued. S. 47-66.

19 Vgl.: Görich. 1993. S. 52-53. Die neuste umfassendste Quellenkritik bietet freilich Martina Giese: Ann. Qued. S. 41-380.

20 Über Adalbert: Waldstein, Angelus; Machilek, Franz. Adalbert (956-997) In: Die Landespatrone der böhmischen Länder. Geschichte - Verehrung - Gegenwart. Hrsg.: Samerski. Paderborn u.a. 2009. S. 45-66.

21 Pereum lag in den Valli di Comacchio südlich der Pomündung.

22 Fried. 2001. S. 101. Vgl. dazu auch: Köckert, Pierre. Romuald von Ravenna und seine Eremiten im Spiegel der Ostmissionierung: Werkzeug der Christianisierung oder selbst gewählte Bürde? Norderstedt 2010. S. 6f. u. 10.

23 Vgl.: Manitius, Max. Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters: Zweiter Band: Von der Mitte des 10. Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat. München 1923. S. 231-232.; Wood, Ian. The missionary life: saints and the evangelisation of Europe, 400-1050. Harlow [u.a.] 2001. S. 231-240. u. Wenskus, Reinhard. Studien zur historisch-politischen Gedankenwelt Bruns von Querfurt. Münster u. Köln 1956. S. 2-3.

24 S. Adalberti Pragensis episcopi et martyris Vita altera auctore Brunone Querfurtensi. In: MPH NS 4.3. Hrsg.: Karwasinska, Jadwiga. Warschau 1969. - Vita quinque fratrum. In: MPH NS 4.3. Hrsg.: Karwasinska, Jadwiga. Warschau 1973. - Epistola Brunonis ad Henricum regem. In: MPH NS 4.3. Hrsg.: Karwasinska, Jadwiga. Warschau 1973.

25 Vgl. zur Analyse des Briefes zuletzt: Fałkowski, Wojciech. The Letter of Bruno of Querfurt to King Henry II.. In: FmSt. Bd. 43. 2009. S. 417-438.

26 Vgl.: Michalowski, Roman. Polen und Europa um das Jahr 1000: Mit einem Anhang: Zur Glaubwürdigkeit des Berichts von Gallus Anonymus über das Treffen in Gensen. In: Der Hoftag in Quedlinburg 973: von den historischen Wurzeln zum Neuen Europa. Hrsg.: Ranft, Andreas. Berlin 2006. S. 52-55.

27 Vgl.: Dirlmeier, Ulf. Früh- und Hochmittelalter (6.-13. Jahrhunderte). In: Kleine deutsche Geschichte. Hrsg.: Hermann, Ulrich u.a. Stuttgart 2006². S. 47ff.

28 Vgl.: Thiet. Chron. IV, 50. u. Ann. Qued. S. 516f. Zur Wahl Heinrichs II. zum König vgl.: Böhmer, Johann

29 Zu den möglichen Thronanwärtern vgl.: RI II n. 1483dd. u. Thiet. Chron. V, 25. u. Görich. 2000. S. 150f.

30 Vgl.: RI II n. 1483vv.; Thiet. Chron. V, 6. u. Ann. Qued. S. 517. Zu Ekkehard vgl.: Bleiber, Waltraut. Ekkehard I., Markgraf von Meißen (985-1002). In: Deutsche Fürsten des Mittelalters. Hrsg.: Holtz, Eberhard u. Huschner, Wolfgang. Leipzig 1995. S. 96-111.

31 Vgl.: Lübke. 2004. S. 221.; RI II n. 1483ww. u. Thiet. Chron. V, 9 u. 10.

32 Knefelkamp, Ulrich. Heinrich II. (1002-1024). In: Das Mittelalter: Geschichte im Überblick. Paderborn 2003². S. 121-123. Zur Salbung in Mainz vgl.: RI II n. 1483yy. u. Thiet. Chron. V, 11.

33 Vgl.: Weinfurter, Stefan. Zentralisierung der Herrschaftsgewalt im Reich durch Kaiser Heinrich II.. In: Historisches Jahrbuch Bd. 106. 1986. S. 286.

34 Vgl.: Thiet. Chron. V, 12.

35 Vgl.: RI II n. 1504a. u. Thiet. Chron. V, 20.

36 Noch im Jahr 1002 gelingt Heinrich II. den Widerstand von Hermann II. zu brechen, dieser unterwirft sich am 1. Oktober und wird zum Vasallen des neuen Königs. Vgl.: RI II n. 1508a.; Thiet. Chron. V, 22. u. Ann. Qued. S. 520.

37 Vgl.: Thiet. Chron. V, 18.; Lübke, Christian. Regesten zur Geschichte der Slaven an Elbe und Oder (vom Jahr 900 an) Vol. 1-5. Berlin 1984 - 1988. Reg. Nr. 354 u. 356. (Infolge nur noch: Lübke. Reg. Nr. 354.) u. Ann. Qued. S. 518.

38 „Et tanta sunt illa die dileccione couniti, quod imperator eum fratrem et cooperatorem imperii constituit, et populi Romani amicum et socium appellavit.“ Gallus Anonymus. Chronicae et gesta ducum sive principum Polonorum I 6. In: MPH: NS 2. Hrsg.: Maleczynski Karol. Krakau 1952. S. 19-20. Zur Historizität des Gallus Anonymus zuletzt Althoff, Gerd. Der Gallus Anonymus im Lichte neuerer Forschungsansätze. In: FmSt, Bd. 43. 2009. S. 293-295.

39 Vgl.: RI II n. 1483ee.; Thiet. Chron. IV, 54 u. V, 24. u. Catalogi Regum Italicorum Oscelens. In: MGH: Scriptores rerum Langobardicarum et Italicarum saec. VI-IX. Hrsg.Waitz, Georg. Hannover 1878. S. 520.

40 Vgl.: Leo vonVercelli. Versus de Ottone et Heinrico. In: MGH: Poetae: Die Ottonenzeit Bd. 5/1. Hrsg.: Strecke, Karl. Leipzig 1937. S. 483.

41 Vgl.: RI II n. 1511a u. Thiet. Chron. V, 23.

42 Vgl.: RI II n. 1524a.

43 Feldzüge Ottos III. gegen die Ostseeslawen vgl.: RI II n. 983e, 1035e, f u. i, 1036, 1039c,1058a, 1062b, 1063a, 1064a, 1067a.; Lübke, Reg. 239, 261, 262, 266, 272/IV, 279. u. Thiet. Chron. IV, 22.

44 „Qui totam terram illam incendiis et caedibus devastaverunt.“ Ann. Qued. S. 473-474.

45 Vgl.: Petersohn, Jürgen. König Otto III. und die Slawen an Ostsee, Oder und Elbe um das Jahr 995: Mecklenburgzug - Slavnikidenmassaker - Meißenprivileg. In: FMSt Bd. 37. 2003. S. 102.

46 Freilich standen die Piastenfürste schon zuvor in freundschaftlicher Beziehung zum ottonischen

Herrscherhaus, aber durch die gemeinsamen Slawenfeldzüge wurde diese Verbindung intensiviert. Vgl.: Görich. 2009. S. 318.

47 Vgl.: Epistola Brunonis. S. 105. (wie Anm. 18.)

48 Vgl. zur Allianz Ottonen und Piasten: RI II n. 983e - 987 u. 996a - 990.; Thiet. Chron. IV, 9.; Lübke. Reg. Nr. 239. u. Ann. Qued. S. 476.

49 Der Begriff „Pole“ ist unter diesem Aspekt als Abstraktion aus einer Retroperspektive zu verstehen. Vgl. zur Problematik deutsch-polnisch im frühen Mittelalter: Görich. 2009. S. 315.

50 Vgl.: Jerzy Strzelczyk, Polen, Tschechen und Deutsche in ihren Wechselwirkungen um das Jahr 1000. In: Polen und Deutschland vor1000 Jahren. Die Berliner Tagung über den „Akt von Gnesen“. Hrsg.: Borgolte, Michael. Berlin 2002. S. 43-59.

51 Vgl. zum Bündnis zwischen Liutizen und Böhmen: RI II n. 1019d.; Lübke. Reg. 291.; Thiet. Chron. IV, 11- 14. u. dazu auch: Görich. 2000. S. 104 ff.

52 Vgl.: Petersohn. 2003. S. 105.

53 Als wichtigste gemeinsame politische Aktion gilt der Mecklenburgfeldzug von 995, bei dem vermutlich die Niederwerfung der Liutizenmacht durch Zusammengehen mit christlicher Slawenherrschaft erreicht werde sollte. Vgl. dazu: Petersohn. 2003. S. 106-113.

54 Wie Anm. 30.

55 Vgl.: Dormeier, Heinrich. Die Renovatio Imperii Romanorum und die "Außenpolitik" Ottos III. und seiner Berater. In: Polen und Deutschland vor 1000 Jahren. Die Berliner Tagung über den "Akt von Gnesen". Hrsg.: Borgolte, Michael. Berlin 2002. S. 186. Weiterhin zum Verhältnis zwischen Otto III. und Bolesław Chrobry vgl.: Fried. 2001. passim.

56 Althoff, Gerd. Otto der Große und die neue europäische Identität. In: Der Hoftag in Quedlinburg 973: Von den historischen Wurzeln zum Neuen Europa. Hrsg.: Ranft, Andreas. Berlin 2006. S. 18.

57 Zum Treffen in Gnesen zuletzt: Aurast, Anna. Gäste, Fremde, Feinde: Fremdbilder in der Chronik des Gallus Anonymus. In: FmSt. Bd. 43. 2009. S. 444ff.

58 Vgl.: Thiet. Chron. V, 10. Dazu auch: Görich. 2009. S. 322.; Fried. 2001. S. 123-125. u. dagegen: Althoff, Gerd. Otto III.. Darmstadt 1996. S. 139-146.

59 Vgl. zur Umstrukturierung im sächsischen Herrschaftsraum unter Heinrich II.: Ehlers, Caspar. Die Integration Sachsens in das fränkische Reich: (751-1024): mit 102 Kt. Göttingen 2007. S. 368-379.

60 Vgl.: Görich. 2000. S. 105.

61 Vgl.: Görich. 2009. S. 320ff.

62 Vgl.: Thiet. Chron. V, 10.

63 Vgl.: Thiet. Chron. V, 18.

64 Vgl. dazu: Görich. 2000. S. 118-122.; RI II n. 1494a.; Ann. Qued. S. 518. u. Lübke. Reg. Nr. 354 u. 356.

65 Vgl.: Görich. 2000. S. 122.

66 Vgl.: Görich. 2009. S. 322.

67 Vgl.: Thiet. Chron. V, 31; Lübke. Reg. Nr. 366. u. Ann. Qued. S. 521.

68 Vgl.: Asel, Jennifer. Das Kaiserpaar Heinrich II. und Kunigunde: Regenten zwischen Staat und Religion. Hamburg 2009. S. 26.

69 Siehe dazu: Lübke. 2004. S. 221-230. u. Weinfurter. 2002. S. 206-220.

70 Vgl.: Thiet. Chron. VI, 27.

71 Vgl.: Ann. Qued. S. 522f.

72 Vgl.: RI II n. 1601g; Lübke. Reg. Nr. 400. u. Görich. 2000. S. 153.

73 Vgl. zum Krieg gegen Flandern und zur Moselfehde: Weinfurter. 2002. S. 193ff.

74 Vgl.: Asel. 2009. S. 26.

75 Vgl. zur Problematik der Kaiserkrönung: Weinfurter. 2002. S. 232-241.

76 Vgl.: Lübke. Reg. Nr. 458-468.

77 Vgl.: RI II n. 1769f. u. Lübke. Reg. Nr. 461.

78 Althoff, Gerd. Symbolische Kommunikation zwischen Piasten und Ottonen. In: Polen und Deutschland vor 1000 Jahren: Die Berliner Tagung über den "Akt von Gnesen" Hrsg.: Borgolte, Michael. Berlin 2002. S. 296.

79 Vgl.: Thiet. Chron. VI, 91.

80 Vgl.: Althoff. 2002. S. 298. u. RI II n. 1783a-c.

81 Vgl.: Ann. Qued. S. 538f.

82 Vgl.: Görich. 2000. 158f.

83 Vgl.: Thiet. Chron. VI, 92 .

84 Vgl.: RI II n. 1839b, 1840a u. 1851b.; Thiet. Chron. VII, 12.; Lübke. Reg. 471, 473 u. 476. u. Ann. Qued. S. 542.

85 Vgl.: RI II n. 1861e, d.; Thiet. Chron. VII, 16.; Lübke. Reg. Nr. 488. u. Ann. Qued. S. 545.

86 Vgl.: Lübke. Reg. Nr. 490-500. u. Ann. Qued. S. 547.

87 Vgl.: RI II n. 1896c - d. u. Thiet. Chron. VII, 51.

88 Vgl.: RI II n. 1908e. u. Thiet. Chron. VII, 65.

89 Vgl.: Thiet. Chron. VIII, 33. u. Lübke. Reg. Nr. 534.

90 Vgl.: Weinfurter, Stefan. Konfliktverhalten und Individualität des Herrschers am Beispiel Kaiser Heinrichs II. (1002-1024). In: Rechtsverständnis und Konfliktbewältigung. Gerichtliche und außergerichtliche Strategien

91 Vgl.: Ludat, Herbert. Der Friede von Bautzen (1018). In: LexMa Bd. 1. München 1980. Sp. 1692. dazu auch: Lübke. Reg. Nr. 534. Zur Italienpolitik und den damit verbundenen Problemen vgl.: Weinfurter. 2002. S. 227- 249.

92 Vgl.: Görich. 2009. S. 323.

93 Vgl.: Weinfurt, Stefan. Das Reich im Mittelalter: Kleine deutsche Geschichte von 500-1500. München 2008. S. 68ff.

94 Ann. Qued. S. 513.

95 Zu diesem Begriff vgl.: Kamp, Hermann. Die Macht der Spielregeln in der mittelalterlichen Politik: Eine Einleitung. In: Spielregeln der Mächtigen: Mittelalterliche Politik zwischen Gewohnheit und Konvention. Hrsg. Garnier, Claudia u. Kamp, Hermann. Darmstadt 2010. S. 1-18.

96 Vgl.: RI II n. 1487c. u. Thiet. Chron. V, 13.

97 Vgl.: Weinfurter. 2002. S. 188.

98 Wie Anm. 96.

99 Vgl.: RI II n. 1494a. u. Thiet. Chron. V, 18.

100 Vgl.: RI II n. 1539a, 1543a, 1547a-e, 1555b. u. Thiet. Chron. V, 32f. u. VI, 2.

101 Thiet. Chron. VI, 2.

102 Thiet. Chron. V, 34.

103 Vgl.: Weinfurter. 2008. S. 84. u. Thiet. Chron. V, 32.

104 Vgl.: Weinfurter. 2002. S. 191ff. u. genauer: Weinfurter, Stefan. Das Demutsritual als Mittel der Macht: König Heinrich II. und seine Selbsterniedrigung 1007. In: Die Welt der Rituale: von der Antike bis heute. Hrsg.: Ambos, Claus. Darmstadt 2005. S. 45-50 bes. 47. In diesem Aufsatz wird ebenfalls ersichtlich, dass Heinrichs II. Autorität über dem Bischofsrecht anerkannt wurde.

105 Dies ist nicht unter expansiven Sinn zu verstehen, sondern auf die sächsische Ostmark bestand erbrechtlicher Anspruch.

106 Vgl.: Thiet. Chron. VI, 2. u. Görich. 2000. S. 153.

107 Ich denke, das Bündnis mit den Liutizen ist auf einen wichtigen Punkt zurückzuführen, denn sie schienen den König anzuerkennen. Im Gegensatz dazu störte Boleslaw durch seine Taten die Gott gewollte Ordnung.

108 Vgl.: Epistola Brunonis. S. 97-105. (wie Anm. 18.)

109 Vgl.: Görich. 2000. S. 118-120. Zur Rangfrage und deren Konflikte vgl.: Goetz, Hans-Werner. Der „rechte“ Sitz. Die Symbolik von Rang und Herrschaft im Hohen Mittelalter im Spiegel der Sitzordnung. In: Symbole des Alltags - Alltag der Symbole: Festschrift für Harry Kühnel zum 65. Geburtstag. Hrsg. Blaschitz, Gertrud; Hundsbichler, Helmut [u.a.]. Graz 1992. S. 11-47.

110 Kränkungen Bolesławs: Überfall in Merseburg: Thiet. Chron. V, 18.; Festhalten seiner Tochter und Schwiegersohn in Kiev: Thiet. Chron. VII, 73. u. Haft Mieszkos: Thiet. Chron. VII, 13.

111 Vgl.: Görich. 2000. S. 145f.

112 Thiet. Chron. IV, 54.

113 Ann. Qued.S. 537.

114 Zum Beispiel finden sich bei Thietmar immer wieder Belege, dass der Polenherzog sächsische „nuntius“

besaß, die ihn über die Vorhaben Heinrichs II. berichteten: Thiet. Chron. VI, 33 u. 55; VII, 51. u. Lübke. Reg. 408, 424 u. 510.

115 Görich. 2000. S. 122-128. Daher setzt Heinrich II. verstärkt auf das Reichskirchensystem als Gegengewicht zu den Adligen. Zum Reichskirchensystem vgl.: Weinfurter. 2002. S. 127-167.

116 Vgl.: Görich. 2009. S. 323. u. Weinfurter, Stefan. Kaiser Heinrich II. und Bolesław Chrobry: Herrscher mit ähnlichen Konzepten In: Quaestiones Medii Aevi Novae 9. 2004. S. 5-25. Er sieht es aus einer göttlichen Legitimationsperspektive in der beide von Gott zur Herrschaft bestimmt wurden.

117 Einen guten Überblick über fast alle Aspekte bietet Weinfurter in seiner Biographie Heinrichs II. Weinfurter. 2002. passim.

25 von 25 Seiten

Details

Titel
Heinrichs II. aggressive Politik gegen Bolesław Chrobry
Untertitel
Versuch einer Begründung
Hochschule
Universität Leipzig  (Historisches Seminar)
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
25
Katalognummer
V182148
ISBN (Buch)
9783656054955
Dateigröße
547 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heinrich II., Ostpolitik, Boleslaw I. Chrobry, Otto III., Schweinfurt
Arbeit zitieren
Pierre Köckert (Autor), 2011, Heinrichs II. aggressive Politik gegen Bolesław Chrobry, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182148

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