Angst spüren zu können, ist grundsätzlich etwas Gutes: Angst zeigt dem Kind eine Gefahr von außen an, die sein psychisches wie physisches Gleichgewicht durcheinander zu bringen droht. Wichtig ist, dass das Kind lernt, vor der eigenen Angst nicht zu erschrecken und mit ihr umgehen zu können. Dabei können Kinderbücher eine große Stütze sein.
In der vorliegenden Arbeit werden die verschiedenen Angstformen vorgestellt (z.B. Trennungsängste, Ängste in der „magischen Phase“, Realängste...) und finden sich zu jedem Abschnitt Beispiele für dazu passende Kinderbücher.
Im zweiten Teil der Arbeit werden unterschiedliche Angstverarbeitungsstrategien in Kinder- und Jugendbüchern behandelt und ist auch dieser Teil mit zahlreichen Buchempfehlungen bestückt.
Inhaltsverzeichnis
Kinderängste:
-) Trennungsängste
-) Ängste in der "magischen Phase"
Kinder- und Jugendängste
-) Realängste
Geschichtensammlungen zum Thema ANGST:
ANGSTVERARBEITUNGSSTRATEGIEN in Kinder- und Jugendbüchern
-) Ausleben von Emotionen
-) Vermeidungsstrategie
-) Aktive Angstbewältigung
EINIGE BUCHBEISPIELE
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Darstellung von Angst in der Kinder- und Jugendliteratur, analysiert verschiedene Angstformen in unterschiedlichen Entwicklungsphasen und erläutert Strategien zur Angstbewältigung, die Kindern durch literarische Identifikationsfiguren vermittelt werden.
- Entwicklungspsychologische Einordnung von Kinder- und Jugendängsten
- Die Rolle der Fantasie bei der Entstehung und Verarbeitung von Ängsten
- Differenzierung zwischen Trennungsängsten, magischen Ängsten und Realängsten
- Analyse von Angstverarbeitungsstrategien wie Ausleben, Vermeidung und aktive Konfrontation
- Pädagogische Relevanz und bibliotherapeutische Ansätze beim Einsatz von Kinderbüchern
Auszug aus dem Buch
-) Aktive Angstbewältigung
Der Protagonist (durch die Identifikation auch das lesende Kind) setzt sich aktiv mit einem Problem und seiner Angst auseinander. Es ist dies die reifste und erfolgreichste Angstbewältigungsstrategie und kann auf verschiedenen Wegen erfolgen:
Nach den Ursachen der Angst suchen
Freiwillige Konfrontation mit dem Angstauslöser
Konfrontation unter dem Schutz einer Phantasiefigur (Es kommt im Laufe der Geschichte zwar zu einer Auseinandersetzung mit dem Angstauslöser, allerdings steht dem Kind eine freundliche, hilfsbereite Figur bei – z.B. eine Fee, ein lieber alter Mann,...- so lange, bis es alleine zurecht kommt.)
Unfreiwillige Konfrontation mit dem Angstauslöser (Das Kind wird mit dem Angstauslöser, z.B. einem Ungeheuer, direkt konfrontiert und hat keine Möglichkeit, die Flucht zu ergreifen oder abzuwehren.) Diese Methode ist sehr umstritten, da sie bis an die emotionale Belastungsgrenze der Kinder führt. Sie kommt glücklicherweise in der Kinderliteratur nicht allzu häufig vor.
Jegliche Kinder- oder Jugendliteratur, die sich mit Ängsten auseinandersetzt, sollte einen positiven Schluss anbieten. Da die Hauptfigur in diesem Fall ihre Angst gut bewältigt, wird durch die Identifikation mit ihr auch das Selbstvertrauen der Leser gestärkt. Die Heldenfiguren durchleben stellvertretend Ängste und Gefahren, und die lesenden Kinder finden den Mut, ihre eigenen Ängste aufzuarbeiten.
Zusammenfassung der Kapitel
Kinderängste: Erläutert die grundlegende Schutzfunktion von Angst bei Kindern und geht detailliert auf Trennungsängste sowie Ängste in der sogenannten magischen Phase ein.
Kinder- und Jugendängste: Analysiert die kognitive Entwicklung und die damit verbundene Wahrnehmung von Realängsten ab dem Schulalter.
Geschichtensammlungen zum Thema ANGST: Listet verschiedene Anthologien auf, die Kindern unterstützende Geschichten zur Stress- und Angstbewältigung bieten.
ANGSTVERARBEITUNGSSTRATEGIEN in Kinder- und Jugendbüchern: Erklärt theoretische Bewältigungsmuster wie das Ausleben von Emotionen, Vermeidungsverhalten und aktive Strategien der Konfrontation.
EINIGE BUCHBEISPIELE: Bietet eine praxisnahe Analyse konkreter Kinder- und Jugendbücher, unterteilt nach Altersgruppen und behandelten Angstthemen.
Schlüsselwörter
Angst, Kinderliteratur, Jugendbuch, Trennungsangst, magische Phase, Angstbewältigung, Identifikation, Bibliotherapie, Emotionen, Konfrontation, Realängste, Kindesentwicklung, Angstverarbeitung, Pädagogik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung und Verarbeitung von Angst in der Kinder- und Jugendliteratur und wie diese als unterstützendes Medium in der kindlichen Entwicklung fungieren kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die verschiedenen Phasen der kindlichen Angstentwicklung, die Bedeutung von Fantasie sowie die Analyse konkreter Bewältigungsstrategien in Büchern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kinder durch Identifikation mit literarischen Figuren lernen können, eigene Ängste zu benennen, zu bewältigen und ihr Selbstvertrauen zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Autorin nutzt eine literaturdidaktische Analyse, bei der ausgewählte Buchbeispiele hinsichtlich ihrer Angstbewältigungsstrategien und pädagogischen Eignung untersucht werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu verschiedenen Angstformen sowie einen umfangreichen Praxisteil, in dem spezifische Buchbeispiele für verschiedene Altersgruppen detailliert analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Angstbewältigung, Identifikation, Bibliotherapie und kindliche Entwicklungsphasen geprägt.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen "Realängsten" und "magischen Ängsten" eine Rolle?
Die Unterscheidung ist wichtig, da sie den kognitiven Entwicklungsstand des Kindes widerspiegelt und erfordert, dass die Literatur altersgerechte Hilfestellungen bietet, um entweder Fantasieängste abzubauen oder reale Problemlagen zu verstehen.
Welche Rolle spielt die Konfrontation in Kinderbüchern?
Die Konfrontation ermöglicht es dem Kind, sich stellvertretend durch die Buchfigur mit Ängsten auseinanderzusetzen, wobei die aktive Bewältigung als reifste und hilfreichste Form hervorgehoben wird.
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- Elisabeth Turecek (Author), 2001, Das Thema ANGST in der Kinder- und Jugendliteratur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18216