Familienformen im Wandel

Konsequenzen des gesellschaftlichen Wandels


Hausarbeit, 2007

34 Seiten, Note: 1.3


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffliche Grundlagen

3. Entwicklung der Familie
3.1. Die agrarisch-handwerkliche Haushaltsfamilie
3.2. Die bürgerliche Familie
3.3. Die Moderne Kleinfamilie
3.4. Familienformen heute

4. Erklärungsansätze für den Wandel der Familienformen
4.1. Demographische Entwicklung
4.1.1. Entwicklung der Geburtenzahlen
4.1.2. Alterung - steigende Lebenserwartung
4.1.3. Heiratshäufigkeit und Zahl der Scheidungen
4.2. Revolution der Wertestrukturen - Individualisierung
4.2.1. Einfluss auf die Erziehung
4.2.2. Einfluss auf die Familienplanung
4.2.3. Einfluss auf die Familienstruktur
4.3. Wissensgesellschaft: Anforderungen der Arbeitswelt

5. Funktionsverlust der Familie oder Funktionswandel?

6. Pluralisiserung der Lebensformen oder Bedeutungs-verschiebung?

7. Schlussbetrachtung: Krise der Familie?

Anhangsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

Tabelle 1: Überblick über abweichende Lebensformen im Vergleich zur Normalfamilie der 50er / 60er Jahre

Abbildung 2: Entwicklung der Geburtenziffer in West- und Ostdeutschland von 1960 bis 2000

Abbildung 3: Scheidungsrate in West- und Ostdeutschland von 1970 bis 2003

Abbildung 4: Lebensformen der Bevölkerung 1994 und 2003

1. Einleitung

In der Wissenschaft besteht allgemeine Einstimmigkeit darüber, dass sich Familien- und Beziehungsformen im Wandel befinden (Maihofer / Böhnisch / Wolf 2001, S.8). Es gibt jedoch eine Vielzahl an wissenschaftlichen Arbeiten, die unterschiedliche Teilaspekte des Themengebietes behandeln. Da in einem kurzen Beitrag nicht das umfassende Wissensgebiet dargestellt werden kann, konzentriert sich die vorliegende Arbeit auf folgende Bereiche: die historische Entwicklung der Familie, Erklärungsansätze für den Wandel der Familienformen und bekannte Thesen im Bezug auf die familialen Entwicklungen. Aufgrund besserer Datengrundlagen konzentriert sich dabei die Betrachtung auf die alten Bundesländer.

Wenn vom Wandel der Familie gesprochen wird, sollte zunächst erläutert werden, was unter dem Begriff „Familie“ verstanden wird. Dieser Aufgabe kommt Kapitel 2 nach. In Kapitel 3 werden dann die vorherrschenden Familientypen von der Zeit vor der Industrialisierung bis heute näher beleuchtet, um Veränderungen und somit den Wandel der Familienformen aufzudecken. Es soll aufgezeigt werden, welchen Weg die Familie in der Moderne gegangen ist und welche Strukturen sich ausgebildet haben. Im folgenden Kapitel werden drei Erklärungsansätze für den familialen Wandel dargestellt, wobei die Ausführungen zum Teil zusätzlich mit quantitativen Daten hinterlegt werden. Neben dem demographischen Wandel (Geburtenzahlen, Alterung, Heiratshäufigkeit und Scheidungen) wird auf die Revolution der Wertestruktur - bekannt als These der Individualisierung - und ihrem Einfluss auf die Erziehung, Familienplanung und Familienstruktur eingegangen. Zusätzlich werden die veränderten beruflichen Anforderungen der heutigen Wissensgesellschaft als eine Erklärung für den gesellschaftlichen Wandel näher erläutert. Die folgenden drei Kapitel diskutieren Thesen, die in der Literatur große Aufmerksamkeit finden. Kapitel 5 widmet sich der These des Funktionsverlustes der Familie. Anschließend geht Kapitel 6 auf eine weitere These, auf die These der Pluralisierung der Familienformen, ein. Zum Schluss wird in Kapitel 7 diskutiert, ob die These der Krise der Familie tatsächlich der Realität entspricht. Es ist zu hinterfragen, ob die richtigen Folgerungen aus dem Wandel der Familienformen geschlossen wurden bzw. werden.

2. Begriffliche Grundlagen

Wenn man über den Wandel der Familienformen spricht, stellt sich zunächst die Frage, was genau unter dem Begriff „Familie“ verstanden wird. Eine Analyse der Literatur, die sich mit diesem Thema befasst, zeigt allerdings schnell, dass keine eindeutige Definition des Begriffes existiert. So wird Familie beispielsweise als „eine verwandtschaftlich verbundene Gruppe von Menschen“ definiert. Dazu kann einerseits eine Familie im Sinne einer Kleinfamilie mit Eltern und Kind(ern) zählen oder eine Familie, die alle (auch entfernt) verwandte Familienmitglieder einschließt (Bünting / Karatas 1996, S. 360). Hermanns und Hille (1987) beziehen den Familienbegriff auf westliche Industriegesellschaften und verstehen unter einer Familie „das Zusammenleben der Eltern mit ihren eigenen oder adoptierten […] Kindern“. Sie sprechen sich gegen eine Ausdehnung des Begriffes auf andere Wohn- und Lebensgruppen wie z.B. Wohngemeinschaften aus. (Hermanns/Hille 1987, S.64). Schwarz (2003) zieht in seine Betrachtung von Familien neben Verheirateten auch Unverheiratete mit ledigen Kindern im Haushalt ein, unabhängig davon, ob sie mit oder ohne Partner zusammenleben (Schwarz 2003, S. 423). Aber können Volksstämme in Afrika auch als eine Familie betrachtet werden? Bilden Alleinerziehende Eltern mit ihren Kindern eine Familie? Können Homosexuelle, die in einigen Ländern mittlerweile eine Ehe schließen können (Noack / Seierstad / Weedon-Fekjaer 2005, S. 89ff.), als Familie gelten? Familie kennt in den verschiedenen Kulturen und Zeitaltern unterschiedliche Ausgestaltung (Hermanns / Hille 1987, S. 64). Es kann somit keine eindeutige Definition des Begriffes existieren, die allen Betrachtungsweisen gerecht wird. Nave-Herz (1997) bestätigt dies:

„In der Wissenschaftssprache gibt es keine allgemein anerkannte Definition von Familie, selbst nicht innerhalb der einzelnen Fachgebiete, wie der Soziologie, Psychologie, Rechtswissenschaft usw. Die Verwendung unterschiedlicher Familien ist insofern nicht erstaunlich, als die Fachvertreter [innen] […] unterschiedliche wissenschaftstheoretische Ansätze favorisieren und die Definition von Familie jeweils von diesen abhängt“ (Nave-Herz 1997, S. 37).

Im Alltagsverständnis der westlichen Kulturen (Westeuropa, Nordamerika) wird mit Familie meist das Kernfamilienmodell – auch als Gattenfamilie oder moderne Kleinfamilie bekannt-, die in den 50er und 60er Jahre große Verbreitung fand, in Verbindung gebracht (Hermanns / Hille 1987, S. 64, vgl. Abschnitt 3.3). Ist es allerdings gerechtfertigt, den Familienbegriff auf ein bestimmtes und zudem zeitlich begrenztes Familienmodell zu beschränken? Soll der Wandel familialer Lebensformen beschrieben werden, ist eine derart begrenzte Definition wenig sinnvoll, da man Gefahr läuft, von vorneherein bestimmte Veränderungen oder neu entstandene Familienformen auszublenden und dadurch nicht zu betrachten (Nave-Herz 1997, S. 37). Aus diesem Grunde wird in dieser Arbeit von einem weiten Familienbegriff ausgegangen, der die Familie nicht auf ein bestimmtes Familienmodell beschränkt. Vielmehr wird die Familie im Sinne einer Familienkonstellation verstanden (König 1996). Diese Betrachtungsweise konzentriert sich weniger auf die Personen, als auf die intimen Sozialbeziehungen, die Individuen unterschiedlichen Alters miteinander eingehen (Maihofer/Böhnisch/Wolf 2001, S.7).

3. Entwicklung der Familie

Der folgende Abschnitt, der die Entwicklung der Familie im Zeitverlauf beschreibt, hat zwei Aufgaben:

Erstens soll die Problematik des Begriffes Familie veranschaulicht werden, indem unterschiedliche Familienmodelle der verschiednen Zeitepochen von der Zeit vor der Industrialisierung bis heute dargestellt werden. Die weitgehend agrarisch geprägte Welt hatte ein anderes Verständnis von Familie als die Industriegesellschaft oder die Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft von heute (Hettlage 2002, S. 23). Die Entstehung und Verbreitung der heute gebräuchlichen „Familie“ ist als Ergebnis eines strukturell funktionalen Differenzierungs-prozesses von Gesellschaft anzusehen (Parsons 1975).

Zweitens können Veränderungen und Unterschiede der Beziehungs- und Familienformen d.h. ein Wandel der familialen Lebensweisen nur aufgedeckt werden, wenn man die Gegenwart vor dem Hintergrund der Vergangenheit betrachtet (Hettlage 2002, S. 23f.).

3.1. Die agrarisch-handwerkliche Haushaltsfamilie

In der Zeit vor der Industrialisierung gab es eine Vielzahl familialer Lebensformen, die auch heute alle auftreten: Ein-Eltern-Familien, nichteheliche Eltern-Kind-Gemeinschaften, Stiefelternverhältnisse, Kleinfamilien, komplexe Familienverbände und Haushaltstypen, in denen verwandte und nicht verwandte lebten. Allerdings hatten diese Lebensformen im Vergleich zur jetzigen Zeit zumeist eine andere kulturelle Bedeutung. Die Struktur und Funktionsweise der Familie war stark an die Produktionsweise gebunden: Die vorindustrielle Wirtschaft war durch Familienwirtschaft geprägt, wobei die Familien vorrangig Produktionsstätten waren (Peuckert 2005, S. 21).

Zwar gab es vor der Industrialisierung sehr unterschiedliche Familienformen, doch waren diese in der Gesellschaft nicht in gleichem Maße vertreten. Die wichtigste und am weitesten verbreite Familienform war die agrarisch-handwerkliche Haushaltsfamilie (Hettlage 2002, S. 26), die oft auch als „ganzes Haus“ bezeichnet wird, da sie eine Vielzahl gesellschaftlicher Funktionen erfüllte: Produktion, Konsumption, Sozialisation und Alters- und Gesundheitsvorsorge (Peuckert 2005, S. 21). Im Mittelpunkt des Familienlebens stand die Bewirtschaftung des landwirtschaftlichen Hofes. Unter Bedingungen meist schlechter ökonomischer Verhältnisse und materieller Knappheit, stand die Sicherung der Familienexistenz sowie die langfristige Versorgung auch der nächsten Generationen an erster Stelle. Die Verantwortung dafür oblag dem Hausvater, der als Familienvorstand Entscheidungsvorrang1 hatte und das gesamte Familienleben plante, ordnete und absicherte (Hettlage 2002, S. 24f.). Ihm unterstanden allerdings nicht nur die verwandten Familienmitglieder, sondern auch nichtverwandte Angehörige des Hauses wie Knechte und Mägde sowie Gesellen und Lehrlinge bei den Handwerkern, die alle dem Familienverband des „ganzen Hauses“ angehörten. Die Einheit von Produktion und Familie und das Ziel der Existenzsicherung ließ die Entfaltung des Einzelnen zurücktreten. Affektiv-neutrale Beziehungen zwischen den Geschlechtern aber auch zwischen Eltern und Kindern hatten gegenüber emotionalen Beziehungen Übergewicht. Liebe war keine notwendige Bedingung für das eheliche Zusammenleben, wichtiger waren ökonomische Momente bei der Partnerwahl (Peuckert 2005, S. 21). Das Familienmodell basierte auf einem „Generationenvertrag“, der eine strikte Regelung der Erbfolge, der Weitergabe des Namens, der faktischen Übergabe des Hofes, die Arbeitskräftesicherung sowie die Verteilung der Rechte und Pflichten im Haushalt vorsah und so den Fortbestand der Familie sicherte (Hettlage 2002, S. 25).

An dieser Stelle ist anzumerken, dass das Bild einer Großfamilie mit Großeltern, Eltern und zahlreichen Kindern - auch als Dreigenerationenfamilie bekannt - als dominantes Familienmodell der vorindustriellen Zeit mittlerweile widerlegt wurde bzw. für West- und Nordeuropa nicht nachgewiesen werden kann (Laslett 1972, Mitterauer 1977, Mitterauer / Sieder 1982, Segalen 1990, Wunder 1992).

3.2. Die bürgerliche Familie

Mit der Industrialisierung erlebte die bis dahin vorherrschende familiale Lebensform der agrarisch - handwerklichen Haushaltsfamilie einen starken Rückgang (Peuckert 2005, S. 22). Durch die kapitalistische Produktionsweise, die sich im Verlauf der Industrialisierung immer weiter ausbreitete, und der damit verbundenen räumlichen Trennung von Arbeitsstätte (Beruf) und Wohnstätte (Haushalt) verlor das Sozialgebilde des „ganzen Hauses“ immer mehr an Bedeutung. Die industriell geprägte bürgerliche Familie wurde zum „neuen“ Familienleitbild und ersetzte die bis dahin vorherrschende Familienform. Allerdings vollzog sich dieser Wandel in einem Jahrhunderte andauernden Prozess, der zunächst auf der Ebene des wohlhabenden Bürgertums ansetzte (Hettlage 2002, S. 26f.). Meyer (1992) stellt unter anderem folgende Kennzeichen der bürgerlichen Familie heraus:

- Räumliche Trennung von Wohnung und Arbeitsstätte
- Räumliche Ausgliederung von Gesinde und Dienstboten
- Aufspaltung in öffentliche und private Sphäre: Aufspaltung der Geschlechterrollen (Mann: Rolle des Ernährers, Frau: keine wirtschaftlichen Tätigkeiten, Hausarbeit und Kindererziehung als Hauptaufgabe)
- Bildung als kulturelles Kapital
- Entschärfung der hierarchischen Ordnung
- Zunehmende Emotionalisierung: Liebe als ehestiftendes Motiv.

In der Betrachtung der bürgerlichen Familie müssen zwei Ebenen unterschieden werden: Die literarische Ebene und die Ebene der Beziehungsformen. Im literarischen Diskurs (beispielsweise in Schriften von Schlegel) wurde gegen Ende des 18. Jahrhunderts das „Ideal der romantischen Liebe“ konzeptualisiert und als kulturelles Leitbild postuliert. Dieses Ideal kennzeichnete sich durch die „innige Liebe“ der Partner, die Einheit von sexueller Leidenschaft und sexueller Zuneigung, die Dauerhaftigkeit und Einzigartigkeit der Beziehung, die Exklusivität des Partners (d.h. man konnte nur eine Person lieben) und die Aufhebung der geschlechtlichen Ungleichheit aus (Peuckert 2005, S. 22f.). Auch die Fürsorge der Eltern und damit die emotionale Beziehung der Eltern zu ihren Kindern wurde unterstrichen. Ehe sollte nunmehr auf Liebe basieren und nicht mehr auf ökonomischen Aspekten

Träger des literarischen Ideals der romantischen Liebe war zunächst das sich seit 1830 herausbildende Bürgertum (Hettlage 2002, S. 26f.). Das Bürgertum konnte sich aufgrund der besseren ökonomischen Lage einfacher von den ökonomischen Heiratsmotiven lösen und die romantische Lebensweise umsetzen. Allerdings bestand dennoch eine lange Zeit Diskrepanz zwischen dem Ideal und der Wirklichkeit. Erst im Zeitverlauf wurde das Liebesideal der Romantik als Beziehungsnorm wirksam und die Liebesheirat entwickelte sich zum kulturellen Leitbild des Bürgertums.2

In den Arbeiterfamilien konnte sich die Emotionalisierung und Intimisierung des Familienlebens aufgrund der sozioökonomischen Lage (niedrige Löhne, Arbeitslosigkeit, etc.) und niedrigen Lebensstandards zunächst nicht durchsetzen Gegen Ende des 19. Jh. / Anfang des 20. Jh. war eine umgreifende normative Umorientierung am bürgerlichen Leitbild festzustellen, das sich nach und nach als Beziehungsnorm für alle Schichten (Arbeiterfamilien eingeschlossen) herausbildete. Eine vollständige Durchsetzung dieses Familienideals erfolgte allerdings erst nach 1950 mit der deutlichen Verbesserung der Lebensstandards (Peuckert 2005, S. 23).

3.3. Die moderne Kleinfamilie

In keiner Epoche war EINE Form von Familie in Deutschland so dominant wie in der Zeit der 50er und 60er Jahre: Die moderne Kleinfamilie (auch als Gattenfamilie, privatisierte Kernfamilie, traditionelle Kleinfamilie oder Normalfamilie bezeichnet) d.h. die selbstständige Haushaltsgemeinschaft eines verheirateten Paares mit seinen unmündigen Kindern (Peuckert 2005, S. 20) wurde vom Großteil der Bevölkerung unhinterfragt gelebt. Bedeutend für die Etablierung und Generalisierung des modernen Kleinfamilienmusters, das seinen Vorläufer im bürgerlichen Familienmodell fand, waren die tief greifenden Wandlungsprozesse der 50er Jahre: Der deutliche Anstieg der Reallöhne aufgrund des „Wirtschaftswunders“ und der Ausbau des Sozialsystems führten zu einer starken Verbesserung des Lebensstandards aller Einkommensbezieher. Die Moderne Kleinfamilie konnte sich als Familienleitbild aller Bevölkerungsschichten durchsetzen und wurde zur „dominanten, massenhaft gelebten („normalen“) Lebensform“ (Peuckert 2005, S.24).

In dem ideellen Familienbild wurde die Einheit zwischen Ehe, Hausgemeinschaft, Elternschaft und Verwandtschaft dargestellt (Lüscher / Pajung-Bilger 1998). Idealerweise wurde aus Liebe und Zuneigung geheiratet mit dem Ziel der Familiengründung, wobei die Ehe als dauerhafte Verpflichtung angesehen wurde. Eine Scheidung war nicht vorgesehen. Die Ehe sollte lebenslang und monogam sein. Alternative Lebensformen wie beispielsweise nichteheliche Lebens-gemeinschaften oder Geschiedene wurden nur als Notlösungen toleriert bzw. teilweise diskriminiert (Peuckert 2005, S. 24f.) Wie bereits in der bürgerlichen Familie, war die geschlechtliche Rollenverteilung zentrales Merkmal der modernen Kleinfamilie: Es wurde zwischen einer öffentlichen und einer privaten Lebenssphäre unterschieden, wobei der Mann der außerhäuslichen und die Frau der innerhäuslichen Sphäre zugeordnet wurde. Dem Mann wurde die Rolle des Ernährers zugeschrieben (Außenbeziehungen, Autoritätsperson), die Frau dagegen war für den Haushalt und die emotional-affektiven Bedürfnisse der Familie zuständig (König 1974, Maihofer/Böhnisch/Wolf 2001, S.15).

[...]


1 Der Hausvater konnte beispielsweise über Eheschließungen der verwandten aber auch nicht verwandten Familienmitglieder entscheiden oder bei guter Wirtschaftslage überzählige Kinder vom Hof abstoßen und anderswo unterbringen.

2 Die Gleichheit der Geschlechter wird nicht verwirklicht. Die polaren Geschlechterrollen bleiben noch weit bis ins 20. Jahrhundert erhalten.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Familienformen im Wandel
Untertitel
Konsequenzen des gesellschaftlichen Wandels
Hochschule
Universität Mannheim
Veranstaltung
Räumliche Konzequenzen des gesellschaftlichen Wandels
Note
1.3
Autor
Jahr
2007
Seiten
34
Katalognummer
V182182
ISBN (eBook)
9783656065074
ISBN (Buch)
9783656064947
Dateigröße
686 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesellschaftlicher Wandel, Familienformen, Entwicklung
Arbeit zitieren
Maike Siedentopf (Autor), 2007, Familienformen im Wandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182182

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