Die Verkehrserziehung im Vorschulalter - Ein Überblick


Hausarbeit, 2009

18 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung inkl. Überblick und Vorgehen

1 Definitionen und Begriffserklärungen
1.1 Das Kind
1.2 Die Kindertagesstätte/ Kindertageseinrichtungen
1.3 Die Verkehrserziehung
1.4 Das Vorschulalter

2 Grundlagen der Verkehrserziehung
2.1 Die Wahrnehmung
2.2 Die visuelle Leistungsfähigkeit
2.3 Die auditive Leistungsfähigkeit
2.4 Die motorische Leistungsfähigkeit
2.5 Die soziale Leistungsfähigkeit

3 Die Verkehrserziehung im Kindergarten
3.1 Verkehrserziehung als Umwelt- und Sicherheitserziehung
3.2 Verkehrserziehung als Charakter- und Persönlichkeitserziehung
3.3 Verkehrserziehung als Sozialerziehung
3.4 Verkehrserziehung als Lebenshilfe

4 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Einleitung inklusive Überblick und Vorgehen

Aus Unfallstatistiken ist zu entnehmen, dass der Anteil der Kinder, welche im Straßenverkehr verunglücken besonders hoch ist. Die Zahl der Verkehrsunfälle in Deutschland mit Personenschaden ist alarmierend. Allein im Jahr 2008 wurden 320 614 Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden aufgenommen. Dabei wurden 4 477 Menschen getötet und 409 047 Menschen verletzt. Im vergangenen Jahr kamen 102 Kinder bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben. Am häufigsten verunglücken Kinder als Radfahrer, als Mitfahrer in einem Pkw und an letzter Stelle als Fußgänger. Daraus ist zu schlussfolgern, dass eine möglichst frühe Verkehrserziehung im Kindesalter unumgänglicher Bestandteil der Erziehung, sowohl im Kindergarten, als auch im Familienbereich sein sollte. Unter anderem durch die geringe Körpergröße, können Kinder die Geschwindigkeit von heranfahrenden Fahrzeugen nur schlecht einschätzen und haben einen völligen anderen Blickwinkel als ein Erwachsener und können dadurch nur sehr schlecht die Übersicht über den Verkehr behalten. Auch die mangelnde Konzentrationsfähigkeit bei kleineren Kindern steigert das Risiko von Unfällen im Verkehr. Gefahrensituationen können nur sehr schlecht von Kindern eingeschätzt werden, da sie noch Probleme haben vorausschauend zu denken beziehungsweise zu urteilen, um Gefahrensituationen rechtzeitig zu erkennen. Auf Grund dieser Faktoren wird wiederum die Notwendigkeit einer Verkehrserziehung im Vorschulalter hervorgehoben. Dabei wird dem Kindergarten beziehungsweise den Erziehern und Pädagogen eine wichtige Funktion zu geschrieben. In der vorliegenden Arbeit wird explizit auf die Grundlagen der Verkehrserziehung und die Verkehrserziehung im Kindergarten eingegangen. Die Forschungsfrage, die in dieser wissenschaftlichen Arbeit untersucht und beantwortet wird, lautet: „Welche Grundlagen und Lernvoraussetzungen bringt ein Kind für die Verkehrserziehung mit beziehungsweise was gibt es für Voraussetzung auf der Seite des Kindes für die Teilnahme im Straßenverkehr?“ Zu aller erst werden zum besseren Verständnis Begriffserklärungen gegeben. Anschließend wird auf den Verkehr als Lebens- und Lernbereich eingegangen. Im nachfolgenden Punkt spielen die Grundlagen der Erziehung im Straßenverkehr eine wichtige Rolle, in welchem auch die genannte Forschungsfrage beantwortet wird. An letzter Stelle wird auf die Verkehrserziehung im Kindergarten eingegangen und die verschiedene Funktionen der Verkehrserziehung angesprochen (Lindl, 2005; Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Bericht 2008).

1 Definitionen und Begriffserklärungen

1.1 Das Kind

Als Kind wird der Mensch in seiner Entwicklung zwischen Geburt und Pubertät bezeichnet. Eine gebräuchliche Einteilung ist: Säugling, Kleinkind, Kindergartenkind und Schulkinder. Die Ausbildung der kindlichen Persönlichkeit geschieht durch den ständigen Austausch mit der Lebenswelt, welche das Kind umgibt. Kindsein konstituiert sich soziokulturell und stellt einen gesellschaftlich vermittelten Zusammenhang dar (Schaub; Zenke 2007).

1.2 Die Kindertagesstätte/ Kindertageseinrichtungen

Der Kindergarten wird dem Elementarbereich zugeordnet ist aber allerdings keine Einrichtung des Schulwesens, sondern gehört zu dem Bereich der Jugendhilfe. Der Besuch eines Kindergartens ist an drei bis fünf jährige Kinder gerichtet und erfolgt auf freiwilliger Basis. Ziel ist es, in spielerischer Form die Selbständigkeit des Kindes zu fördern und es sollen soziale Kompetenzen und elementare Kenntnisse erworben werden. Die Betreuung der Kinder erfolgt durch ein ausgebildetes Personal, welches sich aus Erziehern und Pädagogen zusammensetzt (Schaub; Zenke 2007).

1.3 Die Verkehrserziehung bzw. Verkehrsunterricht

Auf Grund der Tatsache, dass Kinder als Verkehrsteilnehmer unter anderem durch ihren eingeschränkten Blickwinkel und ihren fehlenden Erfahrungen und Kenntnissen eingeschränkt beziehungsweise besonders unfallgefährdet sind, besteht nach dem Beschluss der Kultusministerkonferenz von 1972 die Notwendigkeit einer Verkehrserziehung, damit sich die Kinder im Straßenverkehr zum einem sicherer, aber auch verkehrsgerechter verhalten. Durch eine gezielte und auf die Kinder abgestimmte Verkehrserziehung, erlangen sie ein besseres Verständnis für den Verkehrsablauf. Die Verkehrserziehung wird unter anderem mit theoretischen Texten und Bildern, aber auch durch praktische Anwendungen auf Verkehrsübungsplätzen geschult. Besonderer Wert wird auf die Förderung der Grundkompetenzen gelegt (Schaub; Zenke 2007).

1.4 Das Vorschulalter

Die Bezeichnung Vorschulalter umfasst die Zeitspanne bis zum 6. Lebensjahr, d.h. bis zum Eintritt in die Schule. Aus Forschungen ist zu entnehmen, dass die geistige Entwicklung bei Kindern im Vorschulalter sehr viel größer ist und schneller voranschreitet als bei einem Menschen im Jugendalter oder bei Erwachsenen. Somit ist das Vorschulalter für die individuelle Förderung von besonderer Bedeutung (Becker- Textor 1991)

2 Grundlagen und Lernvoraussetzungen der Verkehrserziehung

Die Verkehrerziehung beginnt bei Kindern in der Regel schon im Vorschulalter, das heißt im Kindergarten, denn Kinder sind als Fußgänger, Mitfahrer in einem Auto oder auch beim Roller oder Fahrrad fahren Verkehrsteilnehmer. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass sie früh mit korrekten Verhaltensweisen vertraut gemacht werden. Allerdings muss auch die Motorik, Konzentration und Wahrnehmung des Kindes unterstützt und gefördert werden. Jedes Kind bringt verschiedene Lernvoraussetzungen für die Verkehrsteilnahme mit, welche bei einer Verkehrserziehung unbedingt berücksichtigt werden müssen und an welche angeknüpft werden muss. Neben den verschiedenen Lernvoraussetzungen nehmen auch die Fähigkeiten des Kindes eine entscheidende Position ein. Um eine kindgerechte Verkehrserziehung durch zuführen, ist es von besonderer Bedeutung, sich an den physiologischen und psychologischen Voraussetzungen bzw. Vorbedingungen des Kindes zu orientieren, um zusätzlich auch ihr Handeln zu verstehen (Deutsche Verkehrswacht).

2.1 Die Wahrnehmung

Eine unabdingbare Voraussetzung, um dem Verkehr wahrzunehmen und sich dem Straßenverkehr anzupassen, ist die Verarbeitung von optischen, akustischen und umwelterfassenden Eindrücken. Die Sinnesorgane spielen eine wichtige Rolle in der Wahrnehmensförderung, da die Sinne ihre Informationen über die Wahrnehmung erlangen. Vor allem die Schulung des Hör- und Sehrvermögens ist von besonderer Bedeutung, da diese die bedeutendsten Wahrnehmungsorgane im Straßenverkehr darstellen. Mit Kindern muss aus diesem Grund schon zeitig die Unterscheidung zwischen verschiedenen Formen, Farben und Größen geübt werden. Auch das Erkennen aus welcher Richtung ein Geräusch kommt, kann gezielt trainiert werden. Somit wird deutlich, dass die Funktionstüchtigkeit der Sinne eine bedeutende Stellung einnimmt. Doch allein die Ausprägung der Sinnesorgane reicht nicht aus, um sicher den Verkehr zu beherrschen. Die Intelligenz spielt eine große Rolle, denn diese stellt ein Kontrollinstrument dar und das Denken ist ein Prozess, welcher ständig abläuft. Alle diese aufgeführten Fähigkeiten sind lern- beziehungsweise förderbar. Auch die Fähigkeit Wichtiges von Unwichtigen zu unterscheiden, entwickelt sich bei einem Kind erst nach und nach, weil sie sich Anfangs sehr leicht ablenken lassen und Eindrücke aus ihrer Umwelt wahrnehmen ohne sie zu hinterfragen. Somit zählt die Wahrnehmung und die Konzentration als wichtige Voraussetzung für eine sichere Verkehrsteilnahme (Warwitz 1998). Voraussetzung für die Wahrnehmung ist, dass einem Kind auch die Gelegenheit gegeben wird die Umwelt beziehungsweise das Umfeld bewusst auf und wahr zunehmen. Ein Kind ahmt zum Beispiel viele Dinge, welche durch Eltern und Pädagogen vorgegeben werden nach. Dafür muss das Kind aber über ein hohes Maß an Sensibilität verfügen (Becker- Textor 1991).

2.2 Die visuelle Leistungsfähigkeit

Das wichtigste und am differenziertesten ausgebildete Wahrnehmungsorgan ist das menschliche Auge. Sehen ist ein aktiver Prozess, welcher ständig und überall stattfindet und somit kann das Auge auch als Leitorgan des Menschen bezeichnet werden. Durch unsere Umwelt, welche vollkommen visualisiert ist, kommt es beim Menschen sehr schnell zu einer Reizüberflutung. Dies geschieht neben der Werbung unter anderem durch den Verkehr. Einen wesentlichen Anteil daran, trägt der ständige Schilderwechsel auf den Straßen, die vielen Form- und Farbsignale und die unterschiedlichen Bildsymbole. Kinder benutzen das Auge am häufigsten als Wahrnehmungsorgan und auf dieser Tatsache beruhend, findet ein ganzheitliches Lernen statt. Bedeutsam ist, dass die Sehvoraussetzungen eines Kindes sich klar gegenüber denen eines erwachsenen Menschen abgrenzen. So nimmt ein Kind die Dinge von einem viel niedrigeren Blickstandort aus wahr und somit fällt es einem Kind viel schwerer die Übersicht über den Verkehr zu behalten. Des Weiteren sieht ein Kind viel langsamer, denn es benötigt einmal Zeit für die Verarbeitung von Informationen und außerdem muss es diese erst noch in ein Erfahrungsspektrum einordnen. Ein Kind sieht außerdem ein weißliches und somit helleres Licht viel näher, als ein dunkleres oder farbiges Licht. Dies alles sind Gründe, warum Kinder im Straßenverkehr besonders beachtet und berücksichtigt werden müssen (Warwitz 1998, Deutsche Verkehrswacht).

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Verkehrserziehung im Vorschulalter - Ein Überblick
Hochschule
Technische Universität Chemnitz
Note
1,7
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V182197
ISBN (eBook)
9783656060840
ISBN (Buch)
9783656061205
Dateigröße
509 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
verkehrserziehung, vorschulalter, überblick
Arbeit zitieren
Anonym, 2009, Die Verkehrserziehung im Vorschulalter - Ein Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182197

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