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Zur Shop-Startseite › Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung

Die Chicagoer Schule der Stadtforschung

Titel: Die Chicagoer Schule der Stadtforschung

Hausarbeit , 2011 , 12 Seiten

Autor:in: Daniel Berendsen (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Chicagoer Schule ist bis heute die wichtigste Strömung in der Stadtforschung und beruht vor allem auf den Theorien von Park, Burgess und McKenzie. Ihre Hochzeit hatte die Chicagoer Schule während der Lehre und Forschung von Robert E. Park in den Jahren 1915 bis 1932. (LINDNER 2004) Die Forschung der Chicagoer Soziologen verfolgt mehrere grundlegende theoretische Ansätze. Einer dieser Ansätze ist der biologische, bzw. der ökologische Ansatz, der auf die darwinistischen Ideen des Wettbewerbs der Arten zurückzuführen ist. Der andere Ansatz ist der des sich schnell entwickelnde Journalismus, welcher einen praktischen Ansatz für die Feldarbeit der Chicagoer Soziologen liefert. Mittels dieser Konzepte versuchte man Regelhaftigkeiten von wechselseitigen Abhängigkeiten des sozialen und wirtschaftlichen Lebens in der Stadt zu erforschen und in ihrer räumlichen Entwicklung aufzuzeigen (LINDNER 2004; HEINEBERG 2006; WALTER ET AL. 2008).

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Chicagoer Schule

2.1 Sozialökologie

2.2 Humanökologie

2.3 Journalismus

3. Stadtforschung

3.1 Das Ringmodell

3.2 Das Sektorenmodell

3.3 Das Mehrkernmodell

3.4 Kritik an den Modellen

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit befasst sich mit der historischen und theoretischen Bedeutung der Chicagoer Schule für die moderne Stadtforschung. Das Ziel ist es, die zentralen soziologischen und ökologischen Konzepte darzustellen, die zur Erklärung städtischer Wachstums- und Verteilungsprozesse entwickelt wurden, und deren wissenschaftliche Aussagekraft kritisch zu hinterfragen.

  • Die Entstehung und theoretischen Grundlagen der Chicagoer Schule.
  • Die Konzepte der Sozial- und Humanökologie im städtischen Kontext.
  • Die Bedeutung journalistischer Methoden für die soziologische Feldforschung.
  • Analyse und Vergleich der klassischen Stadtmodelle (Ring-, Sektoren- und Mehrkernmodell).
  • Kritische Reflexion der Anwendbarkeit dieser Modelle auf heutige urbane Strukturen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Ringmodell

Ein anderer Beitrag aus der Textsammlung „The City“ stammt von Ernest W. Burgess. Dieser Beitrag handelt vom Wachstum der Stadt, welches anhand eines Modells erklärt werden soll. Dieses Modell wurde 1929 entwickelt und soll die Prozesse der Verteilung von Bevölkerungsgruppen in einer Stadt nach Wohnsitz und Beruf für alle amerikanischen Städte gleich systematisieren (LINDNER 2004). Dieses Modell wurde von Burgess am Beispiel Chicago entwickelt und basierte auf einigen Annahmen. Diese werden als Hypothesen zur Begründung des Stadtentwicklungsmodells und der darauf aufbauenden Theorie des konzentrischen Wachstums herangezogen. Im Folgenden werden die wichtigsten Annahmen kurz vorgestellt:

1. Eine Stadt dehnt sich immer von innen nach außen in alle Richtungen aus.

2. Von der City geht ein Verdrängungsprozess aus, bei dem die Nutzungen und Bevölkerungsgruppen einer Zone in die Nächste nach außen hin liegende drängen.

3. Die Nutzungen und Bevölkerungsgruppen sind in der Stadt nicht gleich verteilt, sondern in jeder Zone dominiert eine Nutzung bzw. Bevölkerungsform.

Burgess teilte die Stadt für sein Modell in fünf konzentrische, homogene Zonen. In jeder dieser Zonen befinden sich für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen spezielle Areale. Die sogenannten natural areas. Jede dieser Zonen kennzeichnet sich durch eine dominante Nutzungsform. Die erste Zone ist das Stadtzentrum einschließlich des CBD, der sogenannte Loop. Hier spielt sich das kommerzielle, soziale und politische Leben der Stadt ab. In dieser Zone liegt eine Konzentration des tertiären Sektors, hohe Bodenpreise und vereinzelt Wohnbevölkerung vor. An den Loop grenzt die Übergangszone, die sogenannte Zone in transition. Hier siedeln sich die Einwanderer an, da dort viele Wohnungen vom Verfall bedroht sind und man dort günstig wohnen kann. Dort leben sie unter ihres Gleichen, also ethnisch homogen und können ihre kulturelle Tradition weiterführen. Dieses Phänomen bezeichnet man als Wohnsegregation und Ghettobildung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Chicagoer Schule als bedeutende Strömung der Stadtforschung ein und erläutert die zentralen biologischen und journalistischen Einflüsse auf die dortige Forschung.

2. Grundlagen der Chicagoer Schule: Hier werden die historischen Ursprünge, die Rolle der Stadt Chicago als Labor sowie die interdisziplinären Ansätze der Sozial- und Humanökologie und der journalistischen Forschungsmethoden beschrieben.

3. Stadtforschung: Dieses Kapitel erläutert die Dynamiken städtischer Expansion und stellt mit dem Ring-, Sektoren- und Mehrkernmodell die drei klassischen theoretischen Ansätze zur Stadtstruktur vor.

4. Fazit: Das Fazit fasst den bleibenden Einfluss der Chicagoer Schule auf das soziologische Verständnis der Großstadt zusammen und würdigt die Bedeutung ihrer Pionierarbeit für die heutige Stadtgeographie.

Schlüsselwörter

Chicagoer Schule, Stadtforschung, Sozialökologie, Humanökologie, Ringmodell, Sektorenmodell, Mehrkernmodell, Urbanisierung, Stadtentwicklung, Segregation, Natural Areas, Soziologie, Stadtplanung, Invasion, Sukzession.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Chicagoer Schule der Stadtforschung, ihren theoretischen Ursprüngen in den 1920er und 1930er Jahren sowie ihrem massiven Einfluss auf das soziologische Verständnis städtischer Entwicklungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Chicagoer Schule?

Zentrale Themen sind das städtische Wachstum, soziale Konkurrenz, die räumliche Segregation verschiedener Bevölkerungsgruppen und die Untersuchung der Stadt als soziales Labor.

Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Arbeit?

Das Ziel ist eine systematische Aufarbeitung der historischen Modelle der Stadtentwicklung, um deren methodische Grundlagen sowie ihre Vor- und Nachteile in der wissenschaftlichen Analyse verständlich zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Forschung zugrunde?

Die Arbeit verwendet eine theoretische Aufarbeitung bestehender soziologischer und stadtgeographischer Literatur sowie eine vergleichende Analyse klassischer Stadtstrukturmodelle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen (Sozialökologie, Humanökologie, Journalismus) und die detaillierte Vorstellung sowie Kritik der drei Stadtmodelle von Burgess, Hoyt sowie Harris und Ullman.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Natural Areas", "Sozialökologie", "Segregation", "Ringmodell" und "Stadtstruktur" geprägt.

Warum wird der Journalismus als methodischer Ansatz der Chicagoer Schule hervorgehoben?

Der Journalismus diente als praktisches Vorbild für die Feldforschung, da er dazu anregte, das authentische Leben in der Stadt durch Beobachtung und direktes Engagement vorurteilsfrei zu erfassen.

Inwiefern unterscheiden sich die drei vorgestellten Stadtmodelle?

Das Ringmodell von Burgess betont konzentrische Zonen, das Sektorenmodell von Hoyt hebt sektorale, verkehrsorientierte Entwicklungen hervor, während das Mehrkernmodell von Harris und Ullman verschiedene Funktionskerne in den Vordergrund stellt.

Was ist das zentrale Kritikargument an den Modellen?

Ein Hauptkritikpunkt ist, dass die Modelle stark auf den nordamerikanischen Kontext zugeschnitten sind und teilweise Schwierigkeiten haben, die Komplexität europäischer oder lateinamerikanischer Stadtstrukturen adäquat zu erklären.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Chicagoer Schule der Stadtforschung
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Geographisches Institut)
Autor
Daniel Berendsen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
12
Katalognummer
V182252
ISBN (eBook)
9783656057048
ISBN (Buch)
9783656056768
Sprache
Deutsch
Schlagworte
schule stadtforschung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniel Berendsen (Autor:in), 2011, Die Chicagoer Schule der Stadtforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182252
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Leseprobe aus  12  Seiten
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