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Das Bildungssystem im Horizont von Michael Walzer

Eine Anwendung auf Grundlage der Sphären der Gerechtigkeit

Titel: Das Bildungssystem im Horizont von Michael Walzer

Hausarbeit , 2009 , 17 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Hannes Tonat (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit soll der Versuch einer Anwendung von Walzers Gerechtigkeitskonzeption auf das deutsche Bildungssystem unternommen werden. Hierzu sollen zunächst die theoretischen Grundlagen geklärt werden: die kommunitaristische Gerechtigkeitsphilosophie (in der
Ausprägung Walzers) und der Begriff von Bildung und Erziehung. Später sollen die theoretischen Details von Walzers Bildungsvorstellung erläutert werden und auf die aktuelle Situation in der deutschen Bildungslandschaft bezogen werden. Hauptsächlich werden hier die Schulen, als Institutionen von Interesse sein.
Die Grundschulen (als nach dem Kindergarten) primäre Bildungseinrichtungen sind die ersten Kontakte der Schüler mit den Schulen und stellen oftmals bereits in den ersten Jahren die Weichen für deren gesamte „akademische“ Laufbahn. Somit nehmen sie eine Basisfunktion im Bildungssystem ein (vgl. Lichtenstein-Rother & Röbe, 2005:19). Interessant sind, nach dieser Basisbildung, aber auch die weiterführenden und spezialisierenden Schulen und Universitäten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1. Walzers Gerechtigkeitskonzeption

2.2. Bildung

3. Das deutsche Bildungssystem

3.1. Autonomie der Bildung

3.2. Bildung als dominantes Gut?

3.3. Die Grundbildung (einfache Gleichheit)

3.4. Weiterführende Bildung (komplexe Gleichheit)

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das deutsche Bildungssystem durch die Brille der Gerechtigkeitstheorie von Michael Walzer. Das primäre Ziel besteht darin, Schwachstellen im Bildungswesen aufzuzeigen und zu analysieren, inwiefern Walzers Konzept der „Sphären der Gerechtigkeit“ – insbesondere die Unterscheidung zwischen einfacher und komplexer Gleichheit – auf die aktuellen Herausforderungen und strukturellen Ungleichheiten der deutschen Schullandschaft anwendbar ist.

  • Kommunitaristische Gerechtigkeitsphilosophie nach Michael Walzer
  • Die Sphäre der Bildung als intermediärer Raum
  • Analyse der Grundbildung und des Prinzips der einfachen Gleichheit
  • Problematik der frühen Selektion im deutschen Schulsystem
  • Weiterführende Bildung und komplexe Gerechtigkeitskonzepte
  • Soziale Ungleichheit und der elterliche Einfluss

Auszug aus dem Buch

3.3 Die Grundbildung (einfache Gleichheit)

Damit das Individuum, die Perspektiven und Lebensversprechen seiner Gemeinschaft, einzulösen vermag, ist eine elementare Erziehung notwendig. Dabei soll grundsätzlich jedem Mitglied der Gesellschaft das Wissen vermittelt werden, das für eine aktive Staatsbürgerschaft erforderlich ist (Walzer, 1994:300). Was dieses Wissen genau beinhaltet, ist wieder Sache des öffentlichen Diskurses. Fest steht aber, dass in unserer modernen Gesellschaft mit wachsender Komplexität auch der Umfang der Elementarerziehung wachsen muss.

Das Kriterium beim Bildungseintritt ist bis zum Austritt aus der Grundbildung nicht etwa die Rawls’sche Chancengleichheit sondern Resultatsgleichheit. Jeder Schüler muss befähigt werden, seine Zugehörigkeitsrechte in der Gesellschaft aktiv umsetzen zu können. So ist das Ziel des Lehrers beim Leseunterricht, nicht unter den Schülern Chancengleichheit für das Erlernen herzustellen, sondern alle ausnahmslos lesekundig zu machen (ebd.:296f.). Auf Basis der Grundbildung soll jeder Schüler fähig sein, seine eigenen späteren Bildungsweg realistisch einzuschätzen und begründbar auszuwählen. Die angestrebte Resultatsgleichheit unterstreicht dabei den egalitären Charakter der Schulen. Diese Schulen dürfen in einer demokratischen Gesellschaft niemanden ausschließen und so dürfen insbesondere die Grundschulen keine exklusiven Eliteanstalten sein (vgl. ebd.:295).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des deutschen Bildungssystems ein, verknüpft sie mit einer literarischen Bildungskritik und stellt die Relevanz von Michael Walzers Gerechtigkeitstheorie für diese Untersuchung dar.

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert Walzers kommunitaristische Gerechtigkeitskonzeption, insbesondere die Sphärenautonomie, und definiert den Bildungsbegriff im Kontext gesellschaftlicher Reproduktion.

3. Das deutsche Bildungssystem: Der Hauptteil analysiert die Autonomie von Schulen, die Rolle von Bildung als potenziell dominantes Gut sowie die Anforderungen an Grund- und weiterführende Bildung gemäß den Kriterien von einfacher und komplexer Gleichheit.

4. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet die strukturelle Aufstellung des deutschen Systems und schlägt auf Basis von Walzers Theorie Reformansätze wie Gutscheinsysteme und die Förderung des gemeinsamen Lernens vor.

Schlüsselwörter

Michael Walzer, Gerechtigkeitstheorie, Kommunitarismus, Bildungssystem, einfache Gleichheit, komplexe Gleichheit, Sphärenautonomie, Grundbildung, Bildungsungleichheit, soziale Gerechtigkeit, Schule, Selektion, Bildungsreform, Resultatsgleichheit, Chancengleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das deutsche Bildungssystem unter Anwendung der „Sphären der Gerechtigkeit“ von Michael Walzer, um zu prüfen, ob das aktuelle System als gerecht gelten kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die soziale Ungleichheit, der Einfluss der sozialen Herkunft, das Verhältnis von Grundbildung und weiterführender Ausbildung sowie die Frage der Autonomie von Bildungseinrichtungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage untersucht, inwiefern Walzers Konzept der verschiedenen Gerechtigkeitssphären genutzt werden kann, um Ungleichheiten im deutschen Schulwesen zu identifizieren und systemisch einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die Walzers kommunitaristische Gerechtigkeitstheorie auf das deutsche Bildungssystem anwendet, ergänzt durch empirische Hinweise zur aktuellen Bildungssituation.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Autonomie, die Diskussion über Bildung als dominantes Gut sowie die getrennte Betrachtung von Grundbildung und weiterführender Bildung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sphärenautonomie, Resultatsgleichheit, Bildungsungleichheit und das Gerechtigkeitskonzept von Michael Walzer charakterisiert.

Warum hält Walzer die frühe Selektion im deutschen System für problematisch?

Weil sie primäre soziale Ungleichheiten nicht ausgleicht, sondern durch eine frühe Trennung nach der vierten Klasse neue sekundäre Ungleichheiten schafft, die den egalitären Anspruch der Schule untergraben.

Wie schlägt der Autor vor, die Situation der Grundschulen zu verbessern?

Durch eine Verlängerung des gemeinsamen Lernens, eine Aufwertung des Lehrerberufs, eine Einschränkung der freien Schulwahl sowie durch Maßnahmen zur stärkeren Integration durch eine pluralere Lehrerschaft.

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Details

Titel
Das Bildungssystem im Horizont von Michael Walzer
Untertitel
Eine Anwendung auf Grundlage der Sphären der Gerechtigkeit
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,3
Autor
Hannes Tonat (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V182266
ISBN (eBook)
9783656060727
ISBN (Buch)
9783656060970
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Michael Walzer Gerechtigkeit Sphären der Gerechtigkeit Bildung Schulsystem Bildungsgerechtigkeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hannes Tonat (Autor:in), 2009, Das Bildungssystem im Horizont von Michael Walzer, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182266
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Leseprobe aus  17  Seiten
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