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Bedeutungsverlust der DDR-Punkmusik als Mittel politischer Identitätsfindung in Ostdeutschland

Fallbeispiel: Rex Joswig mit der Band Herbst in Peking

Titel: Bedeutungsverlust der DDR-Punkmusik als Mittel politischer Identitätsfindung in Ostdeutschland

Hausarbeit , 2011 , 17 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dipl.Kfm.(FH) Guido Plonski (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Lied „Bakschischrepublik“ der Band „Herbst in Peking“ wurde zur Wendezeit die Hymne der DDR-Rockszene.
Er war 1990 Nummer Eins der DT64 Independent Charts . Innerhalb von sechs Monaten verkaufte die Band eigenhändig zehntausend Platten. Auch andere Bands wie „Feeling B“ (später „Rammstein“), „Die Art“, „Sandow“ und „Die Skeptiker“ wurden mit der Wende deutschlandweit bekannt, spielten kurz danach aber keine große Rolle mehr. Die meisten von ihnen lösten sich bereits kurze Zeit nach der Wende wieder auf.

Ein Grundgedanke dieser Arbeit ist, dass die musikalisch Oppositionskultur in der DDR besonders aus der Reibung an den politischen Verhältnissen in einem abge-schotteten Staat schöpfte. Besonders die in den 1980er Jahren aufgekommene Punkmusik hatte das Potenzial, Mittel der Identitätsstiftung und Ausdruck von Oppo-sitionkultur in der DDR-Jugend zu sein. Das danach alles verpuffte, scheint die These einer „Ventilfunktion“ der Punkmusik nahezulegen. Einerseits war die Punkmusik in der DDR eine willkommene Abwechslung zur staatlich verordneten Unterhaltungsmusik und andererseits verstanden sich sowohl ihre Akteure als auch ihre Konsumenten als politisch gegen das System gerichtet.
Hauptanliegen dieser Arbeit ist es, aufzuzeigen wie letztlich gerade die DDR- typischen Einflüsse bzw. der Verlauf der Geschichte in den 1980er Jahren Rex Joswig als erfolgreichen Vertreter der Punk-Bewegung zum Erfolg führte und in der Nachwendezeit zum Mißerfolg.
Hinsichtlich der Gliederung liegt der Schwerpunkt dieser Arbeit auf einer detaillierten und anekdotenhaften Schilderung von Rex Joswigs Werdegang im zweiten Kapitel. Dabei soll das Leben und der politische Werdegang von Rex Joswig skizziert werden, wobei es aufzuzeigen gilt, welche Einflüsse es gab und wie die sich verändernde politische Lage das Werk der Band bestimmte. Durch den hauptsächlichen Bezug auf das Interview und die verfügbaren Presseartikel, ist die Arbeit auf ein interessantes Schlaglicht der damaligen Ereignisse begrenzt und hauptsächlich auf die Person Rex Joswig bezogen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Werdegang Rex Joswig

2.1. Musikalische und politische Einflüsse der Kindheit und Jugend in Neubrandenburg

2.2. Berliner Zeit

2.3. Wendezeit

3. Der Song „Bakschischrepublik“ als Wendehymne - Rezeption

4. „Keinen Feind mehr, keine Orientierung“ – Kontextualisierung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Bedeutungsverlust der DDR-Punkmusik als Mittel der politischen Identitätsfindung nach dem Systemwechsel. Anhand der Fallstudie von Rex Joswig und der Band „Herbst in Peking“ wird analysiert, wie die musikalische Oppositionskultur durch die Reibung an den politischen Verhältnissen der DDR entstand und warum sie nach dem Mauerfall ihre identitätsstiftende Funktion verlor.

  • Politischer und musikalischer Werdegang von Rex Joswig
  • Die Rolle von Punk als Ventilfunktion in der DDR
  • Rezeption des Songs „Bakschischrepublik“ als Wendehymne
  • Zusammenhang zwischen politischem Systemwechsel und dem Niedergang der Punk-Subkultur

Auszug aus dem Buch

2.2. Berliner Zeit

Nach dem Jahr in der Oberlausitz ging Joswig neunzehnjährig nach Berlin. Joswig wörtlich: „der einzigen Stadt in der man leben konnte“. In einem Bulgarienurlaub hatte er Berliner kennengelernt, die er inspirierend fand, zudem hatte seine Freundin einen Onkel in Berlin. Dieser Onkel, „ein hohes Tier in der Bekleidungsbranche“ hatte eine Wohnung in einem Hochhaus an der Jannowitzbrücke, die er gerade nicht benötigte und die er den beiden zur Verfügung stellte. Am Morgen des 07. Oktobers wurde er hier von Panzern der Militärparade zum Tag der Republik geweckt, damals dachte er schon, der dritte Weltkrieg wäre ausgebrochen. Im Winter 1981/82 besetzte er eine leerstehende Wohnung in der Prenzlauer Allee. Nachts stahl er dann Kohlen, weil er nicht an die damals üblichen Kohlenkarten kam. Er fand einen Job bei der Volkssolidarität. Er klopfte dann verschiedene Szenen ab, besonders beeindruckend fand er den Südstaatenrockkreis, der Riesenpartys in Grünau feierte. Man hatte dort Konföderierten-Flaggen, Jim Beam und hörte „Lynyrd Skynyrd“ and „The Outlaws“.

Ab 1984 begann sein Einstieg ins Musikgeschäft. Er wurde Techniker bei Hermann Naehring und konnte damit den begehrten Status eines Freiberuflers erlangen. Naehring war zu der Zeit sehr umtriebig und meist als Jazzmusiker unterwegs. „Der Jazz war eine Möglichkeit in der DDR an einer Konfrontation teilzuhaben und hatte etwas Verschwörerisches.“ Auf einem Jazzfestival in Leipzig lernte Joswig James Blood Ulmer persönlich kennen und sprach mit ihm eine Stunde über Blues und dessen Jazzrichtung „No wave“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von „Herbst in Peking“ als Vertreter der DDR-Punkbewegung heraus und formuliert die These der „Ventilfunktion“ von Punk als Oppositionskultur.

2. Werdegang Rex Joswig: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Joswigs nach, von seinen frühen musikalischen Prägungen in Neubrandenburg über seine Berliner Zeit bis zur Gründung der Band.

3. Der Song „Bakschischrepublik“ als Wendehymne - Rezeption: Das Kapitel analysiert die Rolle des Songs als Soundtrack des Untergangs der DDR und beleuchtet die Reaktionen auf das Bandverbot.

4. „Keinen Feind mehr, keine Orientierung“ – Kontextualisierung und Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass mit dem Ende des politischen Gegners auch die Grundlage für den systemkritischen Punk entfiel, was zum Niedergang vieler Bands führte.

Schlüsselwörter

DDR-Punk, Rex Joswig, Herbst in Peking, Bakschischrepublik, Oppositionskultur, Wendezeit, Ventilfunktion, Identitätsfindung, DT64, Jugendkultur, Systemkritik, Mauerfall, Musikgeschichte, Subkultur, Ostdeutschland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Bedeutungsverlust der Punkmusik in der DDR nach der Wiedervereinigung, insbesondere am Beispiel des Musikers Rex Joswig.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die musikalische Oppositionskultur, die Identitätsstiftung durch Punk in der DDR sowie der Einfluss des Systemwechsels auf die Existenzgrundlage dieser Subkultur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit möchte aufzeigen, wie die politische Situation in der DDR Rex Joswig und andere Musiker prägte und warum die Punk-Protestkultur nach dem Fall der Mauer ihre Wirksamkeit verlor.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine qualitative Analyse durchgeführt, die primär auf einem ausführlichen Interview mit Rex Joswig sowie auf ergänzenden Presseberichten, Videos und Texten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in den persönlichen Werdegang von Rex Joswig, die Analyse des Songs „Bakschischrepublik“ als Wendehymne und eine kontextuelle Einordnung der Punk-Szene nach der Wende.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie DDR-Punk, Identitätsstiftung, Oppositionskultur und Wendezeit stehen im Mittelpunkt.

Wie wichtig war der Song „Bakschischrepublik“ für die Zeit?

Der Song gilt als Wendehymne der DDR-Rockszene und spiegelt die Stimmung sowie den Protest der damaligen Jugend gegenüber der SED-Diktatur wider.

Warum zerbrach die Band Herbst in Peking nach der Wende?

Wie Joswig berichtet, zerbrach die Freundschaft der Bandmitglieder bereits im Oktober 1989, da nicht alle Mitglieder bereit waren, in den Westen zu gehen.

Was bedeutet die im Text erwähnte „Ventilfunktion“?

Die Ventilfunktion beschreibt die Theorie, dass Punkmusik für die DDR-Jugend als notwendiges Ausdrucksmittel für Frust und Opposition gegenüber den staatlich vorgegebenen kulturellen Normen diente.

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Details

Titel
Bedeutungsverlust der DDR-Punkmusik als Mittel politischer Identitätsfindung in Ostdeutschland
Untertitel
Fallbeispiel: Rex Joswig mit der Band Herbst in Peking
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Department für Medien- und Kommunikationswissenschaften)
Note
1,0
Autor
Dipl.Kfm.(FH) Guido Plonski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V182481
ISBN (eBook)
9783656066170
ISBN (Buch)
9783656084655
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rex Joswig Herbst in Peking DDR Punkmusik politische Identitätsfindung in Ostdeutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl.Kfm.(FH) Guido Plonski (Autor:in), 2011, Bedeutungsverlust der DDR-Punkmusik als Mittel politischer Identitätsfindung in Ostdeutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182481
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Leseprobe aus  17  Seiten
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