Die Lebensphase der Jugend hält für den jungen Menschen einige Entwicklungsaufgaben bereit, die es zu bewältigen gilt. Da wäre zum Beispiel die Abnabelung vom Elternhaus, die Auseinandersetzung mit der Berufswahl und der darauf folgenden Ausbildung oder der erste intensivere Kontakt mit dem anderen Geschlecht, bzw. die sexuelle Orientierung. Am Ende einer solcher Kette von Konflikte soll dann die Ich - Identität herausgebildet sein. Bis es aber soweit kommt, muss ein Weg gefunden werden, diese Konflikte zu bewältigen. Zunächst bedeutet dieses für den Jugendlichen allerdings eine gewisse Desorientierung. Die peer - groups stellen einen entscheidenden Faktor dar, möglich Probleme aufzuarbeiten.
Wie entstehen nun solche peer-groups und wie stark nehmen sie tatsächlich Einfluss auf die Entwicklung und Identitätsfindung eines Jugendlichen?
Inhaltsverzeichnis
1. Inhaltsangabe
2. Einleitung
3. Definition: „peer – groups“
4. Entstehung und Struktur
4.1 Jugendliche Subkulturen - abweichende Normen und Werte
5. Funktion und Wirkung von peer-groups
6. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung von Peer-Groups innerhalb der Sozialisationsphase Jugendlicher. Dabei wird analysiert, wie diese Gruppen zur Identitätsfindung beitragen, welche Rolle sie bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben spielen und in welchem Verhältnis sie zur elterlichen Erziehung sowie gesellschaftlichen Normen stehen.
- Sozialisationsrelevanz von Peer-Groups für Jugendliche
- Entstehungsprozesse und strukturelle Merkmale von Cliquen
- Bedeutung abweichender Normen und Werte in Subkulturen
- Die Funktion von Peer-Beziehungen zur Ich-Identitätsbildung
- Spannungsfeld zwischen elterlicher Bindung und Autonomiebestreben
Auszug aus dem Buch
4. Entstehung und Struktur
Peer-groups bilden sich an Orten bzw. Institutionen, an denen Jugendliche lebenslaufbedingt zusammengeführt werden. Dieses geschieht dann meist in der Nachbarschaft, während der Ausbildung oder an Schulen. Ethnische und rassische Herkunft, sowie soziale Schichtzugehörigkeit und Statussymbole sind für die Jugendlichen von großer Bedeutung, sodass man davon sprechen kann, dass peer groups die soziale Zuordnung der Gesellschaft spiegeln. „Die jugendlichen peer groups reproduzieren also die Standards der sozialen Klassen, der sie angehören.“
Da verschiedene Gruppen verschiedene Zugehörigkeitsmerkmale bieten, sind diese eine der wesentlichen Orientierungspunkte für die Persönlichkeitsentwicklung des Jugendlichen. Abhängig von der momentanen Lebenslage oder der Interessengebiete besteht die Möglichkeit sich kleineren, eher lockeren Grüppchen anzuschließen oder auch sich festen Gefügen wie z.B. einer Jugendbande anzuschließen. Wobei hier die Gefahr besteht, dass die immense Prägekraft solcher Banden abweichende soziale Verhaltensweisen hervorrufen kann. Es kann zu erhöhter Gewaltbereitschaft, dem Konsum illegaler Drogen oder Kriminalität führen.
Situationsspezifische Bedürfnisse sind oft Auslöser für die Bildung einer neuen Gruppe, welche auch für die innere Struktur und deren Lebensdauer verantwortlich sind. Sind es also bestimmte Anlässe, wie z.B. das Erlangen des Schulabschlusses und die mit sich bringenden Probleme, so kann es zur Auflösung dieser Gruppe direkt nach Abgang von der Schule kommen, denn nun wird in dieser Hinsicht die Unterstützung der Gruppe nicht mehr benötigt. Innerhalb einer Gruppe werden selbst aufgestellte soziale Regeln eingeübt. Diese müssen von allen Mitgliedern akzeptiert sein. So werden Gemeinsamkeiten erkannt und anerkannt. Konflikte müssen gelöst und sein Gegenüber respektiert werden. Dadurch, dass in einer solchen Gruppe ein eigenes soziales Feld entwickelt wird, findet eine klare Abgrenzung zur übrigen sozialen Umwelt und anderen Jugendlichen statt. Die Identität des Jugendlichen wird somit gestärkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Inhaltsangabe: Listet die thematische Gliederung der Arbeit auf.
2. Einleitung: Führt in die Entwicklungsaufgaben des Jugendalters ein und benennt Peer-Groups als entscheidenden Faktor für die Identitätsfindung.
3. Definition: „peer – groups“: Erläutert den Begriff der Peer-Group und beschreibt die sozialgeschichtliche Entwicklung von altersheterogenen zu altershomogenen Sozialisationsgruppen.
4. Entstehung und Struktur: Untersucht die Orte der Entstehung von Peer-Groups und die Bedeutung von Gruppenzugehörigkeit für die Persönlichkeitsentwicklung sowie die interne Regelbildung.
4.1 Jugendliche Subkulturen - abweichende Normen und Werte: Analysiert, wie Jugendliche durch Subkulturen eigene Normen hervorbringen und sich von der Erwachsenenwelt abgrenzen.
5. Funktion und Wirkung von peer-groups: Erörtert die emotionale Rolle von Peer-Beziehungen für die personale Autonomie und die Verarbeitung von Identitätskrisen.
6. Zusammenfassung: Fasst die Rolle der Peer-Group als Unterstützer bei der Ich-Findung und kritischen Auseinandersetzung mit der Gesellschaft zusammen.
Schlüsselwörter
Sozialisation, Jugendalter, Peer-Group, Clique, Identitätsfindung, Entwicklungsaufgaben, Subkultur, Normen, Werte, Autonomie, Sozialisationsdefizite, Jugendforschung, Ich-Identität, Gruppenprozesse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Peer-Groups für die Sozialisation von Jugendlichen und deren Einfluss auf den Entwicklungsprozess hin zu einer eigenständigen Identität.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Entstehung und Struktur von Jugendcliquen, der Einfluss von Peer-Groups auf die Persönlichkeitsentwicklung sowie das Verhältnis zwischen Jugendlichen und der Erwachsenenwelt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Stellenwert von Peer-Groups bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben im Jugendalter kritisch zu beleuchten und deren Funktion für die Identitätsfindung herauszuarbeiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und Literaturarbeit, in der Erkenntnisse aus der Jugendforschung (u.a. von Baacke, Hurrelmann, Schwonke) zusammengefügt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Peer-Groups, die Untersuchung ihrer Entstehungsorte, die Analyse von jugendlichen Subkulturen sowie die Beschreibung der Funktionen, die diese Gruppen für das jugendliche Individuum erfüllen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Sozialisation, Peer-Group, Identitätsfindung, Jugendalter, Subkultur und Autonomie bilden die wesentlichen Eckpfeiler der Untersuchung.
Inwiefern beeinflusst das Elternhaus weiterhin das Verhalten in Peer-Groups?
Obwohl sich Jugendliche in Richtung der Peer-Group abnabeln, bleiben familiäre Prägungen und die emotionale Bindung an das Elternhaus bestehen und beeinflussen die Rolle, die ein Jugendlicher innerhalb seiner Clique einnimmt.
Was unterscheidet „normale“ Peer-Groups von „jugendlichen Subkulturen“?
Während allgemeine Peer-Groups oft den Standards der Gesellschaft folgen, bilden Subkulturen explizit konträre Verhaltensmuster oder Werte, um einen deutlichen Widerstand gegen die Erwachsenenwelt auszudrücken.
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- Carsten Rauer (Author), 2001, Bedeutung von 'peer-groups' in der Sozialisation Jugendlicher, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18257