Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics - German Studies

Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht

Title: Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 18 Pages , Grade: 12

Autor:in: Mareike Müller (Author)

Didactics - German Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

1. Einleitung

„Jeder wird aus der Alltagserfahrung die Gedächtniswirksamkeit des eigenen Handelns gegenüber Formen bloß verbaler Kenntnisvermittlung kennen und die Plausibilität einer [...] Untersuchung der American Audiovisuell Society über menschliche Behaltensleistungen bestätigen können: Danach behalten wir 20% von dem, was wir hören, 30% von dem, was wir sehen, 80% von wem, was wir selber formulieren können und 90% von dem, was wir selber tun“ . Wie kann es dann sein, dass sich in der Realität der „Methodenpraxis im Schulalltag“ das eindeutige und ernüchternde Bild abzeichnet, „dass die traditionelle Monopolstellung des Frontalunterrichts ungebrochen ist“ und „drei Viertel der Zeit des Frontalunterrichts mit dem jedermann vertrauten Frage-und-Antwort-Spiel zwischen Lehrer und Schülern zugebracht wird“ , bei dem die Schülerinnen und Schüler zum Großteil inaktiv sind, nichts selber tun bzw. produzieren und somit nicht die nach der Untersuchung der American Audiovisuell Society bestmögliche Kenntnisvermittlung nutzen? Hilbert Meyer bemerkt, dass im alltäglichen Unterricht „eine unausgewogene Bevorzugung von Sozialformen und Handlungsmustern mit hoher Lehrerlenkung“ stattfindet. Ernüchternd ist diese „methodische Monostruktur des Unterrichts“ nicht nur wegen ihrer massiven zahlenmäßigen Ausprägung (gegenüber dem Frontalunterricht mit einer Durchschnittshäufigkeit von 76,86 % liegt z.B. der Anteil von Gruppenunterricht laut oben genannter Studie bei nur 7,43 % ), sondern auch und vor allem, weil sie „in auffälligem Widerspruch zur Buntscheckigkeit und Vielfalt der in Theorie und Praxis bekannten und auch methodisch aufbereiteten Handlungsmuster steht“ ; das bedeutet, dass die für einen schülerorientierten Unterricht erforderlichen Methoden und Sozialformen in der Theorie zwar gegeben sind, in der Praxis jedoch immer noch kaum angewandt werden. Eine dieser Methoden, den handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht möchte ich in den folgenden Kapiteln genauer beleuchten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht

2.1 Definition

2.2 Die Geschichte des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts

2.3 Grundprinzipien und Legitimation

2.3.1 Selbsttätigkeit und entdeckendes Lernen

2.3.2 Motivation

2.3.3 Imagination

2.3.4 Fremdverstehen und Perspektivenübernahme

2.3.5 Individuelle Bezugsnormierung

2.3.6 Beteiligung aller Schülerinnen und Schüler

3. Methodische Aspekte

3.1 Was muss man bei der Vorbereitung beachten

3.2 Wie geht man mit der Schülerproduktion um?

3.3 Bewertung der Schülerproduktion

4. Formen des handlungs- und produktionsorientierten Umgangs mit Texten

4.1 Lyrik

4.2 Epische Texte und Dramen

5. Schlussgedanke: Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht in der Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht als schülerzentrierte Alternative zum traditionellen Frontalunterricht theoretisch zu fundieren und methodisch zu erläutern. Dabei wird untersucht, wie durch aktive Produktionsprozesse die kognitive Auseinandersetzung mit Literatur intensiviert und ein ganzheitlicher Lernerfolg gefördert werden kann.

  • Historische Herleitung und theoretische Grundlagen des Konzepts
  • Zentrale Prinzipien wie Selbsttätigkeit, Motivation und Perspektivenübernahme
  • Methodische Anforderungen an Vorbereitung und Durchführung
  • Kriterien für die Beurteilung von Schülerproduktionen
  • Praktische Anwendungsformen in Lyrik, Epik und Dramatik

Auszug aus dem Buch

2.1 Definition

Um uns diesem relativ jungen Konzept der Didaktik aus den 80er Jahren zu nähern, wollen wir seine beiden wesentlichen Komponenten heranziehen. Die Idee des Handelns impliziert aktives Tätigsein im Hinblick auf ein bestimmtes Ziel. Dazu kommt die zweite Komponente, nämlich die Produktion. Das bezieht sich darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur nachvollziehen und nachbilden, sondern gleichzeitig eigene Texte schaffen und selbst kreativ gestalten. Beim Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler folglich nicht nur rezeptiv und analysierend, bzw. interpretierend mit Literatur, sondern sie sind selbst aktiv. Es werden Aufgaben formuliert und Handlungen intendiert, in denen in vorwiegend künstlerische Ausdrucksformen schreibend, gestaltend, musizierend, im szenischen Spiel auf einen Text geantwortet und die eigene Texterfahrung allein oder in der Gruppe verarbeitet wird.

Dennoch stehen der handlungs- und produktionsorientierter Umgang mit Texten und die Analyse sowie die Interpretation in einer engen Verbindung zueinander, denn „die Verfahren, für die wir eintreten, wollen immer beides: mit einem Text etwas tun und über den Text nachdenken, wobei das eine vom anderen nicht immer klar zu trennen ist, da sich Einsichten in ein Kunstwerk manchmal schon durch das Handeln mit ihm ergeben.“ Die traditionelle Textanalyse- und Interpretation im Frontalunterricht bzw. im gelenkten Unterrichtsgespräch wird also durch alternative Formen des Interpretierens und Analysieren ergänzt. Eine handlungs- und produktionsorientierte Unterrichtsgestaltung zielt auf eine ganzheitliche schüleraktive Form der Wissensvermittlung ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtung der ineffizienten Monostruktur des Frontalunterrichts und Einführung in das Konzept als Alternative.

2. Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht: Definition der Grundbegriffe und Darstellung der historischen Entwicklung sowie der pädagogischen Grundprinzipien.

3. Methodische Aspekte: Anleitung zur funktionalen Unterrichtsvorbereitung, Umgang mit Schülerproduktionen und Klärung der Bewertungsfragen.

4. Formen des handlungs- und produktionsorientierten Umgangs mit Texten: Exemplarische Vorstellung praktischer Verfahrensweisen für die Gattungen Lyrik, Epik und Dramatik.

5. Schlussgedanke: Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht in der Diskussion: Kritische Reflexion des Ansatzes unter Berücksichtigung von Zeitaufwand und notwendiger methodischer Vielfalt.

Schlüsselwörter

Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht, Schülerzentrierung, Kreativität, Textanalyse, Imagination, Perspektivenübernahme, Motivation, Selbsttätigkeit, Ganzheitlicher Lernerfolg, Didaktik, Literaturdidaktik, Schülerproduktion, Unterrichtsmethoden, Kompetenzentwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit einem didaktischen Konzept, das den Literaturunterricht aktiver gestaltet, indem Schülerinnen und Schüler eigene Texte produzieren oder handelnd auf Literatur reagieren.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Neben den theoretischen Grundlagen stehen die praktische Umsetzung, die methodischen Anforderungen an Lehrkräfte sowie die Kriterien der Leistungsbewertung im Fokus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein schüleraktiver Unterricht motivierende Lernprozesse auslösen und das Textverstehen durch eine Verbindung von Analyse und Produktion vertiefen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf didaktischer Fachliteratur (u.a. Spinner, Haas, Waldmann) basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Erläuterung methodischer Aspekte und die Vorstellung konkreter Arbeitsformen für Lyrik, Epik und Dramen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen Handlungs- und Produktionsorientierung, Kreativität, Motivation, Schüleraktivierung und fachdidaktische Methoden.

Wie gehen Lehrkräfte mit den Ergebnissen der Schülerproduktionen um?

Die Arbeit betont, dass diese Produktionen reflektiert und gewürdigt werden müssen, wobei sie nicht am Maßstab professioneller Literatur, sondern am individuellen Lernfortschritt gemessen werden sollten.

Welches praktische Beispiel wird für Lyrik angeführt?

Es wird das "Füllen von Leerstellen" am Beispiel eines Gedichts von Imants Ziedonis beschrieben, um kreative Zugänge zur Lyrik zu verdeutlichen.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht
College
University of Marburg
Grade
12
Author
Mareike Müller (Author)
Publication Year
2010
Pages
18
Catalog Number
V182710
ISBN (eBook)
9783656064145
ISBN (Book)
9783656064169
Language
German
Tags
handlungs- literaturunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mareike Müller (Author), 2010, Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182710
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint