Exkursionsbericht Landeskunde Hohenlohe


Seminararbeit, 2011

25 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Grundsätzliches zur geographischen Lage der Hohenloher Ebene

2. Standort: Waldenburg
2.1 Die Stadt und ihre Geschichte
2.2 Geologie und Morphologie
2.3 Flächennutzung
2.4 Flurformen und Siedlungsstrukturen

3. Standort: Schwäbisch Hall
3.1 Stadtgeschichte und Baugeschichte am Beispiel des Marktplatzes
3.2 Der Schwäbisch Haller Markt
3.3 Solewinnung und Salzhandel
3.4 Katharinenvorstadt und Kocher-Arkaden

4. Standort Künzelsau

5. Standort: Ingelfingen

6. Standort: Krautheim

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Grundsätzliches zur geographischen Lage der Hohenloher Ebene

Auf dem Weg von Ludwigsburg nach Waldenburg führt uns unsere Fahrt auf der Autobahn A6 bereits entlang einer gut sichtbaren Schichtstufe, die sich in einem größeren Zusammenhang den Keuperwaldbergen zuordnen lässt. An dieser Stelle soll auch die dortige Hangnutzung kurz beschrieben werden, wobei deutlich zu erkennen war, dass die der Sonne zugewandten Hänge für den Weinanbau genutzt werden, während die der Sonne abgewandten Seiten stark bewaldet sind und kaum wirtschaftlich genutzt werden können.

Bei Öhringen öffnet sich dann ein so genanntes „geographisches Fenster“, durch das bereits einige Schichtlagen des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes auszumachen sind. Nach ersten Einschätzungen müsste es sich bei dem Anschnitt um Muschelkalk und Lettenkeuper handeln. Ein Blick auf das geographische Blockbild der Hohenloher Ebene bestätigt diese Annahme, da auf Höhe der Autobahn die eben genannten Schichten anstehen dürften.1

Im Folgenden sollen kurz die angesprochene Schichtenfolge aufgezeigt werden, da sie für die weiteren Ausführungen zur Exkursion grundlegend ist:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Stufenfolge der Hohenloher Ebene

2.1 Die Stadt und ihre Geschichte

In Waldenburg angekommen, imponiert der großartige Ausblick über die Hohenloher Ebene, den man von der großen Festungsanlagen der Stadt aus genießen kann. Waldenburg besitzt eine außergewöhnliche Spornlage, die nur noch eine sehr schmale Verbindung zur Hauptstufe, der Kieselsandsteinstufe, aufweist. Die mittelalterliche Stadtanlage mit Schloss ist noch gut erhalten und lässt vermuten, dass Waldenburg einst ein optimaler Herrscherstandort gewesen sein muss.2

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Waldenburg mit Stadtanalage

Von der Toranlage aus schweift der Blick über auf die anderen Sporne, die etwas nördlicher gelegen sind. An dieser Stelle fällt auch die starke Zerfurchung und Erosion der Landschaft auf, durch die die Vorsprünge erst entstanden sind.

Das Alter von Waldenburg lässt sich durch besondere architektonische Merkmale der Stadt vermuten. Neben der zentral gelegenen Kirche weist auch die Verwendung von so genannten Buckelquadern auf die Staufferzeit hin. Die Zeit vom 12. bis ins 13. Jahrhundert, die von dem württembergischen Adelsgeschlecht erheblich mitbesttimt wurde, lässt sich als entscheidende Phase der Städtegründung bestimmen.

Tatsächlich wurde die Burg 1253 das erste Mal urkundlich erwähnt und entwickelte sich im 13. und 14. Jahrhundert zu einer Stadt, die mit der hohenlohischen Landesteilung 1553 zur Residenz der Grafen und späteren Fürsten von HohenloheWaldenburg wurde.3 Typisch für diese Zeit war auch die Verwendung der anstehenden Gesteinsschichten als Baumaterialien. Davon zeugen verschiedene Gebäude, die aus lokalem Schilfsandstein und Stubensandstein aus den benachbarten Keuperbergen errichtet wurden.

Warum gerade an dieser Stelle im Mittelalter eine Burg gebaut wurde, lässt sich anhand verschiedener Merkmale beantworten: Wie oben kurz angeschnitten, bietet die Spornlage einerseits einen guten Ausblick, bei dem die Herrscher nahende Feinde frühzeitig bemerken und auch wichtige Handelsrouten (z.B. in Richtung Nürnberg), die entlang der Keuperschichtstufe verliefen, in gewissem Maße kontrollieren und nutzen konnten. Andererseits befindet sich der Burgstandort an einer naturräumlichen Grenze, die für den Austausch und Handel zwischen den einzelnen Landräumen von großer strategischer und logistischer Bedeutung gewesen sein muss.

Von unserem Standpunkt an der Stadtmauer aus können neben den städtischen Aspekten auch noch verschiedene andere Themen betrachtet werden: Neben den geologischen und morphologischen Eindrücken gilt es nun auch die Flächennutzung sowie die verschiedenartige Siedlungsstrukturen auszumachen und zu charakterisieren.

2.2 Geologie und Morphologie

Die Hohenloher Ebene ist ein Teil des Südwestdeutschen Schichtstufenlands und gehört zur Triaslandschaft. Das sanft gewellte Relief der Ebene ist durch die lineare Erosion der Fließgewässer Kocher und Jagst stark zerlappt und zerfurcht. Die Wechsellagerung von härteren und weicheren Gesteinsschichten führt zu einer unterschiedlich starken Abtragung der Schichten und lässt enge Taleinschnitte entstehen. Die drei Hauptstufen werden durch die Sandsteinschichten gebildet. Besonders die Mergel-Schichten unter dem Kieselsandstein lassen sich dabei leichter ausräumen. Die Waldenburger Berge bilden eine Kette von Zeugenbergen und prägen das Landschaftsbild.4

Betrachtet man einen geologischen Aufriss, wird der anstehende Muschelkalk noch von dünneren Lettenkeuperschichten bedeckt.5

2.3 Flächennutzung

Die Flächennutzung der Hohenloher Ebene wird heute in erster Linie durch Industrie und Gewerbe bestimmt. Trotzdem spielt auch die landwirtschaftliche Nutzung der Ebene nach wie vor eine wichtige Rolle.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Blick auf die Hohenloher Ebene

Landwirtschaftliche Nutzung

Vom Aussichtspunkt aus lassen sich mit Blick auf die Ebene vor allem Ackerbaukulturen und Anbauprodukte wie Getreide (z.B. Weizen, Gerste, Hafer, Mais) und Sonderkulturen (z.B. Sonnenblumen) ausmachen. Im Hangbereich befinden sich im Gegensatz dazu eher Weide- und Grünland. Eine intensive agrarwirtschaftliche Nutzung der Fläche lässt auf einen sehr fruchtbaren Boden und günstige klimatische Bedingungen schließen. Diesen Eindruck bestätigt die Geologie. Wie oben bereits erwähnt, folgt auf die untere Muschelkalkschicht noch eine dünne Lettenkeuper-Auflage. Diese tonhaltige Schicht dient für die Pflanzen als Wasserspeicher und versorgt die Anbauprodukte mit den wichtigsten Mineralien als Nährstoffe für ihr Wachstum. Daneben hilft die Unterlage aus Muschelkalk den pH- Wert neutral zu halten, so dass die Nährstoffe gut aufgenommen werden können.

Zusammenfassend kann die Hohenloher Ebene als landwirtschaftlicher und ackerbaulicher Gunstraum beschrieben werden. Früher wie heute dient dieser Landschaftsraum auch als Kornkammer für die verschiedenen Ballungsräume.

Industrielle und gewerbliche Nutzung

In den letzten 20 Jahren hat sich der Schwerpunkt der Flächennutuzung eher zu Gunsten der Industrie und des Gewerbes verschoben.

Mit Blick auf den Gewerbepark Hohenlohe lassen sich einige Firmen ausmachen, die sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten entlang der Autobahn A6 angesiedelt haben, die als europäische Transversale Ost und West verbindet. Im Folgenden sollen einige Beispiel bennant werden:

Bereits seit den 1950ern Jahren hat das Unternehmen Gebhardt seinen Sitz auf der Hohenloher Ebene. Nachdem die ehemals in Stuttgart ansässige Firma im Krieg zerbombt wurde, fand sie im Kochertal einen sicheren Standort für einen Neuanfang. Als das Platzangebot mit der Zeit im Tal sehr begrenzt wurde, entscheid sich das Unternehmen für einen Ortswechsel auf die Hohenloher Ebene. Nach dem Bau der A6 erwies sich diese Entscheidung für die Ventilatorenfirma als großes Glück, da sie nun neben der guten Verkehrsanbindung auch durch den partnerschaftlichen Austausch mit den anderen Firmen einen Aufschwung erlebte.

Ein ähnliches Schicksal teilt die Firma Ziel-Abegg, die dem zerstörten Berlin den Rücken kehrte. Als Schutz vor Bombenangriffen wählte sich die Firma den ländlichen Raum als sicheren Produktionsstandort aus. Mitausschlaggebend war auch das Angebot der schwäbischen Firma Stah l, die Ziel-Abegg erst mobilisierte nach Künzelsau zu kommen um sie dort mit ihren Ventilatoren zu belifern.6

Von dort aus stieß Ziel-Abegg eine Clusterdynamik an, die zur weltweit größten Dichte an Ventilatorenherstellern führen sollte: Mitte der 50er Jahre gelang dem Unternehmen mit der Erfindung der auf dem Außenläufermotor basierenden Ventilatoren für Raumlufttechnik ein Durchbruch. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten entstanden durch die Ausgründung zahlreicher Ventilatorenherstellern ein Aufschwung, der bis heute noch nicht nachgelassen hat. An der Spitze dieser Branche steht heute die Firma ebm-papst, die insgesamt 2.600 Mitarbeiter beschäftigt und bereits das Niveau eines Weltmarktführers erreicht hat. In den vergangenen Jahren ist der Cluster noch einmal um mehrer 1.000 Beschäftigte gewachsen.7

Das Modell der Clusterbildung wird als typisch für die Region Hohenlohe und Franken angesehen, was sich zu einem späteren Zeitpunkt dieser Arbeit noch einmal am Beispiel der Firma Würth aufzeigen lässt.

Zu diesem Zeitpunnkt lässt sich also festhalten, dass die heute dominierende Industrie, entlang der A6 und im Kocher- und Jagsttal gelegen, prägend für die Region Hohenlohe ist. Dabei nimmt die Zahl der Industriebeschäftigung im Raum immer weiter zu und die Arbeitslosigkeit tendiert gegen Null. Andererseits ist das Potential an einheimischen Arbeitskräften so gut wie erschöpft, was zum Teil einen Fachkräftemangel zur Folge hat.

2.4 Flurformen und Siedlungsstrukturen

Betrachtet man die Flur- und Sieldungsstrukturen, sind kleinere Siedlungstypen, wie Einzelhofsiedlungen und Weiler dominierend. Das Landschaftsbild wird in erster Linie durch verschiedene Gehöftformen und andere Typen bauerlichen Anwesens geprägt, wobei mehrere zusammengelegte Einzelhofsiedlungen charakteristisch für diese Gegend sind.8 Die landwirtschaftlichen Hauptbetriebsformen können dabei auf Futterbau und Marktfruchtbetriebe beschränkt werden.9

[...]


1 Vgl. Burkhardt (u.a.) (1998), S.227.

2 Vgl. Bauer (1986), S.125.

3 Vgl. Bauer (u.a.) (1986), S.125.

4 Vgl. Gradmann (1931), S. 273 und Burkhardt (u.a.) (1988), S. 227.

5 Vgl. Ebd.

6 Vgl. Kirchner (2009), S.24ff.

7 Vgl. Kirchner (2009), S. 24ff.

8 Vgl. Schöck/Schöck (1982), S.29.

9 Vgl. Borcherdt (1986), S.65.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Exkursionsbericht Landeskunde Hohenlohe
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
25
Katalognummer
V182724
ISBN (eBook)
9783656079606
ISBN (Buch)
9783656079842
Dateigröße
17268 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
exkursionsbericht, landeskunde, hohenlohe
Arbeit zitieren
Katrin O. (Autor), 2011, Exkursionsbericht Landeskunde Hohenlohe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182724

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