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Johann Wolfgang Goethe - Prometheus: Destruktion der Götterwelt und prometheische Feier des autonomen Individuums

Title: Johann Wolfgang Goethe - Prometheus: Destruktion der Götterwelt und prometheische Feier des autonomen Individuums

Seminar Paper , 2008 , 13 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Katrin O. (Author)

German Studies - Modern German Literature
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„Es diente zum Zündkraut einer Explosion, welche die geheimsten Verhältnisse würdiger Männer aufdeckte und zur Sprache brachte...“ kommentierte Johann Wolfgang Goethe rückschauend im 15. Buch von „Dichtung und Wahrheit“ die Wirkung der Hymne „Prometheus“.1 Goethe selbst hielt sein dramatisches Fragment sogar lange Zeit unter Verschluss. Nachdem der Monolog zeitweise als verloren galt, tauchte er in Zeiten des Sturm und Drang über Umwege wieder auf. Doch auch zu diesem Zeitpunkt hielt der Dichter, der angespannten politischen Lage wegen, eine Veröffentlichung nicht für ratsam. Dazu schrieb Johann Wolfgang Goethe 1820 an Zelter: „Lasset ja das Manuskript nicht zu offenbar werden, damit es nicht im Druck erscheine. Es käme unserer revolutionären Jugend als Evangelium recht willkommen [..].“ Doch auch gerade der unmittelbar zu spürende antichristliche Charakter der Hymne hielt Goethe womöglich davon ab, einer Veröffentlichung unter seinem Namen zuzustimmen. So wurde der Monolog Prometheus, der in Verbindung mit dem Drama Prometheus. Dramatisches Fragment 1773 entstand, nur anonym veröffentlicht.2
Es scheint sich also zu lohnen, dieses Gedicht, das schon bei seiner ominösen Veröffentlichung 1784 für Kontroversen sorgt, näher zu beleuchten und zu klären, warum es einen so großen Tabubruch darstellte, so dass sich der Autor von seinem Stück derart distanzierte.
Es folgt demnach eine genaue Analyse des Gedichtes unter Berücksichtigung des Entstehungskontextes, des mythologischen Hintergrunds, des ideengeschichtlichen Aspektes und der Einordnung in die Ideenwelt des Sturm und Drang.
Vorweg kann jedoch schon angemerkt werden, dass das Ergebnis dieser Arbeit keine konkrete, sich auf ihre Richtigkeit berufende These sein wird. Vielmehr steht die Betrachtung des Gedichtes als ‚Gesamtkomplex’ im Vordergrund, um es in seiner Aussage nicht zu beschneiden. So ist es auch unvermeidlich, dass einzelne Deutungselemente, Aspekte und Teile der Aufgabenstellung ineinander überfließen und verschmelzen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Analyse der Hymne „Prometheus“

2.1 Der mythologische Hintergrund

2.2 Interpretation des Gedichtes

2.3 Verschiedene Deutungsdimensionen

2.4 Bezug zu den Ideen des Sturm und Drang

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Goethes Hymne „Prometheus“ als zentrales Werk der Sturm-und-Drang-Epoche, wobei der Fokus auf der Emanzipation des Individuums gegenüber göttlicher Autorität und der Rolle des Künstlers als eigenständiger Schöpfer liegt. Die Forschungsfrage widmet sich dabei den Motiven für den Tabubruch des Gedichts und der Analyse seiner komplexen, vielschichtigen Deutungsdimensionen.

  • Mythologische Fundierung und Goethes künstlerische Adaptation der Prometheus-Figur
  • Strukturelle und inhaltliche Interpretation des Monolog-Gedichts
  • Analyse des Emanzipationsprozesses und der Abgrenzung gegenüber dem Vater-Bild
  • Einordnung des Werkes in den Geniegedanken der Epoche Sturm und Drang

Auszug aus dem Buch

Der mythologische Hintergrund

„Das alte Titanengewand schnitt ich mir nach meinem Wuchse zu“

Zunächst kann festgehalten werden, dass Goethe tatsächlich einige Änderungen des antiken Stoffs vorgenommen hat. So soll Prometheus nicht länger als der Sohn des Titanen Iapetos gelten, sondern wird scheinbar zum Sohn des Zeus gemacht, um so den Anspruch eines Titanen zu verlieren.

Schon in der griechischen Mythologie erscheint Prometheus als Rebell und Quertreiber. Hierzu kann kurz Folgendes berichtet werden:

Als Zeus den Menschen das Feuer vorenthielt, stahl Prometheus es im Olymp, brachte es auf die Erde und verlieh den Menschen somit Wärme, Fortschritt und Kultur und bescherte ihnen auch die Unabhängigkeit vom Wohlwollen der Götter. Doch dafür wurde er hart bestraft: Zeus ließ ihn, dem Mythos nach, an einen Felsen ketten, und ein Adler zernagte jeden Tag aufs Neue seine Leber, die über Nacht immer wieder nachwuchs. Anderen Sagen nach schuf Prometheus die Menschen, was auch in der Hymne die tragende Aufgabe des Prometheus darstellt.

Wie Prometheus, dem Mythos nach, den Menschen half, sich von den Göttern zu lösen, versucht er im Gedicht selbst diesen Schritt zu gehen und sich von ihnen loszusagen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Entstehungskontext des Gedichts und thematisiert Goethes anfängliche Distanzierung und die anonyme Veröffentlichung aufgrund der revolutionären und antichristlichen Implikationen.

2. Analyse der Hymne „Prometheus“: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte Untersuchung des Textes, angefangen bei den mythologischen Ursprüngen über eine tiefgreifende Interpretation des lyrischen Ichs bis hin zur Einbettung in die geschichtsphilosophischen und ideellen Kontexte des Sturm und Drang.

3. Schluss: Das Schlusskapitel resümiert, dass das Gedicht durch seine Komplexität keinen einheitlichen Interpretationsansatz zulässt, sondern als ein zeitloses Spiegelbild menschlicher Emanzipation und der Suche nach Autonomie fungiert.

Schlüsselwörter

Prometheus, Johann Wolfgang von Goethe, Sturm und Drang, Lyrik, Emanzipation, Mythologie, Geniegedanke, Autonomie, Schöpferkraft, Monolog, Individuum, Rollengedicht, Literaturanalyse, Revolte, Antike.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Johann Wolfgang Goethes berühmte Hymne „Prometheus“ unter Berücksichtigung ihrer Entstehungsgeschichte, ihrer mythologischen Grundlagen und ihrer zentralen Bedeutung innerhalb der Sturm-und-Drang-Epoche.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Arbeit behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die Loslösung des Individuums von göttlichen Autoritäten, das Konzept des schöpferischen Genies, die Vater-Sohn-Konstellation sowie die literarische Umsetzung von Autonomie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die vielschichtige Struktur des Gedichts zu durchdringen, die Gründe für den ursprünglichen Tabubruch zu klären und aufzuzeigen, wie Goethe das Prometheus-Motiv nutzt, um das moderne, selbstbestimmte Subjekt zu inszenieren.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse durchgeführt, die den Text eng an den Versen interpretiert, dabei den mythologischen und historisch-biografischen Kontext einbezieht und aktuelle Forschungsliteratur zur Einordnung verwendet.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte liegen im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des mythologischen Hintergrunds, eine strophische Interpretation des Gedichts, verschiedene Deutungsdimensionen wie die Vater-Sohn-Problematik sowie die Verknüpfung mit den spezifischen Ideen des Sturm und Drang.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zu den prägenden Begriffen zählen neben Prometheus insbesondere Emanzipation, Geniegedanke, Autonomie, Schöpferkraft, Subjektivität und Revolte.

Warum wird Prometheus im Gedicht als „Sohn des Zeus“ und nicht als Titan dargestellt?

Goethe nimmt diese Änderung vor, um den Prometheus im Gedicht formal vom Anspruch eines Titanen zu lösen und die Konstellation hin zu einer rein persönlichen Vater-Sohn-Rebellion zu verschieben.

Welche Bedeutung kommt dem „heilig glühenden Herzen“ im Kontext der Arbeit zu?

Das „heilig glühende Herz“ fungiert als zentrale Metapher für die eigenständige Schöpferkraft und das Selbstbewusstsein des Individuums, das sich nicht mehr auf göttliche Hilfe verlässt, sondern aus sich selbst heraus wirkt.

Wie wird das „Sitzen“ des Prometheus in der Analyse interpretiert?

Das Sitzen wird einerseits als Ausdruck herrscherlicher Souveränität und Selbstbewusstsein gedeutet, andererseits als symbolische Verweigerungshaltung gegenüber der Außenwelt und der Flucht in die Melancholie.

Inwiefern stellt das Gedicht eine „literarische Revolution“ dar?

Die Arbeit arbeitet heraus, dass das Gedicht durch die bloße Abkehr und die verbale Auflehnung des Individuums gegen Gott eine theoretische Revolution vollzieht, die reale, blutige Konflikte überflüssig macht und das Individuum zum Sieger der Selbstbestimmung erklärt.

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Details

Title
Johann Wolfgang Goethe - Prometheus: Destruktion der Götterwelt und prometheische Feier des autonomen Individuums
College
University of Tubingen
Grade
3,0
Author
Katrin O. (Author)
Publication Year
2008
Pages
13
Catalog Number
V182726
ISBN (eBook)
9783656064428
ISBN (Book)
9783656064268
Language
German
Tags
johann wolfgang goethe prometheus destruktion götterwelt feier individuums
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin O. (Author), 2008, Johann Wolfgang Goethe - Prometheus: Destruktion der Götterwelt und prometheische Feier des autonomen Individuums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182726
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