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Kreativer Umgang mit einem Gedicht - "Augen in der Großstadt" von Kurt Tucholsky (1930)

Titel: Kreativer Umgang mit einem Gedicht - "Augen in der Großstadt" von Kurt Tucholsky (1930)

Unterrichtsentwurf , 2009 , 14 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Katrin O. (Autor:in)

Didaktik - Germanistik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Gedicht „Augen in der Großstadt“ von Kurt Tucholsky lässt sich der Epoche des Expressionismus zuordnen. Mit dem Expressionismus beginnt um 1910 eine Phase der Moderne, die vor allem von der antibürgerlichen Kunst des italienischen Futurismus inspiriert ist.3
Der Expressionismus ist auch eine Phase der sprachlichen Revolution: „Bilder stellen sich quer, die Syntax zerbricht, traditionelle Gattungsformen lösen sich auf.“4 Den Vertretern des Expressionismus war die Angst gemeinsam, dass das Wertesystem der Welt durch die neue Technologisierung und Militärgewalt verfallen könnte. Gegen diese Entwicklung stellen die expressionistischen Dichter eine grelle, ausdrucksstarke, komprimierte und explosive Sprache, die sich oftmals in ungewöhnlicher Syntax und normsprengenden Gedichtsformen manifestiert.5 Die jungen Dichter lebten nicht mehr in kleinen Städten, sondern in den neuen tosenden Großstädten, die zugleich anziehend und abstoßend wirken. So attackieren sie in ihren Werken immer wieder die oft bedrohlich wirkende Großstadt. Ein weiteres wichtiges Motiv des Expressionismus ist neben dem des Verfall und Wahnsinns die Leere und Einsamkeit des Menschen.6

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Allgemeine Pädagogische Situation

1.1 Anthropologische Bedingungen

1.2 Institutionelle Bedingungen

2 Analytischer Teil

2.1 Sachanalyse

2.1.1 Die Epoche des Expressionismus (1910-1925)

2.1.2 Der Autor

2.1.3 Inhaltsangabe

2.1.4 Interpretation

2.1.5 Sprache und Form

2.1.6 Schwerpunkte im Gedicht

2.2 Didaktische Analyse

2.2.1 Bezug zum Bildungsplan

3 Synthetischer Teil

3.1 Kompetenten und Stundenziele

3.1.1 Fachkompetenzen

3.1.2 Personale und soziale Kompetenzen

3.1.3 Methodische Kompetenzen

3.1.4 Stundenziel

3.2 Methodische Planung

3.2.1 Begrüßung

3.2.2 Einstieg

3.2.3 Vertiefung

3.2.4 Erarbeitung

3.2.5 Präsentation

3.2.6 Weiterführung

3.2.7 Verabschiedung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist die Erstellung eines Unterrichtsentwurfs für eine achte Realschulklasse zum Thema „Kreativer Umgang mit einem Gedicht“ am Beispiel von Kurt Tucholskys „Augen in der Großstadt“. Die zentrale Forschungsfrage liegt darin, wie Lernende durch einen produktiv-kreativen Zugang zu lyrischen Texten ein tieferes inhaltliches Verständnis entwickeln und ihre eigene Sichtweise auf die im Gedicht dargestellte Anonymität und Einsamkeit des Großstadtlebens reflektieren können.

  • Analyse des Gedichts „Augen in der Großstadt“ im Kontext des Expressionismus
  • Entwicklung didaktischer Strategien für einen schülerzentrierten Deutschunterricht
  • Förderung der fachlichen und methodischen Kompetenz durch produktive Textarbeit
  • Transfer literarischer Motive auf lebensnahe Situationen und Charaktere
  • Erprobung kreativer Methoden wie der Bildimpulstechnik zur Textnäherung

Auszug aus dem Buch

2.1.4 Interpretation

In dem Gedicht wird in expressionistischer Tradition die Einsamkeit und Distanz beschrieben, die das Großstadtleben bei einem Menschen auslösen kann. Im Verlauf des Gedichts bewegt sich das lyrische Ich zwar zwischen vielen Menschen hindurch, bleibt jedoch in seiner Person unbeachtet und findet keinen Kontakt zu den Mitmenschen. Die immer wiederkehrende Sequenz „Was war das? [...] / vorbei, verweht, nie wieder“ unterstreicht die Vergänglichkeit dieses Moments der Kontaktaufnahme zu einem Mitmenschen, das in den Strophen durch „Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick, / die Braue, Pupillen, die Lider“ ausgedrückt wird. Im Gedicht wird eine alltägliche Situation geschildert (Vgl.: „Wenn du zur Arbeit gehst / am frühen Morgen, / wenn du am Bahnhof stehst / mit deinen Sorgen“), die auf jeden beliebigen Besucher einer Großstadt zutreffen könnte. Durch die Ansprache des Lesers mit „Du“ findet eine Verallgemeinerung statt, die den Leser direkt ansprechen soll, damit er sich mit der dargestellten Situation identifizieren kann. Die meist kurzen Sätze, bzw. Satzfragmente und Ausdrücke wie „kurz“, „nur für Sekunden“, „vorüber“, „einen Pulsschlag lang“ unterstreichen das dynamische und hektische Tempo, das das Gedicht dem Leser vermittelt. Die Anonymität und Isoliertheit des einzelnen Menschen bildet somit die Kernaussage des Gedichtes, die sich sowohl in Tucholskys Biographie als auch zur Zeit des Expressionismus wieder findet. Das lyrische Ich zeigt dem Leser also das Leben in einer Großstadt durch seine Augen, was auch die Überschrift erklärt. Denn jeder, der eine Großstadt betritt, sieht die Geschehnisse durch seine eigenen Augen und empfindet diese Erfahrung dementsprechend auch auf eine andere Weise. Für einen Obdachlosen hält das Stadtleben beispielsweise andere Aspekte bereit als für einen Geschäftsmann oder für einen Touristen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Allgemeine Pädagogische Situation: Beschreibung der Rahmenbedingungen des Tagespraktikums sowie der soziokulturellen Zusammensetzung der Lerngruppe der achten Klasse.

2 Analytischer Teil: Detaillierte sachanalytische Untersuchung des Gedichts inklusive Epochenbezug, Biografie des Autors sowie einer didaktischen Begründung nach dem Bildungsplan.

3 Synthetischer Teil: Ausarbeitung der konkreten Unterrichtsplanung, beginnend bei den Lernzielen bis hin zur methodischen Gestaltung der einzelnen Unterrichtsphasen.

Schlüsselwörter

Kreativer Umgang, Gedichtanalyse, Kurt Tucholsky, Augen in der Großstadt, Expressionismus, Unterrichtsentwurf, Lyrik, Realschule, Großstadtleben, Anonymität, Einsamkeit, Bildungsplan, Produktives Schreiben, Transfer, Literaturdidaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?

Der Entwurf befasst sich mit der Planung einer 45-minütigen Deutschstunde für die achte Klasse, in der das Gedicht „Augen in der Großstadt“ von Kurt Tucholsky kreativ bearbeitet wird.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Arbeit behandelt die Epoche des Expressionismus, die Lyrikanalyse, die Lebenswirklichkeit in Großstädten sowie kreative Methoden der Textarbeit.

Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?

Die Schüler sollen das Gedicht durch eine produktiv-kreative Aufgabenstellung erschließen und lernen, eine Realität aus verschiedenen Perspektiven wahrzunehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine hermeneutische Interpretation im Rahmen einer Sachanalyse durchgeführt, kombiniert mit einer didaktischen Reflexion auf Basis des Bildungsplans.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen analytischen Teil zur Interpretation des Werkes und einen synthetischen Teil, der die methodische Planung des Unterrichts detailliert aufschlüsselt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Kreativer Umgang, Expressionismus, Lyrikdidaktik, Großstadtmotivik und Schülerzentrierung.

Wie werden die Schüler motiviert, sich mit dem Text auseinanderzusetzen?

Durch einen Wortimpuls zu Beginn und die Verwendung von Bildimpulsen (Fotos von Menschen in der Großstadt) wird die Lebenswelt der Schüler direkt angesprochen.

Warum spielt die Perspektive für den Autor eine so große Rolle?

Der Autor betont, dass jeder Mensch eine Großstadt durch seine eigenen Augen sieht; dies soll durch das Ausfüllen des Gedichts aus der Sicht verschiedener Charaktere erfahrbar gemacht werden.

Was ist der Vorteil des im Entwurf beschriebenen „Trainingsraums“?

Der Trainingsraum dient als institutionelle Maßnahme zur Reflektion von Fehlverhalten, um den regulären Unterrichtsfluss für die übrigen Schüler aufrechtzuerhalten.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kreativer Umgang mit einem Gedicht - "Augen in der Großstadt" von Kurt Tucholsky (1930)
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Note
2,0
Autor
Katrin O. (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V182727
ISBN (eBook)
9783656064411
ISBN (Buch)
9783656064718
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kreativer umgang gedicht augen großstadt kurt tucholsky
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katrin O. (Autor:in), 2009, Kreativer Umgang mit einem Gedicht - "Augen in der Großstadt" von Kurt Tucholsky (1930), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182727
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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