Unterrichtsstunde: Familienkonflikt - Was machen wir am Sonntag?


Unterrichtsentwurf, 2010

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Allgemeine Pädagogische Situation

2 Analytischer Teil
2.1 Sachanalyse
2.1.1 Definition des Familienbegriffs
2.1.2 Die Lebensform Familie im Umbruch
2.1.3 Konflikte innerhalb einer Familie
2.2 Didaktische Analyse

3 Synthetischer Teil
3.1 Kompetenzen und Stundenziele
3.1.1 Fachkompetenzen
3.1.2 Soziale Kompetenzen
3.1.3 Personale Kompetenzen
3.1.4 Methodenkompetenz
3.1.5 Stundeziele
3.2 Methodische Planung
3.2.1 Einstiegsphase
3.2.2 Überleitung
3.2.3 Arbeitsphase
3.2.4 Präsentation

Literaturverzeichnis

1 Allgemeine Pädagogische Situation

Im Zuge meines vierwöchigen Blockpraktikums an der habe ich die Klasse 5b in EWG1 zwei Mal pro Woche unterrichtet. Natürlich ist es in dieser kurzen Zeit schwierig, die Klassensituation erschöpfend beurteilen zu können. Deshalb müssen persönliche Entwicklungen oder Hintergründe der [Schüler und Schülerinnen]2 hier unbeachtet bleiben.

Im Allgemeinen lässt sich festhalten, dass es sich bei der 5b um eine aufgeschlossene, lebhafte und wissbegierige Klasse handelt. Fast alle SuS nehmen immer aktiv am Unterrichtsgeschehen teil und liefern interessante Beiträge oder Fragen zu den Unterrichtsgegenständen. Sie verfolgen den Unterricht zumeist interessiert und aufmerksam.

Kleinere Störungen oder Zwischenrufe können zwar nicht verhindert werden, aber diese sind nie von so gravierendem Ausmaß, dass der Unterricht oder die Konzentration der Schüler dadurch negativ beeinträchtigt werden.

Die Arbeit mit der Klasse ist sehr angenehm, da die SuS leicht zu motivieren und zu begeistern sind. Oft entsteht während des Unterrichts auch ein Austausch zwischen den einzelnen Schülern wenn es darum geht die Antwort eines Mitschülers zu korrigieren oder eine Frage zu beantworten. Dies zeigt, dass die SuS sich auch gedanklich mit den Unterrichtsthemen auseinandersetzen und stolz darauf sind, wenn sie etwas Wissenswertes zum Unterricht beitragen können. Das Klassenklima und das Verhältnis der Lernenden untereinander ist als sehr gut zu beschreiben, was den Einsatz von alternativen Lehrmethoden, wie beispielsweise Gruppenarbeit sehr erleichtert.

Die Klasse ist sehr empfänglich für Lob, aber auch für Tadel. Wenn eine Situation eine Zurechtweisung des Lehrers erfordert, wird diese von den SuS respektiert. So können die Grenzen eines lebhaften, aber konzentrierten Lernens eingehalten werden.

2 Analytischer Teil

2.1 Sachanalyse

2.1.1 Die Definition des Familienbegriffs

Die Definition des Familienbegriffs gestaltet sich als äußerst schwierig, da jeder im Laufe seines Lebens eigene Erfahrungen mit Familien gemacht hat. Im Alltagsgebrauch gibt es daher viele verschiedene Ansichten darüber, was eine Familie ist: Zur blutsverwandten Herkunftsfamilie werden vor allem die Eltern, Geschwister und Großeltern gezählt. Während einige davon überzeugt sind, dass zu einer Familie in jedem Fall ein verheiratetes Ehepaar gehört, halten andere dies für kein entscheidendes Kriterium. Viel mehr ist man der Auffassung, dass Menschen vor allem durch ihr Zusammenleben und durch die Verantwortung, die sie für einander übernehmen, zu einer Familie werden.3

Auch in der Literatur spiegeln sich unterschiedliche Definitionen des Familienbegriffs wieder: Die rechtliche Definition von Familie findet sich im Bürgerlichen Gesetzbuch wieder und definiert die Familie über die rechtliche geschlossene Ehe und die Kinder der Ehepartner. Bei der biologischen Definition hingegen orientiert man sich am Kriterium der Blutsverwandtschaft, wobei der Grad der Verwandtschaft dabei maßgeblich für die Zugehörigkeit zu einer Familie ist. Die funktionale Definition von Familie hingegen sieht das dauerhafte Zusammenleben von Individuen im selben Haushalt und den gemeinschaftlichen Lebensvollzug als entscheidendes Kriterium an. Hier steht die Familie als Wirtschaftseinheit im Fokus. Am differenziertesten beschreibt die psychologische Definition von Familie diesen Verbund. Bei dieser Definition ist das subjektive Erleben der Familiensituation ausschlaggebend. Dabei geht es um die Frage, inwiefern sich die Mitglieder selbst als Familie und der Familie zugehörig fühlen bzw. emotionale Nähe zu den anderen Mitgliedern ihrer Familie erleben. Diese Definition ist am flexibelsten, da sie sich nicht abhängig von Blutsverwandtschaft, Trauschein und dem Führen eines gemeinsamen Haushaltes macht.4 ÄSie impliziert seinen sehr breiten Familienbegriff und schließt z.B. auch unverheiratete Partner (mit oder ohne Kinder), Patchworkfamilien und SOS- Kinderdorf-Familien mit ein.“5 In der heutigen Zeit, die durch eine Vielfalt der Familienformen gekennzeichnet ist, lässt sich die psychologische Definition am besten anwenden.

2.1.2 Die Lebensform der Familie im Umbruch

Die Tatsache, dass sich die Familie als soziales Lebensumfeld im Vergleich zu früheren Zeiten stark verändert hat, ist allgegenwärtig. Heute haben 90% der Familien nur ein oder zwei Kinder, während Großfamilien mit drei oder mehr Kindern immer seltener werden.6 Dieser Wandel der Lebensform Familie ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, die im Folgenden kurz erläutert werden sollen:

- Gestiegene Lebenserwartung: In den letzten 100 Jahren ist die Lebenserwartung in Deutschland um mehr als 30 Jahre gestiegen. Das führt dazu, dass Familienmitglieder eine längere gemeinsame Lebensphase haben und die Beziehungsstruktur in Familien komplexer geworden ist.
- Gesunkene Heiratsneigung: Zu der Tatsache, dass die Zahl der Eheschließungen in den letzten Jahrzehnten statistisch abgenommen hat kommt dazu, dass die Eheschließungen immer später erfolgen. Zudem ist die Zahl der unverheirateten zusammenlebenden Paare stark gestiegen. Insbesondere junge Erwachsene zwischen 20 und 30 Jahren leben in nichtehelichen Lebensgemeinschaften zusammen.
- Hohe Scheidungsrate: Die Zahlen belegen, dass heutzutage auf zwei Eheschließungen etwa eine Scheidung kommt. Insgesamt ist davon auszugehen, dass etwa 40% aller Ehen scheitern.
- Geburtenrückgang: Die Zahl der Geburten ist in den letzten Jahrzehnten enorm zurückgegangen. Zum einen bedeutet dies, dass es immer mehr Erwachsenen gibt, die kinderlos bleiben möchten und die Anzahl der Kinder pro Familie stark abgenommen hat.

Trotzallem ist die Lebensform in einer Familie aber nicht hinfällig geworden. Vielmehr hat das traditionelle Familienmodell seine Monopolstellung verloren und alternative Familienstrukturen haben an Bedeutung gewonnen. Die Familienformen in Deutschland sind vielfältiger und bunter geworden.7

2.1.3 Konfliktsituationen innerhalb der Familie

Innerhalb eines Familienverbandes ist die Entstehung und Lösung von Konflikten von unschätzbarem Wert, da dort auch ein Interessensaustausch stattfindet und sich die Familienmitglieder immer wieder gegenseitig Verständnis entgegenbringen müssen und dadurch die Problemlösefähigkeit geschult wird. Immer, wenn Menschen mit unterschiedlichen Wünschen und Bedürfnissen aufeinander treffen und diese nicht harmonieren, kann es durch Entstehung eines Interessenskonfliktes kommen. Konflikte sind somit auch normale und wünschenswerte Momente des Interessen- und Bedürfnisausgleiches. Bei der Bearbeitung eines Konfliktes geht es nicht darum, diese zu unterdrücken, sondern sie einvernehmlich und fair zu lösen.8

Aus den genannten Gründen ist es von großer Bedeutung, dass vor allem Interessenskonflikte offen besprochen werden und eine faire Lösung für alle Beteiligten gegeben wird. Die ideale Problemlösung strebt einen Interessensausgleich zwischen den einzelnen Parteien an. Es müssen oftmals Kompromisse von allen Seiten eingegangen werden. Dabei würden alle Wünsche der Parteien berücksichtigt werden, ohne dass ein Wunsch mehr Gewichtung bei der Entscheidungsfindung gewinnen würde als der andere.

Der schlechtmöglichste Ausgang wäre, wenn eine Partei ihre Bedürfnisse über die der anderen stellen und somit die übrigen Personen übergehen würde. Dann würde nämlich nur ein ‚Sieger‘ und mehrere ‚Verlierer‘ aus dem Konflikt hervorgehen. Dies wiederum würde zu einem unbefriedigenden Ergebnis führen und den Konflikt nicht lösen, sondern lediglich aufschieben.

2.2 Didaktische Analyse

Wie sich in den vorhergehenden Unterrichtstunden gezeigt hat, haben die SuS sehr großes Interesse am Thema Familie, da jeder von ihnen eigene Erfahrungen, Ansichten und Ideen in den Unterricht mit einbringen kann. Das Leben in einer Familie bietet vielfältige Aspekte, die im Unterricht behandelt werden können. Dazu gehören neben der Einteilung der Verwandtschaftsgrade, der Aufgabenverteilung im Familienbund und der Analyse von Familienstrukturen vor allem die Bedeutung, die die Familie für jeden Einzelnen hat. Neben dem Austausch von Liebe und Geborgenheit kann es im gemeinsamen Zusammenleben auch immer wieder zu Konflikten kommen. Diese Art von gewaltfreien Konflikten oder Meinungsverschiedenheiten sind ungefährlich und tragen zu einem gesunden. Familienleben erst bei.

Das Themengebiet Leben in der Familie ist im Bildungsplan 2004 für Realschulen Klasse 6 im Kapitel Orientieren, demokratisches Handeln und Mitbestimmen in Schule, Familie und Gemeinde verankert. Zu den angestrebten Zielen gehört, dass sich die SuS über die Mitsprache- und Mitgestaltungsmöglichkeiten an der Schule, in der Familie und in der Gemeinde bewusst werden und auch in der Lage sind, diese angemessen anzuwenden. Für die vorliegende Stunde treffen besonders die folgenden Bildungsstandards zu:

- Sich eigen- und mitverantwortlich in Gemeinschaften einbringen
- Im Rahmen demokratischen Handelns Regeln zur Konfliktlösung situations- gerecht anwenden
- Gesprächsregeln einhalten
- Andere Standpunkte und Bedürfnisse akzeptieren
- Die Fähigkeit, die eigene Meinung angemessen zu vertreten9

In der vorliegenden Stunde soll demnach beispielhaft ein Interessenskonflikt behandelt werden, der so oder so ähnlich im Familienalltag auftreten kann.

[...]


1 Erdkunde-Wirtschaftskunde-Gemeinschaftskunde

2 Wird im Folgenden mit ÄSuS“ abgekürzt.

3 Vgl. Hettlage (1992), S.17f.

4 Vgl. Jungbauer (2009), S.2.

5 Jungbauer (2009), S.2.

6 Vgl. Ebd., S.3.

7 Vgl. Jungbauer (2009), S.4f.

8 Vgl. Hanke (2004), S.20f.

9 Vgl. Bildungsplan Realschule (2004), S.120. <Vgl. http://www.bildung-staerkt- menschen.de/service/downloads/Bildungsstandards/Rs/Rs_EWG_bs.pdf> [Eingesehen am: 10.10.10]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsstunde: Familienkonflikt - Was machen wir am Sonntag?
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V182730
ISBN (eBook)
9783656078456
ISBN (Buch)
9783656078944
Dateigröße
949 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unterrichtsstunde, familienkonflikt, sonntag
Arbeit zitieren
Katrin O. (Autor), 2010, Unterrichtsstunde: Familienkonflikt - Was machen wir am Sonntag?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182730

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Unterrichtsstunde: Familienkonflikt - Was machen wir am Sonntag?



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden