Inhaltsverzeichnis
I. Statt einer Einleitung :
Statistik und Erfassung von Mehrsprachigkeit S. 3
II. Unterrichtsprinzipien im Bezug auf Mehrsprachigkeit
und Interkulturalität (AHS, BHS & Sekundarstufe I) S. 6
II.I Förderung und Individualisierung S. 6
II.II. Leistungs- und Beurteilungsgrundlagen S. 9
III. Mehrsprachigkeit zwischen Ideal und Wirklichkeit S. 12
III.I Förderunterricht als „Lösung“? Erfahrungsbericht S. 14
IV. Informieren, Individualisieren, Integrieren S. 18
IV.I Herausforderung in einem Konzept der Vielfalt S. 19
Bibliographie & Links S. 21
Inhaltsverzeichnis
I. Statt einer Einleitung : Statistik und Erfassung von Mehrsprachigkeit
II. Unterrichtsprinzipien im Bezug auf Mehrsprachigkeit und Interkulturalität (AHS, BHS & Sekundarstufe I)
II.I Förderung und Individualisierung
II.II. Leistungs- und Beurteilungsgrundlagen
III. Mehrsprachigkeit zwischen Ideal und Wirklichkeit
III.I Förderunterricht als „Lösung“? Erfahrungsbericht
IV. Informieren, Individualisieren, Integrieren
IV.I Herausforderung in einem Konzept der Vielfalt
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Mehrsprachigkeit und Interkulturalität im österreichischen Deutschunterricht. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen offiziellen pädagogischen Leitlinien und der tatsächlichen schulischen Realität für Schülerinnen und Schüler mit anderen Erstsprachen als Deutsch aufzuzeigen sowie Wege für eine gelingende Integration aufzuzeigen.
- Statistische Erfassung von Mehrsprachigkeit in Schulen
- Didaktische Prinzipien der Förderung und Individualisierung
- Kritik an der aktuellen Sprachenpolitik ("Sprachenoligarchie")
- Herausforderungen durch den Förderunterricht
- Praktische Beispiele für gelebte Mehrsprachigkeit
Auszug aus dem Buch
III. Mehrsprachigkeit zwischen Ideal und Wirklichkeit
Nach einem kurzen Blick auf die aktuellen österreichischen Unterrichtsbestimmungen für „SchülerInnen mit anderen Erstsprachen als Deutsch“ könnte man den Eindruck gewinnen, dass Mehrsprachigkeit und interkulturelles Lernen groß geschrieben und als wichtige Unterrichtsprinzipien integriert und erkannt wurden. Gleichzeitig (bei einem etwas genaueren Blick) gibt es die etwas merkwürdige und widersprüchliche Tendenz Deutsch, und nur Deutsch allein als „nationale“ Sprache anzuerkennen. So etwa die relativ neue Integrationsvereinbarung, die Neuzuwanderer verpflichtet einen Deutschkurs zu belegen und bis spät. fünf Jahre nach ihrem Eintreffen eine positive Prüfung zu absolvieren (Niveau A2, nach ERS), und das gilt für die Erwachsenen ebenso wie für die SchülerInnen (die am Ende dieser Zeit eine positive Deutschnote vorweisen sollten). Ansonsten können Geldbuße od. sogar die Ausweisung aus Österreich erfolgen (allerdings gilt diese Regelung nicht für „Einwanderer“ aus der EU od. EWR-Staaten, welche durch die Integrationsvereinbarung nicht betroffen sind)!
Nun gibt es also nicht bloß zweierlei sondern dreierlei Maß mit dem gemessen wird im „besten“ Fall ist man deutschsprachiger Österreicher, als EU-Bürger wird eine Anderssprachigkeit gerade Mal so toleriert, und im schlimmsten Fall kann man weder Deutsch noch ist man aus der EU- und muss dann durch ein ganzes Programm laufen um Integrationswürdig zu erscheinen. Das wirft natürlich ein zweifelhaftes Bild auf die Glaubhaftigkeit der didaktischen Unterrichtskonzepte, die Mehrsprachigkeit anpreisen und muttersprachlichen Unterricht fördern und dann aber „Sprachenoligarchie“ praktizieren. Generell ist es zwar so, das in der EU Sprachenpolitik die Vielsprachigkeit als Erstrebenswertes Ziel in die EU-weiten Standards mit einfließt, gleichzeitig aber manche Sprachen- und dadurch auch Menschen- „gleicher“ sind als andere- denn mit welcher Begründung muss sich der Nicht-EU-Bürger Deutsch lernen? Und warum gewinnt man den Eindruck, Deutsch sei Österreichs einzige Sprache, die Österreicher demnach monolingual? Tatsächlich bekommen selbst die anerkannten sprachlichen Minderheiten ja nach wie vor Schwierigkeiten wenn sie auf ihrem Recht bestehen (Ortstafelnstreit, etc…), ganz zu schweigen von jenen Sprachgruppen, denen (noch) kein Minderheitenstatus zuerkannt wurde.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Statt einer Einleitung : Statistik und Erfassung von Mehrsprachigkeit: Dieses Kapitel erläutert die statistische Entwicklung der Erfassung von Schülern mit anderen Erstsprachen in Österreich und zeigt auf, dass eine bloße Erfassung nach Staatsbürgerschaft der Sprachrealität nicht gerecht wird.
II. Unterrichtsprinzipien im Bezug auf Mehrsprachigkeit und Interkulturalität (AHS, BHS & Sekundarstufe I): Hier werden didaktische Konzepte der Förderung und Individualisierung dargelegt und die Rolle von Bildungsstandards bei der Sprachvermittlung kritisch beleuchtet.
III. Mehrsprachigkeit zwischen Ideal und Wirklichkeit: Dieses Kapitel thematisiert den Widerspruch zwischen einer offiziell propagierten Mehrsprachigkeit und einer politisch gelebten Einsprachigkeit, inklusive einer Analyse der Fördermaßnahmen.
IV. Informieren, Individualisieren, Integrieren: Der abschließende Teil leitet aus den aufgezeigten Missständen konkrete Handlungsempfehlungen ab und präsentiert gelungene Praxisprojekte zur Förderung von Mehrsprachigkeit.
Schlüsselwörter
Mehrsprachigkeit, Interkulturalität, Deutschunterricht, DaZ, Individualisierung, Förderunterricht, Sprachpolitik, Sprachenoligarchie, Migrationshintergrund, Bildungsstandards, Sprachförderung, Integrationsdefizit, Erstsprache, Schulsystem, Leistungsbeurteilung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Situation von mehrsprachigen Schülern im österreichischen Bildungssystem und hinterfragt, inwieweit die pädagogischen Ideale von Mehrsprachigkeit in der Praxis umgesetzt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der statistischen Erfassung, den Unterrichtsprinzipien, der Kritik an der aktuellen Sprachenpolitik sowie auf konkreten Förderkonzepten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf die Diskrepanz zwischen offiziellen Lehrplänen und der schulischen Realität hinzuweisen und Lösungsansätze für eine tatsächliche Wertschätzung kultureller und sprachlicher Vielfalt aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse aktueller Unterrichtsbestimmungen, Gesetze und Statistiken sowie der Reflexion persönlicher Unterrichtserfahrungen der Autorin.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Wirksamkeit von Förderunterricht, den Problemen bei der Leistungsbeurteilung von Schülern mit Migrationshintergrund und der sogenannten „Sprachenoligarchie“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Mehrsprachigkeit, Interkulturalität, DaZ (Deutsch als Zweitsprache), Individualisierung und Sprachenpolitik.
Wie bewertet die Autorin den aktuellen Förderunterricht?
Die Autorin kritisiert, dass der Förderunterricht oft als stigmatisierend empfunden wird, organisatorisch an unzureichenden Ressourcen leidet und die Schüler eher absonderte, anstatt sie zu integrieren.
Welchen Stellenwert nimmt das Projekt "Geringergasse" ein?
Es dient als positives Fallbeispiel dafür, wie durch ein Radioprojekt die Muttersprachen der Schüler in den regulären Unterricht eingebunden werden können, um ein Bewusstsein für Mehrsprachigkeit bei allen Schülern zu schaffen.
- Quote paper
- Sara Claire Kerschbaumer (Author), 2009, Zur Bedeutung von Mehrsprachigkeit und Interkulturalität im Deutschunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182734