Die Arbeit reflektiert die im Seminar "Klinische Kunsttherapie" erarbeiteten Ansätze zum Umgang mit Körperschemstörungen und anderen psychosomatischen Leiden. Daraus wurde eine eigene kunsttherapeutische Methode entworfen und erprobt, die hier auch anhand der entsprechenden Abbildungen nachvollzogen werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Körper, Geist und Psyche im sozialen und therapeutischen Kontext
1.1 Gesellschaftliche Phänomene: Wellness versus Mainstream?
1.2 Körper und Psyche in der Therapie – Ganzheitliche Ansätze und Methoden
2. Körper, Kunst und Therapie
2.1 Körper-und Selbstbewusstsein in der Gegenwartskunst
2.2 Körpererleben und Kunsttherapie
2.3 Selbstversuch: Mein Körper-Stimmungs-Tagebuch
3. Erkenntnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen körperlichem Erleben, psychischem Wohlbefinden und dem Einsatz künstlerischer Mittel in der Therapie, wobei ein besonderer Fokus auf der Bedeutung des Körperbildes und der Selbstwahrnehmung bei Patienten liegt.
- Zusammenhänge zwischen Körper, Geist und Psyche im modernen sozialen Kontext
- Einsatz von Körperbildarbeit und künstlerischen Medien in der therapeutischen Praxis
- Reflexion des Körpererlebens durch den Einsatz von Körperumrisszeichnungen
- Fallbeispiele aus dem klinischen und therapeutischen Bereich
- Bedeutung von Selbstwahrnehmung für das psychische Gleichgewicht
Auszug aus dem Buch
2.3 Selbstversuch: Mein Körper-Stimmungs-Tagebuch
Im Seminar hatte ich die Möglichkeit, gemeinsam mit einigen Kommilitonen eine eigene Körperumrisszeichnung anzufertigen. Wir haben zu mehreren den Umriss ausgemalt und ich war mit dem Ergebnis sehr zufrieden, weil es für mich sehr viel Kraft und Lebensfreude ausstrahlt und zugleich etwas Auftreibendes, fast Schwebendes. Mir hat irgendwann mal jemand gesagt, ich ‚könne alles, wenn ich es nur fest genug wolle‘ – dieses verrückte Mädchen auf dem Bild kann es tatsächlich (s. Abb. 2 oben).
Jedenfalls fand ich die Idee mit dem Körperumriss so spannend, dass mir die Idee kam, jeden Tag ein kleines Körperbild zu malen und eine Art Tagebuch daraus zu machen. Mit Hilfe eines Fotos von mir und einer Klarsichtfolie habe ich mir also einen (ziemlich originalgetreuen) Körperumriss im handlichen Din A4 Format gezeichnet und mehrfach kopiert (Abb. 3). Dann stellte ich mir selbst jeden Tag die Frage „Was brauchst du heute?“ („Was braucht dein Kopf, dein Bauch, was brauchen deine Arme und Beine etc.“) und malte mein Körperbild entsprechend an. Zusätzlich habe ich mir im Anschluss ein/ zwei Worte dazu notiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Körper, Geist und Psyche im sozialen und therapeutischen Kontext: Dieses Kapitel beleuchtet den modernen Leistungsdruck und die damit verbundene Entfremdung vom eigenen Körper sowie die Bedeutung ganzheitlicher Therapieansätze.
2. Körper, Kunst und Therapie: Hier werden künstlerische Ausdrucksformen sowie spezifische kunsttherapeutische Methoden wie die Körperbildarbeit analysiert und in einem Selbstversuch praktisch erprobt.
3. Erkenntnis: Das Fazit unterstreicht die untrennbare Einheit von Körper und Seele und plädiert für eine achtsame, den ganzen Menschen einbeziehende therapeutische Praxis.
Schlüsselwörter
Kunsttherapie, Körpererleben, Körperbild, Psychosomatik, Selbstwahrnehmung, Körperumriss, Identität, Therapie, Psyche, Ganzheitlichkeit, Körperbildtest, therapeutische Beziehung, Achtsamkeit, Körperbewusstsein, Ausdruckstherapie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Verknüpfung von körperlichem Erleben und künstlerischen Ausdrucksmitteln im therapeutischen Kontext, insbesondere im Hinblick auf psychosomatische Beschwerden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den zentralen Themen gehören die Bedeutung des Körperbildes, die Wirkung von Kunst auf die Psyche, der Einfluss gesellschaftlicher Phänomene auf die Körperwahrnehmung sowie verschiedene methodische Ansätze in der Kunsttherapie.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie künstlerische Methoden, insbesondere die Arbeit mit Körperumrissen, dazu beitragen können, die Verbindung zwischen Körper und Seele zu stärken und das Selbstverständnis von Patienten positiv zu beeinflussen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur sowie einem methodischen Selbstversuch („Körper-Stimmungs-Tagebuch“), der als qualitative Fallstudie zur Reflexion dient.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Körper-Geist-Problematik, die Analyse von künstlerischen Positionen in Bezug auf den Körper sowie die praktische Vorstellung und Reflexion der Methode der Körperumrisszeichnung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die zentralen Schlagworte sind Kunsttherapie, Körperbild, Selbstwahrnehmung, Psychosomatik, Identität und ganzheitliche Therapie.
Wie genau wurde der Selbstversuch mit dem Körperumriss durchgeführt?
Die Autorin zeichnete ihren Körperumriss im Din-A4-Format nach und gestaltete diesen über mehrere Wochen täglich basierend auf der inneren Frage „Was brauchst du heute?“, um emotionale Zustände farblich und künstlerisch sichtbar zu machen.
Welche Bedeutung kommt der „Körperumrisszeichnung“ in der Arbeit zu?
Sie dient als „roter Faden“ und hilfreiches Instrument, um Patienten einen leichten Einstieg in die therapeutische Selbstreflexion zu ermöglichen und als Brücke zwischen bewussten und unbewussten Inhalten zu fungieren.
- Arbeit zitieren
- Jenny Gösche, geb. Moder (Autor:in), 2011, Körper - Kunst - Therapie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182762