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Was für eine Rolle spielt die engste Familie bei der Förderung ihres legasthenischen Kindes?

Title: Was für eine Rolle spielt die engste Familie bei der Förderung ihres legasthenischen Kindes?

Seminar Paper , 2003 , 32 Pages , Grade: 1

Autor:in: Michaela Gmeiner (Author)

Pedagogy - Family Education
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Diese Arbeit entstand im Rahmen der Lehrveranstaltungen „Einführung in die Diagnose und Förderung lese- und rechtschreibschwacher Kinder und Jugendlicher“ beziehungsweise „Übungen zur Diagnose und Förderung lese- und rechtschreibschwacher Kinder und Jugendlicher“. welche im Sommersemester 2002 unter der Leitung von Mag. Dr. Christina Schenz am Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Wien stattgefunden hat.

Erfahren die Eltern, dass ihr Kind Legastheniker ist, so ist das anfangs sicher oft ein Schock für sie.
Zu Beginn wissen sie vielleicht nicht einmal so recht, was Legasthenie überhaupt bedeutet und machen sich Vorwürfe, da sie sich selbst die Schuld für das Legasthenieproblem ihres Kindes geben. Sie plagen sich mit Fragen wie zum Beispiel ob sie in der Erziehung irgendetwas übersehen haben oder falsch gemacht haben und die Hilferufe vom Kind nicht ernst genommen haben.
Im Idealfall suchen sie, nachdem sie von der Legasthenie-Diagnose ihres Kindes erfahren haben, so schnell wie möglich Rat bei einem professionellen Helfer. Dort werden sie alles mögliche über die Legasthenie-Problematik erfahren und sie werden auch Tipps und Informationen bekommen, was sie als Eltern machen können um ihrem Kind zu helfen.

Ganz bestimmt gibt es aber auch Eltern, die ohnehin schon aufgeben, bevor sie irgendetwas zur Lösung des Problems gestartet haben. Sie sind der Meinung, mit der Legasthenie ihres Kindes leben zu müssen, da es ohnehin keinen Sinn hat irgendetwas dagegen zu unternehmen. Sie haben ihr Kind immer noch lieb, stempeln es aber möglicherweise als „dumm“ ab.
Vielleicht würde es diesen Eltern Mut und Hoffnung machen, wenn sie wüssten, dass ein Legastheniker nicht dumm, sonder ganz im Gegenteil, in vielen Fällen sogar überdurchschnittlich begabt und intelligent ist, wie beispielsweise Albert Einstein.

Eltern müssen der Legasthenie ihres Kindes nicht hilflos ausgeliefert sein, sondern können auch als „nicht-professionelle“ ihr Kind unterstützen und ihm eine große und wertvolle Hilfe sein. Schließlich sind es ja die Eltern, und nicht irgendwelche Lehrer, die rund um die Uhr mit dem Kind leben und am meisten mit ihm zu tun haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Was ist eigentlich Legasthenie

1.1. Zum Begriff Legasthenie

1.2. Legasthenie und seine Eigenschaften

1.3. Legasthenie und Intelligenz

1.4. Wie Legasthenie beginnen kann

1.4.1 Der Schulreifetest

1.4.2. Erste Probleme dämpfen die Schulfreude

1.5. Wie zeigt sich Legasthenie

2. Legasthenie und die Rolle der Familie

2.1. Bedingungslose Zuwendung ohne Leistungsforderung

2.2. Wie Eltern die Legasthenie erfahren

2.3. Erste Ratlosigkeit der Mutter

2.4. Der Rollenkonflikt der Eltern

2.4.1. Doch die Eltern leben mit dem Kind

2.4.2. Die Mutter muss Mutter bleiben

3. Wie Eltern ihr Kind richtig fördern können

3.1. Mit dem Kind zu Hause üben?

3.1.1. Hausaufgaben

3.2. Schwerpunkte der häuslichen Förderung

3.2.1 Lesenlernen oder die kleinen grünen Marsmännchen (Leseanfänger)

3.2.2. Abschreiben- aber anders als sonst (Grundschulzeit)

3.2.3. Richtig lesen üben (Grundschulzeit)

3.2.4. Nicht Diktate üben sondern Wörter aufbauen (Klassen 2 bis 5)

4. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle der engsten Familie bei der Förderung legasthenischer Kinder. Das Ziel besteht darin, Eltern aufzuzeigen, wie sie ihr Kind trotz der schulischen Lernschwierigkeiten unterstützen können, ohne die Eltern-Kind-Beziehung durch Leistungsdruck zu belasten, und welche pädagogischen Ansätze für eine häusliche Förderung sinnvoll sind.

  • Psychologische Auswirkungen der Legasthenie auf das Kind und die Familiendynamik
  • Bedeutung von bedingungsloser Zuwendung und emotionaler Sicherheit
  • Herausforderungen und Rollenkonflikte im häuslichen Lernumfeld
  • Praktische Methoden und spielerische Ansätze zur Förderung von Lesen und Schreiben

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Lesenlernen oder die kleinen grünen Marsmännchen (Leseanfänger)

Kann ein Kind noch nicht lesen, und findet es in der Schule keine angemessene Hilfe, dann sollten Vater und Mutter auf die hier beschriebenen Spiele zurückgreifen. „Wir üben nicht wir spielen“ heißt das Motto, welches die Kinder zwar bald durchschauen, für das sie aber dennoch dankbar sind, weil sie selber spüren, wie sehr der Spaß beim Spiel ihnen das mühsame Lernen erleichtert.

Legasthenische Kinder haben häufig Schwierigkeiten, aus beispielsweise den Lauten für „m“ und „a“ die Silbe „ma“ zu bilden! Es gibt Kinder, die bis in die zweite Klasse hinein das mühsame und zeitaufwendige Erlesen über den Einzelbuchstaben bei „m-a-l-e-n“: malen! Noch schlimmer ist es, wenn nicht lautiert, sondern buchstabiert wird. Es kam schon vor, dass ein Kind das Wort „Tomate“ so las: „Te-o-em-a-te“. Ganz klar, dass es mit diesem „Wort“ nichts anfangen konnte.

Hier das Kind zu unterstützen gehört zu den vordringlichsten Hilfen. Aus diesem Grunde, werden im Anschließenden ausführlich auf Silbenspiele und auf die Notwendigkeit, stets zu lautieren, eingegangen. Damit die Übungen im Spiel mit Sinn gefüllt sind, wird die Geschichte von den kleinen grünen Marsmännchen erfunden, die so geht:

Die Marsmännchen kommen

Die grünen Marsmännchen kommen mit einem Raumschiff zur Erde gereist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Was ist eigentlich Legasthenie: Dieses Kapitel definiert den Begriff Legasthenie, erläutert die Symptomatik, die Rolle der Intelligenz sowie typische Anzeichen, die im schulischen Alltag auftreten können.

2. Legasthenie und die Rolle der Familie: Es wird die emotionale Belastung für die Familie beleuchtet, wobei besonderer Wert auf die bedingungslose Zuwendung der Eltern und die Bewältigung des Rollenkonflikts zwischen Elternschaft und Lehrerrolle gelegt wird.

3. Wie Eltern ihr Kind richtig fördern können: Der Schwerpunkt liegt auf praktischen Hinweisen für eine gelungene häusliche Förderung, die Vermeidung von Leistungsdruck bei Hausaufgaben und die Einführung spielerischer Lernmethoden für Lese- und Schreibanfänger.

4. Schlusswort: Die Autorin resümiert die Bedeutung der familiären Unterstützung und betont, dass Legastheniker trotz ihrer Schwierigkeiten oft überdurchschnittlich begabt sind und Verständnis benötigen.

Schlüsselwörter

Legasthenie, Familie, häusliche Förderung, Lese-Rechtschreib-Störung, Erziehung, emotionale Zuwendung, Lernmotivation, Hausaufgaben, Schulerfolg, Leistungsdruck, Pädagogik, Teilleistungsstörung, Rollenkonflikt, Silbenmethode, Kindesentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die besondere Rolle und die Möglichkeiten der engsten Familie bei der Unterstützung und Förderung von Kindern, die an einer Legasthenie leiden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verständnis des Phänomens Legasthenie, die psychischen Belastungen für Kinder und Eltern sowie der Aufbau einer effektiven, angstfreien Lernumgebung zu Hause.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, Eltern fundiertes Wissen zu vermitteln, wie sie ihr Kind konstruktiv bei Lernproblemen unterstützen können, ohne dabei in die Rolle eines Ersatzlehrers zu verfallen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Grundlagen aus der pädagogischen Fachliteratur mit praktischen Empfehlungen für den familiären Alltag verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition der Legasthenie, die Analyse familiärer Interaktionsmuster bei der Diagnosemitteilung und konkrete methodische Vorschläge für die häusliche Förderung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Legasthenie, familiäre Förderung, Lernmotivation, Lese-Rechtschreib-Störung und emotionale Sicherheit charakterisieren.

Wie sollten Eltern mit Hausaufgaben bei legasthenischen Kindern umgehen?

Die Arbeit empfiehlt, Hausaufgaben möglichst selbstständig erledigen zu lassen, zeitliche Grenzen (ca. 15 Minuten) zu setzen und eine partnerschaftliche Unterstützung anzubieten, anstatt korrigierend einzugreifen.

Was ist das "Marsmännchen-Spiel"?

Es handelt sich um eine spielerische Methode, bei der Kinder durch Silbenbildung („Marsmännchen-Namen“) lernen, Laute korrekt zu verschmelzen und so das lautgetreue Lesen ohne mühsames Buchstabieren zu trainieren.

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Details

Title
Was für eine Rolle spielt die engste Familie bei der Förderung ihres legasthenischen Kindes?
College
University of Vienna  (Erziehungswissenschaften)
Grade
1
Author
Michaela Gmeiner (Author)
Publication Year
2003
Pages
32
Catalog Number
V18286
ISBN (eBook)
9783638226677
Language
German
Tags
Rolle Familie Förderung Kindes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michaela Gmeiner (Author), 2003, Was für eine Rolle spielt die engste Familie bei der Förderung ihres legasthenischen Kindes?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18286
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