Wie funktioniert eine Gruppe? Gruppenmodelle nach Tuckman und Cohn


Hausarbeit, 2011
18 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Was ist eine Gruppe?

2 Die Dynamik der Gruppe - Themenzentrierte Interaktion

3 Die Entwicklung zur Gruppe - Gruppenphasen nach Tuckman
3.1 Forming - Die Gründungsphase
3.2 Strorming-Konflikt um unterschiedliche Zielvorstellungen
3.3 Norming - Entscheidung und Kompromiss
3.4 Performing - Die Arbeitsphase

4 Die Theorie in der Praxis
4.1 Forming
4.2 Storming
4.3 Norming
4.4 Performing
4.5 Re-Forming

Resümee

Literatur

Anhang

Einleitung

ln Rahmen meines Studiums beziehungsweise meiner beruflichen Praxis habe ich schon sehr oft mit Gruppen im Arbeitsfeld der Jugend- und Erwachsenenbildung zusammengearbeitet. ln einigen Projekten ist dabei aber aufgefallen, dass in verschieden Zusammenhängen mit Gruppen eher nach einem gewissen „Bauchgefühl" gearbeitet wurde, statt mit einer handlungsleitenden Theorie. Gerade aber vor diesem Hintergrund gewinnt das Wesen und die Funktionsweise von Gruppen sowie der Blick auf die moderierende Funktion des Gruppenleiters an Aktualität für eine sozialpädagogische Praxis im Bereich der sozialen Kommunikation.

Deshalb möchte ich mich in der folgenden Arbeit näher mit der Funktionsweise von Gruppen und deren Entwicklungsprozessen auseinandersetzen. Ich möchte mir hierzu Fragen stellen wie: Was hierbei deren handlungsleitenden Maximen sind? Welche Modelle Funktionen und Prozesse von Gruppen beschreiben? Und in diesem Zusammenhang: Welche Aufgaben stellen sich hierbei an die Leitung von Gruppen?

Da die Literatur zum Thema Gruppenarbeit und deren zugehörigen Modellen ein fast unüberschaubares Ausmaß annimmt, beschränke ich mich bei der Beschreibung des theoretischen Rahmens einerseits auf das Modell der Themenzentrierten Interaktion von Ruth Cohn, da diese ein spezifisches ganzheitliches Gefühl für das Innenleben der Gruppe vermittelt und anderseits gerade auf das Modell der Gruppenphasen von Tuckman, der hier meiner Ansicht nach das Wesentlichste der Gruppenentwicklung in einen Modell der Entwicklungsphasen einer Gruppe beschrieben hat. Aus meiner Sicht stellen beide Modelle ganz elementar die Grundlagen und erstes Handwerkszeug für die Arbeit mit Gruppen in der Bildungsarbeit dar. Es ist weiter das Ziel dieser Arbeit, die theoretischen Ausführungen mit Beschreibungen und Handlungshilfen aus der Praxis zu ergänzen. Hierfür habe ich bereits umfangreiche Erfahrungen in der Arbeit mit Gruppen gemacht. Im letzten Teil der Arbeit möchte ich Kooperations- und Vertrauenspiele vorstellen, die für die jeweiligen Gruppensituationen unterstützend wirken können.

1 Was ist eine Gruppe?

Über den Begriff der „Gruppe" gibt es in den Sozialwissenschaften verschiedenste Definitionen. Generell kann aber gesagt werden, dass sich eine Gruppe aus einer Anzahl von Personen zusammenfindet, die in einem bestimmten Zeitraum durch relativ regelmäßige und feste Beziehungen miteinander in wechselseitiger Verbindung stehen (vgl. Metzinger 1999, S. 9). Eine Reihe von Merkmalen lässt die Gruppe genauer beschreiben, diese sind:

Zusammengehörigkeitsgefühl (Wir-Gefühl), Dauerhaftigkeit (zeitweilig oder beständig), Interaktion und Kommunikation, Gruppenziele, Normen und Werte sowie unterschiedliche Gruppenrollen.

Weiter sind verschiedene Klassifikationen an Gruppen vorzunehmen, welche sich je nach Art und Größe unterteilen. Da die hier vorliegende Arbeit die Gruppe in ein Setting einer Seminar- oder Workshopeinheit einbettet ist, wird sich an einer Gruppendefinition orientiert die eher eine Großgruppe beschreibt; und als Sekundärgruppe anzusehen ist - das heißt sie ist durch eine Ziel- und Zweckorientierung gekennzeichnet; da sie bewusst geleitet wird, ist sie als formelle Gruppe anzusehen; und als Ingroup aufzufassen, da - wenn auch nur zeitlich begrenzt - Soziale Beziehungen, Vertrautheit, Wir-Gefühl, Synpathie und Kooperation verbindende Elemente sind (vgl. ebd., S. 10 ff.).

2 Die Dynamik der Gruppe - Themenzentrierte Interaktion

Die Themenzentrierte Interaktion (TZI) ist eine Methode, die von Ruth Cohn ab den 1950er Jahren entwickelt wurde. Anstoß für die Entwicklung der TZI war für Cohn die Frage, wie die persönlichkeitsstärkenden Faktoren therapeutischer Arbeitsmethoden für das Lernen und Arbeiten in nicht-therapeutischen Gruppen und im alltäglichen Leben nutzbar gemacht werden können. Die TZI findet immer dann ein fruchtbares Anwendungsfeld, wenn sich zwischen Menschen ein Prozess entwickeln soll, der personenbezogen ist und zugleich zu anderen Inhalten und zur Umgebung Bezug nimmt. Anwendung findet sie unter anderem in Outdoortrainings, in der psychologischen Beratung und Therapie, in der in der sozialpädagogischen Praxis oder in der Jugend- und Erwachsenenbildung (vgl. Langmaack/Braue-Krickau 2000, S. 88 f.).

Die TZI versteht sich in den Traditionen der humanistischen Psychologie und sieht den Menschen in einem ganzheitlichen Blick, der in seinen Dimensionen Kopf, Herz und Hand gekennzeichnet ist. Diese humanistische Grundhaltung der TZI drückt sich insbesondere in den sogenannten Axiomen, die als ethische Fundierung der Methode begriffen werden können aus. In Ihnen findet sich das Welt- und Menschenbild derTZI wieder (vgl. Galuske 2001, S.254). So beschreibt Ruth Cohn drei grundlegende Axiome:

Ganzheitlichkeit des Menschenbildes

Der Mensch ist eine psycho-biologische Einheit. Er ist darum autonom und interdependent. Autonomie (Eigenständigkeit) wächst mit dem Bewusstsein der Interdependenz (Allverbundenheit).

Menschlichkeit und Schutz der Schöpfung

Ehrfurcht gebührt allem Lebendigen und seinem Wachstum.

Freiheit und Verantwortung

Freie Entscheidung geschieht innerhalb der inneren und äußeren Grenzen, deren Erweiterung möglich ist (vgl. Cohn 1975, S.120).

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Wie funktioniert eine Gruppe? Gruppenmodelle nach Tuckman und Cohn
Hochschule
Ernst-Abbe-Hochschule Jena, ehem. Fachhochschule Jena
Veranstaltung
Kulturelle Kommunikation
Note
1,3
Autor
Jahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V182910
ISBN (eBook)
9783656070177
ISBN (Buch)
9783656071037
Dateigröße
851 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
gruppe, gruppenphasenmodell, tuckman, themenzentrierte, interaktion
Arbeit zitieren
Antje Kreher (Autor), 2011, Wie funktioniert eine Gruppe? Gruppenmodelle nach Tuckman und Cohn, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182910

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