Alexander als Rächer und Erbe des Dareíos


Hausarbeit, 2008

10 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

A Vorwort

B Der Wandel Alexanders des Großen hin zum Erben und Rächer des Dareíos
B.1 Betrachtet an administrativen und integrativen Maßnahmen
B.2 Betrachtet an Alexanders Herrschaftsrepräsentation
B.2.1 Alexanders Herrschaftsrepräsentation von Beginn des Feldzuges bis Gaugamela
B.2.2 Alexanders Herrschaftsrepräsentation von Gaugamela bis zum Tod des Dareíos
B.2.3 Alexanders Herrschaftsrepräsentation vom Tod des Dareíos bis zum Tod des Bessos

C Beweggründe für Alexanders Wandel

A Vorwort

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel Alexanders des Großen vom Anführer eines griechischen Rachefeldzuges gegen die Perser hin zu einem Erben der Achaimeniden, und zwar für die Zeit bis zu Gefangennahme und Hinrichtung des Bessos im Jahre 329 v. Chr.. Hierzu erfolgt zum einen eine genauere Betrachtung der administrativen Maßnahmen, die Alexander in den eroberten Gebieten des Perserreiches traf, zum anderen ein Blick auf die herrschaftliche Präsentation Alexanders, um Merkmale für Alexanders Weg vom Heerkönig Makedoniens zum Nachfolger der persischen Großkönige auszumachen.

Im Abschluss steht der Versuch, mögliche Gründe für einen derartigen Wandel des Herrschaftsbildes Alexanders zu finden.

B Der Wandel Alexanders des Großen hin zum Erben und Rächer des Dareíos

B.1 Betrachtet an administrativen und integrativen Maßnahmen

Zuerst also ein Blick auf administrative Maßnahmen, welche Alexander während seines Zuges gegen die Perser traf. Hierbei lässt sich feststellen, dass er von Beginn des Feldzuges an großes Vertrauen in die bereits vorhandene persische Verwaltung zeigte. Von Anfang an behielt er die persischen Strukturen der Satrapie vollständig bei, nur besetzte er sie mit Personen seines Vertrauens, zumeist Makedonen1 (eine Ausnahme bildete zum Beispiel die karische Königin Ada, hierzu später mehr). Dieses Vorgehen erwies sich für seinen Feldzug als durchaus vorteilhaft, da die persische Verwaltung sehr gut entwickelt war; eine Neuorganisation wäre deshalb unzweckmäßig- und, was vor allem für den schnell agierenden Alexander von Bedeutung gewesen sein dürfte- viel zu zeitaufwendig gewesen2.

Mit der Einnahme Babylons ging Alexander dann dazu über, persisch-iranische Satrapen in ihrem Amt zu belassen, beziehungsweise, durch andere Orientalen zu ersetzen. Indem er den Mazaios, der Parmenions Flanke in Gaugamela noch eine erbitterte Schlacht geliefert hatte, als Satrap von Babylon und Mesopotamien bestätigte, zeigte er seine „integrative Herrschaftsgesinnung“3. Nur noch in vereinzelten Fällen betraute Alexander Makedonen mit dieser Aufgabe, meist, wenn ihm die Lage in einer Satrapie nicht sicher genug erschien, um sie in die Hände eines Einheimischen zu geben (zum Beispiel Menon in Arachosien).

Eine solche Integration der Perser in seine Herrschaft steigerte er in Ekbatana weiter, indem er begann, zunehmend persische Große in seinen engsten Beraterkreis zu ziehen (so zum Beispiel den Bruder des Dareíos, Oxyathres). Alexander hatte hier, in Ekbatana, den griechischen Rachefeldzug bereits für beendet erklärt, und bewies nun, dass er die Bedeutung einer Integration Einheimischer für eine reibungsfreie Herrschaft durchaus realisierte4 .

Eine möglichst leicht zu erringende und reibungsfreie Herrschaft über zu erobernde Gebiete, das ist wohl der Grundtenor all dieser Maßnahmen. Die Übernahme persischer Verwaltung und die Integration orientalischer Führungskräfte in die Führungsreihen Alexanders konnten und sollten vor allem auch dazu dienen, eine möglichst hohe Akzeptanz der einheimischen Bevölkerung für den vermeintlichen Eindringling Alexander zu erreichen. Dies beinhaltet schon die für diese Arbeit eigentlich interessante Feststellung: Durch diese Maßnahmen erschien Alexander weniger als brandschatzender Rächer der Griechen denn als ein Herrscher, der integrierte und mit dem Beibehalten alter Strukturen auch für eine gewisse Kontinuität sorgte. Dies war die Grundlage dafür, dass sich Alexander später in das Erbe der Achaimeniden stellen konnte. Es gilt im Folgenden zu klären, ob es sich hierbei nur um einen zufälligen Nebeneffekt handelte, oder dieser von Alexander gezielt forciert wurde.

B.2 Betrachtet an Alexanders Herrschaftsrepräsentation

B.2.1 Alexanders Herrschaftsrepräsentation von Beginn des Feldzuges bis Gaugamela

Darüber Aufschluss geben kann wohl am ehesten, wie Alexander sich selbst in der Öffentlichkeit darstellte (zum Beispiel gegenüber seinem Heer oder den Einwohnern eroberter Städte) und ab wann er sich bei solchen Auftritten bewusst als ein Erbe der Achaimeniden inszenierte.

Neben den Vorteilen, die ihm die oben genannten administrativen und integrativen Maßnahmen einbringen konnten, schien sich Alexander durchaus der Bedeutung der Art seines Auftretens bewusst zu sein. Um nur einige von vielen Beispielen zu nennen: In Ionien zum Beispiel stilisierte er sich zum Befreier von Oligarchie und persischen Satrapen sowie zum Errichter der lange ersehnten Demokratie- womit er nicht nur Widerstände verschwinden ließ, sondern sogar loyale Gefolgsleute gewann5. Dann, als er weiter ins Landesinnere zog, nahm er sogar den Vorschlag der ehemaligen karischen Königin Ada an, welche ihm für ihre Wieder-Einsetzung als Herrscherin anbot, ihn zu adoptieren. „Durch Ada konnte er [Alexander] den Karern als Beschützer ihrer Eigeninteressen gegen die Perser erscheinen“6 - und sich so vermeintliche Gegner auf seine Seite ziehen. Und in Ägypten, wo die persische Herrschaft nie große Freunde gefunden hatte, gelang ihm das Meisterstück, durch würdevolle Behandlung der Priester von diesen zum Pharao gekürt zu werden, was seine dortige Herrschaft zementierte. Dieses Verhalten zieht sich wie ein roter Faden durch Alexanders Feldzug, und es könnten noch viele Beispiele angeführt werden- was den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Fazit: Zu Beginn seines Feldzuges „vermied [Alexander] sozusagen geschickt den Ruch der Fremdherrschaft“7, indem er sich zum Befreier vom persischen Joch aufschwang; noch gab er sich also nicht als ein Erbe der Achaimeniden.

B.2.2 Alexanders Herrschaftsrepräsentation von Gaugamela bis zum Tod des Dareíos

Ein Richtungswechsel erfolgte etwas später: Nach der Schlacht von Gaugamela schrieb Alexander seinen griechischen Verbündeten, alle Tyrannenherrschaften seien abgeschafft worden und die Menschen könnten sich nun selbst regieren8. Außerdem ließ er Münzen mit Propaganda-Motiven prägen, die den persischen Königsmythos des durchbohrten Löwens (des besiegten Angreifers) umkehrten, indem der Löwe auf diesen Münzen nun seinerseits Perser durchbohrte9. Auch jetzt sah er sich also noch in der Rolle des Rächers der Griechen und Befreiers vom persischen Joch- doch nicht mehr ausschließlich:

Denn er hatte sich noch auf dem Schlachtfeld von Gaugamela von seinen Truppen zum „König von Asien“ ausrufen lassen10. Zwar ist umstritten, ob mit „Asien“ das von den Griechen so bezeichnete Reich der Perser gemeint war, oder doch eher schon ein gesamter asiatischer Kontinent, welcher auch alles noch hinter dem Reich des Dareíos vermutete Land bis zu einem großen Ozean darstellte (nach damals verbreiteter Lehre des Aristoteles Rand der Welt). Doch selbst wenn- wie z.B. Hans- Ulrich Wiemer annimmt11 - Zweiteres zutreffen sollte, so war hierin natürlich das Perserreich mit einbezogen. Alexander hatte somit erstmals den deutlichen Anspruch erhoben, einziger rechtmäßiger Herrscher des ganzen Achaimenidenreiches zu sein. Fortan ging er immer mehr dazu über, sich abwechselnd in beiden Rollen zu stilisieren- jener des Rächers der Griechen und Befreiers vom persischen Joch, aber auch jener eines Erben persischer Thronansprüche.

[...]


1 Vgl. Wiemer (2005), 95.

2 Vgl. Fox (2005), 156.

3 Vgl. Barceló (2007), 146.

4 Vgl. Fox (2005), 353.

5 Vgl. Wiemer (2005), 96.

6 Vgl. Fox (2005), 166.

7 Vgl. Berve, Erster Band, 253.

8 Vgl. Plut. Alex. 34,2.

9 Vgl. Fox (2005), 355.

10 Vgl. Plut. Alex. 34,1. Iust. 11,14,6.

11 Vgl. Wiemer (2005), 113.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Alexander als Rächer und Erbe des Dareíos
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Department für Geschichte)
Veranstaltung
Proseminar "Alexander der Große"
Note
1,3
Jahr
2008
Seiten
10
Katalognummer
V182927
ISBN (eBook)
9783656071945
ISBN (Buch)
9783656072645
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Alexander, Alexander der Große, Dareios, Großkönig, Perser, Perserreich, Persisches Reich, persischer Großkönig, Bessos, Griechenland, griechische Geschichte, Alexanderreich, Alexanderfeldzug, Persepolis, Persien, Makedonien
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Anonym, 2008, Alexander als Rächer und Erbe des Dareíos, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182927

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