Die barocken Goldledertapetenbestände des Schweriner Schlosses

Kam russisches Leder nach Schwerin?


Diplomarbeit, 2011

123 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Textteil

Abkurzungsverzeichnis

Einleitung

I. HISTORISCHER KONTEXT
1. ZurGeschichteeuropaischerLedertapeten

II. SCHWERINER GOLDLEDERTAPETEN
2. BeschreibungderRaumprogramme
2.1 KleineAudienz
2.2 Ministerzimmer
2.3 ParallelenzuLedertapetenandererSammlungen
2.3.1 KleineAudienz
2.3.2 Ministerzimmer

III. GESCHICHTE DER SCHWERINER GOLDLEDERTAPETEN
3. Quellenlage: Fakten und Erklarungsmodelle
3.1 KleineAudienz
3.2 Ministerzimmer
3.3 ZarPeterderGroRe,WesteuropaundSchwerin
3.4 Kam „russisches Leder" nach Schwerin?

IV. SCHLOSSBAUMARNAHMEN IM 19. JAHRHUNDERT
4. NeugestaltungdesSchwerinerSchlosses
4.1 EinbauderGoldledertapeten
4.2 HistorischerAussagewert

V. ERHALTUNG DER LEDERNEN RAUMAUSSTATTUNGEN
5. Schadensbilder und ihre Ursachen
5.1 Oberblick konservatorischer und restauratorischer MaRnahmen
5.1.1 KleineAudienz
5.1.2 Ministerzimmer

Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Quellenverzeichnis

Abbildungsteil
Tafeln
Abbildungsnachweis

Tschope, Linda:

Die barocken Goldledertapetenbestande des Schweriner Schlosses - Kam russisches Leder nach Schwerin? / Linda Tschope. - 2011. - 122 Bl. Leipzig, Hochschule furTechnik, Wirtschaft und Kultur, Diplomarbeit, 2011.

Die in funf Kapiteln gegliederte Diplomarbeit vermittelt ein umfangreiches Bild der Schweriner Goldledertapetenbestande, welche in der Mitte des 19. Jahrhunderts zur Raumausstattung der Kleinen Audienz und des Ministerzimmers Verwendung fanden. Beide Raumprogramme sind zu Beginn des 18. Jahrhunderts gefertigt worden, entstammen aber verschiedener Herkunftslander. Zur Kontextualisierung der barocken Wandbespannungen wird die Entwicklungsgeschichte der Ledertapetenherstellung aufgezeigt. AnschlieRend folgen ausfuhrliche Beschreibungen, sowie das Anstellen von Vergleichen zu ahnlichen Lederpaneelen in anderen Sammlungen. Auch werden textile Beispiele herangezogen, die den Dekoren als Vorlage dienten. Laut Oberlieferung besteht ein Bezug zwischen den Schweriner Goldledertapeten und Zar Peter dem GroRen. Dieser soll sie Carl Leopold von Mecklenburg zu seiner 1716 geschlossenen Ehe mit Katharina Iwanowna, seiner Nichte, geschenkt haben. Dass fur diese These keine Belege vorliegen, fuhrte zum Erforschen der Geschichte der Ledertapeten im Schweriner Schloss und zur Umsetzung dieser Arbeit. Weitere Kapitel dienen der Analyse des Baugeschehens in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf der Schweriner Schlossinsel, sowie der Bedeutung der Ledertapeten in dieser Zeit. Erganzt werden die Ergebnisse aus der Erforschung der Literatur und den Archivbestanden des Landeshauptarchives Schwerin durch einen Oberblick konservatorischer und restauratorischer MaRnahmen. Diese Arbeit fuhrte zu dem Ergebnis, dass eine Verbindung zu Russland nicht nachweisbar ist, sogar in Teilen widerlegt werden kann. Die Geschichte der Schweriner Ledertapeten erwies sich als weitaus spannungsloser, als sie in der Vergangenheit dargestellt wurde.

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

„Kam russisches Leder nach Schwerin?" ist die zentrale Fragestellung der vorliegenden Arbeit „Die barocken Ledertapetenbestande des Schweriner Schlosses". Als „russisch" haben die Autoren Stuler, Prosch und Willebrand der so genannten „Festschrift" von 1869[1] die Goldledertapeten im ehemaligen GroRherzoglichen Residenzschloss zu Schwerin bezeichnet, welche im Zuge der umfassendsten UmbaumaRnahmen in der Geschichte des Schlosses[2] in der Mitte des 19. Jahrhunderts dorthin gelangt sind. Diese komplexe Neugestaltung des Schlossgebaudes im Geschmack des wahrenden Historismus, wurde vom GroRherzog Paul Friedrich von Mecklenburg-Schwerin (1837-1842) angestoRen, „indem dieser Furst bald nach seinem Regierungsantritte im Jahr 1837 das groRherzogliche Hoflager wieder nach Schwerin verlegte"[3]. Vormals befand sich der Regierungssitz im nahe gelegenen Ludwigslust. Im Jahre 1842 beauftragte dann GroRherzog Friedrich Franz II. (1842-1883), der Nachfolger Paul Friedrichs, den von Karl-Friedrich Schinkel ausgebildeten Architekten Georg Adolph Demmler damit, einige Entwurfe fur die Neugestaltung des Schlosses anzufertigen.[4]

Zwei Raume wurden schlieRlich mit Goldledertapeten ausgestattet: die Kleine Audienz und das Ministerzimmer. Sie liegen in der Privatwohnung des GroRherzogs, welche sich in der Festetage befindet (Tafel I). Diese, uber der Schlosskirche gelegenen Raumlichkeiten, dienten bereits „seit dem 16. Jahrhundert dem personlichen Gebrauch der Landesherren"[5]. Somit waren sie ausschlieRlich einem erlesenen Personenkreis zuganglich. In historischen und zeitgenossischen Werken finden die Kleine Audienz und das Ministerzimmer weitaus seltener Erwahnung, als beispielsweise der Goldene Saal, der Thronsaal oder die Ahnengalerie. Diese Tatsache lasst sich leicht anhand der unterschiedlichen Raumfunktonen und damit einhergehenden Zuganglichkeiten erklaren. Das Ministerzimmer und die Kleine Audienz sind nebeneinander gelegen und direkt miteinander verbunden. Zu erreichen ist die Kleine Audienz, an der sich das Ministerzimmer anschlieRt, uber die uber Eck liegende Bibliothek. Die heutge Auffindsituaton der mit Goldleder ausgestatteten Raume gestaltet sich folgendermaRen: Die Tapeten der Kleinen Audienz befinden sich in situ. Ihr Zustand ist kritsch, doch sind die Tapeten mit einer mobilen Stellwand geschutzt, so dass kein direkter Kontakt zu weiteren Schadigungen fuhren kann. Die Ledertapeten des Ministerzimmers sind komplett ausgelagert und werden derzeit einer umfassenden Restaurierung unterzogen. Nach Abschluss der MaRnahme sollen die Tapeten wieder in das ehemalige Ministerzimmer eingebaut werden. Dieses wird derzeit vom Landtag Mecklenburg-Vorpommerns genutzt, der - neben dem Schlossmuseum - seinen Sitz im Schlossgebaude hat. Die Kleine Audienz und die darin befindlichen Ledertapeten werden voraussichtlich nicht fruher als im Jahre 2015 restauriert. Dass nach Abschluss der Arbeiten sowohl das Ministerzimmer, als auch die Kleine Audienz durch die Angliederung an das Museum der Offentlichkeit zuganglich gemacht werden, gilt als gesichert.

Aufmerksam auf die Schweriner Ledertapeten machte eine Schlossfuhrung im Mai 2009. Wahrend des Rundganges durch die restaurierten prunkvollen Raume erfuhr der Besucher, dass sich noch weitere Zimmer in der Festetage befinden, die bisher der Offentlichkeit nicht zuganglich sind. Sie schlieRen sich hinter der ehemaligen Bibliothek an. Zwei seien mit „Ledertapeten aus Russland"[6] ausgestattet, die Katharina Iwanowna[7] mitbrachte, als sie im Jahre 1716 den mecklenburgischen Herzog Carl Leopold heiratete. Zunachst erscheint dies nicht fragwurdig, so pflegte ja das GroRherzogtum politische Beziehungen und Bundnisse mit Russland. Die im Seminar „Tapeten, Tapisserien und Wandbespannungen"[8] vermittelten Grundkenntnisse zur Entstehungs- und Verbreitungsgeschichte dieser historischen Raumbespannungen gaben allerdings Anlass, dies kritsch zu hinterfragen. Die Aussage „aus Russland" macht nicht deutlich, worin der Bezug liegt: bei Russland als Herstellungsort, oder Tapeten, die von Russland nach Schwerin gelangten, aber nicht dort gefertgt wurden? Erste Recherchen konnten nicht klaren, in welcher Beziehung die Schweriner Ledertapeten letztendlich mit Russland stehen. Ungeachtet der bisher offenen Fragen lieR sich zunachst feststellen, dass beide Raumprogramme aus verschiedenem Entstehungskontext entstammen. Die Ledertapeten der Kleinen Audienz sind mittels Punzen hergestellt worden, die des Ministerzimmers hingegen mit Modeln gepresst. Diese unterschiedlichen Herstellungstechniken geben jedoch keine Auskunft daruber, auf welchem Wege, wann und durch welche Person sie nach Schwerin gekommen sind, und, ob gemeinsam oder getrennt. Den Zusammenhang mit Russland, der sich seit dem Erscheinen der Festschrift im Jahre 1869 bis in die Gegenwart manifestert hat, versucht die vorliegende Arbeit zu ergrunden. Motviert durch personliches Interesse an den ledernen Raumprogrammen in Schwerin, und die unbefriedigende Informationslage, besonders im Zusammenhang mit der „russischen" Herkunft, entstand der Ausgangspunkt dieser Diplomarbeit.

Die zunachst aus privatem Interesse motvierten Recherchen umfassten die in Leipzig verfugbare Literatur uber das Schloss Schwerin. Sehr rasch stellte sich heraus, dass eine Vielzahl an Material existert, doch der GroGteil die Schlossarchitektur, sowie die Park- und Gartenanlagen zum Thema hat. Die Quellenlage zur Innenraumgestaltung des Schlosses erwies sich als unbefriedigend. Bald wurde ersichtlich, dass die Frage nach dem russischen Zusammenhang auf diesem Wege nicht geklart werden kann. Eine Nachfrage im Schlossmuseum Schwerin erschien sinnvoll, um den gegenwartgen Forschungsstand der Ledertapeten und mogliche Literaturhinweise zu erhalten. Die Antwort fiel eindeutg aus: Die Goldledertapeten sind nicht eigens publiziert und das bestehende Material nicht hinreichend erforscht. Gelegentlich Erwahnung fanden die Goldledertapeten in Aufsatzen in Periodika und Abhandlungen, doch liefern diese keine hinreichenden, und vor allem keine einheitlichen Ergebnisse. Die Disparitaten bestehen vorwiegend darin, dass beide Raume gleichsam oder getrennt voneinander behandelt werden, und die Ergebnisse dementsprechend unprazise sind. Als Beispiel dient hier Horst Alsleben als Autor zweier Aufsatze. Er benennt beide Raumprogramme als Hochzeitsgeschenk des russischen Zaren Peter des GroGen, denn „im April 1716 [heiratete] in Danzig der Herzog Karl Leopold von Mecklenburg eine Nichte des Zaren, Katharina Ivanovna"[9]. Alsleben verweist nicht auf die unterschiedlichen Herstellungstechniken[10], sondern beschreibt beide Raumprogramme als „handgepunzte Ledertapeten"[11]. In weiteren Darstellungen gibt es abweichende Angaben zu MaGen und Herstellungstechniken, was allerdings zur Klarung der zentralen Fragestellung nicht weiter von Belang ist. Das 2007 erschienene Werk von Thomas Dann „Die groGherzoglichen Prunkappartements im Schweriner Schloss. Ein Beitrag zur Raumkunst des Historismus" prasentert den aktuellsten Forschungsstand zur Innenraumgestaltung. Die Kleine Audienz und das Ministerzimmer werden hier erwahnt, aber nicht in aller Ausfuhrlichkeit behandelt. Jedoch liefert Dann einige Quellenhinweise, mittels derer sich die weitere Erforschung der Ledertapeten im Schloss Schwerin ansetzen lasst. Eine Kompilation der Informationen, die aus der Literaturrecherche hervorgegangen sind, bildete den Ausgangspunkt dieser Arbeit. Dieser Vorgang erschien notwendig, um die stellenweise sehr divergenten Angaben zu erfassen, und daraus den weiteren Verlauf der Arbeit festzulegen. Die wissenschaftliche Fragestellung „Kam russisches Leder nach Schwerin?" bildete sich anhand der Formulierung in der „Festschrift" heraus. Umfangreiche Recherchen umfassten folglich die Bestande des Landeshauptarchives und der Landeshauptbibliothek Mecklenburg- Vorpommerns in Schwerin. Um die Schweriner Goldleder zudem in den gegenwartigen Forschungsstand auf dem Gebiet der Ledertapeten einzureihen, findet die vergleichende Methode Anwendung. Eine moglichst genaue Datierung und die Provenienz soll anhand von Vergleichsstucken aus anderen Sammlungen ermittelt werden, sofern sie nicht bekannt sind. Hierzu dienen die Bestande des Deutschen Tapetenmuseums in Kassel und die der Kunsthandlung Glass in Essen. Weiterhin wird dem bestehenden Hinweis zu einer ahnlichen Ledertapete im Schloss Moritzburg[12] nachgegangen. Daruber hinaus sieht die Arbeit eine Betrachtung der historistischen SchlossbaumaRnahmen vor. Der Fokus soll, mittels Primar- und Sekundarquellen belegt, auf den historischen und politischen Aussagewert gerichtet werden. Hierzu liefert Manfred Franz einen wichtigen Ansatz in seiner Arbeit von 1993, indem er eine „[i]nhaltliche und asthetische Analyse, Bedeutung und Wertung"[13] vornimmt.

Die dieser Arbeit zugrunde liegenden Quellen setzen sich wie folgt zusammen: Primar- und Sekundarliteratur, Archivdokumente des Landeshauptarchives in Schwerin, unveroffentlichte Berichte des Betriebes fur Bau und Liegenschaften[14] des Landes Mecklenburg-Vorpommern, sowie des Landesamtes fur Kultur und Denkmalpflege und deren Vorgangerbetrieben zur Zeit der Deutschen Demokratischen Republik[15], sowie gegenstandslose Quellen wie Zeitzeugenberichte. Diese werden als Telefonate sta^inden. Die daraus ermittelten Informationen sind in den Textanmerkungen kenntlich gemacht.

Der Ansatz der Archivrecherchen liegt bei Quellen aus Schwerin und Neustadt-Glewe. Dies erklart sich aus der Erwahnung in der Festschrift von 1869, dass „[d]ie aus russischem Leder gepreRte, goldene Tapete mit roth und hellblau verziertem Muster [...] fruher in dem groRherzoglichen SchloR zu Neustadt [war]"[16]. In der „Festschrift" werden neben denen im Ministerzimmers, auch „[d]ie Wande des Audienzzimmers [...] mit einer russischen Tapete von gepreRtem Leder"[17] genannt. Ober die Provenienz der Tapete wird lediglich mitgeteilt, dass diese „jedoch fruher nicht an dieser Stelle [war]"[18]. Etwa ein Jahrzehnt nach Beendigung der Bauarbeiten veroffentlicht, weist das Werk besondere zeitliche Nahe zu den Ereignissen auf. Zudem ist es von den Schlossbaumeistern selbst verfasst worden, was ihm einen hohen Quellenwert einraumt. Die Bezeichnungen „russische Tapete" und „russisches Leder" werden darin nicht weiter erortert. Keine Quelle aus der Errichtungszeit der Schlossraume liefert ein Erklarungsmodell, erst Horst Alsleben im Jahre 1988: „Es handelt sich hierbei [gemeint sind die Ledertapeten im Ministerzimmer und in der Kleinen Audienz, L.T.] um ein Hochzeitsgeschenk des russischen Zaren Peter der GroRe an den Herzog Carl Leopold von Mecklenburg"[19]. Doch nennt er an dieser, und auch spaterer Stelle[20] nicht die Quellen, die seiner These zugrunde liegen. Den Wahrheitsgehalt dieser These gilt es mit der vorliegenden Arbeit zu klaren, da sie sich bis in die Gegenwart behauptet. Samtliche ihm nachfolgenden Autoren beziehen sich auf Alsleben. Umfassenden Dokumentaftonen der konservatorischen und restauratorischen MaRnahmen, sowie deren vorangegangenen Untersuchungen und Planungen, finden ebenso Berucksichftgung bei der ErschlieRung der Geschichte der Ledertapeten des Schlosses Schwerin. Die vorwiegend zur Zeit der DDR durchgefuhrten Untersuchungen und vorbereitenden MaRnahmen, die letztendlich nicht vollendet wurden, werden mit in diese Arbeit einflieRen. Bei der kriftschen Quellenanalyse wird differenziert in belegbare und gegenwarftg nicht mehr belegbare Aussagen, die um die Ledertapeten herum Bestand haben. Sicher ist, dass sie in ihrer etwa 300 Jahre langen Existenz mehr erlebt haben, als ihnen heute noch nachzuweisen ist. In der Vergangenheit fand keine umfassende Kompilafton der Ergebnisse aus publizierten und archivalischen Quellen statt. Als Grundlage dieser Arbeit ist eine ganzheitliche Erfassung bestehender Informaftonen vorgenommen worden, die zur Klarung des Begriffs „russisches Leder" fuhren soll.

I. HISTORISCHER KONTEXT

1. ZurGeschichte europaischer Ledertapeten

In diesem Kapitel wird die Entwicklungsgeschichte der europaischen Ledertapeten aufgezeigt. Die Anfange und fruhen Prozesse der Goldlederverarbeitung werden indes nur angeschnitten, nicht aber ins Detail beschrieben. Vielmehr soil der Oberblick als Wissensgrundlage fur die nachfolgende Abhandlung der Schweriner Ledertapeten dienen.

Goldledertapeten sind eine Besonderheit, die im europaischen Barock ihren Hohepunkt fanden, aber schon am Ausgang des 15. Jahrhunderts verbreitet waren. Leder war bereits seit Jahrhunderten ein verbreiteter Werkstoff. Die Mauren brachten schlieRlich die Kunstfertigkeit der Goldlederverarbeitung nach Spanien, von wo aus sie sich uber die gesamte iberische Halbinsel ausbreitete.[21] Diese kunstvollen Waren wurden bis nach Frankreich, die Niederlande und Deutschland exportiert, wo von „Spanischem Leder" oder „Korduanleder" gesprochen wurde. Letzteres bezieht sich auf die spanische Stadt Cordoba, die sich zu einem der fuhrenden Zentren in der Goldlederherstellung entwickelte.[22] Im 14. und zu Beginn des 15. Jahrhunderts schmuckte das wertvolle Material noch vorzugsweise Gebrauchsgegenstande wie Koffer, Etuis oder diente als Tischdecke. Gleichzeitig wurde es ebenfalls furAltar- und partielle Wandbehange z. B. hinter Sitzbanken eingesetzt.

Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts zierte Goldleder vorrangig die Wande und das Mobiliar von Prunk-, Staats- und Kirchenraumen. Der Grund dafur liegt wohl vor allem in dem imposanten Effekt, den diese Wandverkleidungen boten. Trotz einer Vielzahl uberlieferter Raumprogramme, ist der einstige Eindruck nur schwer nachzuempfinden. So liegt es dem Werkstoff inne, sich im Verlauf der Jahrhunderte signifikant zu verandern. Das organische Material altert naturlicherweise, indem es stark nachdunkelt und verhartet, sowie Wellen bilden kann. Diese irreversible Alterung des Tragermaterials lasst die einst prachtvoll leuchtenden Raume heute oft matt und duster erscheinen. Exemplarisch konnen heutigentags Gemalde den Eindruck des einstigen Glanzes geben. Zwei Beispiele aus dem 17. und eines aus dem 19. Jahrhundert zeigen mit Leder ausgekleidete Interieurs und die unterschiedlichen Gestaltungsmoglichkeiten, die bei der Ausschmuckung mit Goldleder geboten waren: Sie reichten von einer Verkleidung des Sockelbereiches, bis zum Tursturz oder bis hin zu komplett mit Ledertapeten bespannten Wanden (Tafel II). Variationen in der Anordnung, wie etwa ein pilasterartiger Aufoau oder eine Kombination mit einem holzverblendeten Sockel, sind ebenfalls gangig gewesen.

Historische Raumausstattungen unterlagen Gestaltungskriterien, die sich je nach der Raumfunktion richteten. So galt eine marmorne Wandverkleidung als die luxurioseste Form der Ausstattung, Wandteppiche standen diesen unmittelbar nach. Goldledertapeten reihten sich in der Bedeutungsebene etwa neben den Seiden- oder Samtbrokaten ein.[23] Sie galten als Luxusartikel und wurden zum mobilen Inventar[24] eines Hauses gezahlt. So sind beispielsweise Ledertapeten im Jnventarium derer Hoch=Furstl. SchloRer zu Neustadt und der darinnen sich befindlichen Meubles wie Sachen Anno 1747"[25] neben anderen Ausstattungsstucken wie Mobel, Gemalde und Silberwaren erwahnt. Ebenso belegen Quellen die Mobilitat und Sekundarnutzung der kostbaren Wandbehange. So fand beispielsweise eine Lieferung an Ledertapeten von Craak nach Neustadt statt.[26] Angesichts ihres Zustands wurden sie fur noch „gut zu gebrauchen"[27] befunden. Die mehrfache Nutzung an verschiedenen Orten war moglich, da die einzelnen Lederpaneele, die zu einer Art Leinwand zusammengenaht waren, auf Rahmen gespannt wurden. Somit konnten sie abgenommen und, eingerollt in Kisten verpackt, an anderer Stelle wiederverwendet werden. Diesen Vorzug teilen die ledernen Wandbespannungen mit den textilenen, die ebenfalls wiederverwendet wurden.[28]

Eine einzelne Ledertafel hatte ein NormmaR von 75 Zentimetern in der Hohe und 65 Zentimetern in der Breite, welches das fruh in Zunften organisierte Handwerk festlegte.[29] Dieses MaR galt es streng einzuhalten, um die im Rapport entstehenden Muster zu erlangen. Verwendet wurden gegerbte Kalb-, Ziegen- oder Schaffelle.[30] Diese weisen eine besonders geschmeidige Beschaffenheit auf und eignen sich am besten fur die aufwendige Weiterverarbeitung. Der auf den exakten Zuschnitt folgende Arbeitsschritt bestand darin, die Paneele mit Blattsilber zu versehen. Hierfur wurde ganzflachig ein Leim aufgetragen, der die dunne Silberschicht fixiert. AnschlieRend musste die Silberauflage poliert werden, um den vollen Glanz zu erlangen, den die Ledertapeten einst darboten. Um dem Charakteristikum des Silbers entgegenzuwirken, mit der Zeit schwarz anzulaufen, wurde eine weitere Schicht zur Versiegelung der Oberflache aufgetragen. Diese bestand vorwiegend aus Pergamentleim oder EiweiR.[31] Erst im folgenden Arbeitsschritt ist die „Vergoldung" der Ledertafeln vorgenommen worden. Hierfur „wurde ein gelbbrauner Firnis mit den Hauptbestandteilen Kolophonium, Harz und Leinol"[32] verwendet, der durch seine transluzide Beschaffenheit den charakteristischen Goldeffekt bewirkt. Der besonders gleichmaRige Auftrag wurde mit bloRen Handen von so genannten „Goldpatschern"[33] ausgefuhrt. Das Trocknen geschah in der Sonne. Dafur wurden die Ledertafeln auf einfache Holzbretter genagelt, von denen man sie anschlieRend wieder abnahm (Tafel III). Daraufain erfolgten die eigentlichen Verzierungen wie farbige Bemalungen und das Punzieren. „Geometrische Muster, stark bewegtes Bandwerk oder uppige Granatapfelmuster wurden mit wenigen Farben effektvoll umgesetzt."[34] Lederne Wandbehange „alla grotesca"[35] hatten „ihre Vorbilder in der Wandmalerei" und waren untergliedert „in Paneele mit von Pilastern bzw. Borduren gerahmten Feldern"[36]. Weiterhin konnten Goldleder auch „a brocadi"[37] hergestellt werden, welche dann Brokate bzw. Brokatsamte imitieren. Zunachst waren punzierte, sehr ornamental-geometrische Ledertapeten charakteristisch. Dieser Typus breitete sich von Spanien nach Italien, Frankreich und Flandern aus (Tafel IV). Mit einem holzernen Model wurden die Konturen der Muster auf die Oberflache gedruckt, um sie anschlieRend mit verschiedenen Farben nachzumalen und dann mit kleinen Metallpunzen zu bearbeiten. Die entstehende reliefartige Oberflache gab den Ledertapeten ihr kunstvolles Aussehen. Ergo ist die Imitation von aufwendig gewebten Stoffmustern authentischer. Eine Vielzahl verschiedener Punzen stand zur Verfugung: Kreise, Quadrate, Dreiecke, Strichlagen, Wellen, etc.[38]

Zur seriellen Herstellung der einzelnen Ledertafeln bildete sich die Technik des Pragens anhand von Holzmodeln heraus. Der Vorteil bestand vor allem darin, dass die Formen absolut identische Muster gewahrleisteten, was fur das spatere Zusammensetzen der einzelnen Tafeln sehr dienlich war. Seit dem Jahre 1628 hatte sich diese Herstellungsweise folgenreich weiterentwickelt: Das Pragen mittels einer Metallform wurde moglich. „Damit konnte man die schonsten Ledertapeten en relief serienmaRig und auf eine ziemlich einfache Weise herstellen."[39] Zudem boten die metallenen Model eine dauerhaftere Bestandigkeit, also auch eine hohere Auflage, als die holzernen. Mit dieser Neuheit veranderte sich auch die Ornamentik. Das Imitieren geometrisch angelegterTextilmuster nahm in der Folgezeit ab, „vielmehr setzte sich eine freie Kombination von auf dem Markt erhaltlichen Ornamentstichen durch: mythologische Figuren, vielerlei Getier, Putten und Fabelwesen tummelten sich in phantasievollen Rankenformen mit Blattern und Fruchten."[40]

Dieses Novum brachte Dekore von einer Hohe bis zu zwei Zentimetern hervor.[41] Anders als bei punzierten Tapeten, wurden die gepragten Leder erst im letzten Arbeitsgang mit einer farbigen Bemalung versehen. Vermehrt fanden nun auch opake Farben, besonders fur die Zwischenraume der erhabenen Ornamente, Verwendung (Tafel V).

Ledertapeten erfuhren nicht nur aufgrund ihres effektvollen Aussehens groRe Beliebtheit. Auch die Tatsache, dass sie aus sehr haltbarem Grundmaterial bestanden, kam entscheidend hinzu. So boten sie gegenuber textilen Wandbespannungen eine niedrigere Anfalligkeit fur Staub und Feuchtigkeit, die permanent auf das Material einwirkten. Zudem blichen sie weitaus langsamer aus, bzw. dunkelten nach. Ein Pariser Bericht beschreibt einen weiteren Vorteil, namlich „[a]uch daR sie endlich nicht so leicht zur Vermehrung der Wanzen oder Wandlause Gelegenheit geben; als welche diese Hauptstadt (Paris) im Sommer schrecklich qualen."[42] Dass lederne Mobelbespannungen eine vergleichsweise lange Lebensdauer hatten, belegen Quellen aus Cordoba aus dem 16. Jahrhundert. Darin ist geschildert, dass „[i]m Jahr 1502 [...] Goldleder fur Sitzbezuge des Ratssaales bestellt [wurden], [...] und in den Jahren 1552/53 wurden die Sitzbezuge des Ratssaales durch neue ersetzt."[43] Eine permanente Nutzung von 50 Jahren bei Gebrauchsgegenstanden beweist die besondere Qualitat, die die fruhen spanischen, und auch die nachfolgenden Goldleder gehabt haben mussten. Die hohen Anschaffungskosten rentierten sich bei einer solch langen Lebensdauer des Materials durchaus. Die Haltbarkeit konnte jedoch auch als nachteilig angesehen werden, so „stand [sie] dem Bedurfnis nach einem „Tapetenwechsel" entgegen."[44] Als um 1750 der Stoffdruck erfolgreich auf Papier erprobt und angewandt wurde, waren die Ledertapeten zusehends weniger konkurrenzfahig. Die sich nach immer schneller wechselnder Raumausstattung sehnende Kundschaft investierte nun vorrangig in weitaus gunstigere Papiertapeten.[45] Die schweren Goldleder kamen auRer Mode und fanden erst im Historismus, etwa einhundert Jahre spater, wieder Interesse und Anerkennung.

II. SCHWERINER GOLDLEDERTAPETEN

2. Beschreibung der Raumprogramme

Die mit Ledertapeten ausgekleideten Raume des Schlosses Schwerin befinden sich in der ehemaligen groRherzoglichen Privatwohnung in der Festetage (Tafel I). Wahrend groR angelegter UmbaumaRnahmen des Schlosses in der Mitte des 19. Jahrhunderts, wurden barocke Goldledertapeten zur Raumausstattung der Kleinen Audienz und des Ministerzimmers verwendet. Archivalisch nachweisbar sind Ledertapeten im Schweriner Schloss schon mehr als ein Jahrhundert zuvor. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts sind als Wandverkleidungen groRtenteils textile oder lederne Wandbespannungen ausgefuhrt worden. In ihrer Hochzeit fanden Goldledertapeten eine weite Verbreitung, wie auch im Schloss Schwerin nachgewiesen: So nennt beispielsweise die „Hochfurstl. Anordnung fur Transport von Neustadt nach Schwerin, 10ten Marty 1736" in einer Auflistung an Japetsereien" einen „Ausschlag im Zimmer von Gold= und Silber Leder"[46]. Im 19. Jahrhundert fanden diese indes keine Verwendung fur die Raumausstattung der Kleinen Audienz und des Ministerzimmers. Grunde dafur konnen nur mutmaRlich genannt werden, da keinerlei Belege uberliefert sind. Eine Annahme besteht darin, dass die alten Ledertapeten nicht mehr im Schloss vorhanden waren oder sich in derart schlechtem Zustand befanden, dass sie nicht fur eine weitere Nutzung in Betracht kamen. Denn letztlich blieb das Schloss nahezu ungenutzt, nachdem der Hof im Jahre 1764 nach Ludwigslust verlegt worden war.[47] Starke jahreszeitlich bedingte Klimaschwankungen konnen das Leder irreversibel deformiert haben. Auch erscheint es denkbar, dass die vorhandenen Lederpaneele schlicht nicht die benotigte Menge zur Ausstattung der groRherzoglichen Raumlichkeiten hergaben.

Die schlussendlich umgesetzten Raumprogramme werden in den folgenden Abschnitten separat vorgestellt. Ausfuhrliche Beschreibungen sind anhand von Farbabbildungen veranschaulicht. Weiterhin werden Vergleichsstucke anderer Materialgruppen herangezogen, die aufzeigen, an welchen Vorbildern die Ornamentik der Schweriner Ledertapeten orientiert ist.

2.1 Kleine Audienz

„Von der Bibliothek fuhrt eine Thur in das Zimmer b5, welches zu den kleinen Audienzen bestmmt und mit einem Thronsessel versehen ist."[48] Hier wurden Ledertapeten fur die Innenraumgestaltung realisiert, wenngleich „[d]ie Hauptwandflache [...] mit Stofftapete bespannt werden [sollte]."[49] Ursprunglich waren samtliche Wandflachen mit Ledertapeten versehen, mit Ausnahme der Ofenecke und dem Durchgang zur Bibliothek.[50] Der Raum ist von rechteckigem Grundriss und hat ein seeseitiges Fenster in Richtung Osten. Zwei einflugelige Verbindungsturen fuhren in das Arbeits- und das Ministerzimmer. Das Eichenparkett setzt sich aus abwechselnd hellen und dunkeln Quadraten zusammen, die diagonal zum Grundriss angeordnet sind. Eingefasst wird die Flache von einem umlaufenden Fries. GemaR der „Festschrift" ist die Kassettendecke „aus dem alten Schlosse hier erhalten."[51]

Die gegenwertge Auffindsituat'on gestaltet sich folgendermaRen: die Ledertapeten befinden sich in situ, jedoch in einem fur die Offentlichkeit nicht zuganglichen Teil des Schlossmuseums. Anders als die Ausstellungsraume des Schlossmuseums, ist die ehemalige Kleine Audienz nicht restauriert. Genutzt wird der Raum derzeit als Stuhllager und Aufenthaltsraum des Aufsichtspersonals. Die an zwei Wanden - einer Lang- und einer Strnseite - befindlichen Goldledertapeten sind mittels einer Umbauung durch eine mobile Wand geschutzt. Ihr Zustand wir allerdings seit der Mitte der 1980er Jahre als besonders kritsch eingeschatzt.[52] MaRnahmen zum Erhalt der Leder sind seither keine erfolgt[53], es finden lediglich Zustandskontrollen statt. Alterung, Verschmutzung, Ablosen der Leder vom textlen Tragermaterial und substanzielle Beschadigungen sowie Fehlstellen sind vorzufinden.

Bei diesen Goldledertapeten handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Stucke aus Italien zu Beginn des 18. Jahrhunderts.[54] Die ledernen Paneele sind auf eine Leinwand aufgezogen, die frei auf einem Kantholzrahmen gespannt ist.[55] Dieser liegt dem rohen Mauerwerk auf. Mikroskopisch wurde folgender Aufoau der Tapete ermittelt: Leder, Klebemittel, vermutlich Gelatine, Silber, Goldlack mit Punzen, grune oder rote Lasur. Nach der Anbringung im Schloss Schwerin, ist die gesamte Wandflache mit einer weiteren Lackschicht versehen worden, die „fruhere Bruche, Krakeleerisse und Abplatzungen"[56] uberdeckt. Dies wird daher offensichtlich, dass der Lackauftrag nur bis zu den Kanten der Stuckleisten vorgenommen wurde. Ferner wurden zwei verschiedene Techniken in der Lederverarbeitung ermittelt: eine „kunstlerisch elegante [...] mit einer plastischen Modelierung" und einer, die „flacher, mechanischer und weniger gekonnt"[57] erscheint. Dies lasst auf eine Herstellung in einer anderen Werkstatt oder zu einem anderen Zeitpunkt schlieGen, was hingegen in jedem Fall „vor der Wiederanbringung in Schwerin"[58] geschehen sein muss: „Die Schnittkanten der ursprunglich mit Bindfaden oder Lederschnuren zusammengehaltenen Ledernutzen beweisen dies."[59]

Die goldlederne Tapete ist uber einem holzernen Lambris aus Eiche angebracht. Sie setzt sich aus einem Hauptfeld und einer oberen und unteren Bordure zusammen (Tafel VI). Die Borduren sind nicht identisch und offenkundig aus verschiedenem Entstehungskontext. Die Hauptflache besteht aus vier Reihen hochkant angeordneter Paneele. Vier Ledertafeln, davon jeweils zwei nebeneinander und ubereinander, bilden den Rapport, was ein typisches Merkmal italienischer Goldledertapeten des Spatbarocks ist.[60] Die Vorlagen fur diese Ledertapeten lassen sich moglicherweise in den so genannten „bizarren Seiden" finden.[61] Es handelt ich dabei um broschierte[62], besonders qualitatvolle und luxuriose Seidendamaste.[63] Italienische Goldleder zeichnen sich vorwiegend durch groRzugige, symmetrische Dessins aus. Das Dekor der Leder der Kleinen Audienz ist vertikal angeordnet und durchgangig geometrisch organisiert (Tafel VII). AusschlieRlich aus zwei verschiedenen Halbmustern, die durch eine Spiegelung an den senkrechten StoRe des Leders das gesamte Ornament bilden, entsteht das Dekor. Von oben nach unten folgen ein rundovales und ein langlich, sich miffig verjungendes Element im Rapport aufeinander. Spannungsreich wirkt die Komposition durch den Wechsel von vornehmlich grafisch anmutenden Partien mit daran anschlieRendem „wild wachsendem", uppigen Rankenwerk. Bevorzugt verwendete Dekorationselemente sind fleischiger Akanthus und Blattwerk, das sich zu verschieden groRen Voluten einrollt oder halbkreisformig windet. An der oberen Kante jedes Paneels hangt miffig eine stilisierte, phantasievolle Blute herab, die wiederum an einem kleinen, zu einem Haken geformten Blattchen auf dem daruber liegenden Paneel eingehakt scheint. Sie lassen den Effekt einer Berainschen Raumbuhne anklingen, jedoch nur bei der Betrachtung des Details. Weiter wird das Dekor erganzt von kleinen Palmetten und stilisierten Blutenblattern. In der Gesamtwirkung zeigt die Ledertapete das fur die Zeit um 1700 typische Spitzovalraster auf.

Als weiteres Charakteristikum italienischer Goldleder gelten auffallend differenzierte Punzierungen.[64] Die Schweriner Exemplare weisen unter anderem die Verwendung einer Punze in V-Form auf, die nur fur italienische Lederwerkstatten bekannt ist.[65] In ihrer Gesamterscheinung vermitteln die Wandbehange den Eindruck einer besonders plastischen Oberflache, wie bei ihren Vorbildern aus Textil. Bei starkem Lichteinfall wird ihr Glanz, der durch den so genannten Goldlack erzielt wird, und die differenzierte Oberflachenbearbeitung sichtbar. Die uppig angelegten, goldsichtigen Flachen, an denen die Punzierungen vorgenommen wurden, sind rot und schwarz konturiert. Der geringfugige, dunkelgrune Hintergrund blieb unbearbeitet. Eine kraftige Farbgebung der Goldflachen und ein monochromer Hintergrund lassen ebenfalls auf eine italienische Provenienz schlieRen, wie auch die bereits oben genannten Aspekte. Die Kleine Audienz muss einst in einem beeindruckenden Goldglanz gestrahlt haben, was sich heutigentags nur erahnen lasst.

Die einzelnen Ledertafeln der unteren Bordure weisen eine analoge Breite zu den Paneelen der Hauptflache auf, sind allerdings versetzt angebracht, so dass sie nicht auf die senkrechten StoRe folgen (Tafel VIII, a.). Sie bildet einen harmonischen Gesamteindruck mit der Hauptflache. Der obere Rand besteht aus einem schmalen Goldstreifen und einem roten Strichzug. Der untere, breitere Rand wird aus zwei Goldleisten mit einem mittg angeordneten roten Strichzug und einem am oberen Abschluss angesetzten Rundornament gebildet. Zwischen beiden Strichzugen verlauft ein punziertes Band. Ein an der Unterkante sichtbares florales Element lasst darauf schlieRen, dass die Bordure beschnitten wurde und der untere Teil ursprunglich weiter ausgestaltet war. Die Hauptflache wird von einem nach unten runden Halboval eingenommen, das durch ein Band eingefasst ist. Darin haben palmettenformig angeordnete Blatter, Bluten und ein leuchtend rotes Band Verwendung gefunden. Zwei oberhalb angeordnete, stilisierte Bluten sind mittels roter Perlen auf durchgehenden Schnuren miteinander verbunden. Die senkrechten StoRe der Leder sind jeweils mit einer gespiegelten Halbblume versehen, die durch das Zusammenfugen in ihrer Ganze ersichtlich wird. Der kelchartige Blutenkopf erwachst wiederum aus einer sich zu beiden Seiten einrollenden Verzierung, die sich mittig aufspaltet und ein blattahnliches Gebilde hervorbringt. Die Farbgebung entspricht der der Hauptwandflache: dunkelgruner Fonds, groRflachige Goldfelder, rote und schwarze Konturierungen. Doch wenngleich die Bordure eine identische Farbgebung und Verwendung der Punzen aufweist, wird bei naherem Betrachten deutlich, dass es kein korrespondierendes Dekorationselement gibt. Die gebanderte Anordnung, die verhaltnismaRig groRen Einzelflachen und besonders die roten Perlen sind in den Paneelen der Hauptwandflache nicht zu finden. Ebenso ist ihre Ornamentik weitaus filigraner, als die der eher grob verzierten Bordure. Dieses Faktum muss allerdings nicht bedeuten, dass beide Elemente nicht zueinander gehoren. Es kann hingegen ein Hinweis darauf sein, dass sie aufgrund ihrer zunachst optischen Obereinstimmung in der Vergangenheit zusammengefugt worden sind, obwohl sie nicht als kongruentes Raumprogramm hergestelltwurden.

Mit der oberen Bordure verhalt es sich deutlicher. Ihr Entstehungskontext ist ein anderer als der der Hauptwandflache, was bereits die Herstellungstechnik belegt. Es handelt sich hier um gepragtes Leder sudniederlandischer Herkunft (Tafel VIII, b.), dessen Entstehungszeit auf 1700-1740 datiert wird.[66] In ihrer Farbigkeit und im Dekor weist die Bordure starke Parallelen zum Raumprogramm des Ministerzimmers auf. Da sie jedoch in der Kleinen Audienz Verwendung fand, wird sie ebenfalls an dieser Stelle behandelt. Ihr Dekor ist streng geometrisch angelegt und an einer horizontalen und vertikalen Mittelachse gespiegelt. Ein zentrales Medaillon mit vierpassartig angeordneten Bluten bildet das Zentrum. Dieses wird flankiert von einem achteckigen Rahmen, der von bluten- und fruchtbesetzten Ranken umgeben ist. Die Ranken sind an den Verlangerungen der Spitzen des Achtecks gespiegelt. Eingefasst wird der beschriebene Mittelteil von vier floralen Ranken mit verschiedenen Bluten auf breitem Fonds. Diese Flachen sind ebenfalls gespiegelt angeordnet. Der Hintergrund wird von einer netzartigen Oberflache gebildet. An den jeweiligen Schnittpunkten der „Faden" sowie in den quadratischen bis rautenformigen Zwischenraumen, sind feine Punkte angebracht. Der obere und untere Abschluss setzt sich aus einem Blutenband mit abwechselnd einer dreiblattrigen und einer kelchartigen Blute zusammen. Die gesamte Flache der Bordure ist mit Goldlack uberzogen. Ihre Farbgebung ist sehr reduziert. Lediglich opakes Blaugrau als Fonds des zentralen Ornaments und ein transluzides Rot als Fonds der vier umgebenden Ranken sind verwendet worden.

Ein Vergleich mit den als Inspirationsquelle dienenden Textilien soll zeigen, wie ahnlich der Effekt ist, den die „vergoldeten" Leder Italiens zu Beginn des 18. Jahrhunderts erzeugten. Die erste Abbildung zeigt einen deutlich alteren Seidendamast aus der 2. Halfte des 15. Jahrhunderts aus Italien, mit dem charakteristischen Granatapfelmotiv, welches zur Entstehungszeit der Ledertapete bereits aus der Mode war.[67] Es ist allerdings ein gutes Beispiel fur die monochrome Gestaltung des Hintergrundes und der verschiedenartigen Reliefierungen der Ornamentik (Tafel IX), wie schon bei fruhen Ledertapeten ublich (Tafel IV). Eine weiteres Textilgewebe zeigt ein mit Goldlahn aufgesticktes Ornament einer Prunkweste (Tafel X, a.). Die Detailaufnahme veranschaulicht die Ahnlichkeit in der Wirkung reich punzierter „goldener" Oberflachen von Ledertapeten mit den verschiedenen Techniken des Broschierens (Tafel X, b.). Diese textilen Beispiele beziehen sich auf die Hauptwandflache und die untere Bordure der Kleinen Audienz. Vergleichbare Textilien fur die obere Bordure werden im folgenden Abschnitt behandelt, da es sich dabei um die selben Vorlagen wie fur die im Ministerzimmerverwendete Ledertapete handelt.

2.2 Ministerzimmer

Das Ministerzimmer, „welches zu Conferenzen und den Ministersitzungen bestimmt ist, die im Schlosse stattinden sollen"[68] befindet sich im „Haus uber der Schlosskirche"[69] und ist uber eine Verbindungstur mit der Kleinen Audienz verbunden. Zwei hofseitige Fenster versorgen den Raum mit Tageslicht, der wahrend der UmbaumaRnahmen, ahnlich wie die Kleine Audienz, von der Grundstruktur und der Hohe nahezu unverandert blieb. „Nach MaRgabe des „Kosten=Anschlages" von 1855 waren die Wande oberhalb des Lambris mit „Leinen einzuspannen" und schlieRlich mit „Papier Tapeten incl. Einlagen" zu dekorieren"[70], doch kam es letztendlich auch hier zur Umsetzung von ledernen Wandbespannungen.

Die gesamte Raumausstattung der Ledertapeten ist derzeit fur umfassende RestaurierungsmaRnahmen ausgelagert. Abgenommen und transportiert in einzelnen Bahnen (Tafel XI), konnen sie erst in den nachsten Jahren wieder einen Gesamteindruck im Schloss liefern. Sie befinden sich in der Werkstatt der Dresdner Diplom Restauratorin Monika Neugebauer. Nach Abschluss der MaRnahmen werden die Paneele wieder in die ursprunglichen Raumlichkeiten eingebaut. Das ehemalige Ministerzimmer wird heute vom Landtag Mecklenburg-Vorpommerns genutzt. Nachdem die Ledertapeten wieder an ihren einstigen Platz gekommen sein werden, wird dieser Raum dem Schlossmuseum angegliedert und von der Offentlichkeit zu besichtigen sein.

Die sudlichen Niederlande, das heutige Belgien, gelten als Herkunftsland der Goldledertapeten, die zwischen 1700 und 1708 hergestellt worden sind.[71] Im Ministerzimmer fanden Ledertafeln zur Wandverkleidung Verwendung, jedoch keine Bordure. Eingefasst waren die ledernen Felder uber einem Eichenlambris mit Zierleisten aus Stuck (Tafel XII).[72] Das flachige Pragen, welches eine Besonderheit der niederlandischen Ledertapeten ist, nahm im Verlauf des 17. Jahrhunderts spezielle Formen an: man erreichte stark erhabene Reliefs, die eine auRergewohnlich plastische Wirkung erzeugten.[73]

„Bei den niederlandischen Tapeten des 18. Jahrhunderts wird das Relief [allerdings wieder, L.T.] flacher, dafur aber der Grund der Tapete sehr stark mit Punzmustern in Kreisen oder kleinen gestreiften Quadraten uberzogen. Dieser Punzungseffekt wurde mit Metallwalzen erreicht, die in der Art von Waschemangeln arbeiten."[74] Diese Entwicklung ist beispielsweise bei der feinen, netzartigen Hintergrundgestaltung der Schweriner Exemplare erkennbar.

Ein Schwarz-WeiR-Foto verdeutlicht, wie sich das Muster in seiner Fernwirkung erschlieRt (Tafel XIII): Helle schmale und dunkle breite Reihen verlaufen senkrecht nebeneinander. Sie werden gebildet aus sich aneinander reihenden Kreisen, die jeweils mitt'g von einer kreisrunden Flache besetzt sind. Erreicht wurde dieses durchgehend geometrische Muster mit nur einer Prageform, die alle Paneele mit identischer Beschaffenheit moglich machte. Eine einzelne Ledertafel ist achsensymmetrisch aufgebaut (Tafel XIV). In der Mitte befindet sich ein mit Blumenranken umgebenes Medaillon, das von einem doppelten Steg eingerahmt ist. Vier geschwungene Partien mit darin liegenden Blumenranken flankieren das Zentrum. In diesem Dekor „[bilden] die floralen Goldranken [..] das strukturelle Bindeglied der Komposition."[75] Viertelkreise mit Blatt- und Blumenranken zieren die vier Ecken einer Ledertafel. In der Gesamtwirkung des Raumes bilden diese mit dem daruber liegenden Feld die schmalen, hellen Reihen. An den Kurzseiten befindet sich ein halbrunder Doppelkreis zwischen den Viertelkreisen der Eckpartien. Eine gitterartige Grundflache, der Ranken mit roten Beeren aufliegen, bilden den Mittelteil der Langseiten. Die aufgemalten Ranken unterscheiden sich in ihrer Ausfuhrung pragnant von den sonstigen Gestaltungselementen: Sie bestehen aus einfachen, sich symmetrisch kreuzenden Zweigen mit schlichten Lanzettblattern und ovalen Beeren. Das ubrige Rankenwerk ist weitaus geschwungener und bildet sich oftmals aus aneinander gereihten Blattern, die nicht an einem Zweig befestigt sind. Zudem weichen diese in ihrer Farbigkeit ab, indem sie jeweils im Gold des Untergrundes belassen sind. Lediglich die sie umgebenden planen Flachen sind mit einer Farbauflage versehen. Verwendet wurden ein opakes Graublau und ein transluzides Dunkelrot. Der Farbauftrag ist nicht sonderlich sorgfaltig ausgefuhrt worden (Tafel XV), was die Gesamtwirkung allerdings nicht beeintrachtigt haben durfte.

Eine zeitgenossische Quelle beschreibt das Dekor als „Damastmuster"[76], was auf eine erneute Hinwendung zu textilen Vorlagen schlieRen lasst. Allerdings konnte, auch mit Hilfe des umfangreichen Bestandes an Textilien im Leipziger GRASSI Museum fur Angewandte Kunst, kein Vergleichsstuck aus der Zeit um 1700 ermittelt werden. Zeitgenossische Dekoradonsseiden sind naturalisdsch floral gestaltet und mit mindestens einer Spitzovalrahmung versehen.[77] Vielmehr erscheinen Vorlagen aus vergangenen Sdlen verwendet worden zu sein. Auch ist diese Ledertapete ein Beleg dafur, dass oftmals Gestaltungselemente verschiedener Materialgruppen zusammengefugt werden. Beispielhaft zu nennen ist hier Metallzierrat fur Teile der floralen Gestaltung (Tafel XVl).

Die o. g. Ausfuhrungen gelten fur die Wandflachen im Ministerzimmer und die obere Bordure in der Kleinen Audienz. Offenbar gehorte diese ursprunglich zum Raumprogramm des Ministerzimmers, fand aber dort keine Verwendung. Nicht nur im Dekor, auch in der Farbauswahl und dem unsauberen Farbauftrag sdmmen diese Leder uberein (Tafel VXII).

2.3 Parallelen zu Ledertapeten anderer Sammlungen

Barocke Ledertapeten sind in hoher Auflage produziert worden. Zwar konnen sie in ihrer farbigen Bemalung durchaus stark variieren, weisen aber oftmals eine identische Pragung oder Punzierung auf.[78] Besonders durch die vereinfachte Herstellungsweise mittels Prageplatten wurde die Fertigung in Serie und verhaltnismaRig hohe Auflagen moglich (Tafel XVIII). Ebenso sind besonders beliebte Muster von Werkstatten im In- und Ausland kopiert worden. Es kann sich dabei um freie oder sehr detailgetreue Nachahmungen handeln.[79] Diese Tatsache macht es heute besonders schwierig, die exakte Provenienz und Datierung der bis in die Gegenwart uberlieferten Ledertapeten zu ermitteln. Eine weitere Erschwerung bei der Identifizierung liegt im gegenwartigen Forschungsstand. Die Anzahl der erforschten Goldledertapeten, mit ihrem Herstellungsort und -zeitraum, ist partiell noch sehr gering. Luckenhafte Forschungsstande konnen anhand von Vergleichen mit Ledertapeten anderer Sammlungen vermindert werden, deren Erforschung weiter fortgeschritten ist, bzw. deren Quellenmaterial uberliefert wurde und ausgewertet ist oder werden kann.

Fur die Schweriner Ledertapeten lassen sich Vergleichsstucke verschiedener Sammlungen heranziehen. Da es sich bei der Ausstattung der Kleinen Audienz und des Ministerzimmers um optisch und technisch andersartige Goldleder handelt, werden sie in den folgenden Abschnitten getrennt behandelt.

2.3.1 Kleine Audienz

Die Kunst der Goldlederbearbeitung mittels Punzen hatte sich zunachst von Spanien nach Italien ausgebreitet. Bereits seit dem 15. Jahrhundert kann diese dort nachgewiesen werden.[80] Textile Muster dienten dabei als Vorlage fur die Gestaltung der Goldleder. Das vormals haufig verwendete Granatapfelmuster wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts abgelost von aufwendig angelegten symmetrischen Formen.[81] Die lederne Wandbespannung der Kleinen Audienz besteht aus einer unteren Bordure, dem Hauptfeld und einer oberen Bordure. Wie in Abschnitt 2.1 beschrieben, handelt es sich bei der unteren Bordure und dem Hauptfeld hochstwahrscheinlich um Leder italienischer Provenienz, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts hergestellt worden sind. Die obere Bordure stammt etwa aus der selben Zeit, ist aber in den sudlichen Niederlanden produziert worden.[82] Vergleichsstucke fur diese lassen sich mithilfe des 1991 erschienenen Kataloges des Kunsthandels Glass ermitteln. Abbildungen zeigen, dass die Schweriner Bordure diejenige ist, die die dezenteste Farbgestaltung erfuhr (Tafel XIX). Nach Angaben von Glass befinden sich weitere Vergleichsstucke in folgendem Besitz:

- Musee National de la Renaissance, Ecouen
- Museum von Mechelen
- Herbig Haarhaus Lackmuseum, Koln.[83]

Fur die italienischen Goldleder lassen sich ebenfalls vergleichbare Paneele heranziehen, doch muss zwischen Bordure und Hauptteil unterschieden werden. Die untere Bordure ist in leicht abgeanderter Form im Barockschloss Moritzburg vorzufinden. Im dortigen Schrankzimmer sind uber einem holzernen Lambris lederne Wandbespannungen angebracht, die von einer oberen und einer unteren Bordure eingefasst sind. Die untere Bordure weist eine identische Ornamentik auf, wie jene in der Schweriner Kleinen Audienz (Tafel XX). Hingegen divergent sind die jeweiligen unteren und oberen Abschlusse der Tafeln. Die Schweriner Leder scheinen an der Unterkante beschnitten worden zu sein. Zwischen dem oberen StoR und dem mittleren Segment sind Bluten angeordnet, die mit roten Perlenschnuren verbunden sind. Diese Partie fehlt den Moritzburger Exemplaren ganzlich. Die StoRe der einzelnen Leder sind mit einem halben Blumenkelch versehen, der beim Zusammenfugen einen dreiblattrigen Blutenkelch ergibt. Bei der Schweriner Bordure ist dieses Blumenmotiv aufrecht angelegt. Dadurch, dass in Moritzburg eine umgedrehte Hangung vorgenommen wurde, befindet sich diese Blute auf dem Kopf. Die flachigen Punzierungen sind bei beiden Tapeten in gleicher Weise ausgefuhrtworden: quadratische Punzen im Hauptornament und runde Punzen in den drei angrenzenden stilisierten Bluten. Oberdies lassen sich Obereinstimmungen in der Farbgebung feststellen: Rote breite Konturen und feinere schwarze umgeben die Ornamente, die in flachigem Goldglanz erscheinen. Die Bemalung des Hintergrundes muss bei den Moritzburger Stucken einen spateren Farbauftrag erhalten haben, da das kraftige und unsauber aufgetragene Grun nicht mit den ubrigen Bemalungen harmoniert. Es sticht durch seinen opaken und matten Charakter besonders hervor. Die Wandbespannung des Hauptfeldes im Schrankzimmer entspricht nicht den Schweriner Exemplaren. Eine als oberer Abschluss verwendete Bordure ist der unteren sehr ahnlich. Das gesamte Dekor ist wie durch eine Dehnung schmaler und langlicher ausgefuhrt (Tafel XXI). Die Anbringung ist so vorgenommen worden, dass das o. g. Blutenmotiv aufrecht ist, also gespiegelt zur unteren Bordure. Die Moritzburger Ledertapeten werden aufetwa 1725 datiert.

Fur die Lederpaneele des Hauptfeldes der Kleinen Audienz sind keine eindeutigen Vergleichsstucke bekannt. Aufgrund ahnlicher Konturierungen und Punzierungen lassen sich aber Parallelen zu weiteren Moritzburger Tapeten herstellen. Hier sind die Leder des Hauptfeldes und der Bordure des Lackmobelzimmers zu nennen. Weiterhin fand sich ein Beispiel mit ahnlicher Punzierung und Ornamentik in einer kroatischen Kirche (Tafel XXII). Besonders die schwungvollen, sich einrollenden Blattranken weisen groRe Ahnlichkeiten zu den Schweriner Exemplaren der Kleinen Audienz auf. Allerdings sind keine Angaben zum Herstellungsort und der Entstehungszeit bekannt, so dass dieser Vergleich als sehr vage gewertet werden muss.

2.3.2 Ministerzimmer

Die Ledertapeten des Ministerzimmers werden auf 1700 bis 1708 datiert.[84] In dieser Zeit erfuhren Goldleder eine „letzte Blutezeit"[85]. Das noch um 1700 marktbeherrschende hochgepragte Leder der nordlichen Niederlande, verlor zunehmend an Bedeutung. Dies hatte gleichermaRen einen Aufschwung der Arbeiten aus den sudlichen Niederlanden, dem heutigen Belgien, zur Folge. In ihren Dekorationsformen weisen solche Leder eine erneute Hinwendung zu textilen Vorlagen auf. Derweil wurden die Pragungen en relief wieder flacher.[86]

Vergleichsstucke fur die Ledertapete des Ministerzimmers lieRen sich mithilfe des 1998 erschienenen Kataloges des Kunsthandels Glass in Essen ermitteln.[87] Darin werden zwei bedeutende Goldledersammlungen aus Belgien und den Niederlanden vorgestellt. Im Katalogteil sind gleich mehrere Exemplare abgebildet, die eine Obereinstimmung mit denen des Schweriner Ministerzimmers aufweisen.[88] Eine Tapetenwand, sowie zwei weitere Einzelpaneele sind mit einer identischen Pragung versehen, aber mit unterschiedlichen Bemalungen gestaltet worden (Tafel XXIII). Diese Praxis, Leder andersfarbig zu kolorieren, ist allerdings nicht unublich, wie bereits in Abschnitt 2.3 beschrieben.

Auffallig erscheint die Hangung im Schweriner Ministerzimmer: Die einzelnen Paneele sind im Querformat angebracht, wodurch eine vertikale Anordnung des Musters entsteht. Um einen Gesamteindruck des Raumes zu erhalten, lassen sich gegenwartig nur noch Schwarz-WeiR-Fotografien heranziehen. Doch veranschaulichen diese besonders gut das entgegengesetzt zur erhaltenen Tapetenwand aus den Niederlanden verlaufende Muster (Tafel XXIV). Weitere Hinweise fur eine querformatige Anbringung von Lederpaneelen taten sich nicht auf. Die Ursache fur diese „falschliche" Anbringung lieR sich nicht feststellen, so dass nur thesenartige Ansatze genannt werden konnen: Eine Vermutung fur diese Schweriner Besonderheit liegt darin, dass im Historismus nicht mehr genauestens bekannt war, wie mit dieser historischen Raumauskleidung zu verfahren war. Ebenso erscheint es moglich, dass die Sekundarnutzung der Leder sich in dieser Anordnung als ergiebiger fur die vorgegebenen Wandflachen erwies, wenn davon ausgegangen wird, dass die ehemaligen Neustadter Tapeten in begrenztem Umfang vorhanden waren. Vielleicht handelte es sich aber auch um eine bewusste Entscheidung, die , durch die entstehende vertikale Anordnung des Musters, den Raum optisch hoherwirken lassen sollte.

Die bereits o. g. wiederkehrende Orientierung an Stoffmustern in der Gestaltung von ledernen Raumprogrammen ist von dem Antwerpener Handler Nicolaas Naulaerts ausfuhrlich beschrieben worden. Am 28. Juli des Jahres 1708 notierte er sich:

„[D]as Damastmuster, in 6 Farben gemalt wie folgt: das kleine Abteil in Mitten weiR, das groRe dagegen grenzende Abteil im Mitten moschusbraun, die vier Abteilen dagegen blau, die Bluten darin rot und grun, die vier kleinen Abteile dagegen weiR, die vier Ecken grun und rot, die zwei halb mitten Abteile moschus und weiR."[89] Eine derart detaillierte Beschreibung der Ornamentik und der Farbgebung ist nur in seltenen Fallen uberliefert. Eine Gegenuberstellung der Schweriner Leder mit den Vergleichsstucken macht deutlich, dass diese diejenigen mit der geringsten Farbvariation sind. Lediglich ein opakes Graublau und ein transluzides Rot fanden, neben dem Grun der verhaltnismaRig dezenten Ranken, Verwendung. Auch ist ein sehr unsauberer Farbauftrag bei genauerem Hinsehen deutlich erkennbar (Tafel XXV), der bei den Vergleichsstucken nicht in diesem MaRe ersichtlich ist.

Das enge Zeitfenster der Datierung bei Glass wird nicht naher erlautert, fugt sich aber in den bisherigen Kenntnisstand ein, der uber die Schweriner Ledertapeten vorliegt.[90] Eine dazugehorige Bordure zu diesem ledernen Raumprogramm ist ebenfalls nachgewiesen[91], wurde im Ministerzimmer in Schwerin jedoch nicht realisiert. Die ledernen Wandflachen schlossen mit einer vergoldeten Stuckleiste ab.[92] In der Kleinen Audienz hingegen wurde eine solche Bordure als oberer Wandabschluss verwendet. Die genaue Beschreibung erfolgte daher im vorangegangenen Abschnitt 2.3.1.

Nach Angaben des Kataloges des Kunsthandels Glass von 1998 befinden sich Vergleichsstucke in folgendem Besitz:

- Sammlung Krummhorn-Groothuse, Aurich
- Musee National de la Renaissance, Ecouen
- Levens Hall, Cumbria
- Yusupov-Palast, St. Petersburg
- Museum Het Vleeshuis, Antwerpen
- Gruuthuse Museum, Brugge
- Museum fur Kunsthandwerk, Dresden
- Wurttembergisches Landesmuseum, Stuttgart
- Temple Newsam House, Leeds
- Museum De Lakenhal, Leiden.

Im Bezug zur zentralen Fragestellung ist hier die Verbindung zu St. Petersburg besonders interessant. Das dortige Raumprogramm unterscheidet sich in der Bemalung allerdings deutlich von den sonst bekannten Exemplaren (Tafel XXVI). Aufgrund des im Zusammenhang mit dieserTapete unbekannten Rosatons und der Farbintensitat ist eine spatere Obermalung nicht auszuschlieRen. Mehrmalige schriftliche Anfragen im St. Petersburger Yusupov-Palast blieben bedauerlicherweise unbeantwortet, so dass keine weiteren Informatonen zu dieser ledernen Raumausstattung in die vorliegende Arbeit einflieRen konnten.

[...]


[1] Stuler, Friedrich August; Prosch, Eduard; Willebrand, Hermann: Das Schloss zu Schwerin. Festschrift. Berlin,

1869.

[2] Barth, Matthias: Mecklenburgische Residenzen. Landesfurstliche Reprasentatonsarchitektur aus sieben

Jahrhunderten. Leipzig, 1995. S. 81.

[3] Lisch, Georg Christan Friedrich: Uber das SchloR zu Schwerin. // In: Archiv fur Landeskunde in den

GroRherzogthumern Mecklenburg und Revue der Landwirtschaft 3, S. 449-466. Schwerin, 1853. S. 455.

[4] Barth, Matthias: Mecklenburgische Residenzen. 1995. S. 81.

[5] Josephi, Walter: Die Prunkraume und die Sammlungen im HauptgeschoR des Schlossmuseums. Fuhrer durch

das Mecklenburgische Landesmuseum in Schwerin. 2. Auflage. Schwerin, 1922. S. 38.

[6] So der originale Wortlaut der Fuhrungskraft wahrend des Rundganges im Mai 2009.

[7] Gelegentlich auch Katharine Ivanovna geschrieben.

[8] Seminar des Moduls Realienkunde im Sommersemester 2009.

[9] Wittram, Reinhard: Peter der GroGe. Der Eintritt Russlands in die Neuzeit. Berlin, Gottngen, Heidelberg, 1954.

S. 92.

[10] Alsleben, Horst: Das SchloG Schwerin - Aufgaben und Probleme seiner denkmalpflegerischen

Rekonstrukton. //In: Kulturbauten. Beitrage ausTheorie und Praxis, Nr. 1,1988. S. 6-7. S. 7.

[11] Alsleben, Horst: Ledertapeten im Schweriner Schloss. // In: Mecklenburg-Magazin 20,1995. S. 16.

[12] Baumgart, Andreas: Bestandserfassung der Ledertapeten in der Kleinen Audienz des Schweriner Schlosses.

Dokumentation. Kropelin, 27.10.1992. S. 5. / Unveroffentlichtes Dokument.

[13] Franz, Manfred: Baugeschichtliches Gutachten zum Schweriner Schloss als Beitrag zur Denkmalpflegerischen

Zielsetzung. Schwerin, 1993. S. 87.

[14] Im Folgenden: BBL.

[15] Im Folgenden: DDR.

[16] Stuler, Friedrich August [u. a.]: Festschrift. 1869. Bl. 16r.

[17] Ebd. Bl. 16r.

[18] Ebd. Bl. 16r.

[19] Alsleben, Horst: Das SchloR Schwerin - Aufgaben und Probleme seiner denkmalpflegerischen Rekonstrukfton.

1988. S. 7.

[20] Alsleben, Horst: Ledertapeten im SchwerinerSchloss. 1995. S. 16.

[21] Thummler, Sabine: Geschichte der Tapete. Raumkunst aus Papier. Kassel, 1998. S. 16.

[22] Ebd. S. 16.

[23] Thummler, Sabine: Geschichte der Tapete. 1998. S. 16.

[24] LAKD/LHA 2.26-2 HMA Nr. 1776, 1778, 1780-1782, 1786, 1787.

[25] LAKD/LHA 2.26-2 HMA Nr. 1776.

[26] LAKD/LHA 2.26-2 HMA Nr. 1776. VerzeichniR deRen was an alten Meubles von Craak hier empfangen, 1760.

[27] Ebd.

[28] Ebd.

[29] Thummler, Sabine: Geschichte derTapete. 1998. S. 18.

[30] Ebd. S. 18.

[31] Dann, Thomas: Es ist nicht alles Gold, was glanzt. Goldleder - kostbare Wanddekoration vergangener Zeiten. // In: Weltkunst. Aktuelle Zeitschrift fur Kunst und Antiquitaten. Heft 2, 2001. S. 206-208. S. 206.

[32] Ebd. S. 206.

[33] Foureroux de Bondaroy, Auguste Denis: L'Art de travailler les cuirs dores ou argentes. Paris, 1762. / ln deutscher Ubersetzung: Die Kunst das vergoldete und versilberte Leder zu verfertigen. Leipzig, 1763. S. 340.

[34] Thummler, Sabine: Geschichte derTapete. 1998. S. 18.

[35] Thummler, Sabine: Zur Geschichte des Interieurs mit Goldlederausstattung. // In: Dies.; Eissenhauer, Michael: Goldrausch. Die Pracht der Goldledertapeten. Ausstellungskatalog. Kassel, 2006. S. 14-35. S. 16.

[36] Ebd. S. 16.

[37] Ebd. S. 16.

[38] Konigfeld, Peter; Gervais, Angelika: Konservierung und modellhafte Restaurierung bemalter Lederobjekte. // In: Ledertapeten: Bestande, Erhaltung und Restaurierung. Dresden, 2004. S. 147-159. S. 149.

[39] Koldeweji, Eloy F.: Zur Entwicklungsgeschichte der Goldledertapeten. // In: Ledertapeten: Bestande,

Erhaltung und Restaurierung. Dresden, 2004. S. 13-23. S. 13.

[40] Dann, Thomas: Es ist nicht alles Gold, was glanzt. 2001. S. 207.

[41] Koldeweji: Zur Entwicklungsgeschichte der Goldledertapeten. 2004. S. 13.

[42] Gall, Gunther: Ledertapeten - Goldleder. // In: Ledertapeten Goldleder Kinkarakawa. Die Geschichte der Ledertapete, des niederlandischen „Goudleer" und sein EinfluR in Japan. - Hrsg. Deutsches Ledermuseum Schuhmuseum Offenbach, Offenbach a. M., 1989. S. 7-29. S. 7.

[43] Thummler, Sabine: Zur Geschichte des Interieurs mit Goldlederausstattung. 2006. S. 15.

[44] Gall, Gunther: Ledertapeten - Goldleder. 1989. S. 7.

[45] Ebd. S. 7.

[46] LAKD/LHA 2.26-2 HMA Nr. 1776.

[47] Weingart, Ralf: Vom Wendenwall zur Barockresidenz. // In: Berswordt-Wallrabe, Kornelia von: Schloss Schwerin. Inszenierte Geschichte in Mecklenburg. Munchen, Berlin, 2009. S. 8-57. S. 9.

[48] Stuler, Friedrich August [u. a.]: Festschrift. 1869. Bl. 16r.

[49] Dann, Thomas: Die groRherzoglichen Prunkappartements im Schweriner Schloss. Ein Beitrag zur Raumkunst des Historismus. Schwerin, 2007. S. 280.

[50] Weber, Steffen: Vorbereitende Dokumentaton und denkmalpflegerische Zielstellung zur Kleinen Audienz. Schwerin, 1985. S. 12. / Unveroffentlichtes Dokument der VEB Denkmalpflege Schwerin, Projekterungsatelier.

[51] Stuler, Friedrich August [u. a.]: Festschrift. 1869. Bl. 16r.

[52] Weber, Steffen: Vorbereitende Dokumentaton und denkmalpflegerische Zielstellung zur Kleinen Audienz. Schwerin, 1985. S. 13. / Unveroffentlichtes Dokument der VEB Denkmalpflege Schwerin, Projekterungsatelier.

[53] Siehe dazu Abschnitt 5.1.1.

[54] Koldeweij, Eloy F.: Brief an die Staatlichen Museen Schwerin, Abteilung SchloGmuseum, Frau E. Bodiedt. Leiden, 8. November 1993. / Unveroffentlichtes Dokument des BBL Mecklenburg-Vorpommern; Siehe dazu auch Abschnitt 2.3.1.

[55] KieGig, Werner: Restaurierungsbericht 1. Teil. Ledertapeten SchloG Schwerin Ministerzimmer. 12.7.1978. S. 4. /Unveroffentlichtes Dokument.

[56] Baumgart, Andreas: Bestandserfassung der Ledertapeten in der Kleinen Audienz des Schweriner Schlosses.

Dokumentation. Kropelin, 27.10.1992. S. 5. / Unveroffentlichtes Dokument.

[57] Ebd. S. 5.

[58] Ebd. S. 6.

[59] Ebd. S. 6.

[60] Gerner, Caroline Eva: Italienische Goldledertapeten des Spatbarock. // In: Thummler, Sabine; Eissenhauer, Michael: Goldrausch. Die PrachtderGoldledertapeten. Ausstellungskatalog. Kassel, 2006. S. 59.

[61] Ebd. S. 59.

[62] Broschierung [von frz. 'brocher'= durchwirken] bezeichnet ein Webverfahren, bei dem Gold- und Silberfaden mit Seide kombiniert werden. Durch einen so genannten Broschier- oder Figuren-Schuss werden die Metall- und Seidenfaden mit der Broschierlade im Gewebe eingebracht, und zwar nur an der dem Muster entsprechenden Stelle. [...] Das Verfahren wird in der Brokatweberei und bei der Herstellung vielfarbiger Stoffe angewendet. In: Lein, Edgar: Seemanns Lexikon der Ornamente. Herkunft, Entwicklung, Bedeutung. Leipzig, 2004. S. 39.

[63] Gerner, Caroline Eva: Italienische Goldledertapeten des Spatbarock. 2006. S. 59.

[64] Gerner, Caroline Eva: Italienische Goldledertapeten des Spatbarock. 2006. S. 59.

[65] Koldeweij, Eloy F.: Brief an die Staatlichen Museen Schwerin, Abteilung SchloRmuseum, Frau E. Bodiedt. Leiden, 8. November 1993. / Unveroffentlichtes Dokument des BBL Mecklenburg-Vorpommern.

[66] Glass, Horst: Ledertapeten. Essen, 1991. S. 70.

[67] Gerner, Caroline Eva: Italienische Goldledertapeten des Spatbarock. 2006. S. 59.

[68] Stuler, Friedrich August [u. a.]: Festschrift. 1869. Bl. 16r.

[69] Der Hofarchivar Friedrich Lisch pragte die Namensgebung der Trakte, u.a. „Haus uber der Schlosskirche". Lisch, Georg Christian Friedrich: Zur Baugeschichte des Schweriner Schlosses. // In: Archiv fur Landeskunde in den GroRherzogthumern Meklenburg und Revue der Landwirtschaft, Jahrgang 5,1855. S. 60-73.

[70] Dann, Thomas: Die groRherzoglichen Prunkappartements im Schweriner Schloss. 2007. S. 305; LAKD/LHA 2.26-2 HMA Nr. 1402. Kostenanschlag 230v.

[71] Glass, Horst: Bedeutende Goldledertapeten 1550-1900. Katalog der Kunsthandlung Glass. Essen, 1998. S. 135-138.

[72] Dann, Thomas: Die groRherzoglichen Prunkappartements im Schweriner Schloss. 2007. S. 299.

[73] Gall, Gunther: Ledertapeten - Goldleder. 1989. S. 10.

[74] Gall, Gunther: Ledertapeten - Goldleder. 1989. S. 16.

[75] Ebd. S. 135.

[76] Glass, Horst: Bedeutende Goldledertapeten 1550-1900. 1998. S. 135.

[77] Fur die ausfuhrlichen Informadonen und Anregungen danke ich Frau Babette Kuster, Kuratorin Texdl im Leipziger GRASSI Museum fur Angewandte Kunst.

[78] Koldeweji, Eloy F.: Zur Entwicklungsgeschichte der Goldledertapeten. // In: Ledertapeten: Bestande, Erhaltung und Restaurierung. Tagungsband - Hrsg.: Staatliche Schlosser, Burgen und Garten Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Landesamt fur Denkmalpflege Sachsen. Dresden, 2004. S. 13-23. S. 13.

[79] Ebd. S. 20.

[80] Gerner, Caroline Eva: Zur Entwicklung des Goldleders - Katalogteil. // In: Thummler, Sabine; Eissenhauer, Michael: Goldrausch. Die Pracht der Goldledertapeten. Ausstellungskatalog. Kassel, 2006. S. 36-145. S. 59.

[81] Gerner, Caroline Eva: Italienische Goldledertapeten des Spatbarock. 2006. S. 59.

[82] Glass, Horst: Ledertapeten. 1991. S. 70.

[83] Ebd. S. 70-71.

[84] Glass, Horst: Bedeutende Goldledertapeten 1550-1900. 1998. S. 135.

[85] Thummler, Sabine: Zur Geschichte des Interieurs mit Goldlederausstattung. 2006. S. 14-35. S. 28.

[86] Gall, Gunther: Ledertapeten - Goldleder. 1989. S. 16.

[87] Glass, Horst: Bedeutende Goldledertapeten 1550-1900. 1998.

[88] Ebd. S. 135-138.

[89] Glass, Horst: Bedeutende Goldledertapeten 1550-1900. 1998. S. 135.

[90] Siehe dazu auch Abschnitt 2.2.

[91] Glass, Horst: Bedeutende Goldledertapeten 1550-1900. 1998. S. 135; vgl. dazu: Wormser, Jac. Ph.: Het Goudleder. // In: Bouwkunst, 5,1913.

[92] Dann, Thomas: Die groRherzoglichen Prunkappartements im Schweriner Schloss. 2007. S. 302.

Ende der Leseprobe aus 123 Seiten

Details

Titel
Die barocken Goldledertapetenbestände des Schweriner Schlosses
Untertitel
Kam russisches Leder nach Schwerin?
Hochschule
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig  (Medien)
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
123
Katalognummer
V182964
ISBN (eBook)
9783656070474
ISBN (Buch)
9783656070290
Dateigröße
3537 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
goldledertapetenbestände, schweriner, schlosses, leder, schwerin, Ledertapeten, Kunstgeschichte, Historismus, Karl Leopold, Katharina Iwanowna, Zar Peter, Tapeten, Goldleder, Restaurierung
Arbeit zitieren
Linda Tschöpe (Autor), 2011, Die barocken Goldledertapetenbestände des Schweriner Schlosses, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/182964

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