Die Rechte des Kindes im Spiegel des Kinderbuches "Katjus der Zauberer"


Seminararbeit, 2003

28 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Gliederung

1. Inhaltsangabe

2. Zur Entstehung dieses Buches

3. Die Menschenrechte des Kindes in diesem Buch

4. Erzählhaltung

5. Erzähltechnik

6. Die Phantastische Elemente

7. Die Aussage Korczaks in diesem Buch

8. Die Gemeinsamkeiten zwischen Katjus und Korczak

9. Die Bezüge des Buches „Kaitus oder Antons Geheimnis“ zu anderen Texten Korczaks

10. Schlusswort

11. Literatur

1. Inhaltsangabe

Das Buch „Katjus der Zauberer“ erzählt die Abenteuer des achtjährigen Antons, einem von Eltern und Großmutter umsorgten Jungen mit großer Abenteuerlust. Anton hat den Spitznamen Katjus (Lausejunge, Lausbub) von seinen Kameraden bekommen, da er immer im Verdacht stand, etwas angestellt zu haben.

Katjus ist ein frecher, neugieriger Drittklässler, der es liebt Streiche zu spielen und der sich für alles Geheimnisvolle und Merkwürdige interessiert. Katjus wettet gerne und will weder Königspage, noch Ritter, Zirkuskünstler oder Cowboy, nicht einmal Magier oder Detektiv, - er will Zauberer werden. Er will und muss alle Zaubersprüche erfahren und mächtig sein.

Um zaubern zu können, spricht er einfach einen Wunsch oder einen Befehl aus. Die Zaubereien wirken zunächst eher wie Zufälle. Nachdem aber auch schwierigere Wünsche in Erfüllung gehen, weiß Katjus, dass er ein Zauberer ist.

An einem schwülen Nachmittag fährt Katjus zum Stadtrand in den Birkenwald. Er läuft tief in den Wald hinein, streckt sich schließlich im Gras aus und schläft ein. Wach wird er von Donner und Regen. Katjus will nach Hause gehen, aber er verläuft sich und weiß nicht wo er ist, bis jemand ihn findet und ins Krankenhaus bringt. Seine Eltern suchen drei Tage nach ihm, dabei erkältet sich seine Großmutter und stirbt. Katjus fühlt sich schuldig deswegen. Er entschließt sich dazu, auf den Friedhof zu gehen und seine Großmuter ins Leben zurückzurufen. Am Grab seiner Großmutter verlangt Katjus, dass sie aus dem Grab herauskommt. Auf einmal schlägt Katjus eine unsichtbare Hand ins Gesicht. Er verlässt den Friedhof, ohne etwas erreicht zu haben.

Mit seiner Zauberkraft ausgestattet, bringt er die Stadt Warschau und sein eigenes Leben durcheinander. Er sprengt die Gesetze der Natur und die Normen gesellschaftlichen Zusammenlebens. Er lässt z.B. Leute rückwärts laufen, alle Männer lange Kleider und Frauen Hosen tragen, Bäume auf dem Kopf stehen, oder stellt eine Brücke hochkant.

Nach dem großen Chaos, das er in der Stadt angerichtet hat, geht er zum Fluss und will dort ein Meer zaubern. Aber von einem Unsichtbaren bekommt er einen Tritt als Warnung, weil er nicht darüber nachgedacht hat, dass er damit die ganze Stadt überfluten würde.

In der Stadt Genf findet die Völkerbundversammlung statt. In dieser Stadt hat jedes Land seinen Delegierten, die dort sitzen und beraten, was sie tun können, damit es keine Kriege auf der Welt gibt.

Die Delegierten halten dort eine Versammlung ab und beraten sich wegen den Ereignissen, die sich in Warschau abgespielt haben. Sie möchten herausfinden, wer dahinter steckt. Die Wissenschaftler kommen zu dem Entschluss, dass die Wissenschaftler nach Polen fahren sollen, um dort alles zu untersuchen. Sie kommen mit Autos, Expresszügen und Flugzeugen in Warschau an. Es findet eine ganze Reihe von Sitzungen statt. Sie entscheiden, dass der Unbekannte noch jung und unerfahren ist. Seine Taten sind Scherze, leichtsinnige Streiche. Man muss vor ihm Angst haben, er ist zwar nicht böse, aber wird schnell wütend. Schlussfolgerung der Wissenschaftler: Er ist ein junger Zauberer. Ein Wissenschaftler sagt, dass es schon immer Zauberei gegeben hat und es wird sie auch weiterhin geben. Er fragt, ob das Flugzeug, das Radio, das Teleskop nicht auch Zaubereien seien? - Die Knochen eines lebenden Menschen photographieren zu können ist nach seiner Meinung Zauberei. Und der unbekannte Wissenschaftler, damit meint er Katjus, kann vieles, was sie selber nicht können.

Katjus zaubert sich einen Doppelgänger, der für ihn zur Schule und nach Hause geht und wandert selbst nach Paris aus. Im Zug lernt er Soschia kennen. Für ein paar Tage unterbricht er seine Reise und bleibt bei ihr und ihrer Mutter als Gast in ihrem Schloss. Soschia zeigt ihm das ganze Anwesen und ist eine gute und geduldige Führerin. Für Katjus ist dies alles ganz anders als in der Schule, Soschia wundert sich nicht, wenn der große Katjus etwas nicht weiß. Sie sagt auch nicht, dass er es schon wissen müsste.

Nach ein paar Tagen setzt Katjus seine Reise nach Paris fort. Dort wird er durch Zirkusauftritte als Boxer berühmt und später als Filmstar in Hollywood gefeiert. Er ist reich und angesehen, doch glücklicher wird er nicht. Während des Filmdrehs darf Katjus nichts machen, was ihm Spaß macht. Sein Leben als Star ist langweilig. Er fühlt sich wie ein Gefangener.

Der Film heißt „ Das Waisenkind“. Katjus spielt die Hauptrolle. Als der Film fertig gedreht ist, wandert Katjus mit Siebenmeilenstiefeln nach New York zum Grey – Konzert. Grey ist ein hervorragender Geiger, dessen Schüler der Musiklehrer von Katjus war. Während des Konzerts wünscht sich Katjus eine Geige und spielt aus dem Gedächtnis mit. Aus dem Konzertsaal wird er von vier bewaffneten Männern entführt und in die Villa eines Millionärs gebracht. Er wird dessen Sohn und Erbe. In der Villa trifft er auch Grey, der sich freut, Katjus zu sehen. Sie unterhalten sich über das Lied, das Katjus mit seiner Geige aus dem Gedächtnis gespielt hat.

Katjus fühlt sich einsam und beschließt wieder nach Hause zurückzukehren. Aber der Zug, mit dem er zurückfährt, hat einen Unfall und Katjus wird leicht verletzt. Er hört plötzlich Hilferufe von jemandem, der zwischen zwei Waggonbrettern eingeklemmt ist. Katjus holt den Unbekannten heraus. Der Unbekannte erzählt, dass er Detektiv Filip sei. Katjus erfährt, dass Filip schon lange hinter ihm her ist und dass die Polizei auf seinen Kopf eine Belohnung ausgesetzt hat. Katjus soll am Bahnhof in Warschau wegen seinen Zaubereien verhaftet werden. Filip weiß, dass alle Geschehnisse in Warschau Zaubereien von Katjus waren. Der Detektiv stirbt und die Rettungsmannschaft findet Katjus bei ihm sitzend. Sie setzen ihn in den nächsten Zug nach Warschau. Katjus wird in Warschau am Bahnhof verhaftet. Dank seiner Zauberkraft gelingt es ihm jedoch zu fliehen.

Katjus wird von einem Hexenmeister entführt und in einem feuchten Keller gefangengehalten. Dort verbringt er sieben Tage, bis er eines Tages in einem hellen Zimmer aufwacht. Als er sich dort umschauen will, gelangt er in einen hohen Saal. Plötzlich hört er Hilferufe. Die Stimme kommt ihm sehr vertraut vor. Es ist Soschia, seine einzige Freundin, die auch dort gefangengehalten wird. Katjus riskiert sein Leben und befreit sie. Sie erzählt ihm daraufhin, dass sie eine Fee ist. Sie hat armen und kranken Kindern geholfen oder schickte ihre Zwerge oder Gehilfen, um ihnen zu helfen.

Katjus und Soschia müssen in einem Mondmonat zum Gericht kommen und sollen wegen ihrer Zaubereivergehen bestraft werden. Sie werden bis zur Verhandlung in Hunde verwandelt. Sie versuchen nach Hause zu kommen, aber bis Warschau ist es sehr weit. Von manchen Leuten werden sie weggejagt und mit Steinen beworfen, bei anderen bekommen sie etwas zu Essen und ein warmes Zuhause.

Katjus sucht in Hundgestalt seine Lehrerin auf. Durch ihre Tränen, die auf seinen Hundekopf fallen, wird er wieder zurückverwandelt.

Katjus zaubert, damit Soschia von dem Befehl, vor Gericht zu erscheinen, freigesprochen wird. Er verlässt erneut die Stadt und wartet auf seine Verhandlung.

2. Zur Entstehung dieses Buches

Über die phantastische – abenteuerliche Heldenfigur Katjus, den Zauberer, hat Korczak schon in seinen 1929 veröffentlichten „Regeln des Lebens“ berichtet.

Um Ideen für das Buch zu sammeln, hat er die Kinder in einer Schulklasse befragt, was sie werden möchten. Daran, dass ein Junge für seinen Wunsch, Zauberer zu werden, ausgelacht wird, kann man erkennen, dass Kinder zwar davon träumen, Zauberer zu sein, es aber für sie nicht realisierbar erscheint.

Ein Erzieher des Dom Sierot, Roman Bertisch, erinnert sich an interessante Diskussionen zwischen Korczak und den jüngsten Zöglingen. Korczak hatte unter den Kindern immer einen Freund, meistes einen, der ihm nahe stand. Zur Zeit dieses Erziehers war es Piekolek, ein siebenjähriger, ungemein aufgeweckter Junge, der aus dem schlimmsten Elend kam. Piekolek galt als ein Lausebengel, der sehr intelligent, aber schwer zu erziehen war. Er war vermutlich das lebende Modell für die literarische Figur Katjus.

Am 27. Juli 1930 hat Korczak als Antwort auf eine Umfrage der Zeitschrift Wiadomosci Literarski (Literarische Nachrichten) angegeben, dass er eine Erzählung für Jugendliche, „ Katjus der Zauberer“, plant. Das Buch ist aber erst vier Jahre später veröffentlicht worden (1933), da er in dieser Zeit mit anderen wichtigen Arbeiten beschäftigt war. Er arbeitete als Pädagoge und Berater.

Bevor Korczak begann das Buch „Katjus oder Antons Geheimnis“ zu schreiben, hat er sich mit Mädchen über Wahrsagerinnen und mit Jungen über Zauberer unterhalten. Dann hat er ihnen verschiedene Abschnitte aus seinen Skripten vorgelesen. Den Roman hat er korrigiert und verändert, indem er die Reaktionen und Einwände der Kinder eingebracht hat. Korczak wollte, dass das Buch interessant und nicht fruchterregend oder zu schwierig für Kinder wird.

3. Die Menschenrechte des Kindes in diesem Buch

Fast alle Werke von Korczak beinhalten die Grundrechte des Kindes. Die Grundlage dieser Kinderrechte ist das Recht des Kindes auf Achtung.

Das Recht des Kindes auf Achtung

Korczak hat immer wieder festgestellt, dass in der Beziehung zwischen Kindern und Erwachsenen keine Gleichberechtigung herrscht. Die Kinder werden oft als störend empfunden.

„Es ist eine Strafe Gottes mit diesen Kindern, sie stehen einem immer im Weg, wenn man es eilig hat!“ beschwerte sich ein würdiger älterer Herr.“

(J. Korczak, Kaitus oder Antons Geheimnis, S. 59)

„Eine Strafe Gottes ist es mit diesen Kindern, sie stehen immer im Weg, wenn man es eilig hat.“ (J. Korczak, Sämtliche werke, Band 12, S.256)

In Korczaks pädagogischen Schriften ist die Forderung nach dem Recht des Kindes auf Achtung ein immer wiederkehrender Grundgedanke. Diese Forderung ist in allen seinen Kinderbüchern versteckt enthalten. Sie wird zwar nicht deutlich geäußert, aber die Missachtung kindlicher Rechte wird in einem lautlosen Appell dargestellt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Die Rechte des Kindes im Spiegel des Kinderbuches "Katjus der Zauberer"
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal  (Fachbereich Sozialpädagogik)
Veranstaltung
J.Korczak - Seminar- WS 2001/2002
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
28
Katalognummer
V18299
ISBN (eBook)
9783638226738
ISBN (Buch)
9783656834205
Dateigröße
520 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rechte, Kindes, Spiegel, Kinderbuches, Katjus, Zauberer, Korczak, Seminar-
Arbeit zitieren
Inga Waschkuhn (Autor), 2003, Die Rechte des Kindes im Spiegel des Kinderbuches "Katjus der Zauberer", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18299

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