Die Vorlausitzer Kultur

Eine Kultur der Bronzezeit von etwa 1500 bis 1200 v. Chr.


Fachbuch, 2011
55 Seiten

Leseprobe

Inhalt

Vorwort

Die Mittelbronzezeit in Deutschland Abfolge und Verbreitung der Kulturen und Gruppen

Steinkränze als Sonnensymbole? Die Vorlausitzer Kultur

von etwa 1500 bis 1200 v. Chr.

Anmerkungen

Literatur

Bildquellen

Der Autor Ernst Probst

Bücher von Ernst Probst

Vorwort

Eine Kultur, die in der Bronzezeit von etwa 1500 bis 1200 v. Chr. im östlichen Sachsen (Oberlausitz, Elbtal) und in Ostbrandenburg existierte, steht im Mit- telpunkt des Taschenbuches »Die Vorlausitzer Kultur«. Geschildert werden die Siedlungen, der Schmuck, die Keramik, Waffen, der Handel und die Religion der damaligen Ackerbauern, Viehzüchter und Bronzegie- ßer.

Verfasser dieses Taschenbuches ist der Wiesbadener Wissenschaftsautor Ernst Probst. Er hat sich vor allem durch seine Werke »Deutschland in der Urzeit« (1986), »Deutschland in der Steinzeit« (1991) und »Deutschland in der Bronzezeit« (1996) einen Namen gemacht. Das Taschenbuch »Die Vorlausitzer Kultur« ist Dr. Rolf Breddin, Professor Dr. Claus Dobiat, Professor Dr. Markus Egg, Dr. Rudolf Feustel, Dr. Gretel Gallay (heute Callesen), Professor Dr. Hans-Eckart Joachim, Professor Dr. Albrecht Jockenhövel, Professor Dr. Horst Keiling, Dr. Joachim Köninger, Professor Dr. Rüdiger Krause, Dr. Friedrich Laux, Professor Dr. Berthold Schmidt, Dr. Peter Schröter und Dr. Klaus Simon gewidmet, die den Autor bei seinen Recherchen für sein Buch »Deutschland in der Bronzezeit« mit Rat und Tat unterstützt haben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

PAUL REINECKE,

geboren am 25. September 1872 in Berlin-Charlottenburg,

gestorben am 12. Mai 1958 in Herrsching. Er wirkte 1897 bis 1908

am Römisch-Germanischen Zentralmuseum in Mainz. 1908 bis 1937

war er Hauptkonservator

am Bayerischen Landesamt

für Denkmalpflege in München. 1917 wurde er kgl. Professor. Reinecke teilte 1902 die Bronzezeit in die Stufen A bis D ein.

1902 sprach er von der Straubinger Kultur sowie von der Grabhügelbronzezeit und später von der Hügelgräber-Bronzezeit.

Die Mittelbronzezeit in Deutschland

Abfolge und Verbreitung der Kulturen und Gruppen

In der Zeit von etwa 1600 bis 1300/1200 v. Chr., die in Süddeutschland als Mittelbronzezeit bezeichnet wird, beherrschten sämtliche im Gebiet von Deutsch- land verbreiteten Kulturen den Bronzeguss. Wegen dieses Fortschritts der Metallurgie hat 1935 der schwedische Prähistoriker Nils Åberg (1888-1957) die Mittelbronzezeit als Hochbronzezeit bezeichnet. An- dere Autoren dagegen - vor allem in Norddeutschland - reden von der eigentlichen, reinen oder älteren Bronzezeit.

Der Mittelbronzezeit entsprechen in Süddeutschland vor allem die Stufen Bronzezeit B und C im Sinne der 1902 vorgenommenen Gliederung des damals in Mainz arbeitenden Prähistorikers Paul Reinecke (1872-1958). Demzufolge wird die Stufe Bronzezeit B in zwei Unterstufen eingeteilt (B 1 und B 2). Im Gegensatz zu früher tendiert man heute dahingehend, die Stufe Bronzezeit D (etwa von 1300 bis 1200 v. Chr.) erst der Spätbronzezeit zuzuordnen.

Mit der Mittelbronzezeit ist in Baden-Württemberg, Bayern, im Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen, Süd- Kulturen und Gruppen während der Mittelbronzezeit (etwa 1600 bis 1300/1200 v. Chr.) in Süddeutschland und in derälteren Bronzezeit (etwa 1500 bis 1200 v. Chr.) in Norddeutschland thüringen und Sachsen-Anhalt die Hügelgräber-Kultur bzw. -Bronzezeit identisch. Sie dauerte in diesen Gebieten von etwa 1600 bis 1300/1200 v. Chr.1 Die Hügelgräber-Kultur war damals von Ostfrankreich bis zum Karpatenbecken in Ungarn verbreitet. Sie wird von den Experten in mehrere lokale Gruppen geglie- dert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nordrhein-Westfalen gehörte nur bedingt zur Hügel- gräber-Kultur. Dort werden die Funde zwischen 1500 und 1200 v. Chr. - norddeutscher Terminologie folgend - allgemein der älteren Bronzezeit zugerechnet. Damit findet die auf dem Kulturgefälle in der Frühbronzezeit zwischen dem Süden und dem Norden basierende Pha- senverschiebung von Bronzezeitstufen terminologisch ihre Fortsetzung.

In Niedersachsen bezeichnet man den Abschnitt von etwa 1500 bis 1200 v. Chr. als ältere Bronzezeit. Diese umfasst die Stufe II in der Chronologie des schwedi- schen Prähistorikers Oscar Montelius (1843-1921) für die nordische Bronzezeit. Damals gab es in Nieder- sachsen mehrere lokale Gruppen: die zur Hügelgräber- Kultur gehörende Lüneburger Gruppe, die zum Nordi- schen Kreis zählende Stader Gruppe, die Südhanno- versche Gruppe und die Oldenburg-emsländische Gruppe.

In Schleswig-Holstein und im Küstengebiet von Mecklenburg-Vorpommern begann um 1500 v. Chr. die nordische ältere Bronzezeit. Diese Kultur endete um 1200 v. Chr. Sie entspricht der Stufe II nach Montelius.

Bild auf Seite 15:

So genannter Stammesfürst mit Beil und Schwert bewaffnet aus der mittelbronzezeitlichen Hügelgräber-Kultur nach einer historischen Trachtenrekonstruktion des Münchener Historienmalers und Altertumsforschers Julius Naue (1832 - 1907)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Funde von etwa 1500 bis 1300/1200 v. Chr. im westlichen Teil Brandenburgs werden der älteren Bronzezeit zugeordnet.

In Sachsen und Ostbrandenburg war ab ungefähr 1500 bis 1300/1200 v. Chr. die Vorlausitzer Kultur (s. S. 19) heimisch. Sie ging der spätbronzezeitlichen Lausitzer Kultur voraus.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

JÓZEF KOSTRZEWSKI,

geboren am 25. Februar 1885 in Weglewo (Polen), gestorben am 25. Februar 1969 in Poznan (Polen). Er war Leiter des Archäologischen Lehrstuhls an der Universität Poznan

(1919 - 1939, 1945 - 1950, 1956 - 1960) und Direktor des Museums in Poznan (1914 - 1939, 1945 - 1958).

Kostrzewski stellte das chronologische Schema der Urgeschichte Polens auf,

erforschte die altbronzezeitliche Ansiedlung im Oder- und Weichselgebiet

und schlug 1924

den Begriff Vorlausitzer Kultur vor.

Steinkränze als Sonnensymbole? Die Vorlausitzer Kultur

Im östlichen Sachsen (Oberlausitz, Elbtal) und in Ostbrandenburg existierte während der älteren Bronzezeit von etwa 1500 bis 1200 v. Chr. die Vorlau- sitzer Kultur. Ihre Keramik- und Bronzeerzeugnisse un- terscheiden sich größtenteils von denen der gleichzeitig vorkommenden Hügelgräber-Kultur (etwa 1600 bis 1300/1200 v. Chr.). Die Vorlausitzer Kultur war haupt- sächlich in Polen (Schlesien, Großpolen, Kujawien) verbreitet. Sie fiel in die Periode II der Bronzezeit.

Die auffällig spärlichen Funde der Vorlausitzer Kultur in Sachsen deuten auf einen spürbaren Bevölke- rungsrückgang gegenüber der vorhergehenden Zeit in diesem Gebiet hin. Der Dresdener Archäologe Klaus Simon führt die Fundarmut und den Populations- schwund in Sachsen auf klimatische Ursachen zurück - eine Erscheinung, die sich in anderen Perioden wiederholte.

Der Begriff »Vorlausitzer Kultur« wurde 1924 von dem polnischen Prähistoriker Józef Kostrzewski (1885-1969) aus Posen eingeführt und basiert darauf, dass diese Ära der Lausitzer Kultur vorausging. Andere Prähistoriker verwendeten statt dessen die Bezeichnungen Vor- lausitzer Gruppe1, Schlesische Hügelgräber-Kultur2,

Bild auf Seite 21:

So genannte » weise Frau «

aus dem mittelbronzezeitlichen Grabhügel 24 im Königswiesener Forst (Kreis Starnberg) in Bayern.

Wandbild des Münchener Historienmalers und Altertumsforschers

Julius Naue (1832 - 1907) von 1894

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Details

Titel
Die Vorlausitzer Kultur
Untertitel
Eine Kultur der Bronzezeit von etwa 1500 bis 1200 v. Chr.
Autor
Jahr
2011
Seiten
55
Katalognummer
V183001
ISBN (eBook)
9783656070702
ISBN (Buch)
9783656070894
Dateigröße
3277 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Bronzezeit, Mittelbronzezeit, Vorlausitzer Kultur, Archäologie, Urgeschichte, Ernst Probst
Arbeit zitieren
Ernst Probst (Autor), 2011, Die Vorlausitzer Kultur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183001

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