Gehversuche einer Massenbewegung - Eine Partei zwischen Bierkeller und Feldherrnhalle


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2011
19 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gehversuche einer Massenbewegung: Eine Partei zwischen Bierkeller und Feldherrnhalle
2.1 „Nichts [] nur guter Wille“ - bis Hitler kam
2.2 Eine Kleinstpartei im Aufwind - Mit der Werbetrommel zum Putschversuch

3. Schluss

4. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Fürchterlich(…)Das war eine Vereinsmeierei allerärgster Art und Weise(…)außer einigen Leitsätzen war nichts vorhanden, kein Programm, kein Flugblatt, überhaupt nichts Gedrucktes, keine Mitgliedskarten, ja nicht einmal ein armseliger Stempel.“[1]

Mit dieser vernichtenden Einschätzung beschrieb Adolf Hitler später sein erstes Zusammentreffen mit der jungen „Deutschen Arbeiter Partei“, die er in seiner Tätigkeit als „V-Mann“ im Auftrag des Reichswehrgruppenkommandos 4 am 12. September 1919 aufsuchte. Eine verhängnisvolle Begegnung, wenn man bedenkt, dass Hitler nur 5 Wochen später diesem „langweiligen Verein“[2] beitrat, einer Splitterpartei, die nach seinen Worten an „ihrer lächerlichen Spießerhaftigkeit“[3] zu ersticken drohte, die aber dennoch zu seiner politischen Heimat werden und ihn 1933 an die Macht bringen sollte.

Wie aber konnte diese „politische Sekte“[4] eine solche Anziehungskraft und Eigendynamik entwickeln? In welchem Umfeld und auf welchem Nährboden entstand der Vorläufer der NSDAP? Und wieso gerade in München, wo doch im Laufe der Novemberrevolution von 1918 noch die erste deutsche Republik ausgerufen worden war?[5] Basierte der schnelle Auf- stieg der unscheinbaren, völkischen Kleinstpartei wirklich allein auf Hitlers Redetalent und Propagandaarbeit, wie er später selbst vorgab?[6] Welches Fundament, das in der Frühphase der Partei gelegt wurde, verhinderte nach dem misslungenen Hitler-Putsch den Sturz in die Be- deutungslosigkeit und führte dazu, dass die NSDAP scheinbar mühelos wieder aus dem Bo- den wuchs?

Dieser Fragenkatalog, dem die Zeitgeschichtsforschung seit nunmehr 60 Jahren nachgeht, ist nur ein Ausschnitt dessen, was Historikergenerationen in dickleibigen Monographien und Sammelbänden, in unzähligen Dissertationen und Fachartikeln aufzuklären versucht haben.[7] Keineswegs sind diese Fragen aber allein Gegenstand von Untersuchungen durch die Fach- welt, viel mehr gehört die Aufklärung der Ursachen, die „Deutschlands Weg in die Diktatur“[8] ebneten, zur Staatsraison des wiedervereinten Deutschlands[9] und beansprucht somit einen festen Platz im kollektiven Bewusstsein und in der Erinnerungskultur der deutschen Bevölke- rung.[10] Bei Beschäftigung mit der Forschungsliteratur der letzten 60 Jahre über die Anf ä nge des Nationalsozialismus und der Parteigeschichte vor der Machtergreifung [11] sind folgende Phänomene zu beobachten: Erstens, geschichtliche Abhandlungen über das „Dritte Reich“ reiten auf den für Verlagshäuser einträchtigen, in unregelmäßigem Abstand wiederkehrenden „Hitler-Wellen.“[12] Zweitens, Parteigeschichte scheint in den losgetretenen Fluten von Biogra- phien über „Strippenzieher“ und „Hauptkriegsverbrecher“, Sachbuch- und „Doku“-Reihen über Waffen und Panzerdivisionen, detaillierten Kriegsberichten und Fronttagebüchern zu- weilen völlig unterzugehen.[13] Drittens, der Schwerpunkt der Studien liegt auf der alles über- strahlenden Führungsgestalt Adolf Hitlers.[14] Gerade das ungebrochene Interesse am „Dritten Reich“ und die damit einhergehende Vereinnahmung des Themas von verschiedener politi- scher Seite, stellt den Leser zuweilen vor die unausweichliche Aufgabe, neben Kenntnissen des politischen und sozio-kulturellen Hintergrunds des jeweiligen Autors, auch den zeitlichen Kontext dessen Beschäftigung mit diesen Inhalten genau zu kennen, um eingeflossene Wer- tungen und verzerrte Darstellungen geschichtlicher Gegebenheiten feststellen und entschlüs- seln zu können. Daneben treten auch noch die in der Geschichts- und Politikwissenschaft gül- tigen Theorien und geführten Diskurse, ohne deren Verständnis die Lektüre einschlägiger Fachliteratur massiv erschwert sein kann. Im vorliegenden Fall gehören also Stichwörter wie „Dimitroff-These“, „Agententheorie“, „Geschichtsrevisionismus“ und „Historikerstreit“ zum unabdingbaren Vokabular. Die vorliegende Arbeit versucht durch eine Analyse der Frühge- schichte der NSDAP die eingangs aufgeworfenen Fragen zu beantworten und einen Überblick der zugrundeliegenden Forschungsergebnisse zu geben. Dabei ist dem „ersten Aufbegehren“ der Partei, angefangen bei der Gründung ihres Vorläufers 1919 bis zum misslungenen Hitler- putsch und dem darauffolgenden Parteiverbot 1923, spätestens aber mit dem Hochverratspro- zess gegen Hitler und seiner Festungshaft 1924 ein klarer Rahmen gesetzt. In der vorliegen- den Arbeit wird der Darstellungsteil mit dem Marsch auf die Feldherrnhalle am 9. November 1923 schließen. Der erste Abschnitt untersucht die Entwicklung der Deutschen Arbeiter Partei bis zum Eintritt Adolf Hitlers, wobei eine Einordnung in den historischen Kontext nach dem ersten Weltkrieg und der jungen Weimarer Republik versucht wird. Der darauffolgende zwei-te Teil beschäftigt sich mit der Parteigeschichte bis in das allgemeine Krisenjahr 1923 und setzt sich im Besonderen mit dem Wandel der inneren Strukturen, den vernetzten antirepublikanischen, rechtskonservativen Kreisen und dem sich auf Hitler ausrichtenden Autoritätsverhältnis auseinander.

2. Gehversuche einer Massenbewegung: Eine Partei zwischen Bierkeller und Feldherrnhalle

2.1 „Nichts […] nur guter Wille“ - bis Hitler kam

München 1919. Das Jahr ist gerade mal 5 Tage alt, als der Fürstenfelder Hof[15], ein kleines Münchner Gasthaus keine zwei Häuserblocks von der Frauenkirche gelegen, Geburtsort einer Partei wird, die sich keineswegs von den vielfachen Neugründungen jener Tage[16] durch Profil oder Programmatik in irgendeiner Form absetzt.[17] Dennoch gehört das Ereignis, das sich am05. Januar 1919[18] im Hinterzimmer des Wirtshauses abspielt, 26 Jahre später unwiderruflich zum Prolog des dunkelsten Kapitels deutscher Geschichte, der nationalsozialistischen Terror- herrschaft, die in ihrem Wahn Europa in eine zweite Katastrophe stürzen sollte. Die von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkte Versammlung ist in ihrer gesellschaftli- chen Dimension alles andere als unbedeutend.[19] In ihr spiegelt sich eine Nachkriegsstimmung, die so fast überall im besiegten und postrevolutionären Deutschland anzutreffen ist. Ein sicher geglaubter Sieg hatte sich binnen weniger Monate in eine schmerzliche Niederlage verwan- delt. Zudem hatte sich ein Matrosenaufstand wie ein Lauffeuer im wilhelminischen Kaiser- reich ausgebreitet und in seiner Asche eine ungeliebte parlamentarisch-demokratische Repub- lik zurückgelassen. Zu guter Letzt wurden auch noch die Hoffnungen auf einen „Siegfrieden“ und das „Selbstbestimmungsrecht der Völker“, wie es der amerikanische Präsident Wilson in seinen „14-Punkten“ proklamiert hatte, enttäuscht. Stattdessen war man genötigt worden, dass „Schanddiktat von Versailles“ zu unterzeichnen, nach dem man laut Artikel 231 mit „seine(n) Verbündeten als Urheber für alle Verluste und Schäden verantwortlich“[20] war.[21]

Ernüchterung, Demütigung und das Gefühl um den Sieg betrogen worden zu sein bildeten die Grundlage einer schichtübergreifenden Wehrhaltung, die sich nicht nur gegen die auferlegten Friedensbestimmungen wandte, sondern auch gegen die junge Demokratie selbst. In Teilen dieser desillusionierten Gesellschaft wuchsen radikale Triebkräfte heran, die sich in linken wie rechten Parteien, Organisationen und Verbänden anstauten und nur darauf warteten, im richtigen Moment auszubrechen.

Zu den am rechten Rand wachsenden Kräften gehört auch die neugegründete „Deutsche Ar- beiter Partei“. Die in der ersten Sitzung einstimmig verabschiedeten Richtlinien mit stark sozialem Anstrich täuschen über ihren wahren Charakter hinweg. Die „sozialistische Organi- sation“, die sich „aus allen geistig und körperlich schaffenden Volksgenossen“ zusammen- setzt und sich der „Adelung des deutschen Arbeiters“ verschreibt, betreibt nämlich weit mehr als eine Interessenvertretung der Arbeiterschaft „auf Kosten des Großkapitalismus.“[22] Ledig- lich ein erläuternder Nachsatz, nach der die Partei „nur von deutschen Führern“ geleitet wer- den dürfe und in der „nationale Notwendigkeiten“ als „höchster Programmsatz“ zu gelten hätten, weisen auf die deutschnationale, völkische[23] Ausrichtung hin.[24] Ein Dokument aus derselben Feder ist, was] die wahren Ziele der Kleinstpartei angeht, um einiges aufschlussrei- cher. Anton Drexler, Werkzeugschlosser bei der bayrischen Staatsbahn, ist nicht nur Urheber des Richtlinienprogramms und eigentlicher Gründer der „DAP“, sondern auch Verfasser der autobiographischen Programmschrift „ Mein politisches Erwachen. Aus dem Tagebuch eines deutschen sozialistischen Arbeiters. “ [25] In diesem gibt er ungeschminkt zum Ausdruck, dass die „wichtigste Frage unseres politischen Lebens (…) die Judenfrage“ sei und sieht im Juden- tum den Feind einer vereinten Volksgemeinschaft. Man müsse „die Brücke zum Bürger fin- den, denn Arbeiter und Soldaten, Bürger und Bauern haben alle nur einen gemeinsamen Feind, den kapitalistischen Juden und dessen Trabanten.“ So sei nur der „National- Sozialismus“[26], wie er an anderer Stelle schreibt, in der Lage „den Kampf gegen die materia- listisch-talmudische Welthegemonie siegreich zu bestehen.“ Tatkräftig unterstützt wurden die politischen Bestrebungen Drexlers auch durch einen gewissen Karl Harrer, einem Sportjour- nalisten, der im Auftrag der Thule-Gesellschaft schon im Oktober 1918 an den Werkzeug- schlosser herangetreten war, um die Ziele des mysteriösen Geheimbundes in der Arbeiter- schaft populär zu machen[27]. Die Thule-Gesellschaft ist ein nach freimaurerischem Vorbild in Logen operierender Geheimverbund, der 1912 aus dem Germanenorden hervorgegangen war und in München schnell zu einem Zentrum der deutschnationalen, reaktionären und antirepublikanischen Kräfte wurde.

[...]


[1] Zit. nach: Richardi, Hans-Günther: Hitler und seine Hintermänner. Neue Fakten zur Frühgeschichte der NSDAP, München 1991, S.71.

[2] Ebd., S.70.

[3] Fest, Joachim C: Hitler. Eine Biographie, Frankfurt a.M. (u.a.) 1973, S.171.

[4] http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/wegbereiter/voelkische/index.html (Stand: 31.08.2011).

[5] Mit der Absetzung des Wittelsbacher-Königs Ludwig III. von Bayern und Ausrufung der Republik, des „Freistaats Bayern“ in der Nacht auf den 8. November 1918 durch Kurt Eisner (USPD) gelang in Bayern das, was sich in der Reichshauptstadt erst am Tag darauf abspielen sollte.

[6] In einem Brief Hitlers an einen unbekannten Empfänger vom 29. November 1921, heißt es: „Heute ist die Zahl ihrer Anhä- nger in München[…]gewachsen, und ich darf mit Stolz wohl einen großen Teil an dieser Arbeit mir zuschreiben.“, in: Maser, Werner: Sturm auf die Republik, Stuttgart 1973, S.490. Zur Rolle Hitlers in der Forschungsdiskussion s.a.: Abs. 2.2 in der vorliegenden Arbeit.

[7] Die umfassende „Bibliographie zum Nationalsozialismus“ von Michael Ruck umfasst 37.000 Einträge(!) auf 1610 Seiten, vgl.: Ruck, Michael: Bibliographie zum Nationalsozialismus, 2Bde., Darmstadt 2000.

[8] Unter gleichnamigen Titel fand vom 13.-15. Januar 1983 eine „Internationale Konferenz zur nationalsozialistischen Machtübernahme“ unter Mitwirkung der Historischen Kommission zu Berlin, des Instituts für Zeitgeschichte (München) und der Deutschen Vereinigung für Parlamentsfragen im Berliner Reichstagsgebäude statt, die Protokolle der Sitzung erschienen unter dem oben genannten Titel 1984.

[9] Trotz der von ihm aufgestellten These einer „Unterdeterminiertheit“ der bundesdeutschen Staatsräson nach der Vereini- gung stellt Matthias Zimmer fest: „Zweifellos haben das dritte Reich und der Holocaust nach wie vor für die Formu- lierung der außenpolitischen Staatsräson einen wichtigen Stellenwert, der auch durch Diskurse einer selbstbewuss- ten Nation nicht unterlaufen worden ist. Der Verweis von Joschka Fischer auf Auschwitz zur Rechtfertigung der Intervention im Kosovo macht dies ebenso deutlich wie die Aussage von Bundeskanzlerin Merkeldas ExistenzrechtIsraels sei ein Teil der außenpolitischen Staatsräson der Bundesrepublik“, in: Zimmer, Matthias: Die Staatsräson der Bundesrepublik vor und nach 1989 (Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik Ausgabe Januar 2009), S.74.

[10] Die Umdeutung des 8. Mai von einer deutschen Niederlage in die Befreiung vom Nationalsozialismus, wie sie erstmals in der Rede des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker 1985 in seiner Rede „Zum 40. Jahrestag der Beendigung des Krie- ges in Europa und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“ vorgenommen wurde, gilt heute als Bestandteil der natio- nalen Erinnerungskultur; zum Begriff s.a. gleichnamigen Artikel von Christoph Cornelißen im Docupedia-Projekt: http://docupedia.de/zg/Erinnerungskulturen (Stand: 31.08.2011).

[11] Nach Tyrell ist gerade die Frühgeschichte der NSDAP von allen Phasen ihrer Entwicklung am intensivsten untersucht worden, vgl. Tyrell, Albrecht: Vom Trommler zum Führer. Der Wandel von Hitlers Selbstverständnis zwischen 1919 und 1924 und die Entwicklung der NSDAP, München 1975, S.9.

[12] Vgl. (u.a.): „Hitler 73: Grüße Ihres A. H.“, in: DER SPIEGEL 14/1973; „Was bedeutet die Hitlerwelle? Ein Phänomen, gegen das wir uns nicht wehren können“, in: DIE ZEIT 37/1977; „Hitler ist der Star dieses Sommers“, in: DER SPIEGEL 36/1977; „Hoffen auf den starken Mann. `Ich fühle euch, und ihr fühlt mich!‘ — Erfolg und Verfall des Führer-Mythos“, in: DIE ZEIT 20/1989; „Gefühlte Geschichte. Die Erinnerungsschlacht um den 60. Jahrestag des Kriegsendes 1945 hat begonnen. Deutschland steht vor einer Wende im Umgang mit seiner Vergangenheit“, in: DIE ZEIT 44/2004; Die hier gegebenen Beispiele sind nur als Auswahl zu betrachten und keineswegs erschöpft.

[13] Ein Blick auf die „Filmographie“ der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte unter der Leitung von Guido Knopp seit 1989 kann hierfür exemplarisch gelten, vgl.: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/496/sendung/History?flash=off (Stand: 31.08.2011).

[14] Der Historiker Norbert Frei fühlte sich hierdurch zu der Aussage: „So viel Hitler war noch nie.“ verleitet, in: Frei, Norbert: 1945 und wir. Das Dritte Reich im Bewusstsein der Deutschen, München 2005, S.7.

[15] Das kleine Gasthaus befand sich in der (heutigen) Fürstenfelderstraße 14, ist aber nicht erhalten geblieben (siehe dazu: http://hitlerpages.com/pagina20.html); Die kleine Münchner Gaststube spielt danach in der Parteigeschichte keine große Rolle mehr, ganz anders als z.B. das „Sterneckerbräu“ oder das „Hofbräuhaus“, die im Zeichen des „Führerkults“ zu Wall- fahrtsorten von Partei und Bevölkerung wurden. Die wirkliche Gründerstube der Nationalsozialistischen Bewegung sollte wohl zuletzt deshalb in Vergessenheit geraten, da Hitler nicht zum eigentlichen Gründerkreis gehörte, vgl.: Richardi, Hitler, S.79.

[16] Die Zahl der Parteien, Gruppen und Verbände lag allein in Bayern zum Jahresbeginn 1919 bei ca. 200(!), s. dazu: Gossweiler, Kurt: Kapital, Reichswehr und NSDAP 1919-1924, Berlin 1982, S.141; Davon waren allein in der bayrischen Hauptstadt „nicht weniger als 49 politische Parteien und Organisationen registriert.“, in: Bauer, Kurt: Nationalsozialismus. Ursprünge, Anfänge, Aufstieg und Fall, Köln (u.a.) 2008, S.69; Aufschlussreich ist auch die Aussage Hitlers: „[…]eine Neugründung, wie eben so viele andere auch.“, in: Richardi, Hitler, S.57.

[17] Vgl.: Horn, Wolfgang: Der Marsch zur Machtergreifung. Die NSDAP bis 1933, Düsseldorf 1982, S.30.

[18] Ironisch und bezeichnend zugleich, dass die bayrische Revolutionsregierung unter der Führung Eisners am selben Tag ein „vorläufiges Staatsgrundgesetz für den Volksstaat Bayern“ erlässt.

[19] Vgl. Schulz, Gerhard: Aufstieg des Nationalsozialismus. Krise und Revolution in Deutschland, Frankfurt a.M. (u.a.) 1975, S.198.

[20] http://www.documentarchiv.de/wr/vv08.html; vgl. auch amtlichen Abdruck aus der Österreichischen Nationalbibliothek :http://alex.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=dra&datum=19190004&zoom=2&seite=00000984&x=8&y=11 (Stand: 31.08.2011).

[21] Um die mit dem „Versailler Vertrag“ zusammenhängende „Kriegsschuldfrage“ wurde lange in der historischen Forschung gestritten. Mit Beendigung der „Fischer-Kontroverse“ in den späten 80er Jahren wurde sie kurz darauf durch den bereits oben erwähnten „Historikerstreit“ abgelöst. Auch im erweiterten Zusammenhang mit den Anfängen und Ursachen des Nationalsozialismus wird dem „Versailler Vertrag“ eine gewichtige Rolle zugesprochen (s.a. Dolchstoßlegende), im Umfang dieser Arbeit kann aber nicht weiter auf Stellenwert und Wirkungsgeschichte des „Versailler Friedens“ eingegangen wer- den.

[22] Maser, Sturm, S.150f.

[23] Zum Begriff „völkisch“ s.: Tyrell, Trommler, S.18 und ebd., Anm.7.

[24] Ebd.

[25] Nachfolgend zit. nach: „Wie der `Sozialismus‘ zur NSDAP kam“, in: http://www.nadir.org/nadir/initiativ/agr/Dossier- NSDAP.html (Stand: 31.08.2011) u. Maser, Sturm, S.160ff. Der Verfasser distanziert sich ausdrücklich von den verlinkten Inhalten und politischen Ansichten der hier aufgeführten Webseite, die nur wegen der Bereitstellung von seltenem Quellenmaterial herangezogen wurde. Zu den politischen Zielen Drexlers, vgl. auch: „Undatiertes Flugblatt 1921/22 nach Drexlers Broschüre von 1919“, in: Tyrell, Albrecht (Hg.): Führer befiehl(…). Selbstzeugnisse aus der „Kampfzeit“ der NSDAP. Dokumentation und Analyse, Düsseldorf 1969, S.20ff.

[26] Tyrell, Trommler, S.3; Zum Begriffspaar „Nationalsozialismus“ und seiner Entwicklung siehe: Werth, Christoph H.: Sozialismus und Nation. Die deutsche Ideologiediskussion zwischen 1918 und 1945, Wiesbaden 1996.

[27] Karl Harrer jedoch steht trotz seiner neuen Position als „Reichsvorsitzender“ (Drexler dagegen ist „nur“ gewählter Vorsitzender der ersten - einzigen - Parteiabteilung, der „Ortsgruppe München“) der Parteigründung insgesamt skeptisch gegenüber, muss sich jedoch einem Mehrheitsvotum fügen; vgl.: Richardi, Hitler, S.65; Der „Politische Arbeiterzirkel“ - den Drexler und Harrer schon im Oktober 1918 ins Leben gerufen hatten - blieb trotzdem neben dem „Arbeitsausschuss“ der Partei bestehen und ist als eigentliche „Führungszelle“ der Partei zu werten; vgl.: Tyrell, Trommler, S.24.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Gehversuche einer Massenbewegung - Eine Partei zwischen Bierkeller und Feldherrnhalle
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Geschichtswissenschaft)
Veranstaltung
NSDAP, ihre angeschlossenen Organisationen und Verbände
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
19
Katalognummer
V183043
ISBN (eBook)
9783656070313
ISBN (Buch)
9783656070207
Dateigröße
529 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Punktabzug wegen verspäteter Abgabe.
Schlagworte
gehversuche, massenbewegung, bierkeller, feldherrnhalle, NSDAP, Parteigeschichte, Deutschland, 2. Weltkrieg, Nationalsozialismus, Adolf Hitler, Aufstieg NSDAP, DAP, München, Braune Bewegung, Anfänge, NS-Zeit, Geschichte Deutschlands vor 1933
Arbeit zitieren
Christoph Hesse (Autor), 2011, Gehversuche einer Massenbewegung - Eine Partei zwischen Bierkeller und Feldherrnhalle, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183043

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Gehversuche einer Massenbewegung - Eine Partei zwischen Bierkeller und Feldherrnhalle


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden