Der öffentlich-rechtliche Rundfunk: Grundversorgung und Programmangebot


Seminararbeit, 2011
15 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung: Grundversorgung als Voraussetzung für Demokratie

2 Was ist Grundversorgung?
2.1 Geschichte und Rechtssprechung
2.2 Definition und maßgebliche Komponenten

3 Erfüllung des Programmauftrags
3.1 Erfüllung des Programmauftrags durch Das Erste
3.2 Boulevardisierung von Nachrichten im ZDF

4 Fazit: Diskussion des Programmauftrags in den deutschen Medien am Beispiel der Champions League Rechte

Literaturverzeichnis

1 Einführung: Grundversorgung als Voraussetzung für Demokratie

Information ist eine Grundlage von Demokratie. Kein Demokratie-Modell - sei es beispielsweise das liberale, das deliberative oder das partizipative Modell - funktioniert ohne Information der Bürger, die die Demokratie auf die eine oder andere Art und Weise gestalten. Im „Spiegel-Urteil“ des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 1966 heißt es: „Eine freie, nicht von der öffentlichen Gewalt gelenkte, keiner Zensur unterworfene Presse ist ein Wesenselement des freiheitlichen Staates.“ (BVerfGE 20, 162) In einem anderen Urteil des Verfassungsgericht findet sich folgende Aussage: „Die Freiheit der geistigen Auseinandersetzung ist eine unabdingbare Voraussetzung für das Funktionieren der freiheitlichen Demokratie, weil nur sie die öffentliche Diskussion über Gegenstände von allgemeinem Interesse und staatspolitischer Bedeutung gewährleistet.“ (BVerfGE 25, 256) Besonders das repräsentative Demokratie-Modell, wie derzeit in Deutschland derzeit vorherrschend, setzt voraus, dass der Bürger stets über alle Vorgänge in der Politik- und Parteien-Landschaft informiert wird, möglichst aus einer unabhängigen Quelle. In einem demokratischen Staat soll außerdem jeder Bürger die gleiche Information erhalten oder zumindest die Möglichkeit haben, sie zu erhalten: „Demokratie verbindet Gleichheit mit Freiheit. Gleiche Freiheit ist der Ausgangspunkt der Demokratie Jede Beschränkung der demokratischen Gleichheit führt zu einer Verkürzung von Freiheit.“ (Möllers, 2008, S. 16) Ungleich verteilte Information führt zu einem Wissensvorteil der besser informierten Bürger. Diesen Vorteil können sie zu ihren eigenen Gunsten ausnutzen - beispielsweise, indem sie bestimmte Parteien wählen oder nicht wählen. Die weniger gut Informierten müssen sich mit ihrem begrenzten Wissen zufrieden geben, sofern sie keine Möglichkeit haben weiteres Wissen zu erlangen, sind sie einem Nachteil ausgesetzt. Von Demokratie nach dem allgemeinen Verständnis, die die Gleichheit aller Bürger voraussetzt, kann dann keine Rede mehr sein.

Dies lässt den Schluss zu, dass ein demokratischer Staat dafür sorgen muss, dass jeder Bürger die gleiche Möglichkeit erhält, sich Informationen zu beschaffen. Kann der Staat dies nicht gewährleisten, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Demokratie unterwandert wird oder sogar zerfällt. Zumindest aber wird sie nicht bestmöglich erhalten. Dafür aber haben die Vertreter eines demokratischen Staates - die gewählten Politiker - zu sorgen.

Wie kann der Staat für die gleiche und flächendeckende Information seiner Bürger Sorge tragen? Eine Möglichkeit ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk. Allerdings ist fraglich, ob die reine Installation eines solchen ausreicht, oder ob - insbesondere in Zeiten der Konkurrenz zum privaten Rundfunk - weitere rechtliche Grundsätze gegeben und Ansprüche gestellt werden müssen. Im Folgenden soll untersucht werden, inwieweit diese rechtlichen Grundlagen in Deutschland gegeben sind und welche maßgeblichen Komponenten die sogenannte „Grundversorgung“ bestimmen. Desweiteren soll anhand der Fernsehprogramme des „Ersten“ und des „ZDF“ analysiert werden, ob die Grundversorgung tatsächlich gewährleistet wird, wo mögliche Defizite liegen und woher diese rühren. Außerdem erscheint die Diskussion der Grundversorgung in den deutschen (Print-)Medien relevant, da sie möglicherweise Aufschluss über die öffentliche Meinung zum Programmauftrag geben kann. Deshalb soll anhand eines Beispiels ein kurzer Überblick über Kritik an der Erfüllung des Programmauftrags gegeben werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk: Grundversorgung und Programmangebot
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung)
Veranstaltung
Seminar Medienlehre
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V183176
ISBN (eBook)
9783656073192
ISBN (Buch)
9783656073024
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
öffentlich-rechtlich, Rundfunk, Programm, Grundversorgung, Angebot, Programmangebot
Arbeit zitieren
Christina Jahn (Autor), 2011, Der öffentlich-rechtliche Rundfunk: Grundversorgung und Programmangebot, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183176

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