Mobbing stellt ein ernstzunehmendes Problem in unserer Gesellschaft dar; für die davon Betroffenen kann es zum Teil sogar existenzbedrohende Auswirkungen haben. Diese Arbeit will einen kurzen Überblick über den aktuellen Stand in der Mobbing-Diskussion geben. Im Mittelpunkt der Betrachtungen steht dabei die Führungskraft im Unternehmen und ihre verschiedenen Rollen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Phänomen „Mobbing“
2.1 Begriffsdefinition, Herkunft
2.2 Abgrenzung zu „normalen“ Konflikten
2.3 Erscheinungsformen von Mobbing
2.4 Ursachen von Mobbing
2.5 Mobbing als Interaktion
2.6 Folgen von Mobbing
2.6.1 Folgen für den Einzelnen
2.6.2 Folgen für das Unternehmen
2.6.3 Folgen für die Volkswirtschaft
2.7 Rechtliche Aspekte
3 Die Rollen der Führungskraft
3.1 Die Führungskraft als Betroffener
3.2 Die Führungskraft als Mobber („Bossing“)
3.3 Die Führungskraft als Vorgesetzter
3.4 Zusammenhang zwischen Führungsverhalten und Mobbing
4 Mögliche Maßnahmen gegen Mobbing
4.1 Möglichkeiten, Mobbing zu erkennen
4.2 Möglichkeiten der Prävention gegen Mobbing
4.3 Möglichkeiten der Intervention bei Mobbing
4.4 Möglichkeiten der Personalentwicklung
5 Schluß
5.1 Zusammenfassung
5.2 Ausblick
5.3 Zur Illustration
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht die facettenreiche Problematik von Mobbing im beruflichen Umfeld, wobei der Fokus insbesondere auf der Rolle der Führungskraft liegt, die sowohl als Betroffener, als Täter oder als intervenierende Instanz agieren kann.
- Analyse des Mobbing-Phänomens und dessen Abgrenzung zu gewöhnlichen Konflikten
- Untersuchung der verschiedenen Rollen von Führungskräften bei Mobbing-Prozessen
- Darstellung der wirtschaftlichen und psychologischen Folgen von Mobbing
- Aufzeigung von Präventionsstrategien und Interventionsmöglichkeiten für Unternehmen
- Evaluierung des Zusammenhangs zwischen Führungsstil und Mobbing-Entstehung
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Führungskraft als Betroffener
Die Führungskraft kann entweder von seinen Mitarbeitern, oder auch von seinen Vorgesetzten gemobbt werden. Diese Form des Mobbings bezeichnet man als "vertikales Mobbing". Wird eine Führungskraft von seinen Mitarbeitern gemobbt, so nennt man dies auch „Staffing“. „Unfaire Attacken gegen einzelne Führungskräfte oder gegen die Führungsebene von Seiten der Mitarbeiter heißen „Staffing“ (von engl. Staff = die Führung, der Stab). Absicht ist der Ruin einzelner Vorgesetzter, des gesamten Stabes oder der gesamten Personal- und Unternehmenspolitik.“ (URL: http://www.fairnessstiftung.de/Staffing.htm [Stand 2004-11-15]) Regelmäßig wissen die Mobber, dass sie es dabei mit einem (über)mächtigen Gegner zu tun haben, da die Vorgesetzten über verschiedene Machtinstrumente und Sanktionsmöglichkeiten verfügen. Solche „Mobbinghandlungen können zumeist als Ausdruck von Protest gesehen werden. (...) Ziel der mobbenden Mitarbeiter ist es, ungewünschte Führungskräfte zu diskreditieren und ihre Ablösung zu bewirken oder ihnen so viel Ärger zu bereiten, dass sie selbst kündigen.“ (Merk 2004, S.23 f.) Die Gründe liegen zumeist im persönlichen Bereich des Vorgesetzten (Arroganz, Autorität, ungerechtes Verhalten) oder bei den Mitarbeitern (Angst vor Versetzung oder Entlassung, Angst vor Verlust der Privilegien, „am Stuhl sägen“). (vgl. Brinkmann 2002, S.88 f.) Mögliche Mobbinghandlungen gegen die Führungskraft könnten beispielsweise sein: Entwendung von wichtigen Unterlagen, Sabotage- und Blockadeakte (v.a. von EDV-Dateien), offensichtlicher sog. „Dienst nach Vorschrift“ oder „Bummelstreik“, demonstratives Erkranken oder geistiger Diebstahl. (vgl. Merk 2004, S.24) Für Mobbing einer Führungskraft durch seinen eigenen Vorgesetzten sei auf die nachfolgenden Ausführungen zum Thema „Bossing“ (Kapitel 3.2) verwiesen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die Ernsthaftigkeit von Mobbing als gesellschaftliches Problem und definiert das Ziel der Arbeit, die Rolle der Führungskraft in diesem Prozess zu beleuchten.
2 Das Phänomen „Mobbing“: Dieses Kapitel erläutert die Definition, Herkunft und Ursachen von Mobbing sowie dessen vielfältige Auswirkungen auf den Einzelnen, das Unternehmen und die Volkswirtschaft.
3 Die Rollen der Führungskraft: Hier wird analysiert, wie Führungskräfte entweder selbst zu Opfern („Staffing“), Tätern („Bossing“) oder vor die Herausforderung gestellt werden, als Vorgesetzte professionell zu intervenieren.
4 Mögliche Maßnahmen gegen Mobbing: Das Kapitel bietet einen Leitfaden für Führungskräfte, um Mobbing frühzeitig zu erkennen, präventiv tätig zu werden und konkrete Interventionsstrategien anzuwenden.
5 Schluß: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Relevanz des Themas in der Forschung.
Schlüsselwörter
Mobbing, Führungskraft, Bossing, Staffing, Psychoterror, Arbeitsplatzkonflikte, Prävention, Intervention, Personalentwicklung, Führungskultur, Organisationsentwicklung, Konfliktmanagement, Arbeitsklima, Mobbing-Prävention, Mitarbeitermotivation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert das Phänomen Mobbing im Unternehmenskontext unter besonderer Berücksichtigung der verschiedenen Rollen, die eine Führungskraft in diesem Zusammenhang einnehmen kann.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Mobbing, die Analyse von Mobbing-Folgen, die Rollenverteilung zwischen Führungskraft und Mitarbeiter sowie Strategien zur Prävention und Intervention.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Führungskräfte für das Thema Mobbing zu sensibilisieren, damit sie Anzeichen rechtzeitig deuten und qualifizierte Gegenmaßnahmen ergreifen können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Forschungsergebnisse und Expertenmeinungen zu Mobbing und Führung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Phänomens Mobbing, die spezifische Rollenanalyse der Führungskraft und einen praktischen Teil zu Präventions- und Interventionsmöglichkeiten.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bossing, Staffing, Führungsstil, psychische Gesundheit am Arbeitsplatz und ganzheitliche Personalentwicklung geprägt.
Was unterscheidet „Staffing“ von „Bossing“?
„Staffing“ bezeichnet das Mobbing einer Führungskraft durch die eigenen Mitarbeiter (von unten nach oben), während „Bossing“ die systematische Schikane eines Mitarbeiters durch einen Vorgesetzten (von oben nach unten) beschreibt.
Warum ist das Erkennen von Mobbing für Führungskräfte so schwierig?
Mobbing findet häufig in einer „Grauzone“ statt, in der Handlungen formal korrekt erscheinen können. Zudem behindern Vertrauensboni oder die eigene Betroffenheit der Führungskraft die objektive Wahrnehmung.
- Arbeit zitieren
- Dipl.-Jur. Univ. , M.A. Christian Dickenhorst (Autor:in), 2005, Mobbing im Unternehmen - Die Rollen der Führungskraft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183187