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Der Grundlagenvertrag 1972 als Ergebnis eines diplomatischen Prozesses - Eine Analyse der Vorbereitung und Umsetzung unter diplomatischen Aspekten

Título: Der Grundlagenvertrag 1972 als Ergebnis eines diplomatischen Prozesses - Eine Analyse der Vorbereitung und Umsetzung unter diplomatischen Aspekten

Trabajo , 2001 , 34 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Björn Steffen (Autor)

Política - Tema: Política exterior de Alemania
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Resumen Extracto de texto Detalles

Am 21. Dezember 1972 unterzeichneten Egon Bahr für die Bundesrepublik Deutschland und
Michael Kohl für die Deutsche Demokratische Republik den Grundlagenvertrag. Hinter Bahr und
Kohl, die auch als Unterhändler den Vertrag aushandelten, lag eine Zeit schwieriger Verhandlungen,
in der jede Seite versuchte, möglichst viel der eigenen Interessen und Forderungen in den
Vertrag einzubringen. Bei den Verhandlungen zeigte sich, daß man sich in vielen wichtigen Fragen
wegen zu großer Differenzen nicht einigen konnte. Beispielsweise war die DDR nicht bereit,
die Worte „Einheit der Nation“ und „Wiedervereinigung“ in den Vertrag aufzunehmen, während
aus Sicht der Bundesrepublik, der Weg zu einem einheitlichen deutschen Staat ausdrücklich offengehalten
werden mußte. Wie konnte nun trotz großer Auffassungsunterschiede zu verschiedenen
Fragen ein Vertrag „über die Grundlagen der Beziehungen“ zwischen den beiden deutschen
Staaten erreicht werden? Inwiefern war es durch Diplomatie möglich, trotz der geschilderten Differenzen,
zu einem erfolgreichen Vertragsabschluß zu gelangen? Was ist die Kunst der Diplomatie
bzw. die Kunst der Unterhandlung und welche Rolle spielt sie für den Grundlagenvertrag?
Um den Grundlagenvertrag unter diplomatischen Aspekten analysieren zu können, muß zunächst
geklärt werden, was unter Diplomatie überhaupt zu verstehen ist und was es heißt diplomatisch
tätig zu sein. Dazu werden zu Anfang die Besonderheiten und die Aufgaben von Diplomatie
beleuchtet, bevor dann kurz auf die ihr eigene Sprache eingegangen wird. Ebenfalls sollen
aus Sicht der damaligen sozialliberalen Bundesregierung die konzeptionellen Grundlagen der
Ostvertragspolitik näher erläutert werden, da diese sozusagen das diplomatische Handeln ihrer
Repräsentanten vorgaben und indirekt beeinflußten. Bevor schließlich auf den Grundlagenvertragstext
als diplomatisches Dokument eingegangen wird, werden dessen Vorbereitung und die
Verhandlungen zwischen Egon Bahr und Michael Kohl geschildert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Diplomatie

2.1 Die Bedeutung des Begriffs „Diplomatie“

2.2 Die Aufgaben der Diplomatie und des Diplomaten

2.3 Die Sprache der Diplomatie

2.4 Diplomatie und der Grundlagenvertrag

3. Die Ostpolitik der Regierung Brandt

3.1 Die Zusammenarbeit Willy Brandts mit Egon Bahr

3.2 Die Vorbereitung der Ostpolitik in der Theorie

3.2.1 Bahrs Tutzinger Thesen

3.2.2 Die Zeit der Großen Koalition 1966-1969

3.3 1969 - Startschuß für die neue Ostpolitik

3.3.1 Die Wichtigkeit des Moskauer Vertrages und der Beziehungen zu Moskau

3.3.2 Die Ostverträge: Ein Paket von Verträgen

4. Der Grundlagenvertrag - ein Ergebnis von Diplomatie?

4.1 Die Vorbereitung der Verhandlungen

4.2 Die Verhandlungen

4.3 Analyse und Interpretation des Vertragstextes unter diplomatischen Aspekten

4.3.1 Die Bezeichnung des Vertrages

4.3.2 Die Präambel

4.3.3 Die Artikel

4.3.4 Der „Brief zur deutschen Einheit“

5. Zusammenfassung: Der Grundlagenvertrag - ein Ergebnis von Diplomatie!

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Grundlagenvertrag von 1972 als diplomatisches Dokument. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern die Kunst der Diplomatie und gezielte Verhandlungstechniken trotz gegensätzlicher Auffassungen der beteiligten deutschen Staaten zu einem erfolgreichen Vertragsabschluss führen konnten.

  • Grundlagen und Definitionen der Diplomatie im Kontext der internationalen Beziehungen.
  • Die Ostpolitik der Regierung Brandt und ihre theoretische sowie praktische Vorbereitung.
  • Die Analyse der diplomatischen Verhandlungsprozesse zwischen Egon Bahr und Michael Kohl.
  • Interpretation des Vertragstextes hinsichtlich sprachlicher Formulierungen zur Lösung politischer Dissense.

Auszug aus dem Buch

4.3.1 Die Bezeichnung des Vertrages

Die offizielle Bezeichnung „Grundlagenvertrag“ wurde bewußt anstelle der auch häufig benutzten Bezeichnung „Grundvertrag“ gewählt. Es sollte damit ausgedrückt werden, daß es sich, was man unter Grundvertrag verstehen könnte, nicht um „das urkundliche Fundament für die politische Existenz der Nation sowie die Grundorientierung für ihren Weg in dieser Zeit“ handelte, sondern, wie der Titel auch wirklich betont, um die „Grundlagen der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik“.

Es war nach den Verhandlungen klar, daß Fragen über die Nation und deren Einheit in diesem Vertrag gerade nicht geregelt werden konnten, weil hierüber keine Einigung erzielt wurde. Egon Bahr begründet die Bezeichnung in Zu Meiner Zeit folgendermaßen: „Ein Zugeständnis fiel mir nicht schwer: Abgesehen vom Verkehr und dem Interzonenhandel bestand zwischen den beiden deutschen Staaten ein vertragsloser Zustand. ... Wir konnten jetzt nur einen Rahmen festlegen, und so wurde aus dem Grundvertrag der Grundlagenvertrag.“ Ebenfalls stellt die Bezeichnung klar, daß allein die beiden deutschen Staaten Vertragspartner sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den historischen Kontext des Grundlagenvertrags 1972 und Formulierung der Fragestellung zur Rolle der Diplomatie bei den Verhandlungen.

2. Diplomatie: Theoretische Herleitung des Diplomatiebegriffs, seiner Aufgaben sowie der Bedeutung von Sprache und Verhandlungstechnik in der internationalen Politik.

3. Die Ostpolitik der Regierung Brandt: Untersuchung der konzeptionellen Vorbereitung durch Willy Brandt und Egon Bahr, inklusive der Bedeutung der Beziehungen zur Sowjetunion.

4. Der Grundlagenvertrag - ein Ergebnis von Diplomatie?: Detaillierte Analyse des Verhandlungsprozesses zwischen Bahr und Kohl sowie Interpretation des Vertragstextes hinsichtlich politisch strittiger Punkte.

5. Zusammenfassung: Der Grundlagenvertrag - ein Ergebnis von Diplomatie!: Fazit, das den erfolgreichen Vertragsabschluss auf den geschickten Einsatz diplomatischer Formulierungen und informeller Kontakte zurückführt.

Schlüsselwörter

Grundlagenvertrag, Diplomatie, Ostpolitik, Willy Brandt, Egon Bahr, Michael Kohl, DDR, Bundesrepublik Deutschland, Verhandlungstechnik, internationale Beziehungen, deutsche Einheit, Unverletzlichkeit, diplomatische Sprache, Souveränität, Gewaltverzicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entstehung des Grundlagenvertrags von 1972 und untersucht, wie diplomatische Mittel genutzt wurden, um einen tragfähigen Kompromiss zwischen der Bundesrepublik und der DDR zu erzielen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Definition von Diplomatie, die Vorbereitung der Ostpolitik unter der Regierung Brandt sowie die praktische Umsetzung durch bilaterale Verhandlungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie durch diplomatisches Geschick und spezifische Sprachformulierungen ein Vertrag zustande kam, obwohl die beteiligten Staaten grundlegende Differenzen in der nationalen Frage hatten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die historische Dokumente, Erinnerungen der Zeitzeugen (insbesondere Egon Bahr) sowie die Vertragstexte selbst methodisch auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Vorbereitung der Ostpolitik, der Rolle der Sowjetunion als Vermittler, den Verhandlungen zwischen Egon Bahr und Michael Kohl sowie der sprachlichen Analyse des Vertragstextes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Grundlagenvertrag, Diplomatie, Ostpolitik, Bahr-Papier und die Bewältigung des deutsch-deutschen Verhältnisses durch Verhandlungen.

Warum wurden keine Botschafter ausgetauscht?

Der Austausch von Botschaftern hätte einer völkerrechtlichen Anerkennung der DDR gleichgekommen, was für die Bundesrepublik Deutschland politisch nicht tragbar war; daher einigte man sich auf "ständige Vertretungen".

Was bedeutet der "Agree-to-disagree"-Ansatz in der Präambel?

Dieser diplomatische Kniff erlaubte es beiden Seiten, gegensätzliche Standpunkte zur nationalen Frage und zur Staatlichkeit der DDR beizubehalten, während man sich auf praktische Bereiche der Zusammenarbeit einigte.

Final del extracto de 34 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Grundlagenvertrag 1972 als Ergebnis eines diplomatischen Prozesses - Eine Analyse der Vorbereitung und Umsetzung unter diplomatischen Aspekten
Universidad
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Politikwissenschaft)
Curso
Diplomatie anhand von Dokumenten der Deutschlandpolitik 1949-1972
Calificación
1,0
Autor
Björn Steffen (Autor)
Año de publicación
2001
Páginas
34
No. de catálogo
V18321
ISBN (Ebook)
9783638226929
Idioma
Alemán
Etiqueta
Grundlagenvertrag Ergebnis Prozesses Eine Analyse Vorbereitung Umsetzung Aspekten Diplomatie Dokumenten Deutschlandpolitik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Björn Steffen (Autor), 2001, Der Grundlagenvertrag 1972 als Ergebnis eines diplomatischen Prozesses - Eine Analyse der Vorbereitung und Umsetzung unter diplomatischen Aspekten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18321
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