Kita-Konzeption am Beispiel eines Berliner Waldkindergartens


Hausarbeit, 2008

15 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. WIR ÜBER UNS

2. EINRICHTUNG
2.1 Adresse/Lage/Standort/ Treffpunkt
2.2 Personal

3. ORGANISATORISCHES
3.1 Öffnungszeiten
3.2 Schließzeiten und Ferienregelung
3.3 Zahl der Kindergartenplätze und Aufnahme
3.4 Exemplarischer Tagesablauf
3.5 Regeln

4. AUSSTATTUNG
4.1 Kleidung und Ausstattung der Kinder
4.2 Sachausstattung im Wald

5. INTEGRATION

6. PÄDAGOGISCHE LEITLINEN UND ZIELE UNSERER ARBEIT
6.1 Unser Leitbild
6.2 Der Situationsansatz

7. PÄDAGOGISCHE ZIELE UND METHODEN
7.1 Soziales Lernen
7.2 Sinne
7.3 Sprache
7.4 Mathematische Grunderfahrungen
7.5 Naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrungen
7.6 Musik
7.7 Umwelterziehung
7.8 Kreativität
7.9 Physische Entwicklung
7.10 Emotionale Kompetenz

8. ÜBERGANGSPHASEN

9. ELTERNPARTIZIPATION

10. ANGEBOTE UND PROJEKTE

11. ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

12. QUALITÄTSMANAGEMENT

13. WEITERE INFORMATIONSQUELLEN

1. WIR ÜBER UNS

Die Entstehung von Waldkindergärten wird oft auf die zunehmende Urbanisierung unserer Lebensräume zurückgeführt, und sicherlich ist dies auch eine logische Konsequenz. Doch wir wollen unsere Arbeit, als professionelle ErzieherInnen, nicht nur als eine Reaktion auf diese Umstände verstehen. Die Vorzüge eines Waldkindergartens werden in unserer täglichen Arbeit immer wieder sichtbar. Natur- und Waldkindergärten fördern in besonderer Weise die kindliche Entwicklung. Die Natur bietet mit ihrer grenzenlosen Vielfalt und Weite einen idealen Bewegungsraum für Kinder. Das Anregen von allen Sinnen und der körperlichen Bewegung wird fast selbstverständlich vom Raum Wald gefördert. Wir ErzieherInnen ordnen uns somit der Natur als erste Erziehungsinstanz unter.

Mit unserer Arbeit im Waldkindergarten Waldfrösche e.V. wollen wir ein Bewusstsein von Verbundenheit mit unserer Natur fördern. Kinder die sich regelmäßig in der freien Natur befinden, werden diese in ihren Einzelheiten und als Einheit verstehen und sich umsichtig und rücksichtsvoll in ihr bewegen.

Die Ruhe im Wald, das Klopfen eines Spechts am Baum, das Rauschen des Windes, der modrige Geruch von altem Holz und die wärmenden Sonnenstrahlen im kalten Frühjahr, das alles und noch vielmehr sind Erfahrungen und Erlebnisse die uns der Wald bietet. Konzentrationsfähigkeit, Selbstständigkeit und Ausgeglichenheit der Kinder werden somit ideal von der Natur gefördert.

Da wir den Kindern keine konventionellen Spielsachen anbieten, sind sie dazu angehalten ihrer eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen. Sie konsumieren nicht, sondern befriedigen den eigenen Bedarf mittels ihres Ideenreichtums und ihrer Selbstständigkeit. Kinder müssen sich bei uns immer wieder auf neue Situationen einstellen. Schon allein die Jahreszeiten bieten dabei stets neue Ansätze.

Wir als staatlich anerkannte Einrichtung des Landes Berlin verpflichten uns das Berliner Bildungsprogramm umzusetzen und somit alle Voraussetzungen für die kindliche Entwicklung und Weiterentwicklung zu gewährleisten. Träger ist der Verein Waldfrösche e.V., Mitglieder sind alle Eltern, die ihr Kind in unserem Kindergarten haben, Freiwillige und zuletzt das Erzieherteam. Der Verein wird durch einen jährlich gewählten Vorstand von mindestens vier Personen vertreten. Da es sich in unserem Fall um einen Elterninitiativkindergarten handelt, ist der Träger laut Berliner Rahmenvereinbarung über die Finanzierung und Leistungssicherstellung der Tageseinrichtungen verpflichtet, die organisatorischen Aufgaben selbst zu verwalten. Hierzu gehören unter anderem die Verbindung zum Berliner Senat, dem Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden e.V., sowie die personelle Einstellung der ErzieherInnen.

2. EINRICHTUNG

2.1 Adresse/Lage/Standort/Treffpunkt

Der Treffpunkt des Waldkindergartens befindet sich an der alten Mühle.

Wiesengrund 12
15345 Altlandsberg - Bruchmühle
Büro 030-675 86 21 / Mobil 0151-75 22 06

Dies ist eine sehr ruhige Gegend inmitten wunderschöner Natur. Die umliegenden Straßen sind besonders schwach frequentiert. Unser Waldstück liegt unweit des Treffpunktes. In der Mitte des Waldes befindet sich eine kleine Lichtung. Diese ist hervorragend für unsere Tanzund Bewegungsspiele geeignet.

Kleine Bäche laden zum Bau von Dämmen ein, und mehrere Baumhöhlen bieten gute Möglichkeiten für Versteckspiele. Darüber hinaus gibt es in diesem Areal fest installierte Plätze wie zum Beispiel das Indianerdorf, ein Kletterplatz, Schwitzhütten, ein Waldatelier und ein Piratenschiff.

2.2 Personal

Unser pädagogisches Fachpersonal besteht aus drei gleichberechtigten Fachkräften und einer jährlich wechselnden Anerkennungspraktikantin oder einem Anerkennungspraktikanten.

Unser Team setzt sich zurzeit zusammen aus:

- Frau Simone Tsouvalla, (staatlich anerkannte Erzieherin, Vollzeitkraft)
- Frau Kyra Bubel, (staatlich anerkannte Heilpädagogin, Halbzeitkraft)
- Herr Ronny Fehler, (staatlich anerkannter Waldpädagoge, Vollzeitkraft)
- Herr Lars Petzold, (Anerkennungspraktikant)

3. ORGANISATORISCHES

3.1 Öffnungszeiten

Dies sind unsere Öffnungszeiten von Montag bis Freitag:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2 Schließzeiten und Ferienregelung

Wir schließen in der Regel unsere Einrichtung 35 Tage im Jahr. Davon verwenden wir fünf Tage um im Rahmen von Fortbildungen die Weiterentwicklung unserer pädagogischen Arbeit zu gewährleisten.

Die jeweiligen Schließzeiten und Ferienregelungen werden jährlich im September in Absprache mit den Eltern festgelegt. In den letzten zwei Jahren orientierten sich die Schließtage an den Berliner Schulferien.

3.3 Zahl der Kindergartenplätze und Aufnahme

Unsere Waldkindergartengruppe bietet Platz für 15 - 18 Mädchen und Jungen im Alter von drei bis sechs Jahren. Abhängig von der Belegungszahl nehmen wir ganzjährlich Kinder auf. Eine Warteliste stellen wir bereit.

3.4 Exemplarischer Tagesablauf

Wir treffen uns jeweils von 8.00 Uhr bis 8.15 Uhr mit wettergerechter Kleidung an der alten Mühle. Wir beginnen jeden neuen Tag mit einem Morgenkreis. Nach dem gemeinsamen Durchzählen stimmen alle Kinder darüber ab, ob wir unseren Morgenkreis mit einem Lied, einem Spiel oder einer Geschichte gestalten. Auch fehlende Kinder werden bedacht. Dadurch weiß jedes Kind, sollte es einmal fehlen, dass es trotz seiner Abwesenheit Teil der Gruppe ist.

Anschließend stimmen wir abermals demokratisch über den Tagesplan ab. Vorschläge machen die Kinder. Nach gemeinsamer Auszählung der Ergebnisse starten wir mit unserem Bollerwagen in den Wald. Wenn wir den Bauwagen erreicht haben, frühstücken wir und gehen im Tagesplan fort. Alles ist möglich. Die Umgebung erforschen, Höhlen und Dämme bauen, Bewegungs-, Lern- oder Rollenspiele spielen, klettern, Instrumente zum musizieren basteln, malen oder Geschichten erzählen etc.. Unsere Kinder entscheiden mit ihrem unerschöpfbaren Grad an Fantasie und Kreativität. Des Weiteren haben wir stets zwei kindgerechte Digitalkameras im Gepäck. Die Kinder können ihren Tagesverlauf dokumentieren und ihre Sicht vom Wald mit seinen Tieren und Pflanzen fotografisch festhalten.

Um 11.30 Uhr beginnen wir mit dem gemeinschaftlichen Aufräumen. Dabei wird stets sorgfältig darauf geachtet, dass nichts im Wald zurück bleibt. Um 12.00 Uhr treten wir unseren Rückweg zur alten Mühle an. Dort bilden wir einen abschließenden Sitzkreis, singen ein Lied und reflektieren gemeinsam den Tag.

Zwischen 12.15 Uhr und 12.30 Uhr werden alle Kinder von ihren Eltern abgeholt. Dabei besteht natürlich die Möglichkeit für ein kurzes Gespräch.

3.5 Regeln

An dieser Stelle möchten wir auf die besonderen Regeln eingehen, die zur Sicherheit von jedem Kind eingehalten werden müssen.

- Alle Kinder bleiben in Ruf- und Sichtkontakt zum Fachpersonal.
- Es darf nichts aus dem Wald verzehrt werden.
- Essen, das auf dem Boden lag, wird weggeworfen.
- Da Gefahr durch Wespen und andere Insekten besteht, dürfen keine süßen Getränke oder Brote mitgebracht werden.
- Pilze und tote Tiere dürfen nicht angefasst werden.
- Es dürfen keine Pflanzen ausgerissen werden.
- Der Wald wird stets sauber hinterlassen.

4. AUSSTATTUNG

4.1 Kleidung und Ausstattung der Kinder

„Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.“

Die Kleidung der Kinder ist eine wichtige Voraussetzung für einen gelungenen Aufenthalt im Freien. Jedes Kind muss wetterfeste und bequeme Kleidung tragen, die auch vor Kälte schützt.

So sind im Winter mehrere Schichten übereinander und eine letzte wasserdichte Schicht dringend empfohlen. Im Frühling und im Sommer sollen alle Kinder langarmige Kleidung und eine Kopfbedeckung tragen. Für alle Jahreszeiten müssen die Kinder mit festem (auch wasserfestem) Schuhwerk ausgestattet sein. Ebenfalls ist es notwendig, dass jedes Kind Ersatzkleidung im Bauwagen gelagert hat (z.B. Unterwäsche, Strumpfhose, Socken usw.). Jedes Kind muss täglich einen wasserdichten Rucksack mitbringen, welcher mit dem Namen gekennzeichnet ist und Folgendes enthält:

- Eine bruchsichere und wieder verwendbare Flasche die mit Wasser oder Tee gefüllt ist.
- Eine wieder verwendbare und verschließbare Dose für eine kräftige Brotzeit.
- Eine kleine Isomatte als Sitzunterlage.

4.2 Sachausstattung im Wald

Auf unserem Waldstück haben wir einen Bauwagen, dieser kann beheizt werden und dient bei sehr schlechtem Wetter als Rückzugsmöglichkeit.

Die Ausstattung besteht unter anderem aus:

- Kindgerechtem Mobiliar
- Wasser zum Trinken, Möglichkeit Tee aufzubrühen
- Wasser zum Händewaschen mit 100% biologisch abbaubarer Seife
- Handtücher und Toilettenpapier
- Mülltüten

5. INTEGRATION

Ein elementarer Grundgedanke in unserem Waldkindergarten ist, dass die Kinder unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer ethnischen und religiösen Zugehörigkeit, ihrer sozialen und ökonomischen Situation sowie ihrer gesundheitlichen bzw. körperlichen Verfassung lernen können, einander anzunehmen.

Hinter diesen Überlegungen steht deutlich unser Verständnis von Toleranz und Respekt.

Unserer Meinung nach profitieren alle Kinder von einer integrativen Betreuung. Soziales Lernen findet auf beiden Seiten statt, somit lernen alle Kinder miteinander umzugehen.

Für Eltern von Kindern mit Behinderung nehmen unsere Schnuppertage einen besonderen Wert ein. In der gemeinsamen Beobachtung können wir erkennen ob der Waldkindergarten dem Bedarf an Fürsorge und Förderung des jeweiligen Kindes gerecht wird. Anschließend werten wir im Elterngespräch unsere Beobachtungen aus.

In unserem Kindergarten heißen wir alle Religionen willkommen. Wir vermitteln jedoch keine religiösen Inhalte. Das bedeutet für uns, dass wir keine religiös begründeten Feste feiern sondern eigene Rituale und Bräuche veranstalten. Hier finden alle Kulturen und Religionen Raum für Fragen, Diskussion und Aufklärung.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Kita-Konzeption am Beispiel eines Berliner Waldkindergartens
Note
1,0
Autoren
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V183246
ISBN (eBook)
9783656107736
ISBN (Buch)
9783656107767
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzeption, kita, Leitbild, Kindertageseinrichtung, Pädagogik, Waldkindergarten, Waldpädagogik, Reformpädagogik
Arbeit zitieren
Lars Petzold (Autor)Simone Tsouvalla (Autor)Kyra Bubel (Autor), 2008, Kita-Konzeption am Beispiel eines Berliner Waldkindergartens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183246

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