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Sünde und Neurose - Versuch einer Synthese von Dogmatik und Psychoanalyse

Title: Sünde und Neurose - Versuch einer Synthese von Dogmatik und Psychoanalyse

Seminar Paper , 1998 , 15 Pages

Autor:in: Sandra Schmidt (Author)

Theology - Systematic Theology
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Summary Excerpt Details

Eugen Drewermann, eine faszinierende Gestalt. Sein Name war häufig in den Medien zu hören bzw. zu lesen.
„Drewermann auf dem Katholikentag“,
„Drewermann und Degenhardt“;
„Drewermann der größte Kritiker der Kirche“.
Eugen Drewermann setzt sich in einigen Texten kritisch mit der katholischen Kirche auseinander und beleuchtet kirchliche Positionen aus psychoanalytischer Sicht.
In seinem Aufsatz : Sünde und Neurose; Versuch einer Synthese von Dogmatik und Psychoanalyse schildert Drewermann mit Hilfe von Kierkegaards Freiheitsbegriff, die Neurosen als Folge des Missverhältnisses der Menschen zu Gott. Seiner Meinung nach kann neurotischen Menschen der Glaube an Gott, an den barmherzigen und liebenden Gott, Hilfe bieten.
In diesem Buch werden die Begriffe Sünde und Neurose beleuchtet und in einen spannenden Zusammenhang gebracht basierend auf Drewermanns Aufsatz.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0.1 Vorbemerkung

1. Sünde als Krankheit zum Tode, - als Verzweiflung vor Gott

1.1 Verzweiflung als Mißverhältnis zu sich selbst

1.2 Angst als Ursprung der Verzweiflung

2. Die vier Neuroseformen als vier Formen der Fehlverarbeitung von Daseinsangst

2.1 Die Zwangsneurose

a) Charakterisierung

b) Genese

c) Heilung aus dem Glauben

2.2 Die Hysterie

a) Charakterisierung

b) Genese

c) Heilung aus dem Glauben

d) Vergleich von Zwangsneurose und Hysterie

2.3 Die Depression

a) Charakterisierung

b) Genese

c) Heilung aus dem Glauben

2.4 Die Schizoidie

a) Charakterisierung

b) Genese

c) Heilung aus dem Glauben

d) Vergleich von Depression und Schizoidie

3. Neurosenlehre als theologische Phänomenologie der Sünde

4. Schlußbemerkung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der dogmatischen Sündenlehre und der psychoanalytischen Neurosenlehre, wobei das primäre Ziel darin besteht, Neurosen als Ausdruck eines gestörten Gottesverhältnisses zu deuten und das Potenzial einer heilenden Kraft des christlichen Glaubens aufzuzeigen.

  • Synthese von Psychoanalyse und Theologie nach Eugen Drewermann
  • Kierkegaards Konzept der Verzweiflung als Kern des Sündenbegriffs
  • Detaillierte Analyse von vier spezifischen Neuroseformen (Zwangsneurose, Hysterie, Depression, Schizoidie)
  • Theologische Phänomenologie der Sünde als Weg zur psychischen Heilung

Auszug aus dem Buch

1. Sünde als Krankheit zum Tode, - als Verzweiflung vor Gott

Thomas von Aquin definiert in seiner Summa theologica die Sünde „ als Abkehr von Gott und eine Hingabe zum Geschaffenen “. Allerdings stellt sich die Frage wie kann der Mensch soweit kommen sich von dem Ursprung seines Seins, sich von Gott abzuwenden ? Wenden wir uns von einem Menschen ab, der uns liebt, dann ist er beleidigt, enttäuscht und verletzt. Gott hat uns in seine Hand geschrieben, er liebt uns Menschen, doch wie zeigt er seine Enttäuschung und sein Beleidigt sein, wenn wir uns abwenden ? Außerhalb der Traktate der sogenannten Erbsündenlehre wird dies nicht klar beantwortet. Es heißt, daß eine schwere Sünde den Verlust der Rechtfertigungsgnade und einen Ausschluß vom Reich Gottes bewirkt, doch wie erfährt man dies, wie macht sich dies im Leben eines Menschen bemerkbar ?

Diese Betrachtung der Sünde schließt den persönlichen Gott aus und betrachtet nur das Sittliche. Es käme zur Kantschen Reduktion des Religiösen aufs Sittliche. Nun wird der Versuch unternommen aufzuzeigen wie sich das Dasein des Menschen verändert, wenn es zu Gott ins Mißverhältnis gerät, wenn der Mensch seine Beziehung zu Gott verliert.

Nun werden die Gedanken Sören Kierkegaards aufgegriffen, in denen Kierkegaard den Verlust der Gnade, den Verlust der Rechtfertigung vor Gott, als Verzweiflung beschrieb und umgekehrt das Verzweifelt sein als Sünde vor Gott bezeichnet. Eugen Drewermann nennt Kierkegaard den „ letzten Philosophen des Abendlandes “, denn Kierkegaard wirft der Kirche ihre mangelnde christliche Lebensweise vor. Ebenso wie man Drewermann heute vorwirft er würde das Fundament der Staatskirche zerstören, hat man dies Kierkegaard vorgeworfen. Wenn wir von Kierkegaard sprechen können wir Psychoanalyse und Dogmatik verbinden. Die Neurosenlehre der Psychoanalyse als ein theologisches Erkenntnisorgan der dogmatischen Sündenlehre zu instrumentalisieren, d.h. anhand der Neurosen läßt sich die Sünde erkennen, das Mißverhältnis zu Gott.

Zusammenfassung der Kapitel

0.1 Vorbemerkung: Einführung in die Motivation der Autorin, sich mit den Ansätzen von Eugen Drewermann und dessen Kritik an der Kirche auseinanderzusetzen.

1. Sünde als Krankheit zum Tode, - als Verzweiflung vor Gott: Theoretische Grundlegung, die Sünde als gestörtes Verhältnis zum Ursprung des Seins und als existenzielle Verzweiflung im Sinne Sören Kierkegaards definiert.

2. Die vier Neuroseformen als vier Formen der Fehlverarbeitung von Daseinsangst: Untersuchung der Mechanismen von Zwangsneurose, Hysterie, Depression und Schizoidie als Fluchtwege aus der Angst durch Fixierung auf bestimmte Spannungspole.

3. Neurosenlehre als theologische Phänomenologie der Sünde: Synthese, in der Neurosen als Phänomene der Gottesferne verstanden und der Glaube als heilendes Korrektiv begriffen wird.

4. Schlußbemerkung: Persönliche Reflexion der Autorin über die heilende Wirkung der Theologie Drewermanns im Kontrast zu einer als angstmachend empfundenen kirchlichen Praxis.

Schlüsselwörter

Eugen Drewermann, Psychoanalyse, Dogmatik, Sünde, Neurose, Verzweiflung, Daseinsangst, Kierkegaard, Zwangsneurose, Hysterie, Depression, Schizoidie, Gottesverhältnis, Glauben, Freiheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Verknüpfung von theologischer Dogmatik und psychoanalytischer Neurosenlehre, basierend auf den Ansätzen von Eugen Drewermann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verständnis von Sünde als existenzielle Verzweiflung, die Analyse verschiedener Neuroseformen als Ausdruck eines gestörten Gottesverhältnisses und die Frage nach der Heilung durch den Glauben.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass psychische Leiden wie Neurosen theologisch als Symptome eines Mangels an vertrauensvoller Beziehung zum Schöpfer verstanden werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die phänomenologische Methode, indem sie psychologische Krankheitsbilder mit philosophischen und theologischen Freiheitsbegriffen, insbesondere bei Sören Kierkegaard, vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die vier Neuroseformen Zwangsneurose, Hysterie, Depression und Schizoidie in Bezug auf ihre Charakterisierung, Genese und Heilungschancen durch ein rechtes Gottesverhältnis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Psychoanalyse, Neurosenlehre, Sündenlehre, Verzweiflung, Gottesferne und die Freiheit des Menschen.

Wie unterscheidet sich die Zwangsneurose von der Hysterie laut der Arbeit?

Während die Zwangsneurose eine Flucht in die absolute Notwendigkeit und Perfektion darstellt, zeichnet sich die Hysterie durch eine Flucht in die Unendlichkeit der Möglichkeiten aus, um der Realität zu entgehen.

Welche Rolle spielt der Begriff "Angst" im Text?

Angst wird als grundlegendes menschliches Phänomen beschrieben, das zur Aufgabe der eigenen Freiheit führt, wenn man sich auf einseitige Spannungspole (Notwendigkeit oder Möglichkeit) fixiert.

Was kritisiert die Autorin an der heutigen kirchlichen Praxis?

Die Autorin kritisiert, dass viele kirchliche Sündenlehren eher angstmachend und krankmachend wirken, anstatt die heilende Kraft des Glaubens an einen barmherzigen Gott zu vermitteln.

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Details

Title
Sünde und Neurose - Versuch einer Synthese von Dogmatik und Psychoanalyse
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt  (Fakultät Religionspädagogik/Kirchliche Bildungsarbeit)
Author
Sandra Schmidt (Author)
Publication Year
1998
Pages
15
Catalog Number
V18329
ISBN (eBook)
9783638226998
Language
German
Tags
Sünde Neurose Versuch Synthese Dogmatik Psychoanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Schmidt (Author), 1998, Sünde und Neurose - Versuch einer Synthese von Dogmatik und Psychoanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18329
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