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Vergleich der Artikel der Religionsfreiheit und der Gleichberechtigung der Cairo Declaration mit denen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

Title: Vergleich der Artikel der Religionsfreiheit und der Gleichberechtigung der Cairo Declaration mit denen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Magistra Artium Jessica Plambeck (Author)

Orientalism / Sinology - Islamic Studies
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Summary Excerpt Details

Der Grundgedanke des Schutzes der Menschenrechte fand seine elementare Bedeutung erst relativ spät in der Entwicklung des Völkerrechts. Erst nach Beendigung des 2. Weltkrieges – genauer gesagt am 10. Dezember 1948 – wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (AEMR) von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verkündet. Im modernen Völkerrecht durchzieht dieser Grundgedanke des Schutzes der Menschenrechte annähernd alle Rechtsgebiete und ist von herausragender Bedeutung für die Entwicklung des Völkerrechts sowie für die Gründung der Vereinten Nationen. Zwar entwickelte sich die Idee der modernen Menschenrechte durchaus zur Zeit des klassischen Völkerrechts, aber erst mit Beginn des modernen Völkerrechts durchbrechen die Menschenrechte den ursprünglichen Völkerrechtsgedanken der Staatensouveränität. Während im klassischen Völkerrecht nur die Staaten sowie teilweise internationale Organisationen Völkerrechtssubjektivität genossen, verleiht der Menschenrechts-schutz nun auch dem Individuum das Recht vor völkerrechtlichen Instanzen und Gerichten die Verletzung seiner Rechte geltend zu machen. Die frühen Menschenrechtsabkommen berechtigten das Individuum nicht unmittelbar. Vielmehr war ein Verstoß gegen Menschenrechte ihnen zu Folge lediglich eine Verletzung der vertraglichen Pflichten gegenüber den anderen Vertragsstaaten. Inzwischen beinhalten einige neuere Menschenrechtsabkommen jedoch unmittelbare Rechts-positionen von Individuen. Unter Menschenrechten können nach internationalem Menschenrechtsverständnis all diejenigen Rechte subsumiert werden, „die jeder natürlichen Person in ihrer Eigenschaft als menschliches Wesen zustehen“. Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam und der Frage, was die islamischen Staaten dazu veranlasste, die AEMR nicht zu ratifizieren, sondern eigene – evt. islamische – Menschenrechte in einer Erklärung niederzulegen. Der zentrale Kernpunkt dieser Arbeit ist jedoch der Vergleich der in der Cairo Declaration niedergelegten Artikel mit denen aus der AEMR, um festzustellen, ob die von der OIC ausgearbeiteten „islamischen“ Menschenrechte den Ansprüchen des internationalen Menschenrechtsstandards gerecht werden, oder ob es sich in bestimmten Bereichen vielmehr so verhält, dass dieser angestrebte Schutz durch kulturrelativistische Argumentationen zu Gunsten der eigenen Kultur, Tradition sowie Religion ausgehebelt wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG

II. URSPRUNG DER MENSCHENRECHTE

A. Ursprung der Menschenrechte gemäß westlicher Auffassung

B. Ursprung der Menschenrechte gemäß islamischer Auffassung

III. SCHUTZ UND AUSLEGUNG VON MENSCHENRECHTEN

A. Universalisten

B. Kulturrelativisten

C. Kritik

IV. KAIRO DECLARATION

A. Religionsfreiheit

B. Gleichberechtigung

C. Kritik

V. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam (Cairo Declaration) im Vergleich zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR), um zu analysieren, ob der islamische Entwurf den internationalen Menschenrechtsstandards gerecht wird oder durch kulturrelativistische Argumentationen an Substanz verliert.

  • Vergleich der Menschenrechtskonzepte von AEMR und Cairo Declaration
  • Analyse der historischen Ursprünge westlicher und islamischer Menschenrechte
  • Untersuchung der theoretischen Spannungsfelder zwischen Universalismus und Kulturrelativismus
  • Detailbetrachtung der Artikel zur Religionsfreiheit
  • Detailbetrachtung der Bestimmungen zur Gleichberechtigung von Mann und Frau

Auszug aus dem Buch

A. Religionsfreiheit

Unter den insgesamt 25 Artikeln der Cairo Declaration findet sich kein einschlägiger Artikel, welcher sich explizit mit der Religionsfreiheit beschäftigt, eben jener Grundfreiheit, die als ein Grundprinzip des internationalen Menschenrechtsschutzes bezeichnet werden kann. Zwar findet in Artikel 1 der Cairo Declaration die Gleichheit aller Menschen in folgender Formulierung ihren Ausdruck: „Alle Menschen sind gleich auf Grundlage ihrer menschlichen Würde und ihrer Verpflichtung und Verantwortung ohne irgendeine Diskriminierung auf Grund der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, des Geschlechts, der religiösen Überzeugung, der politischen Mitgliedschaft…“. Diese Bekundung findet ihre Schranke bzw. Relativierung jedoch bereits im nächsten Satz, in welchem es heißt „wahrer Glaube ist die Garantie, um derartige Würde auf dem Weg zu menschlicher Perfektion zu erreichen“.

Durch diese Formulierung unterscheidet sich das Menschenrechtsverständnis der Cairo Declaration drastisch von dem internationalen Menschenrechtsverständnis, da die Abhängigkeit der Menschenwürde vom wahren Glauben angenommen und zum Ausdruck gebracht wird. Der wahre Glaube wird zwar in keiner Weise näher definiert; es wird auch nicht implizit vermittelt, dass der Islam gemeint sei. Trotzdem kann nach internationalem Menschenrechtsverständnis die Menschenwürde immer nur durch das Menschsein und nicht durch das Annehmen einer bestimmten Religion begründet sein.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung des Menschenrechtsschutzes im Völkerrecht und führt in die Fragestellung zur Cairo Declaration ein.

II. URSPRUNG DER MENSCHENRECHTE: Dieses Kapitel stellt die gegensätzlichen Auffassungen zur Herkunft von Menschenrechten gegenüber, wobei zwischen der westlichen, aufklärerischen Sicht und der islamischen, religiös begründeten Sicht unterschieden wird.

III. SCHUTZ UND AUSLEGUNG VON MENSCHENRECHTEN: Hier werden die theoretischen Positionen des Universalismus und des Kulturrelativismus kritisch analysiert, um die unterschiedlichen Ansätze bei der Auslegung von Menschenrechten zu verdeutlichen.

IV. KAIRO DECLARATION: Das Kapitel widmet sich der inhaltlichen Untersuchung spezifischer Artikel der Cairo Declaration und deren Bezug zu westlichen Standards unter Berücksichtigung des islamischen Rechts.

V. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet, ob die Cairo Declaration einen adäquaten Gegenentwurf zur AEMR darstellt.

Schlüsselwörter

Menschenrechte, AEMR, Cairo Declaration, Islam, Religionsfreiheit, Gleichberechtigung, Universalismus, Kulturrelativismus, Scharia, Menschenwürde, Völkerrecht, Rechtsvergleich, Internationale Standards, Islamisches Recht, Kulturidentität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam im Vergleich zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Themenbereiche Religionsfreiheit sowie die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist festzustellen, ob der islamische Menschenrechtskatalog den Anspruch und den Schutzumfang internationaler Menschenrechtsstandards erfüllt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Analyse der Texte beider Erklärungen durchgeführt, unter Einbeziehung der theoretischen Debatte zwischen Universalismus und Kulturrelativismus.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Entstehungsgeschichte der Menschenrechte, die theoretischen Auslegungskontroversen sowie die detaillierte Prüfung von Artikeln zur Religionsfreiheit und Gleichstellung in der Cairo Declaration.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Menschenrechte, Cairo Declaration, AEMR, Scharia, Universalismus und Kulturrelativismus.

Warum wird die Religionsfreiheit als problematischer Bereich identifiziert?

Die Arbeit stellt fest, dass Artikel zur Religionsfreiheit in der Cairo Declaration oft an den „wahren Glauben“ geknüpft sind, was den universellen Schutzgedanken für Nicht-Muslime einschränkt.

Welche Rolle spielt die Scharia in der Analyse?

Die Scharia fungiert als rechtlicher Rahmen, der in der Cairo Declaration explizit genannt wird und laut Autorin den Schutzbereich der Menschenrechte faktisch einschränkt.

Wie bewertet die Autorin die Gleichberechtigung in der Cairo Declaration?

Sie kommt zu dem Schluss, dass die Cairo Declaration durch ungenaue Formulierungen den Spielraum für eine untergeordnete Rolle der Frau beibehält, anstatt volle Gleichberechtigung zu garantieren.

Ist die Cairo Declaration laut Fazit ein vollwertiger Ersatz für die AEMR?

Nein, das Fazit hält fest, dass der Schutzumfang weit hinter dem der AEMR zurückbleibt und sie somit nicht als adäquater Gegenentwurf dienen kann.

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Details

Title
Vergleich der Artikel der Religionsfreiheit und der Gleichberechtigung der Cairo Declaration mit denen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
College
University of Hamburg  (Institut für Kultur und Geschichte des Vorderen Orients)
Course
Westliches und islamisches Recht
Grade
1,3
Author
Magistra Artium Jessica Plambeck (Author)
Publication Year
2009
Pages
16
Catalog Number
V183323
ISBN (eBook)
9783656075066
ISBN (Book)
9783656075455
Language
German
Tags
vergleich artikel religionsfreiheit gleichberechtigung cairo declaration allgemeinen erklärung menschenrechte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium Jessica Plambeck (Author), 2009, Vergleich der Artikel der Religionsfreiheit und der Gleichberechtigung der Cairo Declaration mit denen der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183323
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