Die "Rettung" Irlands aus europarechtlicher Sicht


Seminararbeit, 2011

37 Seiten, Note: 12 Punkte (vollbefriedigend)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

A. Einleitung

B. Das Entstehen der Krise in Irland

C. Die „Rettung“ Irlands
I. Irland schlüpft unter den Rettungsschirm
II. Irlands Rettungspaket
a. Umfang
b. Bisherige Umsetzung
c. Vergleich zu Griechenland
III. Die einzelnen Komponenten
1. Irland selbst
2. Der IWF
3. Die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF)
a. Zuständigkeit der Mitgliedstaaten
b. Art. 125 AEUV: Haftungsausschluss
1) Tatbestand
2) Ergebnis
c. Art. 122 Abs. 2 AEUV?
d. Intergouvernementale Vereinbarungen des Völkerrechts
e. Gesamtergebnis
4. Der Europäische Finanzstabilisierungsmechanismus (EFSM)
a. Art. 122 Abs. 2 AEUV
1) Tatbestand
a) Von Schwierigkeiten betroffen oder von gravierenden Schwierigkeiten bedroht
b) Außergewöhnliches Ereignis, das sich der Kontrolle Irlands entzieht
c) Ergebnis
2) Rechtsfolge
a) Ausgestaltung
b) Auflagen
c) Begrenzungen
d) Finanzierung der Darlehen durch Anleihen
e) Ergebnis
b. Alternative Rechtsgrundlagen
1) Art. 122 Abs. 1 AEUV
2) Art. 143 AEUV
3) Art. 352 AEUV
4) Art. 310 Abs. 1 UAbs. 3 i. V. m. Art. 352 AEUV
c. Gesamtergebnis
5. Großbritannien, Schweden und Dänemark
6. EZB
a. Art. 123 AEUV
b. Art. 124 AEUV
c. Ergebnis
IV. Gesamtergebnis

D. Ausblick

E. Fazit

Literaturverzeichnis

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V

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(zitiert als: Wissenschaftlicher Dienst des Deutschen Bundestages, WD 11-3000- 30/10).

A. Einleitung

Geld hat man zu haben, § 275 Abs. 1 BGB - dieses Motto scheint nicht für Staaten zu gelten1. Der einst glanzvolle „Celtic Tiger“ Irland geriet in erhebliche Zahlungsschwierigkeiten, indem er seine bankrotten Banken vor der Insolvenz rettete. Doch als erster Staat, der den EuroRettungsschirm in Anspruch nahm, wurde Irland scheinbar mühelos über seine Finanzprobleme hinweg getragen. Ursprünglich hält der Vertrag von Lissabon jedoch nur Instrumente zur Krisenprävention bereit, nicht aber zum Krisenmanagement. Ob die „Rettung“ Irlands mit dem geltenden Europarecht vereinbar ist, wird im Folgenden untersucht.

B. Das Entstehen der Krise in Irland

Irland zeigte in den Jahren vor der weltweiten Finanzkrise eine vorbildliche, auf Wachstum ausgelegte Haushalts- und Wirtschaftspolitik. Es erfüllte in der Wirtschafts- und Währungsunion alle Konvergenzkriterien des Art. 109j Abs. 1 EGV und qualifizierte sich so direkt für deren dritte Stufe, die Einführung des Euro2. In den Jahren von 1993-1997 konnte es seine Schuldenquote gemessen am BIP von 96,3 % auf 66,3 %3 senken sowie gleichzeitig sein Haushaltsdefizit von 2,7 % seines BIP in einen Überschuss von 0,9 %4 verwandeln. Im Gegensatz zu Griechenland, welches mit geschönten Haushaltszahlen die Einführung des Euro erreichte5, wurde Irland auf der Basis realer Daten Teil der Eurozone.

Aufgrund der weltweiten Finanzkrise6, der schwersten Krise der globalen Wirtschaft seit der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre7, die durch die Pleite der Investment-Bank Lehmann Brothers im September 2008 und dem darauf folgenden Platzen der Immobilienblase in den USA hervorgerufen wurde, erlitten die irischen Banken erhebliche Verluste8. Hinzu kam der Zusammenbruch des heimischen Hypothekenmarkts und des Bausektors. Als „lender of last resort“ sprang der Staat ein, indem er die bankrotten Banken verstaatlichte9. So verwoben sich die irischen Staatsfinanzen untrennbar mit dem Bankensektor und die Lage des Staatshaus- halts verschlechterte sich drastisch: Von einem Überschuss von 0,3 % des BIP in 2007 über ein Defizit von 7,2 % in 2008 hin zu einem Defizit von 11,7 % in 200910.

[...]


1 Knopp, NJW 2010, 1777 (1777).

2 Entscheidung des Rates vom 03.05.1998, Art. 1, ABl. Nr. L 139 S. 30.

3 Dies ist zwar mehr als die geforderte Obergrenze von 60%, aber der Schuldenstand ist nicht Teil des Stabilitätspaktes nach den Beschlüssen des Europäischen Rates von Amsterdam vom 16./17.06.1997.

4 Häde, JZ 1998, 1088 (1090).

5 Knopp, NJW 2010, 1777 (1777) m. w. N..

6 Hellwig, NJW-Beilage 3/2010, 94 (94).

7 Stark am Leipziger Seminar Ökonomie und Praxis, 20.01.2010.

8 Kanda, IMF Working Paper, European Department, Spillovers to Ireland, January 2008.

9 Allen voran die Anglo Irish Bank durch den Anglo Irish Bank Corporation Act 2009.

10 Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose, Gemeinschaftsdiagnose Frühjahr 2010, S. 24.

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Details

Titel
Die "Rettung" Irlands aus europarechtlicher Sicht
Hochschule
Universität Passau  (Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht, Europarecht, Europäisches und Internationales Wirtschaftsrecht )
Veranstaltung
Seminar zum Thema „Krise und Reform der europäischen Währungsverfassung“
Note
12 Punkte (vollbefriedigend)
Autor
Jahr
2011
Seiten
37
Katalognummer
V183328
ISBN (eBook)
9783656075035
ISBN (Buch)
9783656075424
Dateigröße
550 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Irland, Euro-Rettungsschirm, EFSF, IWF, EFSM, Art. 122 II AEUV, Art. 125 AEUV, Euro, Wirtschaftskrise, Finanzkrise, Wirtschaftsrecht, Währungsrecht, Europäische Währungsverfassung, Euro-Rettung
Arbeit zitieren
Nicole Krug (Autor), 2011, Die "Rettung" Irlands aus europarechtlicher Sicht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183328

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