Zwangsprostitution in Thailand als Form der modernen Sklaverei


Seminararbeit, 2011
18 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Unterschiedliche Formen der Berichterstattung
2.1 Reisebericht eines Pauschalreisenden
2.2 Verurteilter Sextourist
2.3 Sicht einer Frauenrechtlerin
2.4 Kevin Bales` Sicht

3 Analyse der Berichte

4 Zwangsprostitution als Form von Sklaverei
4.1 Begriffsbestimmungen
4.2 Rechtliche Grundlagen
4.3 Verwendung des Begriffs der Sklaverei

5 Resümee

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Das Wort Sklaverei löst bei den meisten Menschen in erster Linie Assoziationen mit der Sklaverei im antiken Rom oder Griechenland sowie mit der Plantagenwirtschaft in Amerika aus. Doch neben diesen lange zurückliegenden Beispielen finden wir auch heute immer wieder Formen der modernen Sklaverei, wie Menschenhandel, Schuldknechtschaft und Zwangsarbeit (vgl. Bales 2008: 45ff.). In der vorliegenden Arbeit soll es nun um Zwangsarbeit am Beispiel der Zwangsprostitution in Thailand gehen. Es soll geklärt werden inwieweit Zwangsprostitution Elemente von Sklaverei enthält. Welche Argumente sprechen für eine Verwendung des Begriffs der modernen Sklaverei und welche dagegen und wie bewerten Personen aus den verschiedensten Lebensbereichen die Situation in Thailand. Hierfür werden verschiedene Berichte über die Prostitution in Thailand vorgestellt und anschließend miteinander verglichen. Am Ende wird Bezug auf die Definitionen und rechtlichen Grundlagen genommen.

Ziel dieser Untersuchung soll es sein, zu prüfen ob eine Verwendung des Begriffs der Sklaverei im Zusammenhang mit der Zwangsprostitution in Thailand zulässig ist. Hierfür sollen die unterschiedlichen Sichtweisen von verschiedenen Akteuren empirisch geprüft werden und mit dem rechtlichen Grundlagen und den Definitionen zur Sklaverei in Bezug gebracht werden, um am Ende ein eindeutiges Votum für oder gegen den Begriff der modernen Sklaverei zu treffen.

Für eine solche Untersuchung muss als erstes geklärt werden, wie Thailand zu einer der größten Sextourismusländer aufsteigen konnte. Schon in der Ayuthaya- Zeit (1450 - 1767) galten Frauen von Gesetz wegen in allen gesellschaftlichen Schichten als Besitz der Männer. (vgl. Reschler 1991: 106f.) Es ist bekannt, dass es zu dieser Zeit nur eine geringe Anzahl von Prostituierten gab und diese sich zum Großteil wahrscheinlich in der Hauptstadt aufhielten. (vgl. Skrobanek 1983: 28f.)

Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bekamen Frauen in Thailand mehr Rechte zugesprochen. So wurden eine Reihe von Gesetzen erlassen, die die Abhängigkeit der Frauen von ihren Männern minderte und ihre soziale Stellung stärkte. Als offizielles Ende der Sklaverei in Thailand gilt das Gesetz aus dem Jahr 1868, welches den Verkauf von Frauen und Kindern verbot. (vgl. Reschler 1991: 108f.)

Bis in das Jahr 1954 stieg die Zahl der Prostituierten auf circa 20.000 an. Diese Zahl verzwanzigfachte sich in den kommenden sieben Jahren auf 400.000. Diese Zunahme kann nur Mithilfe des Tourismus, vor allem aus China, und dem Vietnamkrieg erklärt werden. (vgl. Reschler 1991: 111)

Auf der einen Seite brachten die chinesischen Einwanderer ihre Erfahrung und ihre Entwicklungen nach Thailand, aber auf der anderen Seite eben auch ihre Freizeitbeschäftigungen, wie zum Beispiel die Prostitution. Die chinesischen Fremdarbeiter wurden nach Thailand geholt, um die neuen Industrien in Thailand zu unterstützen. Mit diesem Arbeiteraustausch begann auch der Frauenhandel aus China nach Thailand. Die Zahl der verschleppten Frauen betrug jährlich zwischen 200 und 300. Bis zum Zweiten Weltkrieg war die Mehrheit der Bordelle in chinesischer Hand. (vgl. Renschler 1991: 109f.)

In der Zeit des Vietnamkrieges wurden amerikanische Soldaten wegen der engen Zusammenarbeit in Thailand stationiert. In dieser Zeit wurden eigens für die Soldaten „Rest- and- Recreation“- Programme geschaffen, um sich von den Strapazen des Krieges zu erholen. Zu diesem Zwecke besuchten viele Amerikaner Thailand für einen Kurzurlaub. Durch diese Kurzurlauber wurde viel Geld in das verarmte Thailand gebracht. Doch es war so, dass die meisten Soldaten eine sehr geringe moralische Schwelle hatten, da sie nicht wussten wie lang sie überhaupt noch leben würden. So erfuhr der Sextourismus durch die amerikanischen Programme einen großen Aufschwung. Mit den Militärtouristen stieg auch die Zahl der übrigen Thailandtouristen massiv an. Wurden im Jahre 1966 200.000 Touristen in Thailand gezählt, waren es 1989 schon 4,8 Millionen Touristen. (vgl. Renschler 1991: 112f.)

Dabei muss man natürlich beachten das die Sexindustrie nicht der einigste, aber einer der wichtigsten Gründe für Thailandreisen ist. Dies stellte auch die thailändische Regierung fest, die sich 1980 sogar zur Förderung des Sextourismus aussprach und der gewünschte Erfolg nicht lange auf sich warten ließ, wie die oben abgebildeten Zahlen beweisen. (vgl. Renschler 1991: 112ff.)

1991 lagen die Zahlen der Frauen und Mädchen die in der thailändischen Sexindustrie arbeiten bei schätzungsweise ein bis zwei Millionen. 1986 belief sich die Zahl der unter 14 Jährigen auf ca. 5%. Heute liegt der Wert wohl deutlich über der 5% Marke. (vgl. Renschler 1991: 115) Die Kinder und ganz jungen Mädchen werden meist in Bordelle verschleppt oder von ihren eigenen Eltern verkauft, weil diese aus ihrer Armut heraus keine andere Möglichkeit sehen und auch das Verlangen nach immer jüngeren Mädchen stetig größer wird. (vgl. Renschler 1991: 115) Man kann also sagen, dass sich Thailand nach dem Vietnamkrieg zu der Sextourismus- Region entwickelt hat, die es heute ist.

2 Unterschiedliche Formen der Berichterstattung

Das Spektrum der unterschiedlichen Interpretationsweisen zum Thema Zwangsprostitution scheint weit gefasst zu sein. Durch die folgenden Berichte sollen verschiedene Blickwinkel auf die Situation in Thailand geworfen werden, um zu sehen inwieweit und in welchem Maße verschiedene Autoren in diesem Zusammenhang von Sklaverei sprechen.

2.1 Reisebericht eines Pauschalreisenden

Der erste Bericht ist von einem jungen Mann geschrieben, der die Welt erkunden will. Auf seiner Weltreise macht er auch Station in Thailand. Was er dort erlebte, berichtete er auf der Internetseite „umdiewelt“. Über den Mann ist nichts weiter bekannt, außer dass sein Name Tilo Spitze ist. (vgl. Spitze 2006)

In seinem Bericht schildert er, dass man überall mit dem Sexgeschäft konfrontiert wird. So fuhr er gerade mit dem Taxi von Flughafen ins Hotel, als ihm der Taxifahrer ein Prospekt mit leicht bekleideten Damen unter die Nase hielt und mit ihm dorthin fahren wollte. Herr Spitze lehnte dieses Angebot jedoch angewidert ab. Überall werden einem männlichen Touristen solche Angebote gemacht. Es wird versucht die vermeintlich gut verdienenden Europäer in die Bars zu locken. Jedoch sieht man den dort arbeitenden Frauen nach Aussage des Verfassers schon an ihren Blicken an, dass sie dieser Arbeit nicht freiwillig nachgehen. (vgl. Spitze 2006)

Es sind jedoch nicht nur die gekennzeichneten Etablissements wo man mit Prostituierten in Kontakt kommt. Auch in den Clubs, in denen sich viele westliche Touristen aufhalten, sieht man sie in größeren Gruppen. Würden sie dort allerdings nicht immer wieder potentielle Kunden finden, wäre ihre Präsens deutlich geringer. Gleichzeitig kritisiert er, dass durch den Ruf Thailands in der Welt, auch viele Männer meinen jede Frau in Thailand verkauft sich für Geld. So werden auch Frauen belästigt, die nicht als Prostituierte, Bardame oder ähnliches arbeiten. (vgl. Spitze 2006)

Traurig sei auch, dass man auch nicht das Gefühl bekommt, dass die Regierung die Rechte der Frau stärken und gegen das weiter anwachsende Sexgeschäft vorgehen möchte. Das Gegenteil ist der Fall, sie fördern bestimmt wirtschaftliche Zweige, anstatt sie einzudämmen. „So sieht man Mitten an der Hauptstraße riesige Ganzkörpermassagesalons, mit Parkplätzen so groß wie bei Kaufland oder Marktkauf.“ ( Spitze 2006) Dies scheint im wirtschaftlichen Sinne auch verständlich, immerhin nehmen sie auch viel Geld mit Hilfe der (Sex-)Touristen ein.

Eigentlich ist es schade, dass die Regierung solche Zweige fördert und nicht viel mehr andere Touristenattraktionen unterstützt. Denn Thailand hat viel mehr zu bieten, als „preiswerten Sex“. (Spitze 2006)

Aus dem Bericht des jungen Deutschen kann man deutlich lesen, dass man überall mit dem Thema der Prostitution in Thailand in Berührung kommt und er darüber auch sehr schockiert scheint. Außerdem schildert er, dass es für jeden klar erkennbar ist, dass die Frauen ihrem Beruf nicht freiwillig nachgehen. Er spricht hier nicht explizit von Sklaverei, aber sein Hinweis auf die Unfreiwilligkeit der Arbeit lässt darauf schließen. Es sollte also jedem Sextouristen bewusst sein, dass es sich nicht um eine freiwillige Dienstleistung handelt, die er hier in Anspruch nimmt und es sich somit um den Straftatbestand einer Vergewaltigung handelt.

2.2 Verurteilter Sextourist

Wie oben aufgeführt sind in Thailand nicht nur Frauen, sondern auch junge Mädchen von der Zwangsprostitution betroffen. Immer wieder wird von Männern berichtet, die genau aus diesem Grund nach Thailand fliegen. Nach offiziellen Zahlen sind es 400.000 Deutsche die sich jedes Jahr nach Thailand begeben, um dort ihre Bedürfnisse nach Liebesdiensten zu stillen. (vgl. o.A. 2011b) Dass sie sich damit wegen sexuellen Missbrauch von Kindern (§ 176 StGB) strafbar machen und damit eine Gefängnisstrafe von bis zu 10 Jahren riskiert, ist den meisten bekannt, aber sie hoffen auf einen straffreien Raum außerhalb Deutschlands. Aber der Kindesmissbrauch ist in Deutschland und den anderen europäischen Ländern auch strafbar, wenn die Tat von einem Staatsbürger dieser Länder im Ausland durchgeführt wurde. (vgl. o.A. 2011b)

Erst im Februar diesen Jahres wurde ein 66- jähriger HIV- infizierter Mann aus Celle wegen schweren sexuellen Missbrauch von Kindern zu 9 Jahren Haft verurteilt. (vgl. o.A. 2011a) Das Strafmaß fiel so mild aus, da der Angeklagte ein umfassendes Geständnis über seine Taten ablegte. Das Verfahren war eigentlich auf zwei Jahre ausgelegt. Um dies zu verkürzen, hat das Gericht dem Mann eine Höchststrafe von 9 Jahren zugesagt, sollte er die ihm vorgeworfenen Taten umfassenden gestehen. (vgl. o.A. 2011c) Der zuständige Richter sagte, dass seine Ausführungen durchaus ehrlich gemeint sind. Der ehemalige Sänger räumte ein, dass ca. 85% der ihm vorgeworfenen Anklagepunkte zutreffen. Dies konnte er so genau sagen, da er jeden sexuellen Kontakt zu thailändischen Frauen in seinem Tagebuch festhielt. Somit wurde den Kinderprostituierten eine Aussage in Deutschland erspart. (vgl. o.A. 2011e)

Er hat gestanden, dass er im Zeitraum von 2004 bis 2009 ungeschützten Sex mit 7 Kindern und 23 Jugendlichen hatte ohne diese über dessen HIV- Infektion zu informieren. Dabei habe er die Situation in Thailand ausgenutzt und bereue seine Taten aus heutiger Sicht zutiefst. (vgl. o.A. 2011d) In Thailand ist es einfacherer an junge Mädchen heran zu kommen und mit diesen Sex zu haben. Der Verurteilte hatte ab den 70iger Jahren schon in Deutschland Kinder missbraucht. Dies geht aus Videos hervor, die nach seiner Festnahme in seiner Wohnung gefunden wurden. (vgl. o.A. 2010) Aufgrund der Verjährung werden diese Fälle jedoch nicht mehr verhandelt.

Wochenlang dominierte dieses Thema die Presse (zum Beispiel Die Süddeutsche, Die Welt, Hamburger Abendblatt). Aber schon nach kurzer Zeit schien die Thematik für die westliche Welt nicht mehr interessant genug zu sein. An der Situation in Thailand hatte dieses kurzzeitige Medieninteresse jedoch nichts geändert.

2.3 Sicht einer Frauenrechtlerin

Astrid Lipinsky, Assistentin am Institut für Ostasienwissenschaften der Universität Wien, beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit den Rechten der Frauen in Ostasien. In diesem Zusammenhang beschäftigte sie sich auch vereinzelt mit dem Thema der Zwangsprostitution in China und den angrenzenden Ländern. (vgl. Lipinsky 2011) Hierbei bezieht sie sich vorwiegend auf die Lage in China. Dies kann jedoch laut ihrer Aussage auch auf andere Länder übertragen werden. So zum Beispiel auch auf Thailand. (vgl. Lipinsky 2001: 57) In ihren Aufsätzen zeigt sie auf, wie es den betroffenen Frauen geht und unter welchen Qualen sie leiden müssen. Außerdem weist sie auf die Unterschiede zwischen Prostitution und Zwangsprostitution hin und geht auf die Lebensumstände der zum Sex gezwungenen Frauen ein. (vgl. Lipinsky 2001: 57ff.)

Die meisten Mädchen wissen gar nicht was mit ihnen passiert, da sie mit dem verschleierten Begriff der „Trostfrauen“ gelockt werden. Die jungen Frauen verstehen unter diesem Begriff, die Versorgung und Pflege von den militärischen Truppen. (vgl. Lipinsky 2001: 57) „Tatsächlich verbirgt sich hinter dem „Trost“ die erzwungene, ausbeuterische und lebenslängliche gesundheitliche sexuelle Sklavinnenarbeit – Zwangsprostitution“. (Lipinsky 2001: 57)

Aber was ist unter Zwangsprostitution zu verstehen? Beschreibt dieser Begriff eher erzwungene Prostitution oder doch eine Art von moderner Sklaverei? Nach Lipinskys Definitionen, weisen Prostitution und Zwangsprostitution nur wenige Gemeinsamkeiten auf. (vgl. Lipinsky 2001: 58) Sie sieht Prostitution „vor allem im Sinne einer versicherten, anerkannten Beschäftigung“. (Lipinsky 2001: 58) Der Unterschied ist nicht nur im Zwang bzw. der Freiwilligkeit zu sehen, sondern auch die Entlohnung, die medizinische Versorgung und die Freiheitsberaubung sind in Betracht zu ziehen. (vgl. Lipinsky 2001: 58) Da es sich bei der Zwangsprostitution um ein „sklavenähnliches Gefangenenverhältnis“ (Lipinsky 2001: 58) handelt, haben die Mädchen keinerlei Anspruch auf medizinische Versorgung. Für viele ist die Zwangslage nicht nur mit Demütigung und Schmerzen verbunden, sondern auch häufig mit anderen Nebenerscheinungen wie zum Beispiel ungewollte Schwangerschaften, Geschlechtskrankheiten, Hunger und nicht zuletzt keinerlei Verbindungen zu ihren Familien. (vgl. Lipinsky 2001: 58) Ein weiterer großer Unterschied ist, dass Prostitution eine (sexuelle) Dienstleistung ist. Der Geschlechtsakt hat zwar nichts mit der Liebe zwischen zwei Menschen zu tun, aber er ist hier wohl als eine „gleichberechtigte Vertragspartnerschaft“ (Lipinsky 2001: 63) anzusehen. Bei der Vergewaltigung geht es jedoch nicht um die Dienstleistung, sondern einzig allein um Gewalt. (vgl. Lipinsky 2001: 64) In der sexuellen Sklaverei sieht sie deswegen „die systematische, organisierte mehrfache Vergewaltigung in der Regel durch eine Mehrzahl von Tätern“ (Lipinsky 2001: 64). Als Belegung für ihre Definition sieht sie die Spätfolgen der Zwangsprostitution, die mit den Auswirkungen einer Vergewaltigung übereinstimmen. Zu diesen Folgen zählt sie unteranderem „Hilflosigkeit, die Ängste, die Albträume, […], Frigidität und Unfruchtbarkeit“ (Lipinsky 2001: 64) Weiter führt sie an, dass es keinen Unterschied machen sollte, wie oft, wie lang und über welchen Zeitraum jemand vergewaltigt wird, denn diese Unterscheide wäre nur im Sinne der Täter. (vgl. Lipinsky 2001: 64) Es sollten jedoch nicht die Rechte der Täter, sondern die der geschändeten Frauen im Vordergrund stehen.

Aufgrund der von Lipinsky verwendeten Argumentation weist Zwangsprostitution nach ihrer Auffassung große Gemeinsamkeiten mit den Begriffen der Sklaverei und Vergewaltigung auf. Eine Verwendung des Begriffes der Sklaverei ist also in ihren Augen vertretbar und sogar von Nöten, um auf die Probleme der betroffenen Frauen hinzuweisen.

2.4 Kevin Bales` Sicht

Kevin Bales ist ein US- amerikanischer Soziologe und gilt weltweit als führender Sklavenexperte. Er ist außerdem Präsident der amerikanischen Organisation „Free the Slaves“, welche sich gegen die moderne Sklaverei einsetzt und Professor für Soziologie an der Roehampton University London. (vgl. Bales 2001 Einband, Bales 2008: 4)

In seinen umfassenden Forschungen zur modernen Sklaverei, beschäftigte er sich auch intensiv mit der Zwangsprostitution in Thailand. Dabei stellt er fest, dass die Mädchen häufig von ihren Eltern im Alter von 14 Jahren verkauft werden. Schon die Religion rechtfertigt einen solchen Verkauf, da Frauen im Buddhismus weniger wert sind als Männer. Und so kommt es nicht selten vor, dass Familien aus dem Norden Thailands ihre Mädchen nach Missernte oder wegen hoher Verschuldung verkaufen. Immerhin bekommen sie für den Verkauf 20.000 bis 50.000 Baht, was einem Jahreseinkommen entspricht (vgl. Bales 2001: 52, 56f., 75) Die thailändischen Familien sind der religiösen Überzeugung, dass ihre Töchter tief bei ihnen in der Schuld stehen. Wegen dieser Einstellung erwartet man gerade von den Mädchen, dass sie aktiv zum Familieneinkommen beisteuern. Wenn es keinen anderen Weg gibt, dann mit dem Verkauf in die Sklaverei. (vgl. Bales 2001: 57)

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Zwangsprostitution in Thailand als Form der modernen Sklaverei
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Veranstaltung
Seminar Aufklärung und Sklaverei
Autor
Jahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V183356
ISBN (eBook)
9783656075981
ISBN (Buch)
9783656076162
Dateigröße
538 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zwangsprostitution, thailand, form, sklaverei
Arbeit zitieren
Stephanie Trompelt (Autor), 2011, Zwangsprostitution in Thailand als Form der modernen Sklaverei, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183356

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