Präsentationstechniken und Visualisierungsmethoden


Studienarbeit, 2010

30 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen
2.1. Wahrnehmungstypen
2.2. Was ist Visualisierung?
2.3. Bildhafte Darstellungen
2.4. Funktionen der Gehirnhälften

3. Präsentationstechniken
3.1. Visuelle Medien
3.1.1. Tafel / White Board
3.1.2. Karteikarten
3.1.3. Pinnwand / Lernplakat
3.1.4. Tageslichtschreiber
3.1.5. Flipchart
3.2. Auditive Medien
3.2.1. auditive Datenträger
3.2.2. Artikulation
3.3. Audiovisuelle Medien
3.3.1 Gestik
3.3.2 Video/ Audio
3.3.3. Powerpoint
3.4. Haptische Medien
3.4.1. Modell
3.4.2. Handout
3.5 Sitzformation

4. Visualisierungsarten
4.1. Mindmap/ Netzbild
4.2. Diagramme
4.3. Grafik
4.4. Schriftgrößen
4.5. Farbspiele

5. Fazit

Anhang

Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Wir beginnen unsere Studienarbeit ganz bewusst mit einem Rollenspiel (siehe Anhang), um dem Publikum einen spielerischen Einstieg in die behandelte Thematik zu ermöglichen. So aktivieren wir unsere Zuhörer und wecken ihre ganze Aufmerksamkeit. Zudem ist das interaktive Rollenspiel eine sehr passende Methode, um direkt mit einer Präsentationstechnik (hier: Rollenspiel) auf unser Thema: „Präsentationstechniken und Visualisierungsmethoden“ hinzuweisen. Mit dem Rollenspiel wollen wir unserem Publikum zeigen, dass man Inhalte und Botschaften nicht nur verbal, sondern auch visuell vermitteln kann. Außerdem soll es demonstrieren, dass jedes Individuum, also jeder Charakter, sich intuitiv selbst präsentiert und daher automatisch eine Präsentationstechnik, durch die angewendete Mimik, Gestik, Artikulation, aber auch durch die verbale Kommunikation, anwendet.

2 Grundlagen

2.1 Wahrnehmungstypen

Der visuelle Wahrnehmungstyp

Dieser Wahrnehmungstyp nimmt überwiegend seine Informationen visuell auf. Visuell bedeutet in diesem Zusammenhang, dass dieser Typ hauptsächlich die Informationen über die Augen (durch das Sehen und Beobachten) wahrnimmt. Demnach werden verständlicherweise visualisierte (farbliche und förmliche) Objekte, teilweise unbewusst, zuerst wahrgenommen. Die Lernfähigkeit mit Bildern, Zeichnungen, speziellen Formatierungen, Diagrammen und anderen optischen Hilfsmitteln ist enorm hoch, da dieser Wahrnehmungstyp seine Informationen über das visuelle Gedächtnis hervorrufen kann. Er kann also Informationen visuell besser aufnehmen und verarbeiten, als andere Wahrnehmungstypen. Man findet sie überwiegend in Berufen mit grafischem Schwerpunkt.

Der auditive Wahrnehmungstyp

Dieser Wahrnehmungstyp nimmt überwiegend Informationen auditiv auf. Auditiv bedeutet in diesem Zusammenhang, dass dieser Typ größtenteils die Informationen über die Ohren wahrnimmt, also durch das Hören oder Sprechen. Demnach werden Reden und Töne intensiv verarbeitet und gespeichert. Oft hören sie noch auditive Informationen bzw. Töne, wo andere Wahrnehmungstypen keine mehr erkennen können. Er kann unterschiedliche Informationen am besten mit Hilfe von CD’s, Kassetten und anderen auditiven Hilfsmitteln aufnehmen. Auch bei Vorträgen ist der Lerneffekt enorm hoch. Man findet den auditiven Wahrnehmungstypen oft in musikalischen Berufen oder bei musikalischen Interessen wieder.

Der haptische (kinästhetische) Wahrnehmungstyp

Dieser Wahrnehmungstyp nimmt überwiegend seine Informationen haptisch auf. Haptisch bedeutet in diesem Zusammenhang, dass dieser Typ die Informationen durch das aktive Tasten, Bewegen bzw. Erfühlen verstärkt wahrnimmt. Er lernt also am besten durch das Ertasten und Fühlen. Demnach werden alle haptischen Medien, z.B. Modelle zuerst wahrgenommen und besser verarbeitet. Die Abstraktion von Theorien, Informationen und weiteren Dingen vereinfacht also die Merk- und Lernfähigkeit des haptischen Wahrnehmungstypens. Bevorzugt werden Dinge aktiv bewegt, um zu verstehen. Man findet den kinästhetischen Wahrnehmungstypen oft in handwerklichen Berufen wieder.

Der olfaktorische und gustatorische Wahrnehmungstyp

Zur Vollständigkeit halber, da sie kein Bestand der Präsentation sind, wird kurz der olfaktorische und gustatorische Wahrnehmungstyp erläutert: Der olfaktorische Wahrnehmungstyp nimmt insbesondere Informationen über Gerüche wahr. Der gustatorische Wahrnehmungstyp nimmt hauptsächlich Informationen über Geschmäcker, also durch das Schmecken, wahr.[1] Jeder Mensch hat unterschiedlich ausgeprägte Wahrnehmungstypen, wobei die stärkste Wahrnehmungsart charakterisierend ist. In der Praxis wurde aus der psychologischen Forschung ermittelt, dass der Mensch durch das Lesen 10%, durch das Hören 20%, durch das Beobachten 30%, durch das Hören und Sehen 50%, durch selbst sagen 70% und durch aktives Tun 90% der vorhandenen Informationen aufnimmt (s. Pyramide im Anhang).[2]

Es ist wichtig, möglichst auf alle Wahrnehmungskanäle einzugehen, da sich unter der Hörerschaft unterschiedliche Wahrnehmungstypen befinden.[3] Die effektive Anwendung verschiedener Präsentationstechniken und Visualisierungen erhöht folglich die Merk- und Lernfähigkeit des interessierten Publikums.

2.2 Was ist Visualisierung?

Mit dem Begriff Visualisierung (lat.: visualis: zum Sehen gehörig)[4] oder auch Veranschaulichung meint man das Sichtbarmachen von abstrakten Inhalten (Daten und Zusammenhänge) in eine „graphische bzw. visuell erfassbare Form“[5]. Dafür werden Daten in Form von Bildern, Texten oder einer Kombination von beidem so aufbereitet, dass sie den Inhalt veranschaulichen und verdeutlichen. Darüber hinaus lässt sich die Technik der Visualisierung dazu verwenden, unstrukturierte Daten in eine gut begreifbare Form zu bringen. Zudem kann man mit Hilfe der Visualisierung „etwas optisch so betonen und herausstellen, da[ss] es Aufmerksamkeit erregt“[6]. Bei dem Prozess der Visualisierung werden die gegebenen Daten interpretiert und die wichtigen Zusammenhänge sichtbar gemacht, indem irrelevante Details weggelassen und gestalterische Entscheidungen getroffen werden.

2.3 Bildhafte Darstellung

Mit dem Thema Visualisierung haben sich schon in der frühen Geschichte Menschen beschäftigt, wie z.B. das folgende Zitat von Konfuzius (551-479 v. Chr.) zeigt: „Sage es mir und ich werde es vergessen. Zeig es mir und ich werde mich erinnern. La[ss] es mich tun und ich werde verstehen.“[7] Daraus geht hervor, dass es schwer fällt einen Sachverhalt durch bloße Worte zu behalten, aber das der Mensch durch das Zeigen von Inhalten, also einer bildhaften Darstellung, wenigstens in der Lage ist sich zu erinnern. Weitere Zitate, welche die Bedeutung der Visualisierung zeigen, sind folgende: „Man muss zum Auge reden, will man verstanden werden.“[8] und „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.“[9] Diese Zitate veranschaulichen was man mit der Visualisierungstechnik erreichen möchte, nämlich eine bildhaft, vereinfachte Darstellung von komplexen und schwer verständlichen Daten, Zahlen, Fakten und Meinungen. Doch es sollte beachtet werden, dass die visuelle Darstellung nicht die verbale Kommunikation ersetzt, sondern den Redeaufwand lediglich verkürzt, das Gesagte erweitert und ergänzt, sowie Informationen leichter erfassbarer und verständlicher macht. So ist die Visualisierung besonders geeignet, um den Zuhörern eine Orientierungshilfe zu geben und Ihnen das "Behalten" der Informationen zu erleichtern.[10] Durch eine bildreiche Gestaltung kommt der Redner auch ohne große Worte ans Ziel, da Bilder sehr effektvoll und überzeugend wirken können.[11]

2.4 Funktion der Gehirnhälften

Gehirnforscher gehen von zwei Gehirnhälften aus, die rechte Gehirnhälfte ist zuständig für die Intuition und Kreativität und die linke Gehirnhälfte ist zuständig für die Rationalität und Analytik. Die beiden Gehirnhälften, auch Hemisphären genannt, gehören zum Großhirn und sind nur äußerlich symmetrisch angelegt, die Funktionen der beiden Gehirnhälften dagegen sind unterschiedlich. Solch eine Hemisphärenausprägung gibt es nur bei Menschen.

Gehirnhälften:

Die rechte Gehirnhälfte verarbeitet bildlich gestalthafte Eindrücke und Informationen. Des Weiteren werden in der rechten Hemisphäre Gefühle, Sympathien als auch Antipathien wahrgenommen und verarbeitet. Sie denkt ganzheitlich in Bildern, dazu nutzt die rechte Gehirnhälfte räumliche, farbige und bewegte Modelle.

Die linke Hemisphäre speichert Daten und Informationen. Sie denkt logisch, detailliert, analytisch und ordnend, was bedeutet dass die linke Gehirnhälfte verdichtete Gedanken verarbeitet. Das Fachwissen oder auch handwerkliche Fertigkeiten sitzen in der linken Gehirnhälfte.[12]

Die überwiegende Mehrheit aller Menschen nutzt beim Lernen nur die linke Gehirnhälfte. Bei Präsentationen sollte darauf geachtet werden, den Informationsfluss so vorzubereiten, dass beide Gehirnhälften angesprochen werden. Damit dies gelingt, sollte man Aussagen und Informationen durch emotionale und bildhafte Lerntechniken unterstützen, sodass die Informationen schneller verinnerlicht, besser und länger gespeichert werden. Durch solche Darstellungen werden beide Gehirnhälften angesprochen und die Informationsaufnahme der Zuhörer wird erhöht.

3 Präsentationsgrundlagen

3.1 Visuelle Medien

3.1.1 Tafel / Whiteboard

Das älteste, in der heutigen akademischen sowie schulischen Lehre eingesetzte Medium zur Visualisierung ist die Tafel (lat. tabula: Brett, Schreibtafel), welche man mit Tafelkreide beschriften und später wieder abwischen kann. Das Whiteboard, welches auch Weißwandtafel oder weiße Tafel genannt wird, ist eine Weiterentwickelung der Schultafel bzw. Wandtafel.[13] Es hat eine spezielle Oberfläche, auf der man mit Whiteboard-Filzmarkern schreiben und das Geschriebene später mit einem trockenen Reinigungsfilz leicht abwischen kann. Der Tafel und dem Whiteboard als Präsentationsmedien kann man die gleichen Funktionen bzw. Vor- und Nachteile zuordnen. Sie sind die weitverbreitetsten Medien und befinden sich daher in so gut wie allen Bildungseinrichtungen zum „Notiz-, Übungs- und Präsentationszweck“[14].

Mit der Tafel und dem Whiteboard als Präsentationsmedium ist der Repräsentant in der Lage den Unterricht bzw. den Vortrag flexibel zu gestalten, da die Medien keinen festgelegten Unterrichtsverlauf vorgeben. Außerdem ermöglichen sie ein langsames Arbeitstempo (Didaktik) und es ist eine schrittweise, individuelle Entwicklung von Sachverhalten möglich. Ein weiterer Vorteil dieser Präsentationsmethoden ist die einfache Handhabung. Man hat eine große Schreibfläche zu Verfügung, die sehr gut für Schrift und Skizzen geeignet sind. Zudem lässt sich das Geschrieben bzw. das Bild jederzeit leicht ändern, löschen und korrigieren. Durch bunte Kreide bzw. Filzstifte sind sogar farbige Darstellungen auf den ökologisch unbedenklichen Medienflächen möglich.[15]

Kleine Unterschiede zwischen den beiden Präsentationmethoden sind zum einen der Vorteil des Whiteboards, welches auch als Klebe- und Magnetfläche verwendet werden kann und zum anderen der Vorteil der Tafel, welche einen sehr guten Kontrast (weiße Kreide auf dunkler Tafel) bietet. Doch die beiden Medien haben auch eine negative Seite. Sie sind meistens an einem fixen Platz im Raum platziert, sind also nicht transportabel, sodass der Referent kaum etwas vorbereiten und das entstandene Bild nicht wiederverwenden kann. Zudem kann es passieren, dass die Schrift oder das Bild unsauber wird, da es unteranderem für den Lehrerenden ziemlich schwer ist gleichzeitig zu Sprechen und zu Schreiben. Dies wiederum führt zu der Gefahr zur Tafel/Whiteboard zu sprechen und so den „Blickkontakt zu dem Publikum“[16] zu verlieren. Bei der Verwendung der Tafel sollte beachtet werden, dass die Kreide zur Staubentwicklung führt, was wiederum in allergischen Reaktionen enden kann.[17] Wenn man sich allerdings für das Whiteboard als Medium entscheidet, dann sollte man unbedingt die richtigen Filzstifte und das dazugehörende Reinigungsfilz parat haben.

3.1.2 Karteikarten

Bei einer Präsentation, einer freien Rede oder einem Referat dienen Karteikarten als „Zwischenglied“[18] zwischen dem verbalen Vortrag und den verwendeten Präsentations- bzw. Visualisierungsmedien. Sie sind für den Repräsentanten eine hilfreiche Gedächtnisstütze und geben ihm einen „psychologischen Rückhalt“[19]. Auf den Karteikarten können „Begriffe und Daten, aber auch Schlüsselsätze und Definitionen“[20] enthalten sein, auf die der Vortragende in Notfallsituationen während seiner Präsentation zurückgreifen kann. Am besten eignen sich linierte Karteikarten der Größe DIN A5, da diese klein genug sind, um sie in einer Hand zu halten, aber immer noch groß genug sind, um eine übersichtliche und gut leserliche Beschriftung zu gewährleisten. Besonders sollte beachtet werden, dass man als sogenannten "Spickzettel“ nicht normales Papier, sondern Karteikarten verwendet, da diese dicker und so besser zu handhaben sind.

Bei der Anfertigung von Karteikarten sollte man diese zunächst durch eine markante Linie von oben nach unten aufteilen, so dass eine 1/3 linke Hälfte und eine 2/3 rechte Hälfte entsteht. Auf der linken Seite sollten wichtige Stichworte stehen, welche z.B. auf der Power-Point-Folie zu sehen sind. Die rechte Seite dient dem Vortragenden für weitere Informationen, welche die Stichwörter näher erläutern. Die Karteikarte hilft dem Repräsentanten bei Unsicherheiten und ist der rote Faden, an dem dieser sich während seines Referats orientieren kann.

Die Verwendung von Karteikarten setzt bestimmte Regeln voraus, welche man unbedingt beachten sollte, um erfolgreich mit dem Karteikarten-System zu arbeiten. Zum einen sollten sie nur einseitig beschriftet und durchnummeriert werden, wegen der Gefahr des "Chaos" beim Umblättern oder falls die Karteikarten ausversehen runterfallen sollten. Zum andern ist es ratsam sie so übersichtlich wie möglich zu gestaltet (große, gut lesbare Schrift, große Zeilenabstände, wichtige Punkte unterstrichen oder farblich unterlegt), damit ein kurzer Blick dem Referent die nötigen Informationen liefert. Dies hat zum Vorteil, dass der Vortrag flüssig fortgesetzt wird und der Präsentator den Blickkontakt zu den Zuhörern aufrecht erhalten kann. Außerdem sollte die Anzahl der Karteikarten, der ungefähren Struktur des Referats entsprechen, so dass das Publikum eine klare Gliederung erkennen kann.

3.1.3 Lernplakat / Pinnwand

Der Einsatz eines Lernplakats und einer Pinnwand bietet mehrere Vorteile. Infolge der Visualisierungsaktivität der Gruppenteilnehmer bei der Erstellung eines Lernplakats wird ihre Motivation gesteigert, das bewusste Lernen gefördert und die Merkfähigkeit erhöht. Neben diesen Vorteilen spricht auch die ständige Präsenz des Lernstoffes in Form des angepinnten Plakates für diese Methode. Das Erlernte bleibt optisch präsent. Neben der permanenten Präsenz im Raum, bietet ein Lernplakat den Vorteil, dass die Gruppenteilnehmer selbst die Aufgabe übernehmen können, ein Lernplakat zu erstellen.

Während die Visualisierung im Allgemeinen von der Vortragsperson geleistet wird, besteht die Aufgabe der Gruppenteilnehmer darin, zuzuhören, zuzuschauen, den Inhalt nachzuvollziehen und abzuschreiben. Problematisch ist dieses Vorgehen insofern, als die visuellen Vorgaben der Vortragspersonen nicht so nachzuvollziehen sein könnten, wie von der Vortragsperson gewünscht. Somit empfiehlt es sich zusätzlich, die Gruppenteilnehmer möglichst eigene visuelle Grundmuster entwickeln zu lassen, da sich so ihre eigenen gedanklichen Verknüpfungen und Verankerungen ausbilden.

Der Einsatz von Pinnwänden bietet sich besonders bei kleineren Gruppen zur aktiven Mitarbeit an. Bei einer Präsentation mit einer Pinnwand, erarbeitet die Gruppe selber Problemlösungen oder Arbeitsprozesse. Die Gruppe wird dabei von der Vortragsperson unterstützt und geleitet. Die Pinnwand fordert von der Gruppe ein hohes Maß an aktiver Mitarbeit.

Vorteile der Pinnwand sind die einfache Handhabung, die Ergebnisse bleiben wie bei einem Lernplakat dauerhaft sichtbar und es können Ergänzungen während der Präsentation vorgenommen werden. Allerdings ist eine Pinnwand nur begrenzt einsetzbar, erfordert ein hohes Maß an Übung und ist nur für kleine Gruppen einsetzbar.

3.1.4 Tageslichtschreiber

Der Tageslichtschreiber, oft auch Overheadprojektor oder Arbeits-Projektor genannt hat gegenüber der computerbezogenen Präsentation besondere Vorzüge. Seine unterschiedliche Bezeichnung weist auf seine besonderen Funktionsweisen hin.

Die Bezeichnung:

Overhead-Projektor verweist darauf, dass die Bildprojektion über den Köpfen der Zuhörenden erfolgen soll. Arbeits-Projektor zeigt, dass der Projektor über eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten bei Lehrveranstaltungen, Unterricht oder Präsentationen verfügt.Tageslichtschreiber signalisiert, dass man ohne Verdunkelung der Räume projizieren kann.

Ganz allgemein gesehen, müssen Projektionen mit dem Tageslichtschreiber so gestaltet sein, dass sie für alle Anwesenden gut sichtbar sind. Damit sich niemand den Kopf verrenken muss, sollte die Tageslichtschreiber-Präsentation auf einer höher angebrachten Projektionsfläche erfolgen. Die Qualität der Projektion mit dem Overheadprojektor hängt dabei von einigen Faktoren ab.

Dazu gehören die Lichtstärke des Projektors, Bildgröße der Projektion und die Beschaffenheit der Projektionsfläche. Aber auch die Größe des Raumes und die Anzahl der Gruppe, als auch deren Entfernung zur Projektionsfläche ist von Bedeutung.

Vor- und Nachteile:

Der Tageslichtschreiber ist wie auch die Flipchart oder die Tafel ein sogenanntes Spontan Medium. Dies bedeutet, dass Beiträge aus der Gruppe während einer Präsentation ergänzt werden können. Ein weiterer Vorteil des Tageslichtschreibers ist, dass er bei Referaten für kleine Gruppe als auch für Vorträge für bis zu über hunderten Personen einsetzbar ist. Weiterhin kann man vorbereitete Folien leicht kopieren und der Gruppe zur Verfügung stellen. Im Gegensatz zu anderen Medien, verliert man bei einer Präsentation mit Hilfe des Tageslichtschreibers nicht den Blickkontakt zur Gruppe, da man einzelne Punkte direkt mit einem Stift oder ähnlichem auf der Folie zeigen kann.

Allerdings kann man bei der Nutzung eines Tageslichtschreibers auch Fehler begehen. Oftmals sind Projektionen verzerrt und für die Gruppe schlecht lesbar oder die Vortragsperson steht selber im Bild. Die einfache Gestaltung mit Hilfe des Computers verleitet dazu Folien mit Information zu überladen, sodass die wesentlichen Aussagen untergehen und als solche nicht erkannt werden. Ist die Lichtstärke des Projektors zu gering, dann erscheinen unter Umständen die Kontraste und Farben so blass, dass die Inhalte der Folien von den Zuschauern nicht gut gelesen werden können. In einem solchen Fall muss man durch eine entsprechende Aufstellung des Projektors ohne seitlichen Lichteinfall, versuchen die Lage zu verbessern, oder den Raum, sofern vorhanden, mehr oder sogar vollständig zu verdunkeln.[21]

3.1.5 Flipchart

Das Flipchart (visueller Informationsträger) ist eine transportable Haltevorrichtung für Flipchartblöcke (bestehend aus i.d.R. 20 Papieren) in einer Größe von ca. 100 x 70 cm. Es besteht neben dem ausziehbarem Ständer und einer Klemmvorrichtung speziell für das Papier, aus einer großen Arbeitsfläche aus weiß lackiertem Metall und einer kleinen Ablage unterhalb der Arbeitsplatte für das Ablegen der Präsentationsstifte. In der Regel werden verschiedenfarbige Permanent-Marker benutzt. Diese Präsentationstechnik ist weit verbreitet und bei Moderationen sehr beliebt.

Vor- und Nachteile:

Durch die obengenannte Beschreibung ist das Flipchart sehr einfach zu handhaben.

Im Gegensatz zu einer Tafel (3.1.1) bedarf das Flipchart vergleichsweise wenig Platz und ist außerdem transportierbar. Durch die einfache Handhabung und daraus resultierender Beliebtheit, vor allem bei Moderationen, ist diese Präsentationstechnik stark verbreitet.

Beim Flipchart bieten sich viele Arbeitsmethoden an. Die Flipcharts können frei gestaltet werden, ob Grafik, Diagramm der Texte. Auch Vorfertigungen oder situative Entwicklungen sind möglich. Besteht der Bedarf, auf ein vorheriges besprochenes Thema zurückzugreifen, ist dies durch das Umblättern gewährleistet (Spiegelcharakter).

Das benötigte Flipchartpapier ist im Gegensatz zu normalen Papier teuer. Durch kleine Beschriftungsflächen (i.d.R. 100 x 70cm) ist darauf zu achten, dass man nicht zu klein schreibt. Diese Präsentationstechnik ist daher auch nicht in großen Gruppen zu empfehlen. Darüber hinaus sollten für die Beschriftung dunkle Farben verwendet werden, damit der Kontrast zwischen Papier und Stift stark hervorgeht und die Zuhörer die Informationen lesen können.[22]

3.2 Auditive Medien

3.2.1 Auditive Datenträger

Hierunter werden Medien verstanden, die akustische Signale aufzeichnen und wiedergeben, sowie Informationen, die über das Ohr aufgenommen werden können. Oft verwendet man für auditive Medien auch den Begriff akustische Medien.[23]

Auditive Medien sind beispielsweise CDs, Hörspiele, Schallplatten oder Tonbandkassetten . Vorteile sind z.B., dass das Medium beliebig wiederholbar und pausierbar ist. Nachteile sind, dass Probleme bei der bildhaften Darstellung auftreten können, da die Informationen nur durch das Hören aufgenommen werden und technisches Equipment muss vorhanden sein.

3.2.2 Artikulation

Artikulation bezeichnet deutliches Sprechen. In einer Präsentation ist darauf zu achten, dass man sich verständlich ausdrückt, damit die Zuhörer die Informationen verstehen können. Eine gute Artikulation zeichnet sich durch ein angemessenes Sprechtempo, deutliche Aussprache, effektive Verwendung von (Fach-)Begriffen, korrekte Satzstellungen, Auslassen von Füllwörtern und durch die Einbindung passender Gestikulierungen aus. Eine Präsentation gewinnt, neben der Hauptpräsentationstechnik, an Interesse und Aufmerksamkeit bei optimaler Verbindung zwischen Artikulation und Gestik.

3.3 Audiovisuelle Medien

3.3.1 Gestik

Da das Thema Gestik in der Präsentation - Nonverbale Kommunikation - von Herrn Döpper, Herrn Gaide und Frau Tintelnot genauer erläutert wird, wird hier nur sehr kurz darauf eingegangen. Anhand unseres Rollenspiels war zu sehen, dass die Gestik den Charakter einer Person widerspiegeln kann. In Bezug auf eine Präsentation wird die Gestik eingesetzt, um eine Rede aufzulockern. Man sollte wichtige Informationen anhand von effektiven Bewegungen hervorheben. Die eingesetzte Gestik sollte zu der Persönlichkeit passen und nicht unnatürlich wirken.

3.3.2 Video / Audio

Bei Präsentationen ist die Videotechnik (lat. video= ich sehe, von videre sehen) ein geeignetes Medium um sowohl die visuellen, als auch die auditiven Wahrnehmungstypen anzusprechen.[24] Es handelt sich bei dieser Technik um die „Wiedergabe von bewegten Bildern“[25] (Video) und des zugehörigen Begleittons. Dieser Ton, der auch Audio (lat. ich höre, von audire hören) genannt wird, bildet zusammen mit dem Video eine Präsentationsmethode, die durch zahlreiche Vorteile glänzt, allerdings auch Nachteile mit sich bringt.[26]

Zum einen ist es vorteilhaft, dass man das Video fertig vorbereitet und nur noch abspielen muss, was einen sehr professionellen Eindruck bei dem Publikum hinterlässt. Außerdem ist dieses Medium besonders für große Gruppen geeignet. Im Allgemeinen ist es auch überall verfügbar, sodass der Präsentator sich nicht um das Besorgen bzw. den Transport der Technik kümmern muss. Zum anderen ist das Videosystem im Raum flexibel aufstellbar und transportabel. Ein wichtiger Vorteil ist auch, dass der Lehrende selbst produzierte Videos bzw. Ausschnitte von Videos vorführen kann.

Doch wie bei jeder Präsentationstechnik gibt es auch bei der Video/Audio Methode Nachteile, wie zum Beispiel die zum Teil schwierige technische Handhabung. Darüber hinaus wirkt die Verwendung dieser Technik schnell unpersönlich, da der Referent wenig Kontakt zu den Zuhörern hat. Ebenfalls negativ zu beurteilen ist dieses Medium, wenn man bei einem großem Publikum, nur ein Fernsehgerät mit sehr kleinem Bild zu Verfügung hat. Dann sollte der Lehrende dafür sorgen einen Beamer zur Großbildprojektion zu verwenden. Doch diese technische Vorrichtung ist wiederum nicht in allen Räumlichkeiten verfügbar. Zudem ist der Vortragende immer dem Risiko ausgeliefert, dass die Bild- oder Tonqualität des Videos schlecht ist oder es sogar technische Probleme bei der Abspielung des Filmes gibt.

[...]


[1] Vgl. www.topos-online.at/html-texte/wahrtyp.htm, (Stand. 25. Februar 2010).

[2] Vgl. Spinola, R., in: Weiterbildung 4/88.

[3] Vgl. Lenzen, 1999, S. 29.

[4] Vgl. www.duden.de/definition/visualisierung (Stand 26.02.2010) .

[5] Vgl. www.wikipedia.org/wiki/Visualisierung (Stand 18.02.2010).

[6] Duden ,,Fremdwörterbuch", 4. Auflage, Bibliographisches Institut, Mannheim, 1982.

[7] www.rhetorikblog.com/?p=1153 (Stand 26.02.2010), Konfuzius.

[8] www.teachsam.de/arb/visua/visua_1.htm (Stand 26.02.2010), Johann Gottfried Herder (1744-1803).

[9] www.wikipedia.org/wiki/Ein_Bild_sagt_mehr_als_tausend_Worte (Stand 26.02.2010).

[10] Vgl. www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/bildung/weiterbildung/archiv_lernenlernen/index, page=1660442,chunk=1.html (Stand 26.02.2010).

[11] Vgl. Lenzen, Andreas (1999), S.31.

[12] Vgl. Weidenmann, Bernd (2008), S. 8.

[13] www.wikipedia.org/wiki/Whiteboard (Stand 26.02.2010).

[14] www.wikipedia.org/wiki/Schultafel (Stand 18.02.2010).

[15] www.arbeitsblaetter.stangl-taller.at/PRAESENTATION/medieneinsatz.shtml (Stand 26.02.2010).

[16] Vgl. Breger, Wolfram; Grob, Heinz Lothar (1999), S. 113.

[17] Langner-Geißler, Traute; Lipp, Ulrich (1994), S.10.

[18] www.linguakonzept.de/handi/DasKarteikartensystem.pdf(Stand 19.02.2010).

[19] www.linguakonzept.de/handi/DasKarteikartensystem.pdf(Stand 19.02.2010).

[20] www.linguakonzept.de/handi/DasKarteikartensystem.pdf(Stand 19.02.2010).

[21] Vgl. Zelazny (2009), S.145 f.

[22] Vgl. Seifert, Josef W. (2009), S.16

[23] Vgl. www.didactics.eu/index.php?id=537, (Stand 25.02.2010)

[24] Vgl.www.wikipedia.org/wiki/Videotechnik (Stand 25.02.2010).

[25] www.wikipedia.org/wiki/Videotechnik (Stand 26.02.2010).

[26] Vgl. www.wikipedia.org/wiki/Audio (Stand 25.02.2010).

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Präsentationstechniken und Visualisierungsmethoden
Hochschule
Fachhochschule der Wirtschaft Bergisch Gladbach
Note
1.0
Autoren
Jahr
2010
Seiten
30
Katalognummer
V183402
ISBN (eBook)
9783656077909
ISBN (Buch)
9783656078715
Dateigröße
2052 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
präsentieren, referat, vortrag, präsentation, soziale kompetenz, soft skills, wahrnehmungstypen, visualisierung, funktionen der gehirnhälften, gehirnhälften, visuelle medien, tafel, whiteboard, karteikarten, pinnwand, lernplakat, tageslichtschreiber, overheadprojektor, flipchart, auditive medien, auditiv, datenträger, artikulation, audiovisuelle medien, gestik, video, audio, powerpoint, haptische medien, modell, handout, sitzformation, visualisierungsarten, mindmap, netzbild, diagramm, diagramme, grafik, schriftgröße, farbspiele, david klee, charlotte kierdorf, benedikt weber
Arbeit zitieren
David Klee (Autor)Charlotte Kierdorf (Autor)Benedikt Weber (Autor), 2010, Präsentationstechniken und Visualisierungsmethoden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183402

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