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Rechtliche und ökonomische Aspekte bei Entwicklung und Betrieb von Open Source Software

Titel: Rechtliche und ökonomische Aspekte bei Entwicklung und Betrieb von Open Source Software

Bachelorarbeit , 2011 , 68 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Suzan Karatas (Autor:in)

Informatik - Wirtschaftsinformatik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Thema Open Source Software ist längst nicht mehr nur für talentierte Hobbyprogrammierer ein interessantes Gebiet.
Namhafte Unternehmen wie IBM, Sun Microsystems oder auch HP beteiligen sich aktiv an der Entwicklung von quelloffener Software, indem sie ihre Produktpallette um quelloffene Software erweitern oder Quellcodes ihrer Programme freigeben.

Im Gegenzug setzen immer mehr private und öffentliche Organisationen, wie Google, BMW, das Auswärtige Amt oder die bayrische Landeshauptstadt München Open Source Software und Betriebssysteme in unterschiedlichsten Bereichen ihrer Geschäftsprozesse ein.
In jüngster Zeit zeigen jedoch auch Schlagzeilen wie „Westerwelle beerdigt Linux“ oder „München zeigt Geduld und erhöht Budget für LiMux“, dass der Einsatz von quelloffenen Technologien auch problematisch sein kann. Aufgrund dieser Aktualität befasst sich die vorliegende Arbeit mit den rechtlichen und ökonomischen Aspekten bei der Entwicklung und dem Betrieb von Open Source Software.

Im Blickpunkt des zweiten Kapitels stehen rechtliche Grundlagen der Open Source Software. Nach einer definitorischen Abgrenzung werden charakteristische Merkmale von Open Source Software und wesentliche Unterschiede zu anderen Softwarearten aufgezeigt. Darüber hinaus werden die gängigsten Lizenzmodelle und die damit einhergehenden rechtlichen Verpflichtungen der Anwender und Entwickler von Open Source Software erläutert.

Anhand des ökonomischen Theorems der Nutzenmaximierung von Individuen wird im dritten Kapitel erläutert, welche Motivation Entwickler haben, Zeit, Arbeit und Geld in die Entwicklung von Programmen zu investieren, deren Quellcode für jedermann frei zugänglich ist. Dabei findet eine getrennte Betrachtung der Anreizfaktoren der privaten Entwicklergemeinde und der Unternehmen statt.

Das vierte Kapitel stellt auf Grundlage der Wertschöpfung von Software Geschäftsmodelle von Unternehmen dar, die mittels komplementärer Angebote zu Open Source Software, Profite erwirtschaften.

Anhand von drei Einrichtungen aus dem öffentlichen Sektor gibt das fünfte Kapitel einen praxisbezogenen Einblick über die Vorteile und Risiken bei einem Einsatz von Open Source Technologien. Hierzu werden die individuellen Hintergründe der Migrationsentscheidungen und Erfahrungen des Umstellungsprozesses der Stadtverwaltungen Schwäbisch Hall, der Landeshauptstadt München und des Auswärtigen Amts beschrieben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Rechtliche Grundlagen der Open Source-Software

2.1 Definition Open Source

2.1.1 Abgrenzung zu proprietärer Software

2.1.2 Abgrenzung zu weiteren Softwarearten

2.2 Open Source Lizenzmodelle

2.2.1 Lizenzen mit strenger Copyleft-Klausel

2.2.2 Lizenzen mit beschränkter Copyleft-Klausel

2.2.3 Lizenzen ohne Copyleft-Klausel

2.2.4 Weitere Lizenzierungen

2.3 Rechtsverbindlichkeit von Open Source Lizenzen

2.3.1 Urheberrechte

2.3.2 Anspruchsgrundlage bei Lizenzverletzung

3 Die Entwicklergemeinde der Open Source Software

3.1 Die Historie des Open Source Modells

3.2 Motivation der privaten Entwickler

3.3 Anreizfaktoren der Unternehmen

4 Geschäftsmodelle auf der Basis von Open Source Software

4.1 Die Wertschöpfung von Software

4.2 Komplementäre Dienstleistungen

4.3 Komplementäre Produkte

4.3.1 Komplementäre Software

4.3.2 Komplementäre Hardware

4.3.3 Sonstige Geschäftsmodelle

4.4 Bewertung der Geschäftsmodelle

5 Einsatz von Open Source Software im öffentlichen Sektor

5.1 Schwäbisch Hall

5.1.1 Hintergrund und Motivation der Einsatzentscheidung

5.1.2 Ablauf der Migration und aktueller Stand

5.2 München

5.2.1 Hintergrund und Motivation der Einsatzentscheidung

5.2.2 Ablauf der Migration und aktueller Stand

5.3 Das Auswärtige Amt

5.3.1 Hintergrund und Motivation der Einsatzentscheidung

5.3.2 Ablauf der Migration und aktueller Stand

5.4 Chancen und Risiken aus der Praxiserfahrung

6 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen bei der Entwicklung und dem Betrieb von Open Source Software. Dabei wird insbesondere analysiert, warum sich sowohl private Entwickler als auch profitorientierte Unternehmen an der Erstellung quelloffener Software beteiligen und wie diese durch komplementäre Dienstleistungen oder Produkte Geschäftsmodelle erfolgreich umsetzen können, wobei der Einsatz von Open Source Software in der öffentlichen Verwaltung als Praxisbeispiel dient.

  • Rechtliche Grundlagen und Klassifizierung von Open Source Lizenzen
  • Anreizsysteme für private Entwickler und Softwareunternehmen
  • Geschäftsmodelle im Bereich der Open Source Wertschöpfungskette
  • Analyse von Migrationsprojekten im öffentlichen Sektor
  • Diskussion von Chancen und Risiken beim betrieblichen Open Source Einsatz

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Abgrenzung zu proprietärer Software

Das Hauptmerkmal proprietärer Software ist die Geheimhaltung ihres Quellcodes. In der Literatur wird die proprietäre Software auch als Closed Source oder kommerzielle Software bezeichnet. Genau genommen wird die proprietäre Software jedoch erst zur kommerziellen Software, wenn die Nutzung kostenpflichtig ist, sprich Lizenzgebühren zu entrichten sind. Die wohl bekanntesten Beispiele hierfür sind Microsoft Produkte wie das Betriebssystem Windows oder die Microsoft Office Software. In der Praxis fallen diese Eigenschaften oft zusammen – müssen aber nicht.

Das Interesse des Herstellers, dieses Produktgeheimnis zu verbergen, ist nachvollziehbar, wenn berücksichtigt wird, welche Menge an Produktionsfaktoren wie Arbeit, Zeit und Geld in der Entwicklung einer Software steckt und Unternehmen eine Gewinnerzielung beabsichtigen. Die Software wird dem Anwender ausschließlich in kompilierter Form, sprich als maschinenlesbares Binärprogramm, verkauft. Diese Version lässt eine Verwendung zu, gewährt jedoch keinen Einblick in die Programmierung, um Anpassungen oder Änderungen durchzuführen. Darüber hinaus werden in der Regel dem Nutzer durch Lizenzbestimmungen jegliche Vervielfältigungen, Weiterverbreitungen, Modifikationen oder Dekompilierungen untersagt. Mit dem Kauf wird also lediglich ein Nutzungsrecht zugesprochen, wobei Rechtsinhaber und somit Eigentümer der Software der Anbieter bleibt.

Der Nachteil für den Nutzer ist die starke Abhängigkeit vom Hersteller. Da der Anwender selbst den Quellcode nicht einsehen oder ändern kann, liegt es ausschließlich in der Hand des Herstellers bei Softwarefehlern, Weiterentwicklungen oder Anpassungen an individuelle Bedürfnisse, Änderungen vorzunehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Open Source Software für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen ein und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.

2 Rechtliche Grundlagen der Open Source-Software: Das Kapitel definiert den Begriff Open Source, grenzt ihn von proprietären Modellen ab und erläutert verschiedene Lizenzmodelle sowie die urheberrechtlichen Aspekte bei Lizenzverletzungen.

3 Die Entwicklergemeinde der Open Source Software: Hier wird der historische Kontext der Softwareentwicklung beleuchtet und die Motivation privater Entwickler sowie die strategischen Anreizfaktoren für Unternehmen zur Beteiligung an Open Source Projekten analysiert.

4 Geschäftsmodelle auf der Basis von Open Source Software: Das Kapitel untersucht, wie Unternehmen Wertschöpfungsketten in der Open Source Welt nutzen, um durch komplementäre Dienstleistungen und Produkte profitable Geschäftsmodelle zu etablieren.

5 Einsatz von Open Source Software im öffentlichen Sektor: Anhand der Fallbeispiele Schwäbisch Hall, München und das Auswärtige Amt werden die Hintergründe, Motive, Abläufe und Erfahrungen bei der Migration auf Open Source Technologien dargestellt.

6 Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Ergebnisse zur rechtlichen und ökonomischen Perspektive zusammen und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung zukünftiger Softwarepatente sowie die Notwendigkeit professionellen Projektmanagements bei Migrationsvorhaben.

Schlüsselwörter

Open Source Software, Lizenzmodelle, Copyleft, Urheberrecht, Softwareentwicklung, Geschäftsmodelle, Wertschöpfungskette, Öffentliche Verwaltung, Migration, Herstellerunabhängigkeit, IT-Sicherheit, Proprietäre Software, Kostenersparnis, Linux, Anreizsysteme.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Bachelorarbeit behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die ökonomischen Aspekte von Open Source Software, sowohl aus der Sicht der Entwickler als auch für Unternehmen und öffentliche Institutionen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören Lizenzrecht, Motivationen in der Open Source Community, Strategien für Geschäftsmodelle auf Basis quelloffener Software und die praktische Umsetzung von Migrationen im öffentlichen Sektor.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu ergründen, warum Open Source trotz des Prinzips der Kostenfreiheit ein erfolgreiches Geschäftsmodell für Unternehmen darstellt und welche Herausforderungen bei deren Einführung in öffentlichen Verwaltungen auftreten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse von praxisorientierten Fallbeispielen, um wirtschaftswissenschaftliche Theorien auf das Open Source Modell anzuwenden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in rechtliche Grundlagen, Analysen der Entwicklergemeinde, eine detaillierte Ausarbeitung von Geschäftsmodellen sowie eine kritische Untersuchung von drei konkreten Migrationsprojekten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Open Source, Lizenzmodelle, Wertschöpfung, Migration, Herstellerunabhängigkeit und betriebswirtschaftliche Anreizsysteme charakterisiert.

Warum spielt die Herstellerunabhängigkeit eine so zentrale Rolle für Kommunen?

Die Herstellerunabhängigkeit erlaubt es öffentlichen Verwaltungen, langfristig flexibel auf IT-Anforderungen zu reagieren und die Abhängigkeit von proprietären Anbietern zu verringern, deren Support- oder Lizenzpolitik ein Risiko für die Planungssicherheit darstellen könnte.

Wie unterscheidet sich die Motivation privater Entwickler von der der Unternehmen?

Private Entwickler handeln primär aus intrinsischer Motivation wie Sozialstatus, intellektueller Stimulation und Eigennutz ("Prosumer"), während Unternehmen strategische Ziele verfolgen, um Entwicklungskosten zu sparen, Standards zu setzen oder komplementäre Dienstleistungen zu verkaufen.

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Details

Titel
Rechtliche und ökonomische Aspekte bei Entwicklung und Betrieb von Open Source Software
Hochschule
Universität Ulm  (Institut für angewandte Informationsverarbeitung)
Note
1,0
Autor
Suzan Karatas (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
68
Katalognummer
V183418
ISBN (eBook)
9783656078296
ISBN (Buch)
9783656078678
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Open Source Quelloffene Technologien GPL LiMux Software Lizenzmodelle Copyleft quelloffen rechtlich ökonomisch open source Software Lizenz Migration München Schwäbisch Hall Auswärtiges Amt Open Source Software
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Suzan Karatas (Autor:in), 2011, Rechtliche und ökonomische Aspekte bei Entwicklung und Betrieb von Open Source Software, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183418
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Leseprobe aus  68  Seiten
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