Der Staat und Thomas Hobbes


Essay, 2011
8 Pages, Grade: 2,3

Excerpt

Einleitung

Ziel dieser Arbeit ist es, die Frage zu klären, was der Staat für Thomas Hobbes bedeutet. Einleitend werde ich den Grund, die Entstehung und Definition des Staates erläutern. Anschließend vergleiche ich die Staatsideen von drei Philosophen Thomas Hobbes, John Locke und Jean-Jacques Rousseau, während ich den Schwerpunkt auf die Ansätze von Hobbes setze. Vorerst beginne ich mit dem historischen Hintergrund, um die Werke Hobbes zu kennzeichnen,um die Hintergründe der damaligen Zeit hervorzuheben. Thomas Hobbes wurde im Jahr 1588 in London geboren. Er war ein englischer Philosoph der Neuzeit und bedeutendster Staatstheoretiker des 17. Jahrhunderts. In dieser Epoche herrschten in England zahllose Bürgerkriege, wodurch auch eine politische Unsicherheit folgte. Hinzu kamen religiöse und moralische Probleme. Der religiöse Konflikt verlief zwischen unterschiedlichen theologischen Richtungen des Protestantismus. Die wichtigsten Elemente in seinem Leben waren vor allem durch politische Ereignisse im 17. Jahrhundert geprägt. Thomas Hobbes beschreibt die grausame politische Wirklichkeit des Bürgerkriegs und bringt Beispiele des politischen Zustandes der Moderne, die Vertragstheorie und vor allem die Staatphilosophie hervor. Er ist der Meinung, dass der Bürgerkrieg hätte vermieden werden können, wenn die Moralphilosophie und die politische Wissenschaft schon immer die Fortschritte der Naturwissenschaft anerkannt hätten, d.h. die politische Philosophie soll die wissenschaftlich begründeten Regeln herausfinden, die einen sicheren Aufbau des Staates ermöglichen. Nur dadurch kann es eine dauerhafte politische Ordnung geschaffen werden (vgl. Speth, Rudolf 2006: 96).

Staatstheorie

Thomas Hobbes entwickelte seine politische Theorie mit den Überlegungen von Platon und Aristoteles. Hobbes staatstheoretische Ansätze können als Bruch mit einer zweitausendjährigen Tradition politischen Denkens beschrieben werden (vgl. Münkler, Herfried 1993:9). Er hatte seine eigenen Vorstellungen über den Staat. Nach seiner Meinung, ist der Staat, der Kolektivkörper (Leviathan) und damit der Inhaber der absoluten Macht (vgl. Schmidt, Hermann 1695: 37). Der Philosoph gab seinem Werk über den Staat, den Namen „Leviathan“. „Der große Leviathan (so nennen wir den Staat) ist ein Kunstwerk oder ein künstlicher Mensch – obgleich an Umfang und Kraft weit größer als der natürliche Mensch, welcher dadurch geschützt und glücklich gemacht werden soll“ (Hobbes, Thomas 1970: 5). Der entsteht dann, wenn jeder Einzelne seine Rechte ihm überlässt, d.h. der Leviathan schließt einen Vertrag mit dem einzelnen Bürger ab. Dadurch erhält er vom Bürger die absolute Macht und im Austausch dafür, wird ihm Schutz und ein sicheres Leben gewährt. Mit dem Abschluss des Gesellschaftsvertrages, erhält der Souverän nicht nur das legitime Gewaltmonopol, sondern auch das uneingeschränkte Recht, alle Menschen zum Frieden umzusetzen. Aber wenn er seine Schutzverpflichtungen nicht erfüllen kann oder will, erlischt auch die Gehorsamspflicht der Untertanen und die Gesellschaft geht zurück in den Naturzustand, in dem jeder sein eigener Herr und für seine natürlichen Rechte selbst verantwortlich ist (vgl. Münkler, Herfried: 1993: 122-123). Jeder Einzelne schließt einen Vertrag aus Interesse an Schutz und Sicherheit mit dem Souverän. Furcht und Unsicherheit bewegen die Menschen dazu, sich zusammenschließen und alle ihre Rechte an einen Souverän abzugeben, der eine absolute Macht und Gewalt hat, um die Menschen zum Frieden zu einigen. Dies macht das Wesen eines Staates aus. Nach Hobbes wird der Begriff Staat wie folgt definiert:

„Staat ist eine Person, deren Handlung eine große Menge Menschenkraft der gegenseitigen Verträge eines jeden mit einem jeden als ihre eigenen ansehen, auf dass diese nach ihrem Gutdünken die Macht aller zum Frieden und zur gemeinschaftlichen Verteidigung anwenden“ (Hobbes, Thomas 2002: 155-156).Nach Hobbes ist die Grundlage für die Gründung eines Staates der Vertrag.

Auch Locke greift bei der Begründung des Staates auf die Vertragsbasis zurück. Im Vergleich zu Hobbes Theorie, gibt es bei Locke keinen Souverän, da die politische Gemeinschaft die Rechte nicht abgibt, sondern sie auf die politischen Instanzen (Legislative und Exekutive) überträgt. Seine Ideen über die Staatstheorie gehen auch wie bei Hobbes von dem Naturzustand aus. Bei Locke hat der Staat folgende Ziele: Schutz des Eigentums, der Freiheit, des Lebens und des Friedens, sowie die Sicherheit zu gewährleisten. Der Staat kann mit der Zustimmung seiner Mitglieder, die von Natur aus frei, gleich und unabhängig sind, errichtet werden. Ein Mitglied gibt seine Freiheit auf, wenn er sich mit einer Gemeinschaft zusammenschließt. Sie verbinden sich miteinander, weil sie auf den gegenseitigen Schutz ihres Lebens, ihrer Freiheit und ihres Vermögens abzielen, was Locke unter der allgemeinen Bezeichnung Eigentum zusammenfasst. Wenn eine Anzahl von Menschen sich entschieden hat, eine einzige Gemeinschaft zu bilden, dann bilden sie einen politischen Körper, in dem die Mehrheit das Recht hat, zu handeln und die übrigen mit zu verpflichten. Der Körper bewegt sich dahin, wo die stärkere Kraft ihn hintreibt. Und das ist eben die Übereinstimmung der Mehrheit (vgl. Locke, John 1977: 260;278.). Das bedeutet, dass der Gesellschaftsvertrag bei Locke, ein Übereinkommen der Mehrheit ist. Der politische Herrscher ist verpflichtet den Willen der Mehrheit durchzusetzen und er muss sich an die Gesetze halten. Im Gegensatz zu Locke, ist Hobbes der Meinung, dass ein Gesellschaftsvertrag notwendig ist, um ein sicheres, friedliches Leben zu führen und den Krieg zu verhindern. Aus seiner Sicht soll jede Person mit jeden anderen einen Vertrag schließen, um den Zustand eines Krieges aller gegen allen zu verhindern und ein bequemeres bzw. besseres Leben zu ermöglichen. Dieser Zustand des Krieges alle gegen die Anderen ergibt sich aus der Leidenschaft. Hobbes ist der Meinung, dass die Leidenschaft eines der wesentlichen Kennzeichen des Naturzustandes ist. Die Menschen haben in diesem Zustand keine Furcht vor Strafen. Aus diesem Grund kann ein Chaos entstehen, in dem es keine Ordnung gibt. Thomas Hobbes ist der Meinung, dass der Mensch dem Menschen ein Wolf ist und deshalb zwischen Menschen unterschiedliche Konflikte entstehen. Um einen Frieden zu erreichen, müssen alle Menschen durch einen Vertrag ihre Macht oder Kraft einem oder mehreren Menschen übergeben. (vgl. Hobbes, Thomas 2002: 151-155). Der Grundsatz des Vertrages lautet: „Ich übergebe mein Recht, mich selbst zu beherrschen, diesem Menschen oder dieser Gesellschaft unter der Bedingung, dass du ebenfalls dein Recht über dich ihm oder ihr abtrittst“ (Hobbes, Thomas 2002: 155). Nach seiner Meinung, ist der Gesellschaftsvertrag ein Vertrag jeder mit jedem.

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Details

Title
Der Staat und Thomas Hobbes
College
University of Potsdam  (Wirtschafts-und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Course
Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten
Grade
2,3
Author
Year
2011
Pages
8
Catalog Number
V183434
ISBN (eBook)
9783656076414
File size
434 KB
Language
German
Tags
Thomas Hobbes, Staat, Bedeutung
Quote paper
Rushena Abduramanova (Author), 2011, Der Staat und Thomas Hobbes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183434

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