Die Reise in den fremden fabelhaften Osten


Hausarbeit, 2011

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Glauben im Mittelalter - Wundervölker ein Werk Gottes?!

3. Wissen im Mittelalter - Wundervölker ein Werk von Reisenden und Gelehrten?!

4. Reise des Herzog Ernst - Abenteuerreise Richtung Osten

5. Monstra des Osten - Die Fremden Völker des Ostens

6. Fazit

1. Einleitung

Der mittelhochdeutsche Versroman „Herzog Ernst“ befasst sich mit der Reise eines kühnen Ritters in den Osten zur Zeit der Kreuzzüge. Hierbei erfährt er wunderliche Dinge und lernt verschiedene Wundervölker kennen. In dieser Hausarbeit soll nun diese Reise, die der Herzog Ernst nach seinem Streit mit dem Kaiser Otto hatte, genauer betrachtet werden. Denn Ernst hat versucht seine Ehre und seinen Ruf durch Mord am Pfalzgrafen und durch einen gescheiterten Mordversuch am Kaiser wiederherzustellen. Durch diese abenteuerliche Reise muss der Herzog seine Ehre nun wieder herstellen um die Möglichkeit zu bekommen in sein Reich zurückzukehren. Der Glaube an Gott, der zu jener Zeit eine wichtige Rolle gespielt hat, spielt auch in dieser Geschichte eine bedeutende Rolle für den Herzog und seine Ritter. Die Reise führt die Ritter vorbei an vielen Ländern bis in den fernen unbekannten Osten in dem sie viel Fremdes und Geheimnisvolles erwartet.

2. Glauben im Mittelalter - Wundervölker ein Werk Gottes?!

Das europäische Weltbild im Mittelalter ist christlich geprägt und auf die Bibel bezogen. Die christliche Weltordnung ist sehr deutlich auf der circa im 13. Jahrhundert entstandenen Ebstorfer Weltkarte zu erkennen, denn hier ist das heilige Jerusalem der Mittelpunkt der Erde. Jesus Christus umringt die Welt. Im Norden ist sein Kopf und seine Hände erscheinen jeweils am linken und rechten Rand der Weltkarte. Am unteren Ende der Weltkarte kann man seine Füße sehen, dass Jerusalem im Mittelpunkt der Karte steht, hat jedoch keinen größeren Einfluss gehabt auf das Verhältnis zwischen Christen und Juden. Denn Jesus Christus starb durch die Hand der Juden, hinzu kam die religiöse Kluft zwischen den beiden Religionen um die Frage der Legitimation des Erbes des alten Israels. Denn das Christentum sah sich als die auserwählte Religion, welche von Gott bevorzugt wurde. Deshalb gab es für die christlichen Geistlichen jener Zeit keinen Unterschied mehr zwischen Juden und Heiden. So sagte der Großabt Petrus Venerabilis im 11. Jahrhundert: „Ich weiß wirklich nicht, ob der Jude ein Mensch ist […] in seinem Inneren wohnt noch nicht der Geist Gottes, ohne den der Jude niemals zu Christus bekehrt werden kann.“1 Die Überführung der Juden in das Christentum und die Wiedererlangung der heiligen Stadt waren zur damaligen Zeit sehr wichtige Ziele, weshalb viele Prediger Hass gegenüber Andersgläubigen in der Bevölkerung verbreiteten, bis die eigenen Bürger dies als ihre christliche Pflicht ansahen, an einem Krieg teilzunehmen.2 So wurden die Juden mit Wundervölkern in kultureller und gesellschaftlicher Weise gleichgestellt und erniedrigt.3 Die Juden sind in Besitz der Heiligen Stadt und die Wundervölker sind faszinierend schön. Doch lösen sie beide in den Christen Angst und Unbehagen aus. Denn die Diskriminierung kann nur zu verstehen geben, dass sich auf der einen Seite eine kulturelle und gesellschaftliche Überbewertung stattfindet.4 Erst bei näherem Hinsehen und einem fundierten Hintergrundwissen wird es möglich sein, diese und vielleicht weitere Punkte auf der Weltkarte zu sehen. Denn die Ebstorfer Weltkarte verbindet Vieles, sie dient als eine Bilderbibel, eine Tierfibel, eine Legenden und Sagensammlung, eine Weltchronik und als geographischer Atlas zugleich.5 Es stellt auf der einen Seite das Göttliche und auf der anderen Seite das Heidnische und Fremde dar. Die Existenz von Fabelwesen, wie sie auf der Weltkarte dargestellt wird ist unumstritten gewesen. Denn bei Gott ist nichts unmöglich.6 Genau diese Aussage ist unanfechtbar. Bereits Isidor von Sevilla sagte, dass es Wunderwesen gibt, die gegen die Gesetze der Natur geboren sind. Aber sie sind nicht gegen die Natur, da sie ja aus göttlichem Willen entstehen, da der Wille des Schöpfers die Natur jedes geschaffenen Dinges ist.7 Denn das Vehikel des Verstehens zeitgenössischer Phänomene, die Ethnologie war nicht auf dem heutigen Stand.8 Die Welt war nicht vollständig erforscht und Wissenschaften wurden durch die Kirche geprägt. Völkerkunde, die Forschung von sozialen Lebensformen und von Gesellschaften wurde überwiegend mündlich praktiziert, durch Reiseberichte und durch noch ältere Textüberlieferungen.9 Wie der irische Heilige St. Brendan, der im 5. Jahrhundert durch seine Berichte, zusammengefasst als „Navigato Sancti“, als Missionar in die Geschichtsbücher einging. Auf dieser Reise entdeckte er die sogenannten „Brendan- Inseln“, welche jedoch nach heutigem geografischen Stand niemals existiert haben, aber dennoch in die damaligen Seekarten eingezeichnet wurden.10 Die Geistlichen übernahmen die Geschichten aus aller Welt und die Kirche hat den Glauben an skurrile Wesen und exotische Orte bestätigt und verbreitet. Der Glaube an diese Wesen und an die exotischen Orte bestand bereits in der Antike. Denn die Monstra und Wunderdinge gab es bereits vor dem Christentum.11 Aber die theologischen Gelehrten haben ebenfalls eine biblische Auslegung der Geschichte von Wunderwesen gehabt. Denn für sie waren die Monstra direkte Nachfahren Kains, da dieser seinerseits von Gott verflucht wurde.12

3. Wissen im Mittelalter - Wundervölker ein Werk von Reisenden und Gelehrten?!

Seit der Antike gibt es bereits zahlreiche Berichte und Zeichnungen von Menschen und Tieren, die mit Fehlbildungen geboren wurden. Diese Fehlbildungen wurden mit Wunderbildungen gleichgesetzt. So entstanden die meisten Fabelwesen bzw. Monster. Während sie meist in der bekannten Welt umgebracht wurden, aufgrund ihres deformierten Aussehens und mit dem Teufel in Verbindung gebracht wurden, hat man sie in fernen und exotischen Ländern bewundert.13 Bereits 400 vor Christus hat der griechische Philosoph Platon über die abnormen Wunderwesen berichtet, ebenso der griechische Historiker Ktesias von Knidos.14 Er berichtete von Ungeheuern und seltsamen Wesen aus Indien. 800 Jahre davor traten in Homers Ilias Kranichmenschen und Pygmäen auf.15 Auf diese Weise entstanden die Sagen vieler Fabelwesen, wie den Riesen oder Zwergen. Bis ins tiefe Mittelalter wurden diese Erzählungen verbreitet und für wahr befunden. Es wurde nicht daran gezweifelt, dass es diese Wesen gibt. Alle Zweifler wurden als inkompetent angesehen, die niemals eine eigene ritterliche Erfahrung gemacht haben.

[...]


1 Meier, Frank, Gefürchtet und bestaunt - Vom Umgang mit dem Fremden im Mittelalter, S.58 -59

2 Meier, Frank, Gefürchtet und Bestaunt - Vom Umgang mit dem Fremden im Mittelalter, S. 59

3 Meier, Frank, Gefürchtet und Bestaunt - Vom Umgang mit dem Fremden im Mittelalter, S. 158 - 160

4 Meier, Frank, Gefürchtet und Bestaunt - Vom Umgang mit dem Fremden im Mittelalter, S. 159

5 Meier, Frank, Gefürchtet und Bestaunt - Vom Umgang mit dem Fremden im Mittelalter, S. 16- 17

6 Gerhardt, Christoph, Gab es im Mittelalter Fabelwesen? - II

7 Gerhardt, Christoph, Gab es im Mittelalter Fabelwesen? - VI

8 Appadurai, Arjun, Modernity at large. Cultural dimensions of globalization, S. 17 - 18

9 Gerhardt, Christoph, Gab es im Mittelalter Fabelwesen? - II

10 Verlinden, Charles, Schmitt, Eberhard, Die mittelalterlichen Ursprünge der europäischen Expansion, S.12 -13

11 Wunderlich, Werner: Dämonen, Monster, Fabelwesen. Eine kleine Einführung in die Mythen und Typen phantastischer Geschöpfe, S. 23- 25

12 Meier, Frank, Gefürchtet und bestaunt - Vom Umgang mit dem Fremden im Mittelalter, S.22

13 Wunderlich, Werner, Dämonen, Monster, Fabelwesen. Eine kleine Einführung in die Mythen und Typen phantastischer Geschöpfe, S. 23

14 Meier, Frank, Gefürchtet und bestaunt - Vom Umgang mit dem Fremden im Mittelalter, S.22

15 Wunderlich, Werner, Dämonen, Monster, Fabelwesen. Eine kleine Einführung in die Mythen und Typen phantastischer Geschöpfe, S. 19

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Reise in den fremden fabelhaften Osten
Hochschule
Universität Bayreuth  (Sprachwissenschaft)
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
13
Katalognummer
V183450
ISBN (eBook)
9783656077237
ISBN (Buch)
9783656077428
Dateigröße
441 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ÄDP Herzog Ernst, Herzog Ernst, Osten, Fabelwesen
Arbeit zitieren
Can Söm (Autor), 2011, Die Reise in den fremden fabelhaften Osten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183450

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