Amok - Ausdruck der Verzweiflung


Facharbeit (Schule), 2010

100 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte des Amoklaufs
2.1 Begriffsbestimmung und Definitionen
2.2 Herkunft und Historie
2.2.1 Kriegerischer Amok
2.2.2 Individueller Amok
2.3 Bilanz

3. Spezielle Form des Amoks: „School-Shootings“
3.1 Etymologie
3.2 Definition
3.3 Der erweiterte Suizid

4. Vergleich von drei Amokläufen
4.1 Columbine
4.1.1 Vorgeschichte und Tatplanung
4.1.2 Tathergang
4.1.3 Die Täter Eric Harris und Dylan Klebold
4.1.4 Bilanz
4.2 Emsdetten
4.2.1 Vorgeschichte und Tatplanung
4.2.2 Tathergang
4.2.3 Der Täter Bastian Bosse
4.2.4 Erworbene Waffen
4.2.5 Der Abschiedsbrief
4.2.6 Bilanz
4.3 Winnenden
4.3.1 Vorgeschichte und Tatplanung
4.3.2 Tathergang
4.3.3 Der Täter Tim Kretschmer
4.3.4 Der Abschiedsbrief
4.3.5 Bilanz
4.4 Gemeinsamkeiten und Unterschiede der drei Amokläufe

5. Die Mythen: Urteil oder Vorurteil?
5.1 Mythos
5.2 Mythos
5.3 Mythos
5.4 Mythos
5.5 „Medienmanipulation“

6. Empirischer Abschnitt (Teil I)
6.1 Interview mit Dorothee Dienstbühl
6.2 Interview mit Dr. Uwe Füllgrabe

7. Empirischer Abschnitt (Teil II)
7.1 Methodische Vorgehensweisen
7.2 Anmerkung zur Durchführung
7.3 Die drei verschiedenen Umfragebögen
7.3.1 Bogen I: Schüler von 10-14 Jahre
7.3.2 Bogen II: Schüler von 15-17 Jahre
7.3.3 Bogen III: Lehrer
7.4 Auswertungen der Umfragen
7.4.1 Hauptschule
7.4.2 Realschule
7.4.3 Gymnasium
7.4.4 Lehrpersonal
7.4.5 Bilanz

8. Anhang
8.1 Literaturhinweise
8.2 Columbine: Zeichnungen von Eric und Dylan
8.3 Emsdetten: Abschiedsbrief von Bastian Bosse
8.4 Eigenständigkeitserklärung

1. Einleitung

„I don‘t like Mondays“. Diese Aussage nannte Brenda Ann Spencer als Grund für ihre schreckliche Tat, die sich am 29. Januar 1979 vor der Grover Cleveland Elementarity School in San Diego ereignete. Zu diesem Zeitpunkt war die Täterin gerade einmal 16 Jahre alt, als sie mit einem Gewehr das elterliche Haus verließ und zwei Menschen erschoss.1 Eine Tragödie, deren tatsächliche Ursache ein Rätsel bleibt. Der Ausspruch „I don't like Mondays“ unterstreicht die Sinnlosigkeit des Massakers und sorgte weltweit für Aufmerksamkeit. Aufgrund dieser Tat veröffentlichte Sänger Bob Geldof mit der irischen Popgruppe The Boomtown Rats noch im selben Jahr das Lied „I don’t like Mondays“, welches in den 80-ern zum erfolgreichen Hit wurde.2

Schon damals gewann das Thema „Amok“ an Bedeutung und die öffentliche Aufmerksamkeit, vor allem nach einer begangenen Tat. Dieser Effekt der Medien ist heute stärker ausgeprägt als jemals zuvor. Dabei gilt:

Je mehr Opfer ein Amoklauf fordert, desto höher das Medieninteresse.

Statistiken zufolge sind die Fallzahlen von Amoktaten, sowohl im privaten als auch öffentlichen Raum, in den letzten 15 Jahren angestiegen.3

Dieser Fakt provoziert die Frage, ob wir uns noch häufiger auf Gewalttaten, wie in Deutschland vor allem zuletzt in Winnenden geschehen, einstellen müssen, die von Schülern begangen werden.

Nachdem mich die erschütternde Nachricht vom Amoklauf in Winnenden erreichte, war ich, wie meine Mitschüler und alle Personen, die ich kenne, schockiert und habe festgestellt, dass ich mich nie mit diesem Thema auseinander gesetzt habe, dass ich kaum Kenntnisse besitze und dass die Berichterstattung in den Medien und die öffentlich geführte Diskussionen mich zunehmend verwirrten. Auch in meiner Klasse hatte ich den Eindruck, dass sich die Schüler gerne näher mit dem Thema auseinander setzen möchten, es dazu jedoch bislang kein Angebot in der Schule gab. Hier sah und sehe ich Nachholbedarf. Somit wählte ich das Thema Amok, insbesondere an Schulen, aus, um mich im Rahmen der Facharbeit intensiver mit dem Themenkomplex befassen zu können.

Um das Phänomen „Amok“ näher untersuchen zu können, erfolgt zunächst die Begriffseinordnung und ein historischer Abriss des Phänomens. Im weiteren Verlauf wird die „klassische“ Erscheinungsform des Amoklaufes veranschaulicht, welche schon früh in der Menschheitsgeschichte in verschiedenen Kulturen ihre Wurzeln hat. Zudem sollen somit Parallelen oder Unterschiede des Amoks der damaligen zu unserer heutigen Zeit aufzeigt werden.

Anschließend werden drei bekannte Fälle von Amokläufen an Schulen rekonstruiert, analysiert und auf ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede hin untersucht.

Abschließend werden weit verbreitete Mythen um das Thema Amok aufgegriffen und kritisch betrachtet.

Neben diesem „theoretischen Teil“ erfolgte eine eigene Untersuchung, mittels einer auf Fragebogen gestützten Analyse, in welcher das Phänomen, der Umgang und die Ängste aus Sicht von Schülern und Lehrern dargestellt werden. Diese sind im Anhang tabellarisch und graphisch veranschaulicht; die detaillierte Auswertung behält sich der Verfasser indes für die begleitende mündliche Prüfung zur Facharbeit vor.

Danksagung

Mein Dank geht an die Tutoren, besonders an Herrn Paret und Herrn Hirschmann, die mich auch außerhalb der regulären Unterrichtseinheit tatkräftig unterstützt haben. Ein weiterer Dank geht besonders an die Leitung der Realschule, die sich bezüglich meiner Befragung absolut kooperativ und unkompliziert verhalten hat. Die schnelle Genehmigung und dadurch nahezu reibungslose Umfrageausführung macht sich in der vorliegenden Statistik deutlich bemerkbar.

Mit der Hilfe von Hakan Gözet und Florian Wieland, die als Druckmeister fungierten, konnten die nötigen Umfragebögen über das Kontingent der Schule ausgedruckt werden.

Für die Interviews bedanke ich mich bei Herrn Dr. Uwe Füllgrabe und Frau Dorothee Dienstbühl, die mir auch bei allen weiteren Fragen zur Thematik zur Seite stand und diese geduldig beantwortet hat.

Und abschließend richtet sich selbstverständlich an alle Schülerinnen und Schule des Schulzentrum West.

2. Vorgeschichte des Amoklaufs

2.1 Begriffsbestimmung und Definitionen

„Amok“ beschreibt in unserer heutigen Zeit eine plötzliche psychische Extremsituation, die durch absolute Gewaltbereitschaft und blindwütiges zerstörerisches Verhalten gegen die Öffentlichkeit gekennzeichnet ist. Die Folgen sind meistens Erinnerungslosigkeit und Erschöpfung mit einer Tendenz zum selbst zerstörischem Verhalten. Das Ziel des Täters ist es, den größtmöglichen Schaden in der Situation zu verursachen.4

Ferner gibt es weitere verschiedene Definitionsversuche, die den Begriff „Amok“ genauer erläutern.

Die Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-IV)5 stuft den Begriff „Amok“ unter der Kategorie „Dissoziative Störungen und Störungen der Impulskontrolle“ ein. Ergänzend wird Amok im Glossar unter „kulturabhängige Syndrome“ als „ eine dissoziative Episode, die durch eine Periode des Gr übelns charakterisiert ist, auf die ein Ausbruch gewalttätigen, aggressiven oder menschengefährdenden Verhaltens folgt, das sich auf Personen und Objekte richtet “ definiert.6

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird „Amok“ beschrieben als:

„ eine willkürliche, anscheinend nicht provozierte Episode mörderischen oder erheblich (fremd-) zerstörerischen Verhalten. Danach folgen eine Amnesie und/oder eine Erschöpfungsphase, die aber von keinem bekannten Fall bestätigt worden ist.7 [..] häufig aber auch der Umschlag in selbst-zerstörerisches Verhalten, d.h. Verwundung oder Verstümmelung bis zum Suizid."8

Anlehnend an die Begriffserklärung der WHO definiert Volker Faust Amokläufe als:

„Nicht materiell-kriminell motivierte, tateinheitliche, mindestens in selbstmörderischer Absicht durchgeführte, auf den unfreiwilligen Tod mehrerer Menschen zielende plötzliche Angriffe.“9

Darüber hinaus stellt der Psychiater Lothar Adler Besonderheiten und Kriterien aus seinen eigenen Studien innerhalb der Amokforschung auf, die die eindeutige Unterscheidung von Amok zu anderen Gewalttaten erlauben.

Diese Merkmale sehen wie folgt aus:10

1. Ein Amoklauf muss so konzipiert sein, dass es immer zu einer Tötung von mindestens einer Person kommt, beziehungsweise zum Tod hätte führen können, wenn äußere Einwirkungen den Tatverlauf nicht verhindert haben. Abgesehen davon soll es die typische Täter-Opfer Konstellation aufbrechen.
2. Die Tat muss über den gesamten Zeitverlauf oder zumindest zeitweise ohne Rücksicht auf das eigene Leben vollzogen werden. Hinzu kommt der Tod des Täters durch Suizid oder Fremdeinwirkung.
3. Der Tathergang muss von außen betrachtet impulsiv und raptusartig beginnen. Homizidale und suizidale Absichten müssen ersichtlich werden.
4. Die Handlung darf nicht politisch, ethisch, religiös oder kriminell motiviert und somit als Selbstmordattentat verübt sein.

Anhand eines Beispiels sollen diese Kriterien verdeutlicht werden:

Laut Adler zählt die amokähnliche Bluttat in Ludwigshafen am 18. Februar 2010 nicht zu einem Amoklauf, da der Täter gezielt auf ein Opfer, in diesem Fall seinen Lehrer, gegangen ist.11 Außer dem Lehrer ist niemand tödlich verunglückt, da der Täter eine Schreckschusswaffe verwendete, die eher ungeeignet ist, um einen Menschen ernsthaft zu verletzen. Folglich sind die Absichten eines Sui- oder Homizids nicht klar erkennbar. Ferner sind die Motive dieser Tat als krimineller und individueller Racheakt, also eine vereinzelte Beziehungstat, einzustufen.

2.2 Herkunft und Historie

2.2.1 „Kriegerischer Amok“

Blindwütiges Zerstören und Morden bezeichnen wir heute als „Amok“. Doch die Wurzeln reichen weit in der Menschheitsgeschichte zurück. Nach dem heutigen Wissensstand hat das Phänomen „Amok“ seinen Ursprung in weiten Teilen des heutigen Malaysia, Singapur, Indien, Indonesien und den Philippinen. Besonders hervorzuheben sind Stämme, die den Malaien in Kultur und Sprache nahe standen. Die Herkunft des Wortes „Amok“ ist heute nicht mehr eindeutig zuordenbar. Nach einer verbreiteten Ansicht lässt sich der Begriff aus dem malaiischen Wort „amuk“ ableiten, welches übersetzt „wütend“ oder „rasend“ bedeutet.12 Zum anderen heißt es, er stamme aus der portugiesischen Version „ Amuco “.

Ferner existierten Schriften, die besagen, dass malaiische und javanische Krieger den altindischen Begriff „Amuk! Amuk!“ als Schlachtruf verwendeten, um so ihre Gegner einzuschüchtern.13 Diese ausgebildeten Krieger, auch „ amucos “ genannt, waren dem König untergeben, der ihnen als Gegenleistung Geld und Wohlstand gewährleistete. Sie agierten meist in kleinen Gruppen und haben in aussichtslosen Schlachten ein weit überlegenes Heer angegriffen. Ihr Ziel war es, ohne Furcht vor dem Tod möglichst viele Gegner zu töten, bevor man selbst getötet wurde. Somit galt der Amok als ein militärisch taktisches Verhalten, dass von der malaiischen Gesellschaft als ehrenhaft angesehen wurde.14

Im Verlauf der Geschichte taucht um 1200 aus den altnordischen Sagen das Wort „ Berserkr “ auf, welches dem Begriff des Amokläufers sehr nahe stand. Berserker waren (Wikinger-)Krieger, die zu jener Zeit am meisten gefürchtet waren. Durch das Tragen eines Bärenfelles beabsichtigten sie, in Aussehen und Verhalten dem Wesen eines Bären zu ähneln. Den Sagen zufolge verfielen sie in der Schlacht in eine Art Raserei, die durch die Einnahme von Drogen hervorgerufen wurde. Ihre Kampfkraft erhöhte sich dadurch, da sie Schmerzen während des Kampfes nicht spürten. Die Tobsuchtanfälle der Krieger, auch „Berserkergang“ genannt, galten als verantwortlich für das Extremverhalten und die totale Zerstörung ihrer Feinde.15

Das Erscheinungsbild eines Berserkers weist gravierende Parallelen zu den oben benannten „ amucos “ auf. In beiden Fällen waren sie einem König untergeben, der ihnen Wohlstand und Ruhm für ihre Taten gewährte. Des Weiteren weisen die besonderen Kampftechniken sowohl der Amucos als auch der Berserker Übereinstimmungen auf.

Historisch bezieht sich dieses Extremverhalten folglich auf Beobachtungen auf dem Schlachtfeld. Das Auftreten des Amoks war nicht auf den malaiischen Archipel begrenzt, sondern erstreckte sich über mehrere Länder. Weitere Erscheinungen in anderen Kulturkreisen wie "ahade idzi be" (Neu Guinea), "Benzi mazurazura" (in Teilen Südafrikas), "Cafard" (Polynesien), "Colerina" (Andenstaaten), "Hwa-byung" (Korea), "Ii'aa (Navajo-Indianer)", "Arctic-hysteria" (Sibirien) und "Whitico-Psychos" (Eskimos) verdeutlichen die geographische Ausbreitung.16

2.2.2 „Individueller Amok“

Mit dem Beginn des 14. Jahrhunderts erlebt der Amok mit der Einführung des Islams in mehreren Ländern eine Wandlung. Ungläubige Menschen, die bei einem Amoklauf umkamen, wurden als Opfergaben für Allah bezeichnet und damit gerechtfertigt.

Die mögliche Ursache für ein solches Verhalten lässt sich anhand von einzelnen Suren, also Versen im Koran, erklären:

„ Zu kämpfen (gegen die Ungläubigen) ist euch vorgeschrieben, auch wenn es euch widerwärtig ist. Doch es mag sein, dass euch etwas widerwärtig ist, was gut für euch ist, und es mag sein, dass euch etwas lieb ist, was übel für euch ist .Und Allah weißes, doch ihr wisst es nicht. “ (Sure 2, Vers 216)17

Oder:

"Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und an den Jüngsten Tag glauben, und die das nicht für verboten erklären, was Allah und Sein Gesandter für verboten erklärt haben, und die nicht dem wahren Glauben folgen - von denen, die die Schrift erhalten haben, bis sie eigenhändig den Tribut in voller Unterwerfung entrichten" (Sure 9, Vers 29)18

Beim Betrachten der damaligen politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen herrschte alles andere als Frieden zwischen den Islamanhängern und den „Ungläubigen“. Christliche Kinder, meist Jungen, wurden aus ihren Elternhäusern entrissen und in ein militärisches Ausbildungslager gesteckt, um dort zu Eliteeinheiten, wie zum Beispiel die Janitscharen, ausgebildet zu werden.

Die Versklavung von Kriegsgefangen mit anschließender Zwangskonvertierung zum Islam ist eine weitere Begleiterscheinung der schnellen Verbreitung des Islams.19

Diese und weitere Suren im Koran untermauerten die Auffassung der muslimischen Täter, Allah wolle die totale Unterwerfung der Ungläubigen.

Auch wurde davon berichtet, dass einige Javanesen bei schweren Erkrankungen ihren Gott um eine Genesung anflehten, denn für sie war der Tod durch eine Krankheit unehrenhaft. Danach ging der Betroffene bei erfolgter Genesung mit einem Dolch auf die Straße und mordete wahllos Frauen und Kinder, bis der eigene „ehrenvolle“ Tod durch die Hand eines anderen erfolgte. Auch diese ermordeten Menschen wurden als Opfergaben angesehen.20

Zwar ist der Suizid im Islam verboten (siehe Sure 4, Vers 29: „ O ihr, die ihr glaubt, fresset nicht euer Gut unter euch in Nichtigkeiten, es sei denn im Handel nach gegenseitiger übereinkunft; und begeht nicht Selbstmord; siehe, Allah ist barmherzig gegen euch. “),21 doch galt zu dieser Zeit in den malaiischen Kulturkreisen eine solche Tat nicht als Selbstmord. Die Begründung hierfür war, dass der Tod des Täters nicht durch die eigene Hand erfolgte. Diese Interpretation verdeutlicht den religiösen Fanatismus, der auch heute in Bezug auf islamistischen Terrorismus noch Bestand besitzt.

Aus einer Reihe von Koranversen geht hervor, dass der im Kampf Getötete sein diesseitiges Leben gegen ein jenseitiges Leben eintauscht:

„ Diejenigen aber, die das diesseitige Leben um den Preis des Jenseits verkaufen, sollen um Gottes willen kämpfen. Und wenn einer um Gottes willen kämpft, und er wird getötet - oder er siegt - werden wir ihm (im Jenseits) gewaltigen Lohn geben. “ (Sure 4,Vers 74)22

Dies waren die Anfänge des individuellen Amoklaufs. Auch im folgenden Jahrhundert berichtete der Portugiese Nicolo Conti einen ähnlichen Fall. Dabei handelte es sich um zahlungsunfähige Schuldner, denen die Entehrung durch Versklavung drohte. Als letzten Ausweg, um ihren Ehre zu schützen, sahen die meisten den eigenen Tod, welcher zuvor durch wahllose Morde herbeigeführt werden sollte.

Berichte über den individuellen Amok erreichte erstmals im 18. Jahrhundert unsere westliche Welt. Ein Vertreter der damaligen Zeit, Captain James Cook, war der erste Europäer, der bei seiner Weltumseglung (1770) dieses Phänomen beobachten konnte.23 Laut seinen Beobachtungen und Aufzeichnungen von Amokfällen in den malaiischen Stämmen wurden die Täter ohne einen erkennbaren Grund gewalttätig und töteten oder verstümmelten ihre eigenen Dorfbewohner. Im Durchschnitt fielen einem Amokanschlag zehn Menschen zum Opfer, bevor der Amokläufer von seinen Stammesgenossen aufgehalten werden konnte.

Dieses Verhalten wurde, wie von Captain Cook berichtet, von den Stämmen toleriert, da es nach der malaiischen Mythologie das Werk von bösen Geistern war. Demnach hatte der Täter keinen Einfluss auf sein Verhalten. Diese Vorstellung, ein Geist „ hantu “ würde den Körper eines Menschen übernehmen, war zu dieser Zeit im gesamten malaiischen Archipel weit verbreitet.24

Für eine detaillierte Illustration werden im Folgenden zwei Berichte aufgeführt, die das erbarmungslose Verhalten schildern:25

Im Jahre 1846, in der Provinz Penang (Malaysia), schoss ein angesehenerälterer Mann ohne ersichtlichen Grund auf 13 Dorfbewohner. Dabei kamen 3 Menschen ums Leben. Nach einem Verhör stellte man fest, dass seine Frau und sein einziges Kind plötzlich gestorben sind. Sein Handeln war das Ergebnis seiner Trauer über die verlorenen Familienmitglieder.

Am gleichen Tatort griff 1901 ein ehemaliger Polizist mit einem Schwert fünf Personen an, während sie unter Drogeneinfluss schliefen. Drei von ihnen wurden getötet, die anderen beiden schwer verletzt.

Die Motive des „ individuellen Amoks “ haben im Vergleich zum „ kriegerischen Amok “ keine Grenzen. Trauer, Schamgefühle oder ähnliche persönliche Motive werden als Vorwand für den Amokanschlag vorgebracht. Dies hatte zur Folge, dass der Status eines individuellen Amokläufers nicht weiter toleriert wurde. Die Gesellschaft ging sogar so weit, den Amokläufer als „vogelfrei“ zu erklären. Dies bedeutet, dass er mit jeglichen Mitteln ohne Furcht vor Sanktionen bekämpft werden durfte. Hieran wird die große Angst der Menschen vor dem Amok deutlich.

Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Amok von den Kolonialherrschaften kriminalisiert. Dieses Handeln wurde als ein Verbrechen angesehen und mit dem Tod des Täters bestraft.

Im 19. - und 20. Jahrhundert verlor der Amok an Bedeutung. Die abnehmende Häufigkeit von Amok war darauf zurückzuführen, dass die westliche Zivilisation durch ihren Einfluss die kulturellen Faktoren, die für den Amoklauf verantwortlich waren, beseitigten. Weitere amokähnliche Vorkommen waren somit nahezu unbekannt und deshalb wurden Berichterstattungen in der psychiatrischen Literatur bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts eingestellt.

Durch noch zu klärende Umstände nahm das Interesse an Amok in den Industriestaaten immer weiter zu, während es in den damals noch primitiven Stämmen abnahm.26

2.3 Bilanz

Im Laufe der Geschichte hat der Begriff „Amok“ eine vollkommen andere Bedeutung erhalten. Der ursprüngliche Amok, der für ein kriegerisches Manöver eingesetzt wurde, wird nun zu einer emotional motivierten Tat des Einzelnen. Betroffene Menschen nutzen den Amoklauf um sich einem Leben in Schande zu entziehen. Der Begriff wird noch heute uneinheitlich verwendet. In der aktuellen Begriffsdebatte zeichnen sich beim Vergleich der heutigen Verwendung des Wortes Amok mit dem Begriff „kriegerischer Amok“ folgende Tendenzen ab:

Es gibt eine Reihe von Wissenschaftlern, die den „Amok“-Begriff ablehnen, weil dieser an eine kriegerische Tradition gebunden sei, die eben nichts mit dem heutigen Auftreten von Amok zu tun habe und weil der Begriff darüber hinaus zu allgemein sei.27 Desweiteren illustriert der Begriff „Amok“ an Hand der Translation einen rasenden und zornigen Täter28 und stimmt somit nicht mit Fällen von jugendlichen Amokläufern und deren geplanten und vorbereiteten Tötungsdelikten an Schulen überein. Ebenfalls wird bei dem traditionellen Amok meistens von zufälligen Opfergruppen ausgegangen, doch auch dies trifft auf die jugendlichen Täter nicht zu.29 Ihre Opfer sind oftmals Schüler und Lehrer, die sie teilweise persönlich kennen.

Hinsichtlich dieser unterschiedlichen Aspekte gibt es eine schier unüberschaubare Fülle differenzierter Erscheinungsformen, die folglich keine einheitliche Definition des Begriffes aus Sichtweisen von Juristen, Psychologen und wissenschaftlichen Kriminologen gewährleisten. Es stellt sich somit die Frage, inwieweit das Phänomen Amok in unserer heutigen Zeit Parallelen oder auch Unterschiede zu seiner ursprünglichen Form aufweist.

3. Spezielle Form des Amoks: „School-Shootings“

In diesem Kapitel wird genauer auf die Amokläufe von jungen Menschen an Schulen eingegangen. Allgemein werden Amokläufe an Schulen, also sogenannte School-Shootings, der Kategorie der Jugendgewalt zugeordnet, die sich aber als eine sehr seltene Erscheinungsform der Gewalt erweist.30 Dennoch lösen solche Taten und deren verheerende Folgen eine allgemeine Fassungslosigkeit aus. Aufgrund der breit angelegten öffentlichen Berichterstattung nach einem Amoklauf über den plötzlichen Tathergang, wächst kurzzeitig ein Angstgefühl, eine solche Tat könne jederzeit und überall geschehen.

3.1 Etymologie

Der Kriminologe Franz Robertz war einer der ersten, die sich mit zielgerichteter Gewalt an Schulen auseinandersetzt hat. Um diese besondere Form der Gewalt zu definieren, führte er den Begriff „School-Shootings“ ein, welcher sich durch Amokläufe wie Blacksburg in Virginia oder Littleton in Colorado in Wissenschaft und Medien durchgesetzt hat.

Das Wort School wird im Deutschen mit „Schule“ und Shootings mit „Schießereien“ übersetzt. Somit umfasst das Wort School-Shooting den Ort des Tathergangs und darüber hinaus die Methode, also den Schusswaffengebrauch des Täters.

3.2 Definition

Wie bereits erwähnt, stellen School-Shootings eine abgewandelte Form des Amoklaufs dar, die von einzelnen Schülern, meistens in Bildungseinrichtungen, ausgeübt werden. Nach dem Fall in Columbine im Jahre 1999 wendeten sich der US Secret Service und das United States Department Of Education dieser Angelegenheit zu und stellten in ihrer Studie folgende Definition auf:31

„ [...] an incident of targeted school violence was defined as any incident where (i) a current student or recent former student attacked someone at his or her school with lethal means (e.g., a gun or knife); and, (ii) where the student attacker purposefully chose his or her school as the location of the attack. ”

Zu berücksichtigen ist, dass in dieser Definition Schießereien im Affekt aus einem Streit zwischen Schülern heraus ausgeschlossen sind.

Desweiteren werden Merkmale zum School-Shooting aufgeführt, die die Besonderheiten dieser Handlung verdeutlichen:32

- Meistens genaue Planung der Tat
- Der Täter/ die Täter sind jugendliche Subjekte
- Der Täter/ die Täter üben Handlungen aus, die Tötungen zur Folge haben oder nur zufällig nicht in solche resultieren
- Nutzung von Waffen, die zur Tötung von Menschen geeignet sind (meistens Schusswaffen)
- Die Tötungen stehen in einem direkten Bezug zur Schule
- Es handelt sich hierbei nicht um interpersonelle Konflikte zwischen zwei Schülern
- Ziel der Tötungen ist mehr als ein Mensch
- Die Opfer werden auch wegen ihrer Funktion ausgewählt (Lehrer, Schulleiter, etc.)

3.3 Der erweiterte Suizid

Die Erscheinung eines Suizids, oder auch Selbsttötung, ist eine menschenspezifische Form von Gewalt, die historisch in allen Epochen kontinuierlich vorkommt. Menschenspezifisch daher, da nur Menschen die Fähigkeit besitzen mit dem Bewusstsein über die ihre eigene Existenz und den freiwilligen Tod nachzudenken.

In der Tierwelt hingegen tritt oftmals eine Art Selbsttötung in Massen auf. Als Beispiel dienen Lemminge, wobei noch hinzugefügt werden muss, dass es sich hierbei um ein situatives Verhalten handelt. Das heißt, bei Angst- und Panikzuständen erfolgt unter Umständen instinktiv ein Massensuizid.

Ursprünglich kommt der Begriff des Suizids aus der lateinischen Sprache und ist ein Wortgefüge aus den beiden Wörtern „sui“ und „zid“. Der Präfix „Sui“ wird im Deutschen mit „gegen sich selbst“ und das dazugehörige Suffix „-zid“, welches sich aus dem Verb „caedere“ herleiten lässt, mit „tötend“ übersetzt.33

Der „erweiterte Suizid“ ist keineswegs nur eine einfache Selbsttötung. Ganz im Gegenteil weist er ein gravierendes Merkmal auf, das zu einer Differenzierung beider Formen von Gewaltexzessen führt.

Diese Unterscheidung lässt sich anhand der Motive veranschaulichen. Bei einem erweiterten Suizid, auch Mitnahmesuizid genannt, ist nicht nur der eigene Tod wie bei einer einfachen Selbsttötung vorhanden, sondern beinhaltet darüber hinaus die Tötung eines oder mehreren Menschen ohne deren Bereitschaft und Einverständnis. Dies ist der Grund, warum der erweiterte Suizid oftmals im Zusammenhang mit dem Amoklauf gebracht wird. In beiden Fällen wurden starke Tendenzen zum Suizid ersichtlich.

Somit umfasst sowohl der „erweiterte Suizid“ als auch der Amok die Tötungen von einem oder mehreren Menschen, einschließlich der eigenen Tötung.

4. Vergleich von drei Amokläufen

In diesem Kapitel werden drei Amokläufe, einer in Amerika und zwei in Deutschland, auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede hin untersucht. Um der Frage auf den Grund zu gehen, ob es sich, wie vereinzelt behauptet um ein primär amerikanisches Problem handelt, müssen vorerst die drei Fälle mit ihren Tatverläufen und Motiven rekonstruiert werden.

4.1 Columbine

„ [...]Irgendwann nächstes Jahr April wird unser Feind unsere Rache zu spüren bekommen, indem wir die natürliche Auslese etwas überflügeln. Wenn wir es geschafft haben Zeitbomben zu bauen, werden wir hunderte davon an Straßen, Brücken, Gebäuden und Tankstellen deponieren wo sie auf jeden Fall

Zerstörung und Chaos anrichten. Es wird zu einer Art Mischung aus den Unruhen von L.A., den Bombenattentat von Oklahoma, den zweiten Weltkrieg von Vietnam und

Videospiele wie Duke und Doom sein.

Ich will der Welt einen bleibenden Eindruck hinterlassen. “

Tagebucheintrag von Harris Eric aus der Doku: Columbine High School - Protokoll eines Massakers (N-24)

Amerika, Columbine den 20. April 1999. Ein Tag, an dem zwei Jugendliche durch ihre Tat die ganze Welt in einen Schockzustand versetzten. Siebzehn Menschen verloren dabei ihr Leben, mehrere tausend Schüler lebten über Jahre hinweg in Angst. Es war eines der verheerendsten und gleichzeitig das bekannteste Schulmassaker weltweit.

4.1.1 Vorgeschichte und Tatplanung

Laut dem Tagebucheintrag hat Eric Harris, ein Schüler der Columbine High School, mindestens ein Jahr den Amoklauf geplant. In diesem entscheidenden Jahr nahmen Vorbereitungen für die gewaltvolle Inszenierung der beiden Täter immer mehr die Form eines Amoklaufs an.

Ihre Wahnvorstellungen von einer blutrünstigen Hinrichtung eines Menschen, bis hin zur totalen Zerstörung der gesamten Welt hielten sie in ihren Aufzeichnungen fest.34

Eric Harris und Dylan Klebold waren keineswegs „dumme“ Schüler, ganz im Gegenteil:

Einige ihrer Lehrer waren erstaunt über deren Leistungen, besonders in Literaturund Filmgeschichte.35 Speziell Eric galt als ein talentierter und überdurchschnittlicher Schüler, der vor allem im Fach Geschichte gute Noten schrieb.36 Sowohl Eric als auch Dylan konnten mit ihren Schulaufsätzen die Lehrerin ihres Creative Writing Kurses beeindrucken.37 Eric schrieb in einem von ihm selbstverfassten Aufsatz über „Medea“:38

„ Das Zitat, das ich aus dem Stück gewählt habe, ist: ‚ Nein, wie ein gelbäugiges Raubtier, das seine Jäger getötet hat, will ich mich niederlegen auf die Leichen der Jagdhunde und die zerbrochenen Speere. ’ Dieses Zitat zeigt, dass Medea kämpfend sterben will, tapfer und mutig, ihre Jäger sollen sie nicht kampflos fangen. ( … ) Heute sind Leute wie Medea selten oder schwer zu finden. “

In einem anderen Aufsatz sollte Eric die griechische Gottheit Zeus charakterisieren und zog dabei Parallelen zu seinen eigenen Charakterzügen:39

„ Der griechische Gott Zeus ist mir aus vielen Gründenähnlich [...] Zeus und ich haben gern Macht und Kontrolle über das, was geschieht. Wir sind beide gern Anführer einer großen Gruppe von Menschen. Zeus und ich werden leicht zornig und bestrafen Menschen auf außergewöhnliche Weise. “

Diese beiden Zitate lassen sich aus heutiger Sicht auf den späteren Amoklauf beziehen. Schon hier zeigt Eric, dass er sich selbst über die Menschheit stellt und dementsprechend auch nach seinem Ermessen bestrafen kann. Auch Dylan sah sich selbst als Gottheit an und schrieb ein Jahr vor der Katastrophe in dem Jahrbuch:40

„ My wrath ... will be godlike. ” (Übersetzt: Meine Rache wird die eines Gottes sein.)

Doch statt auf solche genaueren Äußerungen näher einzugehen, wurden die Aufsätze der beiden von Lehrern aufgrund der Detailliertheit und ihrer Sprache mit positiven Bemerkungen versehen.41 Tatsächlich offenbaren sie narzisstische Charakterzüge der beiden späteren Amokläufer.

InfoBox I

Narzissmus:

Als Narzisst oder narzisstische Persönlichkeit werden in der Psychopathologie Menschen bezeichnet, die eine übertriebene Art der Selbstliebe empfinden, die insbesondere die Wahrnehmung der eigenen Person wie auch der Umwelt verzerrt. Typisch für narzisstische Persönlichkeiten sind fehlendes Einfühlungsvermögen gegenüber ihren Mitmenschen und fehlende Kritikfähigkeit. Eine narzisstisch veranlagte Person empfindet sich oftmals ihren Mitmenschen überlegen und von diesen nicht im verdienten Maße anerkannt und gewürdigt. Besonders in Bezug auf Amoktaten von Schülern betonen Wissenschaftler (u.a. Füllgrabe) narzisstische Motive der Täter.42

Aufgrund der nachträglichen Analyse dieser Aussagen der beiden Amoktäter wurde öffentlich diskutiert, inwiefern es den Lehrern an Achtsamkeit gemangelt haben könnte und ob die Tat zu verhindern gewesen wäre. Doch Eric beschreibt selbst in einem seiner Tagebucheinträge seine Fähigkeiten, sein Umfeld durch eine vorgetäuschte Persönlichkeit zu manipulieren.

Trotz seiner teils herausragenden Leistungen in der Schule kam es zu Konflikten wegen Erics Eigensinnigkeit.43 Er war nicht bereit, seine Stellung als Schüler zu akzeptieren, und stellte immer wieder die Autorität seiner Lehrer in Frage. Dies führte letzten Endes zu einem Schulverweis, der sich als fatale Entscheidung für Eric erweisen sollte.

Nach seiner Suspendierung zog er sich allmählich aus der Realität zurück und errichtet sich seine eigene Fantasiewelt. Statt Schulbücher zu wälzen, kämpfte er sich in dem Computerspiel „Doom“ von Level zu Level. Desweiteren gehörten Streiche in Nachbarsgarten, Experimente mit Sprengkörpern sowie das Besuchen von Waffenmessen zum neuen alltäglichen Leben von Eric, aber auch von seinem Kompanion Dylan.44

Erics Schulkalender von 1998 zeigt das Auseinanderdriften von Schule und dem eigenen Leben:45

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Noch im selben Jahr (1998) entwendeten Eric und Dylan Computeranlagen aus einem Van und wurden kurz darauf von der Polizei festgenommen. Das Gericht verurteilte die beiden zu einer Erziehungsmaßname mit einem Anti-Aggressions- Training, das sie von weiteren Straftaten abhalten sollte.46 Nachdem Eric diesen Kurs absolviert hatte, begann er offiziell reumütig zu werden und schrieb während seines Aufenthalts einen Bericht über seine Schuldeingeständnisse. Darin steht geschrieben:47

„ Ich freue mich sagen zu können, dass ich dank dieses Kurses und ein paar anderen dementsprechende Erfahrungen, den Entschluss gefasst habe, mich in Zukunft zusammen zu reißen. “

Doch in Wirklichkeit sahen seine Gedankengänge vollkommen anders aus. Im Stillen schrieb er bezüglich dieses Vorfalles in seinem Tagebuch folgende Worte:48

„ Heißt es nicht Amerika sei das Land der freien Leute? Und wieso habe ich dann nicht die Freiheit einen so blöden Typen wie diesen Idioten um seinen Besitz zu erleichtern? Wenn er den vor aller Welt sichtbar auf dem Vordersitz seines Vans liegen lässt und das mitten im Nirgendwo? Am Freitagnachmittag? Auch natürliche Auslese. “

An diesem Punkt wird der Konflikt zwischen der Außenwelt präsentierten Persönlichkeit und seinem Innenleben deutlich. Nach außen hin überspielte Eric seine wahre Persönlichkeit, indem er sich so aufführte, wie es von ihm verlangt wird. Sie hatten sich einige Tage vor dem Amoklauf in Littleton bei den United States Marine Corps beworben und wurden dabei abgelehnt.

Der Grund hierfür war, dass beide den Offizieren der Marine Corps verschwiegen haben, dass sie das Medikament Luvox (Fluvoxamin), ein SSRI Antidepressivum, konsumierten. Dieses Medikament wird bei Erwachsenen, die unter starken Depressionen leiden, eingesetzt.

Nach der Autopsie von Erics Körper wurde eine erhöhte Dosis an Luvox festgestellt. Diese können im Nervensystem bei jungen Menschen unter 18 Jahren Halluzinationen und Verwirrungszustände hervorrufen.49

Somit sind einige Wissenschaftler wie Kelly Patricia O'Meara der Meinung, dass diese Psychopharmaka dazu geführt haben, dass aus einem Problemkind wie Eric ein kaltblütiger Killer wurde.50 Dennoch existieren keine wissenschaftlichen Untersuchungen, die diese These bestätigen können.

4.1.2 Tathergang

Das Ereignis begann um 11:08 Uhr (Ortszeit), als sich Eric und Dylan in separaten Kraftfahrzeugen auf den Weg in Richtung Schule machte. Etwa 3 Minuten später erreichte Eric den „Junior Student“ - und Dylan den „Senior Student“ Parkplatz. Aufgrund der getrennten lokalen Lage konnten sie jeweils einen Hauptausgang der Schule im Auge behalten und dabei trotzdem das Hauptziel, die Cafeteria, ins Visier nehmen.51

Kurz vor der Ankunft wurde eine Bombe eine halbe Meile (~800 m) vor der Schule gelegt, die um 11:14 Uhr explodieren sollte, um somit die Einsatzkräfte abzulenken. An der Schule angekommen, transportierten Eric und Dylan unauffällig, mit Hilfe eines Seesackes zwei 9 kg schwere Prospanbomben in die Cafeteria. Diese Sprengsätze wurden so konzipiert, dass sie um 11:17 Uhr, im Abstand von einer Minute, detonieren sollten. Hier hielten sich zu dieser Zeit aufgrund der Mittagspause 480 Schüler auf. Das sind fast ein Viertel aller Schüler an dieser Schule. Durch eine Überwachungskamera konnte das Betreten von Eric und Dylan und die Installation der Sprengkörper nicht aufgezeichnet werden, da in diesem Zeitraum die Videobänder ausgewechselt wurden. Auf dem neuen Band ist nur die Existenz der Bomben verzeichnet.52

Nach späteren Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Explosionskraft der Bomben ausgereicht hätte, um sogar die oberhalb der Cafeteria liegende Bibliothek zum Einsturz zu bringen, was wiederum etwa 500 Tote zur Folge gehabt hätte.53 Die beiden Täter gingen zurück zu ihren Fahrzeugen und warteten, bis die Bomben hochgingen. Doch wegen eines Defektes am Zündmechanismus trotz sorgfältiger Vorbereitungen, scheiterte die Detonation und der ursprüngliche Tatverlauf musste somit von den beiden verändert werden. Es war eigentlich gedacht, dass bei erfolgreicher Sprengung Schüler in die Schussbahn ihrer Gewehre flüchten, um sie dann einzeln zu eliminieren. Hier zeigt sich eine verblüffend ähnliche Parallele zu dem voran gehenden Amoklauf in Jonesboro (1998), bei dem zwei Jugendliche einen Feueralarm ausgelöst haben, um ihre Opfer bei der Flucht zu erschießen.54 Als Eric und Dylan bemerkten, dass die Bomben nicht explodierten, begaben sie sich mit abgesägten Schrotflinten, Rohrbomben und halbautomatischen Schusswaffen unter ihrer Kleidung auf eine Anhöhe des Campus. Um 11:19 Uhr zogen beide, auf Kommando von Eric „Go, Go!“, ihre Waffen und eröffneten das Feuer auf ihre Mitschüler. Bereits verwundete Jugendliche werden aus unmittelbarer Nähe durch einen Kopfschuss getötet. Zu den ersten Todesopfern gehörte Rachel Scott, die nach vier Schusswunden ihr Leben verlor.55

Am Eingang der Schule nahm Eric seinen 9 mm halbautomatischen Karabiner und feuerte auf drei weitere Schüler, die gerade das Gebäude verlassen wollten. Dabei kam einer dieser Jungen ums Leben.56

Zu diesem Zeitpunkt wurden auch die Schüler und das Lehrpersonal auf die Schussgeräusche aufmerksam. Die Situation wurde aber dennoch nicht ernst genug genommen. Doch David Sanders, ein angestellter Lehrer, war anderer Meinung und nahm die Bedrohung wahr. Um 11:34 Uhr alarmierte er umgehend die örtliche Polizei und begann mit zwei weiteren Angestellten die gesamte Cafeteria zu evakuieren. Zusätzlich gingen sie durch Klassenräume und versuchten durch Abschließen der Türen die Sicherheit der darin sich befindenden Schüler zu gewährleisten.57

Währenddessen setzten Eric und Dylan ihren Weg in Richtung Schuleingang fort und verwundeten dabei zwei weitere Menschen. Kurz danach kam es zu einem Schusswechsel mit einem eintreffenden Polizeibeamten, der aufgrund mangelnder Munition die Zentrale um Verstärkung bat. Diese Gelegenheit nutzten die beiden Täter und drangen mit ihren Waffen in die Schule ein. Dabei schossen sie auf ihnen entgegenkommende Personen.

Die Kunstlehrerin Patti Nielson reagierte sofort auf die Abwesenheit von Eric und Dylan und sendete um 11:25 Uhr mit Hilfe der Telefonanlage in der Bibliothek einen weiteren Notruf aus.58

Im zweiten Geschoss kam es zu einem aufeinandertreffen zwischen den Tätern und David Sanders, der immer noch versucht hatte, weitere Bereiche der Schule abzusichern. Auch er wurde tödlich angeschossen und starb im späteren Verlauf trotz Erste-Hilfe Maßnahmen an Blutmangel.59

Inzwischen waren sechs weitere Streifenwagen der Polizei am Tatort eingetroffen, die sich um verängstigte und verletzte Schüler kümmerten. Nach der damals üblichen Vorgehensweise der Polizei, die darauf gezielt war, einen solchen Vorfall zu verhindern, wagte sich keiner der Polizisten in die Schule, um die Mörder zu stellen.60 Somit konnten Eric und Dylan ungehindert ihre Tat in die Schulbibliothek verlegen. An diesem Ort spielte sich innerhalb von sieben Minuten der brutalste Teil des Massakers. In der Anwesenheit von 56 Schülern und Schulangestellten forderten Eric und Dylan, dass sich alle Jugendlichen mit einer weißen Mütze zu erkennen geben und aufstehen sollten.61 Dies war eine Anspielung auf die so genannten „Jocks“, von denen sich Eric und Dylan verspottet sahen. Sowohl Eric als auch Dylan empfanden tiefgründigen Hass gegen die sogenannten „Jocks“, die in den Schülergruppierungen die Spitze eines hierarchieähnlichen Systems bilden. Als Jocks werden Schüler bezeichnet, die stilvolle Kleidung tragen und sportlich veranlagt sind und deswegen an den High Schools und Colleges in den USA beliebt und sozial anerkannt sind.62 Keiner der verängstigten Schüler traute sich aufzustehen, stattdessen blieben alle unter den Stühlen und Tischen versteckt. Daraufhin gingen Eric und Dylan durch die Tische und ermordete willkürlich ihre Mitschüler. Dabei wurden ihre Opfer immer wieder gefragt, ob sie an Gott glauben oder ob sie sterben wollen. Die Antworten schienen jedoch keinen Einfluss zu haben, welche Schüler getötet oder am Leben gelassen wurden.63

Als Eric und Dylan die Bibliothek um 11:36 Uhr verließen, waren bereits zwölf Schüler der Schule tot, weitere 23 Menschen schwer verletzt. Auf dem Rückweg zur Cafeteria, warfen sie planlos Blicke in leer stehende Klassenräume, bevor Eric um 11:44 Uhr versuchte, durch Sprengsätze und Schüsse eine der 9 Kg schweren Propanbomben zur Explosion zu bringen. Doch auch diesmal schlug der Versuch fehl.64 An diesem Punkt wird die suizidale Absicht der Täter deutlich erkennbar.

Um etwa 12:00 Uhr begaben sie sich in der letzten Etappe ihres Massakers wieder auf den Weg zur Bibliothek. Dies war auch der Ort, an dem sie sich nur wenige Meter vor ihren Opfern das Leben durch einen präzisen Kopfschuss nahmen.65

Die SWAT-Einheit erreichte die Bibliothek erst um 15:30 Uhr und gab die Schule eine Stunde später, also 16:30 Uhr, als gesichert frei.66

4.1.3 Die Täter Eric Harris und Dylan Klebold

Sowohl Eric, geboren am 9. April 1981 in Wichita (Kansas),67 als auch Dylan, geboren am 11. September 1981,68 stammten aus bürgerlichen Familien. Dylans Vater Tom69 war Geologe,70 während seine Mutter Susan71 als Lehrerin72 tätig war. Dylans Familie zog im Laufe der Jahre in ein nobles Haus in Littleton. Erics Vater hingegen, Wayne Harris, war Pilot bei der Air Force, weshalb die Familie aufgrund seines Berufes des öfteren den Wohnort wechseln musste. Als Wayne Harris in den Ruhestand ging, ließ sich die Familie im Jahre 1993 in Littleton (Colorado) nieder. Eric gewöhnte sich an seine neue Lebensumgebung und führte ein normales Leben, wie es für einen Jungen in seinem Alter üblich ist. Zu seinen Freizeitaktivitäten gehörte unter anderem Fußball, worin er auch gut war. Außerdem trug er anfangs stilvolle Kleidung, um sich der Gesellschaft anzupassen. Nur in seiner Schule war für ihn eine Anpassung nicht möglich und er galt unter diesen Umständen als Außenseiter.73

Während seine Schulzeit in Littleton freundete Eric sich rasch mit Dylan Klebold an, der auch zu den Ausgegrenzten gehörte. Beide verband eine enge Freundschaft trotz unterschiedlicher Persönlichkeiten. Eric war im Gegensatz zu Dylan sehr gesprächsfreudig. Ihre enge Bindung lässt sich womöglich auf ihre gemeinsamen Interessen und Sichtweisen zurückführen. So interessierten sich beide für das Spielen von gewalttätigen Videospielen und teilten die Vorliebe für Waffen.74

Ein weiterer Aspekt ihrer engen Freundschaft könnte das gemeinsame Feindbild sein.

[...]


1 Siehe My Life of Crime - Grover Cleveland Elementary School Shootings, unter: http://mylifeofcrime.wordpress.com/2006/01/29/grover-cleveland-elementary-school- shootings-12979/ (2006).

2 Siehe Wikipedia - Die freie Enzyklopädie: Brenda Ann Spencer, unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Brenda_Ann_Spencer (2005).

3 Vgl. Frank J. Robertz - Brennpunkt: Amokläufe an Schulen - Todbringende Fantasien S. 28 - 34 (2007).

4 Vgl. H.-J. Neubauer - Der verdunkelte Blick, In: Frankfurter Allgemeine Zeitung (1999).

5 DSM-IV ist ein Klassifikationssystem der American Psychiatric Association, das auch in anderen Ländern wie Deutschland präsent ist.

6 Vgl. Albert C. Gaw, & Ruth L. Bernstein - Classification of Amok in DSM-IV, S. 789 - 793 (1992).

7 Anmerkung: Bei den Recherchen in der vorliegenden Arbeit konnte vom Verfasser kein Fall ermittelt werden, in welchem eine Amnesie in Erscheinung getreten ist. Auch Faust geht bei dieser Definition von einer Vermutung aus; vgl. Volker Faust - Amok, S. 30 (2002).

8 WHO - Internationale Klassifikation psychischer Störungen - ICD-10, Kapitel 5(f) (2004).

9 Vgl. Volker Faust - Amok, S. 5 (2002).

10 Vgl. Lothar Adler - Amok. Eine Studie, S. 50(f) (2000).

11 Siehe RP Online - Amoklauf aus Wut über schlechte Noten, unter: http://www.rp-online.de/panorama/deutschland/Amoklauf-aus-Wut-ueber-schlechte- Noten_aid_821640.html (2010).

12 Vgl. Uwe Füllgrabe - Amok, In: Report Psychologie 27, S. 694 (2002).

13 Vgl. A. L. Gwee - Neurological Pattern in Singapore, S. 255 (1967).

14 Vgl. Volker Faust - Amok, siehe „Begriff und Geschichte“, S. 3 (2002).

15 Klaus von See: Berserker - Aufsätze zur skandinavischen Literatur des Mittelalters, S. 311 (1981). Siehe André Klinge - Berserker, unter: http://www.berserks.de (2004).

16 Vgl. Lothar Adler Ringvorlesung „Gewalt und Terror", S. 3 (2002) Siehe Krimpedia - Amok, unter:

http://www.kriminologie.uni-hamburg.de/wiki/index.php/Amok (2009).

17 Abu-r-Rida‘ Muhammad ibn Ahmad Ibn Rassoul - Al Qur’an Al Karim, S. 48 (2007).

18 Ebd. S. 121.

19 Siehe Barnabas Fund In: Barnabas Aid - „Slavery in the Ottoman Empire”, unter: http://answering-islam.org/Green/slavery.htm (2007).

20 Vgl. Wolfgang Sofsky - Zeiten des Schreckens. Amok, Terror, Krieg, S. 42 (2002). Vgl. Thomas Knecht - Amok und Pseudo-Amok, S. 144 (1999).

21 Abu-r-Rida‘ Muhammad ibn Ahmad Ibn Rassoul - Al Qur’an Al Karim, S. 71 (2007). History - Islam: Interview mit Akbar S. Ahmed (Prof. für Islamstudien), unter: http://video.google.com/videoplay?docid=7849825496361245711&ei=rHF6S5WTKMKuAalxf HMBw&q=Selbstmord+ist+im+Islam+verboten&hl=de# (2006).

22 Abu-r-Rida‘ Muhammad ibn Ahmad Ibn Rassoul - Al Qur’an Al Karim, S. 74 (2007).

23 Vgl. Volker Faust - Amok, siehe „Begriff und Geschichte“, S. 3 (2002).

24 Vgl. Manuel L. Saint Martin - Running Amok: A Modern Perspective on a Cultural-Bound- Syndrome, S. 66 (1999).

25 Ebd.

26 Vgl. Manuel L. Saint Martin - Running Amok: A Modern Perspective on a Cultural-Bound- Syndrome, S. 67 (1999).

27 Vgl. Britta Bannenberg - Sogenannte Amokläufe / So-called „Amok“ Killings, S. 37 (2007).

28 Vgl. Volker Faust - Amok, siehe „Begriff und Geschichte“, S. 3 (2002).

29 Vgl. Adolf Gallwitz - Amok: Grandios untergehen, ohne selbst Hand anzulegen, S. 171 (2001) Bzw. Tagesspiegel Sonderthemen - Bevor Schüler zu Tätern werden, unter: http://www.tagesspiegel.de/zeitung/Sonderthemen;art893,2918792 (2009).

30 Siehe Landespolizeikommando Tirol - Androhungen zielgerichteter Gewalt an Schulen, unter: http://tibs.at/sb-bb/krisen/Handmappe/gewalt/school%20shooting%20-%20Allg.pdf (2009).

31 Vgl. United States Secret Service and United States Department Of Education In: The Final Report and finding of the safe school initiative - Implications for the prevention of school attacks in the United States, S. 7 (2002).

32 Vgl. Frank J. Robertz: School Shootings - Über die Relevanz der Phantasie für die Begehung von Mehrfachtötungen durch Jugendliche, S. 61 (2004).

33 Siehe Günther Drosdowski: Duden - Das Herkunftswörterbuch - Etymologie der deutschen Sprache, S. 666 (1989).

34 Siehe Anhang „Zeichnungen von Eric und Dylan“, S. XV.

35 Siehe Welt Online - Littleton: Auch die Columbine-Amokläufer waren "normal", unter: http://www.welt.de/kultur/article3428400/Auch-die-Columbine-Amoklaeufer-waren- normal.html (2009).

36 Dokumentarbericht auf N24: Columbine High School - Protokoll eines Massakers (2008).

37 Siehe Fußnote 35.

38 Siehe Der Freitag - Mensch oder Monster: "Ich mache ernst!", unter: http://www.freitag.de/alltag/0911-amoklauf-winnenden-internet-video-columbine-high (2009).

39 Ebd.

40 Vgl. Frank J. Robertz / Ruben Wickenhäuser: Der Riss in der Tafel - Amoklauf und schwere Gewalt in der Schule, S. 83 (2007).

41 Vgl. Joachim Gärtner: „Ich bin voller Hass - und das liebe ich!!“ (2009).

42 Vgl. Peter Conzen: Fanatismus - Psychoanalyse eines unheimlichen Phänomens, S. 22(f) (2005).

43 Ebd.

44 Siehe Der Freitag - Mensch oder Monster: "Ich mache ernst!", unter: http://www.freitag.de/alltag/0911-amoklauf-winnenden-internet-video-columbine-high (2009).

45 Siehe Der Freitag - Mensch oder Monster: "Ich mache ernst!", unter: http://www.freitag.de/alltag/0911-amoklauf-winnenden-internet-video-columbine-high (2009).

46 Vgl. Joachim Gärtner: „Ich bin voller Hass - und das liebe ich!!“ (2009).

47 Dokumentarbericht auf N24: Columbine High School - Protokoll eines Massakers (2008).

48 Ebd.

49 Siehe Fachinformation des Arzneimittel-Kompendium der Schweiz: Fluvoxamin, unter: http://de.oddb.org/de/drugs/patinfo/uid/33579/chapter/precautions (no date).

50 Siehe Bnet - Prescription drugs may trigger killing: experts in a lawsuit against the manu- facturer of Luvox say that the antidepressant may have tipped Eric Harris from being a troubled teen to a cold-blooded murderer, unter: http://findarticles.com/p/articles/mi_m1571/is_35_18/ai_92352722/ (2002).

51 Dokumentarbericht auf N24: Columbine High School - Protokoll eines Massakers (2008).

52 Ebd.

53 Vgl. Frank J. Robertz / Ruben Wickenhäuser: Der Riss in der Tafel - Amoklauf und schwere Gewalt in der Schule, S. 73 (2007).

54 Siehe Wikipedia - The free encyclopedia: Westside Middle School massacre, unter: http://en.wikipedia.org/wiki/Westside_Middle_School_massacre (2009).

55 Dokumentarbericht auf N24: Columbine High School - Protokoll eines Massakers (2008).

56 Ebd.

57 Ebd.

58 Siehe Jefferson Country, Colorado - Sheriff, unter: http://denver.rockymountainnews.com/shooting/report/columbinereport/pages/toc.htm (2002).

59 Dokumentarbericht auf N24: Columbine High School - Protokoll eines Massakers (2008).

60 Ebd.

61 Ebd.

62 Siehe n-tv - Amokläufe an Schulen: Die Konstruktion des Töten, unter: http://www.n-tv.de/politik/dossier/Die-Konstruktion-des-Toetens-article241286.html (2007).

63 Ebd.

64 Siehe Fußnote 58.

65 Dokumentarbericht auf N24: Columbine High School - Protokoll eines Massakers (2008).

66 Siehe Wikipedia - The free encyclopedia: Columbine High School massacre, unter: http://en.wikipedia.org/wiki/Columbine_High_School_massacre (2007).

67 Siehe Bio. True Story. - Eric Harris Biography, unter: http://www.biography.com/articles/Eric-Harris-235982 (2006).

68 Siehe Bio. True Story. - Dylan Klebold Biography, unter: http://www.biography.com/articles/Dylan-Klebold-235979 (2006).

69 Siehe Studentenpilot - Schulmassaker von Littleton, unter: http://www.studentenpilot.de/studieninhalte/onlinelexikon/dy/Dylan_Klebold/ (2008).

70 Siehe Fußnote 68.

71 Siehe Fußnote 79.

72 Siehe Fußnote 68.

73 Siehe Fußnote 67.

74 Ebd.

Ende der Leseprobe aus 100 Seiten

Details

Titel
Amok - Ausdruck der Verzweiflung
Hochschule
Erasmus-Widmann-Gymnasium Schwäbisch Hall
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
100
Katalognummer
V183483
ISBN (eBook)
9783656080053
ISBN (Buch)
9783656080169
Dateigröße
2122 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Amok, School Shootings, Winnenden, Columbine, Erfurt, Empirsche Datenerhebung an Schulen, qualitativ, quantitativ
Arbeit zitieren
David Dang (Autor), 2010, Amok - Ausdruck der Verzweiflung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183483

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