Die Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung Irlands seit dem Beitritt zur Europäischen Union


Hausarbeit, 2010

34 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 EU-Förderinstrumente

3 Bevölkerungsentwicklung Irlands
3.1 Entwicklung der absoluten Bevölkerungszahl nach 1973
3.2 Veränderung der Bevölkerungsstruktur
3.3 Die ethnische Zusammensetzung der irischen Bevölkerung
3.4 Gründe und Folgen dieser Entwicklung

4 Siedlungsentwicklung Irlands
4.1 Die Situation im ländlichen Raum
4.2 Der urbane Raum Irlands
4.3 Der irische Immobilienmarkt

5 Ausblick auf die zukünftige Entwicklung

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Faktoren der Bevölkerungsentwicklung

Abbildung 2: Dreiecksdiagramm zur Bevölkerungsstruktur

Abbildung 3: Entwicklung der durchschnittlichen Immobilienpreise in Irland und Dublin 1990 - 2008

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Bevölkerungsentwicklung Irlands differenziert nach den vier Provinzen des Landes

Tabelle 2: Billeter-Index Werte für Irland und seine vier Provinzen

Tabelle 3: Ethnische Zusammensetzung der irischen Bevölkerung 2002 und 2006

Tabelle 4: Zahl der ländlichen Haushalte in Irland

Tabelle 5: Anteil der ruralen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung Irlands

Tabelle 6: Zahl der urbanen Haushalte in Irland

Tabelle 7: Anteil der urbanen Haushalte an den Gesamthaushalten Irlands

Tabelle 8: Bevölkerungsprognose Irlands 2006 - 2041

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Bei der Europäischen Union (EU) handelt es sich um einen Zusammenschluss von Staaten, welche sich zur Bündelung und Koordination ihrer wirtschaftlichen und politischen Interessen vereinigt haben (GABRIEL u. a. 2008, S. 14f). Sie wurde 1993 durch die Umsetzung der Maastrichter Verträge gegründet und ist der namentliche Nachfolger der Europäischen Gemeinschaften (EG), welche sich aus der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) (1951), der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) (1957) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) (1957) zusammensetzten. Die Gründungsverträge dieser drei Abkommen bilden damit den Ausgangspunkt für die Verträge zur EU (LPB 2007, S. 6ff). Diese bestand anfänglich aus den Gründungsmitgliedern Belgien, der Bundesrepublik Deutschland, Niederlande, Frankreich, Italien und Luxemburg. Über mehrere Beitrittswellen hat sich die Mitgliederzahl der Union bis zum heutigen Zeitpunkt auf 27 erhöht (FREUND 2007, S. 1ff). Von einem Beitritt in die EU versprechen sich die Nationen vor allem Vorteile durch den freien Zugang zu den Märkten, z. B. für Produktionsfaktoren und Absatzmöglichkeiten, der Europäischen Union. Darüber hinaus bringt die EU-Mitgliedschaft für die Länder eine Erhöhung der ausländischen Direktinvestitionen im Land mit sich. Ein weiterer Vorteil für die Nationen ist die verbesserte internationale Glaubwürdigkeit durch eben diese Mitgliedschaft in der Europäischen Union (VON CARLOWITZ 2001, S. 77). Eines dieser Länder, welches sich im Jahr 1973 dazu entschloss, der EU beizutreten, ist die Republik Irland. Zu diesem Zeitpunkt wies die Nation das geringste Pro-Kopf- Einkommen der Gemeinschaft auf, die Situation im Land war von wirtschaftlicher Stagnation, hoher Staatsverschuldung, Arbeitslosigkeit sowie Auswanderung geprägt und das Land galt als das Armenhaus der EU (HEYDECKER u. a. 2008, S. 5). Diese Ausgangslage ist auch die Hauptmotivation Irlands, der EU beizutreten und mit Hilfe der Gemeinschaft seine wirtschaftliche Situation grundlegend zu verbessern (KOßDORF 2000, S. 107). In den letzten Jahrzehnten hat es Irland geschafft, diese Zustände zum Positiven zu verändern, so dass das heutige Pro-Kopf-Einkommen bei 130 % des EU-Durchschnitts liegt (SUCHER 2006, S. 2). Inwieweit die Mitgliedschaft Irlands in der Europäischen Union diese positive Entwicklung beeinflusst hat bzw. eine Voraussetzung dafür war, soll diese Arbeit darlegen.

Dabei wird im speziellen auf die Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung Irlands unter diesem Gesichtspunkt eingegangen. Dafür ist es notwendig, verschiedene Kennziffern der Bevölkerungsentwicklung (absolute Bevölkerungszahl, Bevölkerungsaufbau, Bevölkerungsverteilung), sowie die Prozesse der Siedlungsentwicklung (Urbanisierung, Suburbanisierung) Irlands seit dem Beitritt zur EU herauszuarbeiten. Im folgenden Kapitel werden jedoch zunächst die finanziellen Einflussmöglichkeiten der EU mittels ihrer Fördermittel beleuchtet.

2 Die Fördermittel der EU

In der EU wurden zur Unterstützung seiner Mitglieder, die in ihrer Entwicklung im Vergleich zu den anderen Unionsstaaten zurückhängen, verschiedene Förderungs- möglichkeiten geschaffen. Die Hauptanliegen dieser Fördermittel liegen in der Reduzierung der regionalen Strukturunterschiede, sowie der Herstellung einer ausgewogenen ökonomischen und sozialen Balance innerhalb und zwischen den Mitgliedern der Gemeinschaft (ÖZENEN 2006, S. 5). Dabei kam es im Rahmen der Entwicklung der EU immer wieder zur Gründung verschiedener Fonds zur finanziellen Unterstützung. Im Jahr 1957 wurde zunächst der Europäische Sozialfond (ESF) gebildet. Dieser sollte einerseits die Nationen bei der Schaffung von Arbeitsplätzen unterstützen und andererseits durch Förderung der beruflichen Qualifikationen und Fähigkeiten zur Verbesserung von Beschäftigungsaussichten der Bürger beitragen (EK 2007, S. 1). Maßnahmen für eine gemeinsame Agrarpolitik innerhalb der EU wurden seit 1962 über den Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds für Landwirtschaft (EAGFL) finanziert (POGÁTSA 2008, S. 159). 1975 erfolgte die Einrichtung des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) (ÖZENEN 2006, S. 6), dessen Ziel „die Stärkung der wirtschaftlichen und sozialen Kohäsion in der Europäischen Union durch Abbau der Ungleichheiten zwischen den einzelnen Regionen“ (BMWA 2008, S. 186) ist. Der 1994 ins Leben gerufene Kohäsionsfond sollte Maßnahmen fördern, welche wirtschaftliche und soziale Unterschiede abbauen und eine ausgewogene Entwicklung unterstützen (EK 2000, S. 9ff). In der aktuellen Förderperiode (2007 - 2013) existieren mit den zwei Strukturfonds EFRE und ESF sowie dem Kohäsionsfonds insgesamt drei finanzielle Fördermittel zur Regionalplanung in der EU (EG 2007, S. 10). Die Republik Irland hat bis zum Ende der letzen Förderperiode im Jahr 2006 in 33 Jahren EU-Mitgliedschaft, abzüglich „der eigenen Beitragszahlungen an den EU-Haushalt insgesamt Nettotransferleistungen in Höhe von etwa 40 Mrd. Euro erhalten“ (HEYDECKER u. a. 2008, S. 6), was eine entscheidende Rolle bei Entwicklung des Landes in den vergangenen Dekaden spielte (SUCHER 2006, S. 2). Darüber hinaus wurden von der EU Anfang der 1990er das LEADER-Programm (Liaison entre actions de développement de l’économie rurale) entwickelt. Diese bis heute laufende Initiative umfasst die vier Programme LEADER I (1991-1994), LEADER II (1995-1999) sowie die LEADER+ (2000-2006 und 2007-2013) (MAUREL 2008, S. 513).

Ziel der darin enthaltenen Aktionen ist die Unterstützung der Entwicklung von Gemeinden in ländlich geprägten Regionen (MÜLLER 1999, S. 173). Über diese Initiativen sind für die betreffenden Gemeinden Irlands allein in der Periode 2007 - 2013 finanzielle Transfers in Höhe von 425, 5 Mio. € geplant (GOI 2006, S. 170). Inwiefern all diese Zahlungen Einfluss auf die Bevölkerungs- und Siedlungs- entwicklung Irlands seit 1973 hatte, sollen die folgenden Ausführungen zeigen. Im nächsten Kapitel wird zunächst die Bevölkerungsentwicklung in dieser Zeit dargelegt.

3 Bevölkerungsentwicklung Irlands

Die ersten verlässlichen absoluten Bevölkerungszahlen Irlands liefert eine erstmalig im Jahr 1841 durchgeführte Volkszählung (CONNELL 1946, S. 112). Zu diesem Zeitpunkt lebten auf dem Gebiet der heutigen Republik Irland mehr als 6,5 Millionen Personen (CSO 2009a, S. 3). Die in den letzten Jahren der 1840er einsetzende große Hungersnot („The Great Famine“) führte jedoch zu einem großen Abfall der Bevölkerungszahlen (DRAKE 1963, S. 301). So verringerte sich diese bis zur Volkszählung 1901 um knapp 50 % auf ca. 3,25 Millionen Menschen, was vor allem den durch diese Katastrophe geschuldeten Todesfällen und Auswanderungen zuzuschreiben ist (QUINN 2010, S. 1). In den folgenden 25 Jahren setzte sich dieser abnehmende Trend, allerdings auf einem geringeren Niveau, weiter fort (CSO 2009a, S. 3). Zwischen den Jahren 1926 - 1951 stagnierte die Bevölkerungszahl der Republik Irland bei ca. 2,9 Millionen Menschen, da sich die Gewinne durch die natürliche Bevölkerungsbewegung, welche sich aus der Differenz von Geburten- und Sterbefällen ergibt, und die negative Wanderungsbilanz quasi gegenseitig aufhoben (CSO 2003, S. 11f). Die Wanderungsbilanz setzt sich dabei aus dem Saldo der Zu- und Abwanderungen zusammen (HEINEBERG 2007, S. 82). In den Folgejahren verringerte sich die Bevölkerung Irlands durch einen nochmaligen Anstieg der Auswanderungen, und bezifferte sich 1961 auf ca. 2,8 Millionen Personen, dem niedrigsten, je im Rahmen einer Volkszählung gemessenen Wert (JOHNSON 1963, S. 167 / COSTA 2004, S. 81). Bis zu Beginn der 1970er war eine leichte Trendänderung erkennbar und die Bevölkerungszahl stieg leicht auf 2,9 Millionen Menschen (HEYDECKER u. a. 2008, S. 5).

Diese Zahl kann als Ausgangspunkt für die folgenden Ausführungen bezüglich der Entwicklung der Bevölkerungszahl Irlands als Mitglied der EU betrachtet werden.

3.1 Entwicklung der absoluten Bevölkerungszahl nach 1973

Im Jahr 1973 trat die Republik Irland der EU bei. In den Folgejahren verzeichnete das Land eine positive Entwicklung der Bevölkerungszahl, was einerseits dem Anstieg der Geburtenrate geschuldet war. Anderseits überstieg in diesen Jahren die Zahl der Einwanderer die der Auswanderer und sorgte so für eine positive Wanderungsbilanz.

Dadurch wuchs die Bevölkerungszahl Irlands bis 1979 um über 13 % auf ca. 3,3 Millionen Menschen (CSO 2002, S. 12). Die schwache Wirtschaftslage in den frühen 1980er, welche in einer Rezession gipfelte und bis zur Hälfte des Jahrzehnts andauerte, hatte für die Bevölkerungsentwicklung Irlands negative Folgen (QUINN 2010, S. 2). In dieser Phase kehrten wieder mehr Iren ihrem Land den Rücken zu, was, wie bereits in den 1960er Jahren, zu einem negativen Wanderungssaldo führte. Ebenso entwickelte sich parallel zu den Wanderungsverlusten die Geburtenrate stetig rückläufig.

Diese Entwicklungen führten dazu, dass die Nation zwischen den Volkszählungen 1986 und 1991 erstmals seit 30 Jahren wieder einen Rückgang der abso- luten Bevölkerungs- zahl verzeichnete (CSO 2009a, S. 12). Allerdings wandelte

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Faktoren der Bevölkerungsentwicklung (Quelle: eigene Darstellung; Daten: CSO 2009a, S. 7 / CSO 2009b, S. 1)

sich bis Mitte der 1990er dieser Trend. Die Geburtenrate sank zwar weiterhin und damit, bei konstanter Sterberate, auch die natürliche Bevölkerungsbewegung. Allerdings konnte die Republik Irland wieder Migrationsgewinne verzeichnen, sodass die Gesamtbevölkerung bis 1996 leicht anstieg (ebd., S. 12). Zur Mitte der 1990er erlebte das Land ein enormes wirtschaftliches Wachstum, was zu einer rapiden Zunahme der Immigration führte (QUINN 2010, S. 2 / MESSINA 2009, S. 5). Diese Tendenz hielt annähernd bis zum Jahr 2008 an. Da sich bis zum diesem Zeitpunkt auch die natürliche Bevölkerungsbewegung wieder positiv entwickelte, stieg die absolute Bevölkerungszahl in dem Zeitraum von 1996 bis 2008 um über 21 % auf ca. 4.42 Millionen Menschen (CSO 2009b, S. 1f). Im Jahr 2009 spürte auch die Republik Irland die Folgen der Weltwirtschaftskrise, was dazu führte, dass die Zahl der Immigranten dramatisch einbrach und das Land zum ersten Mal seit 1995 eine negative Wanderungsbilanz aufwies.

Da jedoch die Geburtenrate weiter anstieg, wuchs auch die Einwohnerzahl Irlands in diesem Jahr um 0,9 % auf ungefähr 4,46 Millionen Menschen (ebd., S. 1f). Abbildung 1 zeigt die Bevölkerungsveränderung Irlands und seine Faktoren für den Zeitraum 1971 bis 2009. Allerdings lief die beschriebene Bevölkerungsentwicklung in den verschiedenen Teilen Irlands unterschiedlich ab. Tabelle 1 gibt einen Überblick über die Entwicklung in den vier Provinzen des Landes seit dem EU-Beitritt Irlands.

Tab. 1: Bevölkerungsentwicklung Irlands differenziert nach den vier Provinzen des Landes (Quelle: eigene Darstellung; Daten: CSO 2009a, S. 7 / CSO 2009b, S. 1)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie man erkennt, weisen alle vier Provinzen einen Zuwachs der absoluten Bevölkerungszahl seit 1971 auf. Den stärksten Anstieg verzeichnet dabei die Provinz Leinster, mit Irlands Hauptstadt Dublin, deren Bevölkerung in dem Zeitraum um ca.

45 % wuchs. Dadurch sticht die Vormachtstellung Dublins heraus, in der ungefähr 29 % der Gesamtbevölkerung Irlands leben. In den anderen drei Provinzen erhöhte sich die absolute Bevölkerungszahl dagegen „nur“ um ca. 28 % (CSO 2009a, S. 7ff). Zwischen den Jahren 1986 und 1991 wurde dieser positive Trend aufgrund der Rezession in fast allen Regionen des Landes kurzzeitig unterbrochen. Ausnahmen bildeten hier nur der Großraum Dublin (Leinster), sowie die Grafschaften Galway (Connacht), Kilkenny (Leinster) und Waterford (Munster) (MÜLLER 1999, S. 144). Jedoch existieren in den Provinzen auch Gemeinden, die nicht vom EU-Beitritt Irlands profitieren konnten und einen konstanten Bevölkerungsschwund bzw. eine Stagnation der Bevölkerungszahl aufweisen. Dazu zählen die Grafschaften Leitrim (Connacht) und Longford (Leinster) (CSO 2002, S. 16f). Die Gründe für die in diesem Kapitel beschriebene Entwicklung und welche Folgen daraus resultieren, werden in Abschnitt 3.4 dargelegt. Das folgende Kapitel beleuchtet zunächst die Entwicklung der Altersstruktur der Bevölkerung Irlands.

[...]

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Die Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung Irlands seit dem Beitritt zur Europäischen Union
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
34
Katalognummer
V183531
ISBN (eBook)
9783656079095
ISBN (Buch)
9783656079293
Dateigröße
674 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Irland, Europäische Union, Bevölkerungsgeographie, Siedlungsgeographie, Keltischer Tiger
Arbeit zitieren
Sebastian Hammer (Autor), 2010, Die Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung Irlands seit dem Beitritt zur Europäischen Union, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183531

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