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Nachfrageorientierte Wachstumsansätze und regionales Wirtschaftswachstum

Titel: Nachfrageorientierte Wachstumsansätze und regionales Wirtschaftswachstum

Hausarbeit , 2010 , 27 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sebastian Hammer (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Börsencrash vom 24. Oktober 1929, auch bekannt geworden als Schwarzer Donnerstag, stürzte die globale Wirtschaft in eine vier Jahre währende Krise (SCHWARTZ 1987, S. 111). Dieses Ereignis brachte besonders die damals vorherrschenden klassischen Wirtschaftstheorien in Schwierigkeiten, denn sie konnten die zu beobachtenden Phänomene dieser Zeit weder erklären noch lösen (JOHNSON & LEY 2001, S. 409). Ausgehend von ihren Modellannahmen (die Wirtschaftssubjekte agieren nutzenmaximierend und verfügen über perfekte Informationen, alle Preise sind flexibel, es herrscht atomistische Konkurrenz auf den Märkten) vertraten diese Theorien die Ansicht, dass auf allen Märkten ein Gleichgewicht herrscht. Bei einer Störung dieses Zustandes würden unmittelbar Ausgleichsmechanismen greifen und somit wieder ein Marktgleichgewicht herstellen (MAIER et al. 2006, S. 55f). Damit ist eine langfristige, unfreiwillige Arbeitslosigkeit in der klassischen Wirtschaftswelt nicht möglich. Allerdings stellte sich die globale Situation während der Wirtschaftskrise komplett anders dar. Die Preise und Löhne zeigten sich als unflexibel und reagierten kaum auf den Markt. Darüber hinaus blieben die Arbeitslosenzahlen auf hohem Niveau bzw. stiegen weiter an (PEMBERTON 2009, S. 48), was, wie erwähnt, dazu führte, dass das liberale System der klassischen Theorien, welches quasi keine staatliche Kontrolle und Regulierung vorsah, zunehmend in die Kritik geriet. Außerdem wuchs auf Seiten der Bevölkerung der Wunsch nach einer staatlichen Stabilisierungs- und Wirtschaftspolitik (MÜLLER 2006 S. 23). [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Exportbasistheorie

2.1 Die Grundannahmen der Theorie

2.2 Das Modell der Export-Basis-Theorie

2.3 Die Entstehung des Export-Basis-Multiplikators

2.4 Kritik an der Export-Basis-Theorie

2.5 Empirische Relevanz

3 Die Input-Output-Analyse

3.1 Das Grundmodell der Input-Output-Analyse

3.2 Regionale Input-Output-Modelle

3.3 Kritik an der Input-Output-Analyse

3.4 Empirische Bedeutung

4 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht zwei zentrale nachfrageorientierte Ansätze der Regionalökonomik – die Exportbasistheorie und die Input-Output-Analyse – mit dem Ziel, deren theoretische Grundlagen, Modellabläufe und konzeptionelle Schwächen zu analysieren sowie deren aktuelle empirische Bedeutung für die regionale Wirtschaftsförderung und Planung zu diskutieren.

  • Entwicklung und Funktionsweise der Exportbasistheorie
  • Mathematische Herleitung und Anwendung des Exportbasismultiplikators
  • Grundlagen und Struktur der Input-Output-Modellierung
  • Analyse sektoraler Verflechtungen mittels Leontief-Inverse
  • Empirische Relevanz beider Ansätze in der regionalen Wirtschaftspolitik

Auszug aus dem Buch

2.3 Die Entstehung des Export-Basis-Multiplikators

Wie bereits in Abschnitt 2.1 dargelegt, setzt sich die regionale Wirtschaft aus zwei Sektoren zusammen. Auf der einen Seite dem Basic-Sektor, welcher Exporteinkommen in Höhe von YX generiert und auf der anderen Seite dem Non-Basic-Sektor, der sein Einkommen YL auf dem intraregionalen Markt erwirtschaftet. Beides zusammen ergibt das Gesamteinkommen der Region, was sich formal als Y = YX + YL beschreiben lässt (ROMANOFF 1974, S. 121f). Das Einkommen des Basic-Sektors hängt von der Nachfrage anderer Regionen ab und wird, wie in den Grundannahmen festgelegt, als exogen vorgegeben betrachtet. Das Einkommen des Non-Basic-Sektors hängt jedoch von dem Niveau der regionalen Nachfrage bzw. dem davon in der Region verbleibenden Anteil ab (MAIER et al. 2006, S. 34). Dieser Zusammenhang lässt sich anhand der folgenden Gleichung beschreiben: YL = (c - q) * Y .

Dabei kennzeichnet die Variable c die marginale Konsumquote, welche „den Beitrag des letzten Einkommensteils zum Konsumniveau“ (BLUM 2004, S. 136) kennzeichnet. Die marginale Importquote q beschreibt seinerseits den Anteil von Y, der für Importgüter verwendet wird (MAIER et al. 2006, S. 34). Mit einer steigenden marginalen Konsumquote steigt auch der Anteil des Einkommens, welches wieder in die regionale und überregionale Wirtschaft zurückfließt. Je größer die marginale Importquote ist, umso mehr fließt von diesem Einkommen wieder aus der Region ab (ebd., S. 34).

Durch Einsetzen der Gleichung (2) in Gleichung (1) erhält man folgenden Ausdruck: Y = YX + (c - q) * Y . Mittels Subtraktion des Terms [(c - q) * Y] auf beiden Seiten der Gleichung (3) und Zusammenfassung der Ausdrücke ergibt sich YX = (1 - c + q) * Y .

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den historischen Hintergrund nachfrageorientierter Wirtschaftstheorien, insbesondere im Kontext der Weltwirtschaftskrise von 1929 und der anschließenden Entwicklung der Lehren von John Maynard Keynes.

2 Die Exportbasistheorie: Dieses Kapitel erläutert die Grundannahmen, das mathematische Modell des Exportbasismultiplikators, kritische Aspekte der Theorie sowie deren empirische Anwendung in aktuellen regionalpolitischen Förderprogrammen.

3 Die Input-Output-Analyse: Hier werden das Basismodell der Input-Output-Analyse, die Berechnung von Inputkoeffizienten und Leontief-Inversen sowie die Erweiterung auf regionale bzw. interregionale Modelle und deren empirische Bedeutung dargestellt.

4 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Erkenntnisse zu beiden Theorien, vergleicht deren Wirkungsmechanismen und betont ihre fortwährende Relevanz für kurzfristige Prognosen und die regionale Wirtschaftsförderung.

Schlüsselwörter

Exportbasistheorie, Input-Output-Analyse, regionales Wirtschaftswachstum, Multiplikatoreffekt, Basic-Sektor, Non-Basic-Sektor, Leontief-Inverse, Nachfrageorientierung, Regionalökonomik, Wirtschaftsförderung, interregionale Verflechtungen, Konsumquote, Importquote, regionale Entwicklung, Strukturwandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit zwei theoretischen Grundpfeilern der nachfrageorientierten Regionalökonomik: der Exportbasistheorie und der Input-Output-Analyse.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Erklärungsansätze für regionales Wachstum durch sektorale Nachfrageimpulse, die mathematische Modellierung dieser Prozesse und deren praktische Anwendbarkeit in der regionalen Wirtschaftspolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beschreibung der beiden Theorien anhand ihrer Annahmen, die Aufdeckung ihrer konzeptionellen Schwächen sowie die Diskussion ihrer empirischen Bedeutung für die heutige Regionalentwicklung.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit wirtschaftsgeographischen und regionalökonomischen Standardmodellen, ergänzt durch mathematische Ableitungen (Multiplikatoren, Matrizengleichungen) und die Analyse von Fallbeispielen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Modellannahmen beider Ansätze, leitet die zugehörigen Multiplikatoren her, erörtert kritisch die theoretischen Begrenzungen und präsentiert Anwendungsbeispiele, etwa aus der schweizer Regionalpolitik oder dem Bau von Infrastrukturprojekten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Exportbasismultiplikator, Input-Output-Tabelle, Leontief-Inverse, interregionale Güterströme sowie die Unterscheidung zwischen Basis- und lokaler Wirtschaft.

Welche Rolle spielt die Regionsabgrenzung in der Exportbasistheorie?

Die Regionsabgrenzung ist ein kritischer Faktor, da sie bestimmt, welche Aktivitäten zum Exportsektor gezählt werden; eine zu weite Fassung der Region lässt das gemessene Exporteinkommen theoretisch gegen Null schrumpfen.

Wie unterscheiden sich die beiden Ansätze in ihrer Prognosekraft?

Während die Exportbasistheorie eher auf die aggregierte Bedeutung von Leitsektoren fokussiert, ermöglicht die Input-Output-Analyse durch die Abbildung sektoraler Interdependenzen deutlich detailliertere Prognosen für den gesamten Wirtschaftsraum.

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Details

Titel
Nachfrageorientierte Wachstumsansätze und regionales Wirtschaftswachstum
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
1,0
Autor
Sebastian Hammer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
27
Katalognummer
V183533
ISBN (eBook)
9783656079071
ISBN (Buch)
9783656079279
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirtschaftsgeographie Regionalentwicklung Klassische Theorien Export-Basis-Analyse Input Input-Output Input-Output-Analyse Leontief Multiplikator
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Hammer (Autor:in), 2010, Nachfrageorientierte Wachstumsansätze und regionales Wirtschaftswachstum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183533
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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