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Kommunikation im Mathematikunterricht

Title: Kommunikation im Mathematikunterricht

Seminar Paper , 2000 , 15 Pages , Grade: 1

Autor:in: Martin Boras (Author)

Didactics - Mathematics
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Summary Excerpt Details

„Lernen ist der Prozeß, durch den Verhalten aufgrund von Interaktionen mit der Umwelt oder Reaktionen auf eine Situation relativ dauerhaft entsteht oder verändert wird, wobei auszuschließen ist, daß diese Änderung durch angeborene Reaktionsweisen, Reifungsvorgänge oder vorübergehende Zustände des Organismus (Ermüdung, Rausch oder ähnliches) bedingt sind ...“

Aus dieser Definition wird deutlich, daß sich Lernen auf zwei Wegen vollziehen kann: 1) Interaktion mit der Umwelt und 2) Reaktionen auf Situationen.

Mit Hilfe dieser Definition soll die Bedeutung der Interaktion (der Sprache) für den Lernprozeß aufgezeigt werden. Die Auseinandersetzung mit der Sprache bzw. dem geleiteten (unterrichtlichen) Erlernen der Sprache wurzelt in der Antike. Beispielweise ist die Rhetorik ein Bildungsziel im antiken Griechenland. Neue Impulse bzgl. der Sprache im Unterricht gibt Comenius. Er fordert, daß alle Unterweisungen in der Muttersprache geschieht (was nicht bedeuten soll, daß keine Fremdsprache gelernt werden darf). Daraus schließt er weiter, daß im Unterricht nichts Unverstandenes gelernt bzw. auswendig gelernt werden soll. In der Geschichte der Pädagogik findet eine ständige Auseinandersetzung mit dem Hauptmedium des Lernprozesses statt. Kommunikation und Sprache (bzw. der Verlauf der Kommunikation) spielt eine entscheidende Rolle im Unterricht - auch heute noch.

Dieser Interaktionsprozeß oder der Lernprozeß durch Interaktion scheint aber sehr störanfällig zu sein. Nicht ohne Grund entwickelt Rainer Winkel eine kritisch-kommunikative Pädagogik, in der er gezielt den Interaktionsprozeß zum Ausgangspunkt seiner Unterrichtsplanung macht und verschiedene Störgrößen fest mit dem Unterrichtsgeschehen verbindet. Um den Interaktionsprozess im Unterricht genauer, auch gerade auf seine Störnanfälligkeit untersuchen bzw. beschreiben zu können, wird zunächst der Kommunikationsprozeß beschrieben. Hierfür wird das Shannon-Weaver-Modell verwendet. Der zweite Weg des Lernens, die Reaktion auf Situationen, wird in der Hausarbeit nicht behandelt.

In dem folgendem Abschnitt werden verschiedene Begriffe (Sender, Empfänger, Code ...) so wie sie in der Literatur verwendet werden (und hier übernommen werden) beschrieben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Definitionen

2. Besonderheiten der Kommunikation im Mathematikunterricht

3. Problembereiche der Kommunikation im Mathematikunterricht

4. Regeln für die Kommunikation im Unterricht

5. Schlußbemerkungen

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Sprache und der Kommunikation für den Lernprozess im Mathematikunterricht. Das primäre Ziel ist es, sprachliche Hürden zu identifizieren, die als Störfaktoren für das Verständnis mathematischer Inhalte fungieren, und daraus praxisnahe Regeln für eine gelingende Lehrer-Schüler-Interaktion abzuleiten.

  • Grundlagen der Kommunikationstheorie im schulischen Kontext
  • Differenzierung verschiedener Sprachebenen (Muttersprache, Umgangssprache, Fachsprache)
  • Analyse von Kommunikationsstörungen im Mathematikunterricht
  • Phasen des Spracherwerbs und deren Bedeutung für die Schule
  • Entwicklung didaktischer Leitlinien für eine störungsarme Unterrichtskommunikation

Auszug aus dem Buch

3. Problembereiche der Kommunikation im Mathematikunterricht

Muttersprache

Hierzu soll nur kurz erwähnt werden, das die Anzahl der „Nicht-Deutschen-Muttersprachler“ im Unterricht größer wird. Das hieraus Verständigungsprobleme erwachsen ist offensichtlich. Es handelt sich hier aber weder um eine Besonderheit des Mathematikunterrichts noch um eine Folge einer Rechenschwäche (dennoch können sehr wohl Minderleistungen od. fehlende Fortschritte im Mathematikunterricht die Folge sein).

Umgangssprache

Die Kinder wachsen in unterschiedlichen Umwelten auf, sie haben verschiedene Eltern, verschiedene Freundeskreise und machen andere Erfahrungen. Sie werden unterschiedlich auf ihre Umgebung vorbereitet, in die Gesellschaft eingeführt. „Daraus ist zu folgern, daß Sozialisation immer schichten- und gruppenspezifisch ist.“ Das Gleiche gilt auch für den Erwerb der Sprache. Die Kinder orientieren sich an den Vorbildern, die ihnen zur Verfügung stehen. Diese Form des Spracherwerbs erweist sich als überaus sinnvoll für die Kinder. Sie lernen die Sprache, die in ihrer Umgebung vorherrscht, denn sie müssen ja auch hauptsächlich mit dieser Umgebung in Kontakt treten können. Es entsteht ein „sozio-linguistischer Code“.

Daraus können Verständigungsschwierigkeiten in der Klasse entstehen. Nach dem Shannon-Weaver-Modell (siehe unter 1. Definitionen) kann man sagen, daß sich der Code der Kommunikationsteilnehmer unterscheidet. Die meisten Wörter der Umgangssprache haben selten eine eindeutige Bedeutung. Der Lehrer muß sich dieser Tatsache bewußt werden und Verständigungsschwierigkeiten der Schüler nicht als mangelnde Intelligenz oder Lernbereitschaft werten, sondern sich um Eindeutigkeit der Informationen bemühen (siehe 4. Regeln für die Kommunikation im Unterricht).

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung legt die theoretische Grundlage, indem sie Lernen als Interaktionsprozess definiert und die Störanfälligkeit der sprachbasierten Kommunikation im Unterricht thematisiert.

1. Definitionen: In diesem Kapitel werden die kommunikationswissenschaftlichen Grundlagen nach dem Shannon-Weaver-Modell erläutert und auf den schulischen Dialog übertragen.

2. Besonderheiten der Kommunikation im Mathematikunterricht: Das Kapitel differenziert zwischen verschiedenen Sprachebenen wie Mutter-, Umgangs-, Unterrichts- und Fachsprache und beschreibt die Stadien des Spracherwerbs.

3. Problembereiche der Kommunikation im Mathematikunterricht: Hier werden spezifische Herausforderungen untersucht, die durch unterschiedliche sozio-kulturelle Hintergründe und die Anforderungen der mathematischen Fachsprache entstehen.

4. Regeln für die Kommunikation im Unterricht: Dieses Kapitel liefert praxisorientierte Hypothesen und Empfehlungen, um Verständnisprobleme zu minimieren und die Interaktion im Unterricht zu verbessern.

5. Schlußbemerkungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass Sprache ein zentraler Faktor für Lernerfolge ist und Lehrkräfte durch Reflexion ihres Sprachgebrauchs aktiv zur Lösungsfindung beitragen können.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Quellen und pädagogischen Standardwerke.

Schlüsselwörter

Kommunikation, Mathematikunterricht, Unterrichtssprache, Fachsprache, Spracherwerb, Interaktionsprozess, Shannon-Weaver-Modell, Verständigungsschwierigkeiten, Soziolekt, Lernstörungen, Grundschule, Pädagogik, Sprachkultur, Didaktik, Analoge Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle der Kommunikation als fundamentales Medium des Lernens, speziell im Fach Mathematik, und untersucht, wie Sprachbarrieren den Unterrichtserfolg beeinflussen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung verschiedener Sprachebenen, der Analyse von Kommunikationsmodellen in der Schule und der Entwicklung von Lösungsansätzen für verständnisorientierten Unterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sprache im Unterricht zu einem Lernproblem werden kann, und daraus praxisnahe Orientierungspunkte für Lehrkräfte zur Gestaltung einer störungsarmen Kommunikation abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse pädagogischer und kommunikationswissenschaftlicher Fachliteratur sowie der Anwendung von Modellen (z. B. Shannon-Weaver) auf den Schulalltag basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Kommunikationsbegriffen, der Einteilung verschiedener Unterrichtssprachen, den daraus resultierenden Problembereichen für Schüler und der Formulierung von Regeln für eine flexible Lehrer-Schüler-Interaktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Mathematikunterricht, Kommunikation, Fachsprache, Soziolekt, Spracherwerb und Unterrichtsgestaltung.

Warum ist die Fachsprache in Mathematik besonders herausfordernd für Grundschüler?

Die Fachsprache ist äußerst knapp und präzise formuliert. Begriffe haben oft eine andere Bedeutung als in der Alltagssprache, was hohe Anforderungen an die Aufmerksamkeit und die kognitive Abstraktionsfähigkeit stellt.

Welche Rolle spielt die Einstellung des Lehrers bei der Kommunikation?

Die Einstellung des Lehrers ist entscheidend, da Erwartungen das Kind manipulieren können („selbsterfüllende Prophezeiung“) und das emotionale Klima in der Klasse massiv den Lernerfolg beeinflusst.

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Details

Title
Kommunikation im Mathematikunterricht
College
University of Hamburg  (Pädagogisches Insitut)
Grade
1
Author
Martin Boras (Author)
Publication Year
2000
Pages
15
Catalog Number
V18356
ISBN (eBook)
9783638227223
Language
German
Tags
Kommunikation Mathematikunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Boras (Author), 2000, Kommunikation im Mathematikunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18356
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