Der Schwerpunkt der Hausarbeit beschäftigt sich mit Problemen der Demokratie. Bevor das eigentliche Thema der Hausarbeit bearbeitet wird, erscheint es zweckmäßig zu klären, welcher Demokratiebegriff dieser Hausarbeit zugrunde liegt, bzw. von welchen Demokratiebegriff in der hauptsächlich verwendeten Literatur ausgegangen wird. Für die Begriffsbestimmung wurde im wesentlichen auf Nachschlagewerke und auf die wesentlichen Merkmale, die Tammelo in Anlehnung an Kelsen formulierte, zurückgegriffen. Im Anschluß daran werden die verschiedenen Voraussetzungen der Demokratie behandelt werden. Hierzu wird hauptsächlich ein Artikel von Jäger bearbeitet, der sich direkt mit diesen Prämissen befaßt.
Diese werden im vierten Kapitel näher betrachtet. Hier liegt - wie oben bereits erwähnt - der Schwerpunkt dieser Arbeit. .
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Beschreibung des verwendeten Demokratiebegriffes
3. Prämissen der Demokratie
3.1 Diskussion
3.2 Partikularinteressen und Gemeinwohl
3.3 Mündigkeit des Staatsbürgers
3.4 Vertrauen und Mißtrauen
3.5 Politikfreie Räume
3.6 Naturwüchsigkeitsprinzip
4. Probleme der Demokratie
4.1 Diskussion
4.2 Partikularinteressen und Gemeinwohl
4.3 Vertrauen und Mißtrauen
4.4 Politikfreie Räume
4.6 Macht der Eliten
5. Schlußbetrachtung
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die verschiedenen Problemfelder und Prämissen der modernen Demokratie, insbesondere im Kontext der Bundesrepublik Deutschland, um zu hinterfragen, wie funktionsfähig dieses Herrschaftssystem unter aktuellen gesellschaftlichen Bedingungen bleibt.
- Grundlagen des Demokratiebegriffs
- Prämissen für ein demokratisches Zusammenleben
- Einfluss von Individualismus und gesellschaftlichem Wertewandel
- Rolle von Medien und Eliten in Entscheidungsprozessen
- Spannungsfeld zwischen Vertrauen, Misstrauen und politischer Teilhabe
Auszug aus dem Buch
4.2 Partikularinteressen und Gemeinwohl
Die gesellschaftliche Entwicklung geht in Richtung eines zunehmenden Individualismus. Kretschmer schreibt in diesem Zusammenhang: „Es hat den Anschein, als ob sich soziale Strukturen in unserer Gesellschaft zunehmend auflösen und die Menschen zunehmend mehr auf sich verwiesen sind.“
Ersichtlich wird diese Behauptung an mehreren Faktoren von denen hier einige genannt werden sollen. Schon in der Familie, als eine Grundeinheit der Gesellschaft, sind die auflösenden Tendenzen unverkennbar. Zum einem wird eine längerfristige Bindung an einen Ehepartner gar nicht erst eingegangen oder schneller als früher aufgelöst, wie steigende Scheidungsraten beweisen. Die Menschen sind weniger als früher bereit, ihre persönlichen Freiheit für einen Partner aufzugeben. Daraus folgernd kann man schließen, daß auch insgesamt das Interesse am Gemeinwohl eher rückläufig ist. Die Rückläufigkeit der Wahlbeteiligung (vgl. auch 3.3) unterstützt diese Behauptung. Hinzu kommt noch das immer weniger Menschen bereit sind, ihre persönliche Freiheit durch das Erziehen von Kindern einzuschränken.
Eine weitere Erscheinung unserer Zeit scheint der zunehmende Werteverfall, oder treffender, die zunehmende Auflösung tradierter Werte zu sein. Durch den zunehmenden Individualismus treten eine Vielzahl von Orientierungen und Lebenserwartungen hervor, die im Widerspruch zueinander oder auch im Widerspruch zu gesellschaftlichen Bedingungen stehen. Desweiteren wird immer stärker der rechtliche Rahmen ausgereizt (siehe auch 4.7), die autonome Moral scheint im Schwinden zu sein, wie es Kopp annimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Fokus auf die Problemanalyse der Demokratie und erläutert die methodische Herangehensweise unter Einbeziehung relevanter Fachliteratur.
2. Beschreibung des verwendeten Demokratiebegriffes: Dieses Kapitel klärt den zugrunde liegenden Demokratiebegriff und grenzt diesen von autoritären oder missbräuchlichen Verwendungsweisen des Begriffs ab.
3. Prämissen der Demokratie: Hier werden theoretische Voraussetzungen für ein funktionierendes demokratisches System, wie Diskussion, Gemeinwohl und politische Mündigkeit, erörtert.
4. Probleme der Demokratie: Das Kernkapitel untersucht kritisch, warum die in Kapitel 3 definierten Prämissen in der heutigen Praxis durch Faktoren wie Machtkonzentration und Individualismus unter Druck stehen.
5. Schlußbetrachtung: Das Fazit fasst die kritischen Befunde zusammen und reflektiert über die Demokratie als zwar fehlerhafte, aber dennoch als am wenigsten schlechte Regierungsform.
Schlüsselwörter
Demokratie, Volksherrschaft, Gemeinwohl, Individualismus, Partikularinteressen, Politikfreie Räume, Macht der Eliten, Wahlbeteiligung, Rechtsstaat, politische Teilhabe, Wertewandel, Machtkontrolle, Sozialisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Analyse der demokratischen Regierungsform und beleuchtet aktuelle Problembereiche, die die theoretischen Prämissen der Demokratie im praktischen Alltag herausfordern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Begriffsbestimmung von Demokratie, die Analyse notwendiger gesellschaftlicher Voraussetzungen (Prämissen) sowie die Untersuchung von Faktoren wie Medieneinfluss, Machtstrukturen und gesellschaftlichem Individualismus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem theoretischen Anspruch einer Demokratie als "Volksherrschaft" und der komplexen Realität moderner, oft von Eliten geprägter Gesellschaften aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, bei der zentrale Begriffe und Problemstellungen anhand einschlägiger Fachpublikationen erarbeitet und kritisch hinterfragt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Demokratie-Prämissen und deren konsequente Gegenüberstellung mit aktuellen Problemen, wie z.B. dem Rückgang des Gemeinwohlinteresses oder der Macht der Medien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Demokratie, Gemeinwohl, Elitenmacht, Individualismus und politische Partizipation charakterisiert.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Medien?
Der Autor sieht in den Medien einen Schwachpunkt der modernen Demokratie, da sie als nicht gewählte Instanzen zwar die Rolle der Kontrolle übernehmen, aber selbst oft durch Eigeninteressen beeinflusst werden.
Was bedeutet der Begriff "brauchbare Illegalität" im Text?
Dieser Begriff beschreibt Handlungen, die zwar rechtlich problematisch sind, aber stillschweigend geduldet werden, da sie zur Stabilität des Gesamtsystems beitragen.
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- Martin Boras (Author), 2000, Probleme der Demokratie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18357