Exchange Traded Funds (ETFs) - Darstellung


Hausarbeit, 2010

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Exchange Traded Funds als aufstrebendes Anlageprodukt
2.1 Grundgedanken passiver Anlagestrategien
2.2 Produktmerkmale und verschiedene ETF-Formen
2.3 Entwicklungsgeschichte
2.4 Handel und Preisbildung in Deutschland
2.5 Strategien mit ETFs
2.6 Zukünftige Entwicklung

3. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: ETF-Wachstum Deutschland, Europa und weltweit

Abbildung 2: Auf Xetra handelbare ETFs und angelegtes Vermögen nach Anbietern

Abbildung 3: Creation/Redemption-Prozess

Tabelle 1: Vergleich von ETFs mit anderen Anlageprodukten

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

In den vergangenen Jahren hat wohl kaum ein anderes Anlageprodukt solche Zuwachsraten wie die passiv gemanagten Indexfonds erreicht, obwohl es sich um ein sehr interessantes, aber in Deutschland auch insbesondere unter den Privatanlegern noch weitgehend unbekanntes Anlageprodukt handelt.[1]

Dies war Anlass, sich im Rahmen dieser Arbeit einmal näher mit Exchange Traded Funds zu befassen.

Im Rahmen der Arbeit wurden in den verschiedenen Abschnitten Grundgedanken passiver Anlagestrategien, Produktmerkmale von Exchange Traded Funds, die Entwicklungsgeschichte dieses Anlageproduktes, der Handel und die Preisbildung sowie mögliche mit ETFs zu verfolgende Strategien betrachtet. Abschließend wird auf die zukünftige Entwicklung eingegangen.

Aufgrund der Restriktionen in Bezug auf den Umfang der Seminararbeit konnten Themen wie beispielsweise der Vergleich mit anderen Anlageprodukten, auch mit Exchange Traded Commodities (ETCs) und Exchange Traded Notes (ETNs), oder das der mit ETFs verfolgbaren Strategien nicht abschließend behandelt werden. Hier wurde eine Konzentration auf die aus Sicht des Verfassers wesentlichen Aspekte vorgenommen.

Darüber hinaus wurden Themen wie der Zulassungsprozess von ETFs zum Handel, eine differenzierte Betrachtung zwischen institutionellen und privaten Anlegern oder die steuerliche und bilanzierungstechnische Betrachtung nicht berücksichtigt. Bei der Thematisierung von Handel und Markt wurde insbesondere aufgrund der vorliegenden Quellen intensiver auf den Markt in Deutschland und weniger den internationalen und europäischen Markt eingegangen.

2. Exchange Traded Funds als aufstrebendes Anlageprodukt

2.1 Grundgedanken passiver Anlagestrategien

Ziel von Investoren ist es, bei ihren Anlageentscheidungen einen möglichst hohen Ertrag bei möglichst geringem Risiko zu erzielen. Dies ist Ausgangspunkt und Kern der Portfolio-Theorie, die die Frage beantwortet, wie man bei einer Vielzahl zur Verfügung stehender Anlagemöglichkeiten eine vernünftige, rationale Auswahl- und Anlageentscheidung trifft. Ein Investor wird dabei die Anlage wählen, die sein Vermögen maximiert. Unter zwei Anlagealternativen wird er diejenige auswählen, die bei gleichbleibendem Risiko den höheren Ertrag liefert bzw. bei gleichem Ertrag ein geringeres Risiko hat. Damit erreicht er eine Optimierung von Risiko und Ertrag in seinem Portfolio.[2]

Die Portfolio-Theorie beschreibt eine Theorie des Investierens in risikobehaftete Kapitalanlagen. Das Hauptanwendungsgebiet liegt dabei im Bereich der Aktienanlage. Das Ziel der Ermittlung eines Risikomaßes zur Messung der in einem Portfolio auftretenden Diversifikationseffekte (Auswirkung der Streuung auf verschiedene Märkte, Regionen oder Anlageformen) wurde mit der Theorie der „Portfolio Selection“ von Harry Markowitz erreicht.[3]

Kern der Moderne Portfoliotheorie ist die Aussage, dass gekonnt gehandhabte Investments in Asset-Klassen auf lange Sicht exakt die Rendite einbringen, die ihrem Risikograd entspricht. Entscheidend ist, wie das Portfolio auf die verschiedensten Asset-Klassen verteilt wird.[4]

Im Rahmen der Asset-Allocation, das heißt der Aufteilung (Allocation) des für Anlagezwecke zur Verfügung stehenden knappen Geldvermögens auf zur Verfügung stehende Anlagemöglichkeiten (Assets), unterscheidet man dabei zwischen aktiven und passiven Vorgehensweisen. Anlagemöglichkeiten stellen dabei beispielsweise Aktien, Renten, Geldmarktanlagen, Immobilien und Rohstoffe in verschiedenen Ländern und Währungen dar.[5]

Bei einem passiven Vorgehen orientiert sich ein Portfolio-Manager zumeist daran, sich während des gesamten Anlagezeitraums möglichst exakt an den Vorgaben einer Benchmark, d. h. der Wertentwicklung eines ganzen Marktes, zu orientieren. Hierbei finden Meinungen und aktuelle Markteinschätzungen keine Berücksichtigung. Aktive Strategien zeichnen sich hingegen dadurch aus, dass Meinungen und Erwartungshaltungen des Portfolio-Managers in den Vordergrund rücken. Es erfolgt eine Orientierung an kurzfristigen und taktischen Einschätzungen aktueller Marktgegebenheiten.

Der Versuch den Markt zu schlagen, ist für Anleger unter Berücksichtigung von Risiken und Transaktionskosten auf Dauer fast unmöglich. Bedingt durch die hohe Effizienz an den Wertpapiermärkten erhöht sich durch ein aktives Portfoliomanagement das Risiko Renditen zu erzielen, die unter dem Markt liegen. Dies ist auch darin begründet, dass sich Anleger von Meldungen, Meinungen, eigenen Überlegungen und Kursentwicklungen leiten lassen und so die Zusammensetzung des Depots bestimmt wird. Langfristige Renditevergleiche haben gezeigt, dass es nur sehr wenigen Vermögensverwaltern gelingt, über einen längeren Zeitraum ohne zusätzliche Risiken eine höhere Rendite als der zugrunde liegende Index zu erreichen.[6]

Die Theorie der effizienten Märkte als wesentlicher Punkt der Modernen Portfoliotheorie von Markowitz belegt wissenschaftlich, dass in effizienten Kapitalmärkten Strategien der aktiven Wertpapierauswahl wenige Chancen haben, erfolgreicher als der Markt zu sein. Darüber hinaus werden Informationsvorsprünge schnell eingeholt und erfolgreiche Methoden zügig kopiert. Die passive Anlagestrategie, der auch Exchange Traded Funds zuzurechnen sind, beruht auf der Annahme, dass Kapitalmärkte aufgrund der weltweiten Vernetzung mit sekundenschneller Informationsverbreitung weitgehend effizient sind.

Weiterhin geht die Theorie der effizienten Märkte davon aus, dass alle Marktteilnehmer zu jedem Zeitpunkt alle preisrelevanten Informationen besitzen und diese Informationen permanent in den Preisen enthalten sind. Aufgrund von Wissensvorsprüngen haben Marktteilnehmer so keine Möglichkeit mehr, über den Gesamtmarkt hinaus Überschussrenditen zu erzielen.

Dass die Entwicklung der Preise an den Finanzmärkten Zufällen unterliegt und diese deshalb nicht langfristig vorhersagbar sind, wird von der Theorie ebenfalls aufgezeigt. In der Finanztheorie wird deshalb von der Random Walk-Hypothese gesprochen. Markteffizienz ist die konsequente und effiziente Informationsverarbeitung. In einem äußerst wettbewerbsintensiven Umfeld mit effizienter und professioneller Informationsverarbeitung entstehen Preisentwicklungen nach der Random Walk-Hypothese. Mit systematischer Forschungstätigkeit lassen sich auf ausgewählten Märkten Überschussrenditen erzielen.

Studien haben gezeigt, dass aktiv verwaltete Fonds ihre Benchmark zwar schlagen können, es aber über einen Zeitraum von zehn und mehr Jahren rund 90 Prozent der aktiven Investmentfondsmanager nicht geschafft haben, ihren zugrunde liegenden Vergleichsindex zu übertreffen.

Bei einer Indexanlage besteht die Gefahr einer Underperformance nicht. Der Anleger erzielt abzüglich der Managementgebühr genau die jeweilige Indexrendite.

Der erste Fonds, der einen Index nachbildete, wurde 1971 mit dem Samsonite Pension Fund für institutionelle Investoren aufgelegt. Bei Indexfonds der ersten Generation erfolgte ein Handel jedoch nur zum einmal täglich festgestellten Nettoinventarwert und sie hatten zumeist durch einen Ausgabeaufschlag eine ungünstige Kostenstruktur.

Die erforderliche Flexibilität brachte für den Kapitalanleger eine der erfolgreichsten Finanzinnovationen, der börsengehandelte Indexfonds – Exchange Traded Funds (ETF). Exchange Traded Funds sind eine der modernsten, bequemsten, effektivsten und kostengünstigsten Varianten, in ganze Märkte bzw. Indizes zu investieren.

2.2 Produktmerkmale und verschiedene ETF-Formen

Die Deutsche Börse AG beschreibt ETFs in ihrem Börsenlexikon wie folgt:

„Fondsanteile, die Anleger über die Börse wie Aktien kaufen oder verkaufen können.

Synonyme: Indexfonds, Index-Tracker, Indexaktien, passiv verwaltete Fonds. ETFs müssen zwei Kriterien erfüllen:

Transparentes Portfolio. Die Zusammensetzung des Portfolios von ETFs wird täglich veröffentlicht. Damit erhalten Anleger fortlaufend einen Überblick über die Gewichtung der einzelnen Aktien im Portfolio auf Basis der Schlusskurse vom Vortag.

Creation/Redemption. ETFs besitzen einen sog. Creation- und Redemption-Mechanismus, der es professionellen Marktteilnehmern erlaubt, jederzeit Aktienkörbe mit der gleichen Zusammensetzung gegen ETFs (und umgekehrt) mit der Fondsgesellschaft zu tauschen.

Der Name ETF stammt – wie die ersten Fonds dieses Typs – aus dem Angelsächsischen und wird im europäischen Ausland nur für Indexfonds verwendet, auch wenn eine direkte Übersetzung von „exchange-traded funds“ ins Deutsche allgemein auf börsengehandelte Fonds schließen ließe.

Exchange-traded Funds werden bei der Deutschen Börse AG im Segment XTF® gelistet und können fortlaufend auf Xetra® oder über den Präsenzhandel erworben werden. Ein Ausgabeaufschlag fällt für den Käufer nicht an.“[7]

Rechtlich gesehen stellen ETFs vom Vermögen der ETF-Verwaltungsgesellschaft getrennte Sondervermögen dar. Dies unterscheidet sie von beispielsweise Index-Zertifikaten, ETCs (Exchange Traded Commodities) oder ETNs (Exchange Traded Notes), die meist in Form von Schuldverschreibungen am Markt emittiert werden. Für ETFs entfällt somit für den Anleger das Emittentenrisiko und damit das Risiko des Totalverlustes.

Vorteile von Exchange Traded Funds sind darüber hinaus:

Geringe Kosten

Hohe Flexibilität

Hohe Liquidität

Hohe Transparenz

Indizes in einem Produkt handelbar

Fortlaufender Börsenhandel

Hohe Risikostreuung

Einen Vergleich mit anderen Anlageprodukten soll nachfolgende Übersicht veranschaulichen.

Tabelle 1: Vergleich von ETFs mit anderen Anlageprodukten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Exchange Traded Funds sind als Referenz mit einem Performance- oder Kursindex erhältlich. Die beiden Varianten unterscheiden sich im Wesentlichen in der Handhabung der Zins- und Dividendenausschüttungen. Während bei kursindex-basierten ETFs die Kursentwicklung gemessen und diese um Erträge aus Bezugsrechten und Sonderzahlungen bereinigt wird, werden bei performanceindex-basierten ETFs sämtliche Erträge aus Dividenden-, Bonus- oder Zinszahlungen reinvestiert. Bildet der ETF einen Kursindex ab, werden die dem ETF zufließenden Erträge dem Investor regelmäßig ausbezahlt.[8]

Abweichungen im Grad der Indexabbildung sind bei beiden Varianten durch die unterschiedliche Behandlung von Zinsen und Dividenden möglich. Ebenso können durch Wertpapierleihegeschäfte Zusatzerträge erzielt werden. Bei der Abbildung von Performanceindizes wird darüber hinaus täglich die Verwaltungsgebühr dem Fondsvermögen entnommen.

[...]


[1] Vgl. Simonis, Daniel (2007): Exchange Traded Funds - Status quo und Zukunftsperspektiven inDeutschland, S. 8.

[2] Vgl. Garz, Hendrik u. a. (2006): Portfolio-Management, S. 23; Etterer, Alexander/Wambach, Martin(2009): ETF-Handbuch, S. 79.

[3] Vgl. Garz, Hendrik u. a. (2006): Portfolio-Management, S. 24; Etterer, Alexander/Wambach, Martin(2009): ETF-Handbuch, S. 8 f.

[4] Vgl. Etterer, Alexander/Wambach, Martin (2009): ETF-Handbuch, S. 9.

[5] Vgl. hierzu und im Folgenden Garz, Hendrik u. a. (2006): Portfolio-Management, S. 15 f.

[6] Vgl. hierzu und im Folgenden Etterer, Alexander/Wambach, Martin (2009): ETF-Handbuch, S. 7 ff.

[7] Deutsche Börse AG (2007): Börse von A bis Z, S. 66.

[8] Vgl. hierzu und im Folgenden Deutsche Börse AG (2008): Xetra: Die führende Handelsplattform für

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Exchange Traded Funds (ETFs) - Darstellung
Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V183690
ISBN (eBook)
9783656080565
ISBN (Buch)
9783656080671
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
exchange, traded, funds, etfs, darstellung
Arbeit zitieren
Stefan Münchow (Autor), 2010, Exchange Traded Funds (ETFs) - Darstellung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183690

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