Alexandra Gripenberg - 'Fredrika Runeberg'

Aus dem Finnlandschwedischen übersetzt von Nadine Erler


Klassiker, 2011
36 Seiten

Leseprobe

Die Vorsehung fügte es, daß an der Seite unseres großen Nationaldichters eine Frau stand, die die ewige Dankbarkeit der finnischen Frauen verdient hat. Johan Ludvig Runeberg[1] hat als Dichter im finnischen Volk die Vaterlandsliebe zum Leben erweckt. Seine Frau Fredrika Runeberg war die erste, die in unserem Land öffentlich für die Frauen gesprochen und die Sorgen hervorgehoben hat, die deren Leben verdüstern. Ihr Name strahlt über die Grenzen des neunzehnten Jahrhunderts hinaus, aber bisher wurde sie fast nur als die Frau eines großen Mannes beschrieben. Und dennoch wecken ihr reicher Geist, ihre vollkommene Persönlichkeit und ihre Dichtkunst so großes Interesse, daß Fredrika Runeberg um ihrer selbst willen einen Platz in der Geschichte unseres Landes verdient.

Möge die jüngere Generation vorsichtig den Schleier lüften, der bisher vieles, was ihr Leben und Wirken betrifft, vor uns verborgen hat. Um eine Person lieben und ehren zu können, müssen wir sie kennen. Anlaß für das Schreiben dieser Zeilen war die Hoffnung, daß es der jetzigen Generation Freude bereiten würde, das dankbare Andenken an Fredrika Runeberg lieben und bewundern zu lernen. Das Leben des Menschen ist wie ein Sandkorn unter Millionen anderen – wie leicht wird es vergessen! Aus diesem Grund ist es gut, rechtzeitig Erinnerungen zu sammeln, solange noch wenigstens ein Zeitgenosse lebt, der persönlichen Kontakt zu dem Menschen hatte, dessen Bild man bewahren will.

Fredrika Charlotta Tengström wurde am 1. September 1807 in Jakobstad geboren[2]. Ihre Eltern waren der Zollbeamte und spätere Kämmerer des Regierungskonzils Karl Fredrik Tengström und seine Frau Anna Margaretha, geborene Bergbom. Die Tage ihrer Kindheit wurden überschattet von Krankheit, die ihr ohnehin zurückhaltendes Wesen noch verschlossener machte.[3] In der Familie gab es keine gleichaltrigen Kinder als Spielgefährten, weshalb Fredrika sehr früh lesen lernte. Jemand hatte der Vierjährigen die Buchstaben beigebracht, und dann begann sie von sich aus, sich durch Tengströms[4] Kinderbuch Läseöfningar för mina barn zu buchstabieren. Als Fredrika flüssig daraus vorlesen konnte, drückte man ihr Möllers Katechismus in die Hand, den sie als Sechsjährige bereits auswendig konnte. In der Schule für kleine Kinder, in die Fredrika dann kam, hatte sie also nichts zu tun, weil sie schon lesen konnte und den Katechismus kannte, und mehr wurde in dieser Schule nicht unterrichtet.

Als Siebenjährige begann Fredrika, unter der Leitung ihres Bruders Karl zu lernen, der ein eigenartiger, aber begabter junger Mann war. Seine Unterrichtsmethode war besonders seltsam: Das Französisch- und Deutschlernen ging so vor sich, daß die ersten zwei Jahre nur Grammatik gelernt wurde, dann mußte sie selbst anfangen zu übersetzen und beim Abfragen die Wörter analysieren usw. Wie soviele andere Mädchen dieser Zeit mußte sie viel Zeit mit dem Lernen von Fremdsprachen verbringen; auf andere Wissensgebiete wurde kein großer Wert gelegt.

Fredrikas Kränklichkeit war der Grund dafür, daß ihre Eltern sie als Dreizehnjährige nach Raahe schickten, in der Hoffnung, daß die Luftveränderung sie kräftigen würde. Dort wohnte sie bei ihrem Onkel, Kronvogt Bergbom, dessen fröhliche Kinderschar viele lustige Streiche spielte. Dort bekam sie auch Unterricht; die Lehrerin war ihre älteste Cousine[5], die in Stockholm erzogen worden war.

Zu dieser Zeit wohnten Fredrikas Eltern nicht mehr in Jakobstad. 1809 war ihr Vater Kämmerer des Regierungskonzils für Finanzen geworden, und die Familie war nach Turku gezogen. Als Fredrika aus Raahe zurückkehrte, besuchte sie in Jakobstad ihre Verwandten, die Runebergs, und traf dort zum ersten Mal ihren zukünftigen Mann.

Über dieses Ereignis erzählt Z. Topelius[6]: „Als Fredrika Tengström mit ihrer Mutter bei den Runebergs eintraf, war Johan Ludvig, zu jener Zeit ein hochaufgeschossener Gymnasiast, gerade von einem Angelausflug zurückgekommen. Ein rustikales Butterbrot in der Hand, stand er im Eßzimmer – braungebrannt, barfuß, die Haare zerzaust und die Kleidung furchtbar fleckig. Zu seinem Entsetzen hörte er, daß seine Mutter im Vorzimmer Gäste empfing. Er hatte keine Möglichkeit zur Flucht, denn die Gäste mußten das Eßzimmer durchqueren, um ins Besucherzimmer zu gelangen, und im Eßzimmer gab es keine weitere Tür als die zum Vorzimmer und die zum Besuchszimmer. In Panik versteckte er sich hinter einer der Türen. Aber der junge Mann hatte nicht bedacht, daß seine nackten Füße unter der Tür hervorsahen. Einen Augenblick später ertönte vergnügtes Gelächter: Die Gäste hatten, sobald sie das Zimmer betraten, den Flüchtling entdeckt, der gerufen wurde, um sie zu begrüßen. Barfuß und verlegen lernte Johan Ludvig so seine zukünftige Frau kennen.“

Fredrika ging nun nun einige Zeit in eine Schule in Turku, deren Leiterin eine Frau Johnsson war und in der sie Deutsch lernte. Nach einigen Monaten wechselte sie auf eine andere Turkuer Schule, das zu jener Zeit sehr angesehene Pensionat Salmberg, das sie ein Jahr besuchte. Ihre Lehrerin, Frau Anna Salmberg[7], war die Witwe eines Schiffskapitäns und gebürtige Engländerin. Alle Zeitgenossen sagten über sie, daß sie eine kultivierte und reich begabte Frau gewesen sei, an der die Schülerinnen sehr hingen. Auch Fredrika war eng mit ihr befreundet und unterhielt noch viele Jahre, nachdem sie die Schule verlassen hatte, einen Briefwechsel mit ihr. Auch in diesem Institut lag das Hauptaugenmerk auf Fremdsprachen. Dadurch erwarb Fredrika fließende Kenntnisse in Französisch, Deutsch und Englisch und konnte mühelos aus dem Stegreif ein fremdsprachiges Textstück ins Schwedische übersetzen. So war es ganz natürlich, daß sie, nachdem sie mit sechzehn die Schule abgeschlossen hatte, immer vorlesen mußte, wenn die Familie versammelt war.

Zu Hause galt nach den Sitten der Zeit eine strenge Ordnung. Bis sieben Uhr abends mußten alle fleißig zum Wohl des Heimes tätig sein, und um neun Uhr war für jeden Ruhe angesagt, die Kerzen wurden gelöscht. In solchen Verhältnissen hatte Fredrika nicht viel Zeit zum Lesen, Zeichnen, Wassermalerei, Seidenmalerei, Herstellen von Kunstblumen und anderen Tätigkeiten, zu denen sie eine große Neigung hatte. Zum Malen nutzte sie für gewöhnlich die Sonntagnachmittage.

Nach dem Tod des Vaters (18249 gab es in der Familie viele Veränderungen. Unter anderem wurde Fredrikas Neigungen berechtigte Aufmerksamkeit zuteil, denn sie begann, mit ihren Aquarellen und Seidenmalerei Geld zu verdienen. So verdiente sie alles Geld für ihre eigenen Bedürfnisse und sparte auch noch etwas Kapital, 400 Reichstaler, mit denen sie als Braut ihre Aussteuer finanzierte. Unter anderem hatte sie die Rollgardinen an allen Fenstern des Erzbischofs gemalt. Aber zu jener Zeit galt es als unpassend, daß eine „Dame von Stand“ Geld mit eigener Arbeit verdiente; aus diesem Grund mußte Fredrika ihre Werke heimlich verkaufen.

Strömborg[8] erwähnt in seinen biographischen Memoiren, denen die obigen Informationen entnommen sind, daß Fredrika in ihrer Jugend immer noch so still und in sich gekehrt war wie als Kind. Ihre älteste Schwester Carolina, in erster Ehe verheiratet mit Professor Bergbom und in zweiter Ehe mit Professor Tengström, war schön und äußerst beliebt. Fredrika bewunderte sie sehr, und wenn sie ein schönes Kleidungsstück bekam, wollte sie es sofort ihrer Schwester schenken, die mit ihrem heiteren und herzlichen Wesen überall Freude und Lebhaftigkeit verbreitete.

Fredrika dagegen mied Gesellschaft, und oft, wenn es eine Einladung oder Tanzveranstaltung gab, mußte die Mutter sie mit Tadel dazu bewegen, unter Leute zu gehen. Lesen war seit ihrer Kindheit ihr liebster Zeitvertreib, und sie schrieb schon während ihrer Schulzeit Gedichte, versuchte aber, diese geistige Tätigkeit vor anderen geheimzuhalten. Trotzdem bekam ihre Umgebung manchmal Wind davon. Ein Zeitgenosse erzählt, daß sie mit fünfzehn, als Erzbischof Tengström in Pargas ein Fest gab, zur Verlegenheit ihrer Angehörigen vor allen Leuten eine selbstgeschriebene Erzählung vortrug. Weil das Vorlesen zu Hause sozusagen ihr Amt war, war daran gewöhnt, sehr schnell zu lesen, so daß sie es auch viel Lesestoff schaffte. Leider war ihre Erziehung, obwohl viel besser als die anderer Mädchen in dieser Zeit, trotzdem so fehlerhaft, daß sie nichts anderes las als Schönliteratur. Vielleicht ist das bedrückende Gefühl, daß die Unwissenheit ihre eigene Entwicklung behindert habe, der Grund dafür, daß sie später so leidenschaftlich und entschieden eine fundiertere Bildung für Mädchen forderte. Auf eigener Erfahrung beruhten sicherlich das Feuer und die Leidenschaft, mit der sie später mit Worten und Taten versuchte, jene aus Abwertung der Arbeit resultierende falsche Auffassung zu bekämpfen, daß es sich für eine feine Dame Frau nicht gehöre, „für Geld“ zu arbeiten.

Nach dem Brand von Turku[9] zog Frau Tengström mit ihrer Tochter in das schöne Kirchspiel Pargas, wo sich nach und nach auch andere Angehörige einfanden. Dort traf sie ihren Verwandten[10] Johan Ludvig Runeberg immer öfter. Sie hatten sich schon vorher gekannt, aber erst jetzt begann Runeberg, sich Fredrika ernsthaft zu nähern. Im Sommer machte die Schar junger Leute ab und zu Bootausflüge, im Winter fanden literarische Abendgesellschaften statt, bei denen selbstgeschriebene Gedichte oder auch Erzeugnisse der neueren Literatur gelesen wurden, an denen zu jener Zeit ein großer Mangel herrschte; zwischendurch wurde fröhlich geplaudert und gespielt. Die anderen jungen Leute ließen Fredrika und Runeberg meistens allein miteinander, und den beiden, die literarische Fragen liebten, fehlte es auch nie an Gesprächsstoff. Als Beleg für diese ungewöhnlich rege Beschäftigung mit Schönliteratur sei erwähnt, daß Fredrika schon 1827 die Ossian-Gesänge in Macphersons englischer Übersetzung gelesen hatte und daß sie Runeberg einen großen Teil davon auf Schwedisch präsentierte.

Aus dieser Zeit liegen Briefe vor, die Fredrika an eine Freundin aus der Zeit in der Salmbergschen Schule schrieb, die Schriftstellerin Augusta Lundahl[11], die später als Frau des Propstes Wallenius bekannt wurde. Diese Briefe gehören zu einer Sammlung, die der Autorin dieser Zeilen freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde. Die Briefe – überwiegend auf Französisch geschrieben – schaffen ein schönes Bild vom lustigen Leben der Jugend, das Fredrika zu jener Zeit führte.

Im ersten Brief (aus dem Jahr 1826) bittet sie ihre Freundin dringend, zur Krönungsfeier von Zar Nikolaus[12] nach Turku zu kommen, und bestellt „8 Lot helle Strickwolle von Finlayson für einen Schal“, wie sie (Fredrika) ihn in irgendeinem Club im Winter gesehen hatte und über den sie sagt, daß „seitdem ein Wettbewerb lief, wer sich selbst einen solchen besorgen würde“. In einem anderen, im gleichen Jahr geschriebenen Brief erzählt sie von einer Helsinkireise und macht Scherze über die Abenteuer dort, sich selbst nennt sie „cousine de Campagne“[13]. Aus dem Brief geht hervor, daß die Leute sie und Runeberg nun schon als zusammengehörig betrachteten, denn sie schreibt: „Ich habe keine Ahnung, wer die Braut meines Cousins Runeberg sein könnte.“

All diese Briefe von 1826 zeigen eine ungewöhnlich große Verspieltheit und Lebensfreude, aber auch Fredrikas Melancholie und ihre Unzufriedenheit mit sich selbst werden darin deutlich. Als sie sich z. B. darüber freut, daß ihre Freundin nach Turku und Pargas kommen wird, wagt sie nicht, sich der Freude ganz hinzugeben, sondern ruft hoffnungslos: „Ich kann trotzdem nicht glauben, daß es wahr ist, ich wage es nicht zu hoffen. Car cela aurait trop de plaisir pour moi.“[14]

Im Herbst 1828 zog sie mit ihrer Mutter nach Helsinki. Sie vermißte schmerzlich die schöne Gegend von Pargas und fürchtete, daß sie in der Stadt wie in einem Käfig eingesperrt sein würde. „Moi, je suis tout à fait folle des vues belles.“[15]

Im Sommer war sie viel mit Runeberg zusammengewesen, und es ist wahrscheinlich, daß sie sich dann über ihre Gefühle füreinander klar wurden. Am zwölften Dezember des gleichen Jahres gaben sie ihre Verlobung bekannt. Strömborg erzählt, daß Lisette, die treue alte Dienerin der Familie Tengström, den mit Runeberg geschlossenen Bund nicht vorteilhaft für Fredrika fand, weil der Bräutigam nichts besaß. Als sie gebeten wurde, die Verlobung vorerst geheimzuhalten, soll die Alte ärgerlich geantwortet haben: „Ich pflege nicht über meine Herrschaft zu reden.“

Die Verlobungszeit dauerte Jahre. Runeberg studierte die ganze Zeit fleißig, und es heißt, daß er seine guten Prüfungsergebnisse zum Teil seiner Verlobten zu verdanken habe, denn Fredrika stand um vier Uhr morgens auf, um ihrem Verlobten Kaffee zu kochen. Runeberg trank nämlich so früh am Morgen Kaffee, weil er dachte, das gäbe der Arbeit Schwung. Weil die Dienerin alt war und die Bequemlichkeit liebte, nahm die Braut das Kaffeekochen selbst in die Hand. Runeberg wohnte gegen Ende der Verlobungszeit im Haus seiner künftigen Schwiegermutter.

1830 wurde Runeberg zum Universitätsdozenten für Rhetorik ernannt, und im folgenden Jahr feierte er seine Hochzeit mit Fredrika Tengström. Fredrika schreibt über das Ereignis an ihre Freundin Augusta Lundahl am vierzehnten Februar 1831[16]:

„An der Unterschrift siehst Du, was Du wohl schon gehört hast – daß ich meinen Namen geändert habe und in neue Verhältnisse gekommen bin. Am einundzwanzigsten Januar war unser Hochzeitstag. Nur die engsten Verwandten waren eingeladen, und sowohl Runeberg als auch ich hofften, daß dieser Tag in jeder Hinsicht einfach gefeiert werden würde. Schlicht war auch mein Kleid. Vielleicht interessiert es Dich, zu hören, was ich anhatte? Weiße Seidenschuhe und Seidenstrümpfe und ein Seidenkleid, das mit schimmernder Gaze überzogen war. Es hatte keinen weiteren Schmuck außer einer kleinen Seidenspirale am Knie. Um die Taille ein langer glänzender Gazegürtel, dessen Enden herabhingen, am Hals gerüschte Spitze, am Mieder und an den Ärmeln keine Rüschen oder Verzierungen, nur Spitzenmanschetten, am Hals weiße Wachsperlen, die mit einer Schnalle befestigt waren, auf dem Kopf die Brautkrone und ein Kranz aus Immortellen. Sonst kein Schmuck im Haar. Ein Blumensträußchen am Kleid befestigt, ein zweites an der Schulter. Nun hast Du die Braut gesehen! Es wäre lustiger für Dich, wenn ich den Tag nach der Hochzeit beschreiben könnte, an dem die meisten Hochzeitsgäste und einige Freunde von Runeberg (darunter auch solche, die nicht bei der Hochzeit waren) schon morgens zu uns kamen und den wir mit Reden, Lachen und Singen verbracht haben. Wir trennten uns am Abend. Es war wirklich schön, sein neues Leben so anzufangen, im Kreise der nächsten Angehörigen und Freunde, inmitten lebhafter Freude und Scherze. Es ist, als wenn einen, wenn man an einen fremden Ort gezogen ist, am ersten Tag schönes Wetter begrüßt.“

Strömborg erzählt, daß das Heim der Jungverheirateten sehr bescheiden war. Frau Tengströms Haus hatte ein kleines Nebengebäude, von dem zwei Zimmer vermietet wurden. Die waren vorher von einem Tischler als Arbeitsplatz genutzt worden. Die junge Braut tapezierte selbst die Wände und strich sie an. Auf einer Auktion wurden die nötigen Möbel gekauft, die Fredrika gemeinsam mit ihrem Bruder Fredrik säuberte und reparierte. Auf den Boden, in den sich im Laufe der Jahre Ruß, Leim und Firnis eingefressen hatten, wurden Teppiche als Verdeckung gelegt. Nach der Verschönerung durch die liebevolle Hand sahen die bescheidenen Zimmer nun sehr hübsch aus. Sie besaßen nur den allernötigsten Hausrat; so hatte die junge Frau nur ein halbes Dutzend flache und ebenso viele tiefe Teller.

Zur Zeit seiner Hochzeit wurde Runeberg Mitglied der bekannten Samstagsgesellschaft, die sowohl seine Entwicklung als auch die seiner Frau so sehr beeinflußte. Zu der Gesellschaft gehörte eine Gruppe junger Männer, die man fast alle im Kreis von Finnlands herausragendsten Männern antrifft, als Vertreter von Literatur und Wissen. Zu nennen sind – außer Runeberg – Johan Jakob Nervander[17], Johan Jakob Nordström[18], Johan Vilhelm Snellman[19], Fredrik Cygnæus[20] und andere. Diese „Gesellschaft“ versammelte sich der Reihe nach bei den Mitgliedern zu Hause. Bei den Treffen wurden Gedanken ausgetauscht, vor allem über Literatur, die neuere schwedische Literatur vorgestellt und die sich daraus ergebenden Fragen diskutiert. Es gehörten auch Frauen zur Samstagsgesellschaft, wenn auch nicht viele – eine von ihnen war Augusta Lundahl, die sich dann und wann in Helsinki aufhielt. Runeberg und seine Frau hingen beide sehr an ihr und sprachen sie meistens mit dem Kosenamen „Hebe“ an:

Wie sehr das Zusammensein mit diesen Männern Fredrikas Entwicklung beeinflußte, kann man sich vorstellen. Es sieht so aus, als ob sie von Anfang an Anteil an der Arbeit und den geistigen Beschäftigungen ihres Mannes genommen hätte; jedenfalls ist das aus Strömborgs Memoiren herauszuhören, in denen u. a. erwähnt wird, daß sie oft für ihren Mann belletristische Werke las, vor allem die neueste Literatur. Dann präsentierte sie ihm die Hauptzüge des Inhalts, um seine kostbare Zeit zu sparen. Im Laufe der Jahre nahm Runeberg die Literatur seiner Zeit, vor allem die schwedische, nur noch auf diese Art zur Kenntnis.

Im dritten Ehejahr traf Frau Runeberg ein großer Kummer. Ihr erstes Kind, ein kleines Mädchen, starb.[21] Sie reiste mit ihrem Mann nach Tampere, um Fräulein Lundahl zu besuchen und den Kyröskoski zu bewundern, und als sie nach Helsinki zurückkam, wirkte das kleine Haus leer und öde auf sie. Sie schreibt darüber am 10. September 1833:

„Öde und leer erscheint die Heimkehr, aber ich habe mir angewöhnt, Aufmunterung in fleißiger Arbeit zu suchen. Und Gott sei Dank, das Leben geht weiter, ein Tag geht, ein anderer kommt. Auf vollkommenes Glück darf man auf dieser Welt nicht hoffen – es würde uns vergessen lassen, daß wir Menschen sind, und warum sollte ich darüber klagen, daß mir ein Teil meines Glücks genommen wurde, wenn ich doch unsagbar reich bin? Ich habe doch noch soviel, ich muß nur lernen, geduldig daran zu denken, daß ich noch mehr hatte und daß der, der es gegeben hat, auch das Recht hatte, es zu nehmen. Wie sehr ich Kyröskoski vermisse. Wenn ich denke, daß der Strom in diesem Moment genauso braust und vorwärtseilt wie an den Tagen, als wir dort waren, und daß er noch auf die gleiche Art rauschen wird, wenn unzählige Generationen über unsere Gräber und die unserer Nachkommen geschritten sind! Die, die ihn vor uns gesehen haben, sind verschwunden, die nachfolgenden Generationen sind gekommen und gegangen, aber ‚er‘ bleibt während aller Zeitenwechsel an seinem Platz! Mir schwirrt der Kopf. Aber ich will noch einmal dorthin, ich erinnere mich nicht so an ihn, wie ich gern würde. Etwas, das mich tief beeindruckt, beherrscht meinen Geist so, daß ich unfähig bin, die Bilder aufzunehmen, die ich in meinem Gedächtnis bewahren will. Ich möchte es noch einmal sehen, um es wirklich ‚sehen‘ zu können!“

Während Fredrika durch das Lesen von Literatur indirekt ihrem Mann half, begann sie, auch direkt an seiner Arbeit teilzunehmen, indem sie für das Morgonblad schrieb, das Runeberg von 1832 bis 1837 herausgab. Sie erwähnt das scherzhaft in einem Brief an eine Freundin: „Runeberg klagt und jammert, daß er nichts für die Zeitung beizusteuern hat, und so muß ich dem Ärmsten helfen.“

Eines ihrer frühesten Werke ist die Novelle Den unga nunnan[22], die im Morgonblad erschien. Es wurde veröffentlicht im Blatt 1833 und ist im gleichen Stil geschrieben wie Mellins[23] historische Romane. Es ist kein Wunder, daß sie – an der Seite des großen Dichters Runeberg und in einer Zeit, in der „literarischen Frauen“ gegenüber bissige Bemerkungen üblich waren – , ihr eigenes Schreibtalent für geringfügig hielt. Auch in ihren Briefen erwähnt sie es nur scherzhaft. Es scheint, als wollte sie vor sich selbst und anderen verbergen, daß sie für ihre schriftstellerische Tätigkeit einen anderen Antrieb hat als den Wunsch, ihrem Mann zu helfen.

„Wir haben“, schreibt sie am dreizehnten Januar 1834, „den Weihnachtsabend bei … verbracht. Dort gab es viele Weihnachtsgeschenke – und alles mögliche andere. Ich muß erzählen, daß eine Frau, als sie hörte, daß bei uns in Kruununhaka viel gedichtet wird, sagte: ‚Nun, kein Wunder, daß Leute Gedichte schreiben, die den lieben langen Tag nichts anderes zu tun haben!’ Ich habe kaum jemals eine Frau getroffen, die so eine Ahnung von dem hat, was wir machen. Es ist doch ganz verrückt, daß ich so viele Gedichtsünden mit mir herumtragen muß.“

Den Sommer 1834 verbrachten die Runebergs im Herrenhaus Haihara in der Nähe von Tampere. Frau Runeberg freute sich darauf, mit ihrer Freundin zusammenzusein, denn Augusta Lundahl wohnte in Tampere. Am zwölften März 1834 schreibt sie:

„Du wirst sehen, daß wir leben wollen wie der Vogel auf einem Ast, unbekümmert um das Dasein und das Leben, und jeden Tag nehmen, wie er eben kommt. Runeberg hat gerade erst die Studentenjahre hinter sich gelassen, oder richtiger gesagt: Er führt immer noch das Leben eines Studenten und kann den Tag nehmen, wie er kommt. Aber ich bin dessen ganz ungewohnt und fand es schön, für das Vergnügen zu leben – und erträglich, wenn die Not einem Härten aufzwang, wie es nach dem Brand von Turku der Fall war, als ich z. B. einige Wochen lang nachts keine Bettwäsche hatte außer einem Kleiderbündel oder einem kleinen Kissen unter dem Kopf, und wenn es uns beinahe erschien, als hätten wir eine Sünde begangen, als einmal, nachdem wir Fleisch von einem Bauern gekauft hatten, Fleisch und Suppe auf dem Mittagstisch stand, während alle anderen zufrieden waren, wenn sie Kartoffeln und Brot hatten. Ein solches Leben hat auch seine reizvollen Seiten, und das Schreckliche erschreckte die Seele nicht mehr, weil man sich daran gewöhnte und weil es keinem besser ging als dem anderen. Wenn es an diesem Ort zufällig ein Mädchen gäbe, dann hätte es das Amt der Iris[24]. Ich mache mir keine Sorgen, wenn ich auch an den schönsten Kocharbeiten teilnehmen müßte. Ich hoffe, daß diese Arbeiten nicht zu kompliziert sind. Bekommen wir auch Bettwäsche? Man braucht keine Daunendecken, aber wenn die Bauern wenigstens etwas haben, ist es gut.“

Im gleichen Winter hatte Frau Runeberg angefangen, Finnisch zu lernen – ein Unterfangen, das zu jener Zeit für eine Frau der Oberschicht sehr ungewöhnlich war. Wir drucken hier einen Auszug aus einem Brief an eine Freundin ab, der ihre warme Anteilnahme an den gerade erst erwachten nationalen Interessen bezeugt:

„Lönnrot[25] ist gerade hier. Er ist gekommen, um einen großen Band Gedichte herauszugeben und zu drucken, die er irgendwo in Archangelsk gesammelt hat. Er hat angeblich viele Gedichte zusammengetragen und behauptet, er könne mit deren Hilfe die Mythologie der Finnen dem Forscher viel deutlicher und vollkommener vorstellen, als die Mythologie Skandinaviens mithilfe der Edda untersucht werden konnte. Gestern, als ich noch nicht wußte, daß er in der Stadt war, kam Doktor Lindfors mit ihm zu mir und sagte: ‚Hier darf ich Ihnen Doktor Lönnrot vorstellen, den Sie so gern kennenlernen wollten.‘ Du kannst Dir denken, daß ich verlegen wurde, zum Glück verlor ich meine Geistesgegenwart nicht ganz. Es war ja wirklich schön, ihn kennenzulernen. Er hat Runeberg halb versprochen, im Sommer nach Haihara zu kommen. Als wir über Lönnrot sprachen, kam mir der Gedanke, Finnisch zu lernen. Ich lerne Finnisch, d. h. ich lese es mit Hilfe eines Wörterbuchs. Es geht langsam, vor allem, weil Renvalls[26] Wörterbuch keine große Hilfe für jemanden ist, der kein Latein kann.“

Um seine etwas spärlichen Einkünfte aufzubessern, hatte Runeberg 1832 eine größere Wohnung gemietet und mehrere Jungen in Vollpension aufgenommen. Natürlich bedeutete das für seine Frau zusätzliche Arbeit und machte ihr viele Sorgen. Z. Topelius, der bei den Runebergs mit Vollpension wohnte, erzählt davon in Strömborgs Memoiren:

„Fredrika Runeberg war mit 27 Jahren eine blasse junge Frau. Sie hatte schöne, seelenvolle Augen und lange dunkle Haare, die sie alltags schmucklos über die Ohren gekämmt trug, wie in alten Zeiten üblich. Sie sah meistens müde aus und war still und schüchtern, außer dann, wenn sie im Kreise der engsten Freunde in Eifer geriet oder Gelegenheit hatte, auf intelligente, geistreiche Art an einer lebhaften Diskussion teilzunehmen. Obwohl ich nie eine Klage oder ein unzufriedenes Wort von ihr gehört habe, schien mir, daß sie eine schwere Last trug. Wer damals gesehen hat, was für schwache Nerven sie hatte und von welch zarter Gesundheit sie war, hätte kaum ahnen können, daß sie einmal die Mutter von sechs kräftigen Söhnen[27] werden würde und daß sie selbst, nachdem sie Prüfungen ertragen hatte, unter deren Last viele stärkere Personen zerbrochen wären, 72 Jahre alt werden würde.“

[...]


[1] Johan Ludvig Runeberg (1804 – 1877) gilt als der Nationaldichter Finnlands. Sein berühmtestes Werk ist Fänrik Ståls sägner („Fähnrich Stahl“). Das erste Gedicht daraus, Vårt land („Unser Land“, finn. „Maamme“), wurde zur Nationalhymne Finnlands (Anm. d. Übers.).

[2] Richtig ist der 2. September 1807 (Anm. d. Übers.).

[3] J. E. Strömborg: Biografiska anteckningar om Johan Ludvig Runeberg (Anm. d. Verf.).

[4] Jacob Tengström (1755 – 1832): Fredrika Runebergs Onkel väterlicherseits, finnlandschwedischer Theologe, Historiker, Schriftsteller, Erzbischof von Turku, schrieb das erste finnlandschwedische Kinderbuch (Tidsfördrif för mina barn, 1799) (Anm. d. Übers.).

[5] Margareta Catharina “Carin” Bergbom (1794–1853) (Anm. d. Übers.).

[6] Zach(a)ri(a)s Topelius (1818 – 1898) war ein finnlandschwedischer Schriftsteller, Dichter, Journalist, Historiker und Rektor der Universität Helsinki. Er war ein Schüler Johan Ludvig Runebergs. Am populärsten wurde er durch seine Novellen und Kinderbücher (Anm. d. Übers.).

[7] Anna Salmberg, geb. Brinck (1788 – 1868) (Anm. d. Übers.).

[8] Johan Elias Strömborg (1833 – 1900): Finnlandschwedischer Professor und Biograph Johan Ludvig Runebergs. Nachbar der Runebergs und Gründer des Runeberg-Museums in Porvoo, das nach seinem Tod von seiner Tochter Ida Federley, geb. Strömborg, weitergeführt wurde. Strömborgs Enkelin Karin Allardt gab 1946 Fredrika Runebergs Werke Anteckningar om Runeberg und Min pennas saga heraus (Anm. d. Übers.).

[9] Der Brand von Turku (finn. Turun palo, schwed. Åbo brand) war der größte Stadtbrand in der Geschichte Finnlands. Das Feuer, das am 4. 9. 1827 ausbrach, zerstörte 75% der Stadt. 27 Menschen kamen ums Leben, Hunderte wurden verletzt und ca. 11000 obdachlos. Als Folge des Brandes wuchs die Bedeutung von Helsinki (seit 1812 Finnlands Hauptstadt), wohin mehrere Turkuer Institutionen nach der Katastrophe verlegt wurden (Anm. d. Übers.).

[10] Johan Ludvig und Fredrika Runeberg waren Cousin und Cousine zweiten Grades (Anm. d. Übers.).

[11] Augusta Charlotta Wallenius, geb. Lundahl (1811 – 1892): Finnlandschwedische Dichterin und eine enge Freundin Fredrika Runebergs, die sie in den 1820er Jahren im Turkuer Mädchenpensionat von Frau Salmberg kennengelernt hatte. Sie war ein Mitglied der „Samstagsgesellschaft“ und schrieb für die Zeitung Morgonblad, mit deren Herausgeber Nervander sie kurzzeitig liiert war. 1834 heiratete sie den Propst Wallenius (Anm. d. Übers.).

[12] Nikolaus I. (1796 – 1855), ab 1826 russischer Zar. Die Krönung fand in Moskau statt, wurde aber auch in Finnland gefeiert, das zu dem Zeitpunkt russisches Großfürstentum war (Anm. d. Übers.).

[13] „Landpomeranze“ (Anm. d. Übers.).

[14] „Das wäre eine zu große Freude für mich.“ (Anm. d. Übers.)

[15] „Ich war immer so begeistert von schönen Anblicken.“ (Anm. d. Übers.)

[16] Erstmals veröffentlicht in Strömborgs oft erwähntem Werk (Anm. d. Verf.).

[17] Johan Jakob Nervander (1805 – 1848): Finnlandschwedischer Physiker, Dichter und Übersetzer. Jugendfreund von Johan Ludvig Runeberg und Fredrika Tengström, tonangebendes Mitglied der „Samstagsgesellschaft“ (Anm. d. Übers.).

[18] Johan Jakob Nordström (1801 – 1874): Finnlandschwedischer Jurist, Archivar und Politiker (Anm. d. Übers.).

[19] Johan Vilhelm Snellman (1806 – 1881): Finnlandschwedischer Philosoph, Journalist und Staatsmann, der sich für die Stärkung der finnischen Sprache einsetzte. Seine eigene Muttersprache war Schwedisch, aber für ihn war die Etablierung eines finnischen Nationalbewußtseins die einzige Möglichkeit zur Abwendung einer Russifizierung. Ihm wird der Ausspruch „Schweden dürfen wir nicht sein, Russen wollen wir nicht sein, laßt uns Finnen sein!“ zugeschrieben (Anm. d. Übers.).

[20] Fredrik Cygnæus (1807 – 1881): Finnlandschwedischer Skalde und Kunstkritiker (Anm. d. Übers.)..

[21] Anna Carolina Runeberg (1832 – 1833). Den Tod ihrer einzigen Tochter verwanden die Runebergs nie (Anm. d. Übers.).

[22] „Die junge Nonne“ (Anm. d. Übers.).

[23] Robert Mellin (1826 – 1880): Finnlandschwedischer Pfarrer und Literaturübersetzer (Anm. d. Übers.).

[24] Iris war bei den alten Römern die Götterbotin, hier ist wohl „Dienerin“ gemeint (Anm. d. Übers.).

[25] Elias Lönnrot (1802 – 1884): Finnlandschwedischer Schriftsteller, Philologe und Arzt. Zeichnete die mündlich überlieferte finnische Volksdichtung auf und verfaßte auf dieser Basis das Nationalepos Kalevala (1835; endgültige Fassung 1849) und die Liedersammlung Kanteletar (1840). Damit legte er den Grundstein für eine finnischsprachige Literatur und die Entwicklung einer finnischen Identität. Er gilt nach dem Bibelübersetzer Mikael Agricola als „zweiter Vater der finnischen Sprache“ (Anm. d. Übers.).

[26] Gustaf Renvall (1781 – 1841): Finnlandschwedischer Philologe, Dozent für Finnisch an der Åbo Akademi (Anm. d. Übers.).

[27] Nach dem Tod der Tochter kamen sieben Söhne zur Welt, von denen einer als Kleinkind verstarb: Ludvig Mikael (1835 – 1902), Lorenzo (1836 – 1919), Walter Magnus (1838 – 1920), Johan Wilhelm (1843 – 1918), Jakob Robert (1846 – 1919), Edvard Moritz (1848 – 1851) und Fredrik Karl Runeberg (1850 – 1884) (Anm. d. Übers.).

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Alexandra Gripenberg - 'Fredrika Runeberg'
Untertitel
Aus dem Finnlandschwedischen übersetzt von Nadine Erler
Autor
Jahr
2011
Seiten
36
Katalognummer
V183789
ISBN (eBook)
9783656082255
ISBN (Buch)
9783656082385
Dateigröße
674 KB
Sprache
Deutsch
Reihe
Deutsche Klassiker
Anmerkungen
Biographie über die finnlandschwedische Schriftstellerin Fredrika Runeberg (1807 - 1879). Die Autorin war Alexandra Gripenberg (1857 - 1913), Frauenrechtlerin und eine der ersten weiblichen Abgeordneten des finnischen Parlaments.
Schlagworte
alexandra, gripenberg, fredrika, runeberg, finnlandschwedischen, nadine, erler
Arbeit zitieren
Nadine Erler (Autor), 2011, Alexandra Gripenberg - 'Fredrika Runeberg', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183789

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