Energiepolitik in Deutschland zwischen Sicherheit und Ethik


Essay, 2011

6 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Energiepolitik in Deutschland zwischen Sicherheit und Ethik

Gerade in letzter Zeit ein viel diskutiertes Thema – die Energieversorgung in Deutschland. Atomkraft – ja oder nein? Ist sie sicher? Was passiert im Falle einer Naturkatastrophe wie jüngst in Japan? Oder hält ein deutsches Atomkraftwerk einem Terroranschlag stand? Wie steht Deutschland zu erneuerbaren Energien? Im Folgenden beschäftige ich mich mit unterschiedlichen Aspekten der Energiepolitik, vor allem bezogen auf Deutschland, um letztendlich herauszufinden, wie mein persönlicher Standpunkt zu Atomenergie und erneuerbaren Energien ist.

Die deutsche Energiepolitik steht im Zeichen des Wandels. Im Jahre 2001 wurde ein kompletter Ausstieg aus der Kernenergie für Deutschland beschlossen. Ursprünglich betrug die geplante Laufzeit für jedes deutsche Atomkraftwerk 32 Jahre nach Betriebsbeginn. Bis Anfang des Jahres sprach sich Bundeskanzlerin Angela Merkel jedoch für eine Laufzeitverlängerung der 17 deutschen Atommeiler aus. Um 10 bis 15 Jahre sollte ihre Laufzeit verlängert werden, wofür wirtschaftlicher und klimapolitischer Nutzen als Gründe dieser geplanten Laufzeitverlängerung genannt wurden.

Doch am 11. März 2011 hielt die Welt den Atem an – ein schweres Erdbeben in Japan verursachte einen Reaktorunfall in Fukushima/Japan mit verheerenden Folgen. Dies bedeutete eine energiepolitische Wende für Deutschland.

Reaktorunfall in Japan – Wende für deutsche Atompolitik

Durch die Geschehnisse in Japan wurde auf der ganzen Welt über die Sicherheit der Stromversorgung durch Atomkraft diskutiert – auch in Deutschland. Zuvor noch eine Laufzeitverlängerung ankündigend, verhängte Angela Merkel nun ein Moratorium. Somit wurden 8 der 17 deutschen Meiler für drei Monate stillgelegt. Indes wurde eilig nach einem neuen Modell für die deutsche Atompolitik gesucht. Es wurde festgelegt, dass die acht stillgelegten Meiler nicht wieder hochgefahren werden sollen und Deutschland bis zum Jahre 2022 komplett frei von Atomenergie sein soll. Gleichzeitig sollen neue moderne Energietechnologien unter der Leitung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) erforscht und entwickelt werden, welcheversorgungssicher und wirtschaftlich, aber vor allem auch umweltverträglich sein sollen. Sie sollen eine effiziente Energiebereitstellung und –nutzung, ein ausreichendes Angebot an Energieträgern und eine möglichst schonende Nutzung der natürlichen Ressourcen gewährleisten.

Momentane Energieversorgung – und wie soll es künftig weitergehen?

Momentan wird die deutsche Energieversorgung hauptsächlich durch drei Säulen gedeckt: Braunkohle, Steinkohle und Kernenergie, alle zu etwas mehr als 20 Prozent. Den Rest liefern Gas und erneuerbare Energien zu jeweils 14 und 21 Prozent. Zudem ist zu sagen, dass Deutschland als rohstoffarmes Land sehr auf den Rohstoffimport anderer Länder angewiesen ist. 2008 betrug die Importabhängigkeit etwa 63 Prozent.

Neben der genannten Förderung der neuen modernen Technologien soll der Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Energieversorgungsnetz steigen. Von derzeitigen 14 Prozent soll er bis 2020 auf 35 Prozent, bis 2030 auf 50 Prozent, 2040 auf 65 Prozent und 2050 sogar auf 80 Prozent anwachsen.

Dass die Realisierung dieses Anstiegstempos durchaus möglich ist, zeigt die Vergangenheit. Durch das erste Erneuerbare-Energien-Gesetz von 1999 wurde festgelegt, dass 2010 der Anteil an erneuerbaren Energien an der deutschen Energieversorgung bei 12,5 % liegen sollte. Eine Vielzahl kritischer Stimmen wurde laut. Heute kann man sagen, dass diese kritischen Stimmen sich wohl irrten. Schon 2008 betrug der Anteil erneuerbarer Energien 15,1 Prozent.

Sind sie sicher?

Schon vor dem Reaktorunfall im Fukushima traten häufig Diskussionen über die Sicherheit von Kernkraftwerken in aller Welt auf. Anlass dafür waren die Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon am 11. September 2011 in den USA. Der US-Senat stellte fest, dass die Terroristen eigentlich geplant hatten, die Flugzeuge in eine Nuklearanlage bei New York zu stürzen. Fälschlicherweise nahmen sie an, dass sie dort abgeschossen worden wären und gaben somit ihren Plan auf.

Aufgrund dieser Vorfälle veranlasste die deutsche Bundesregierung die Untersuchung eines solchen Falles für deutsche Kernkraftwerke und stellte fest, dass keiner der 17 Meiler vor einem solchen Anschlag sicher gewesen sei.

Nach dem Reaktorunfall in Fukushima/Japan begannen viele Staaten erneut, die Sicherheit ihrer eigenen Kernkraftwerke infrage zu stellen, unter ihnen auch insbesondere Deutschland. Was passiert, wenn ein vergleichbares Erdbeben in Deutschland eintritt? Oder im Falle von Hochwasser? Sind deutsche Kernkraftwerke auch noch sicher, wenn ein Flugzeug über ihnen abstürzt? Um diesen Fragen nachzugehen, beauftragte die Bundesregierung die Kommission für Reaktorsicherheit (RSK), deutsche Kernkraftwerke innerhalb von sechs Wochen auf den Prüfstand zu stellen.

Getestet wurde, ob sie gegen Erdbeben, Trockenheit, Flugzeugabstürze, Terroranschläge, Explosionen oder Hochwasser gewappnet wären. Außerdem wurden die Folgen eines potenziellen Unfalls ermittelt und ein Sicherheitslevel der Stufe 1 bis 3 errechnet (wobei 3 das sicherste Level ist).

Festgestellt wurde, dass zwar keines der deutschen Atomkraftwerke solch erhebliche Defizite aufwies, wie beim Reaktor in Fukushima, dennoch wurden etliche Mängel aufgedeckt. Beispielsweise ist kein deutscher Meiler noch sicher, falls ein großes Flugzeug über ihm abstürzen würde. Bei manchem Meiler wurde sogar aufgezeigt, dass er nicht einmal bei dem Absturz eines kleinen Flugzeuges noch sicher wäre.

Der Bericht der RSK diente nun der Regierung als Grundlage bei der Debatte um einen schnelleren Ausstieg aus der Atomenergie.

Immense Kosten für den Steuerzahler

Als die deutsche Regierung vor etlichen Jahren beschloss, dass deutscher Strom unter anderem auch durch Kernenergie erzeugt werden soll, waren die Energiekonzerne zunächst wenig begeistert. Grund für ihren Meinungswechsel waren immense Zahlungen vom Staat. Beinahe

Beinahe alle Forschungs- und Entwicklungskosten der Kernenergie in Deutschland wurden vom Steuerzahler übernommen – bis heute. Geschätzt werden die direkten Subventionen, die bisher in die Atomenergie geflossen sind, auf rund 30 Milliarden Euro. Noch folgende Kosten für Rückbau und Sanierung dürften die Summe auf etwa 40 Milliarden ansteigen lassen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Energiepolitik in Deutschland zwischen Sicherheit und Ethik
Hochschule
Hochschule Harz - Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)
Veranstaltung
Politische und administrative Systeme
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
6
Katalognummer
V183841
ISBN (eBook)
9783656083566
Dateigröße
387 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
energiepolitik, deutschland, sicherheit, ethik
Arbeit zitieren
Laura Stechert (Autor), 2011, Energiepolitik in Deutschland zwischen Sicherheit und Ethik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/183841

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