In der vorliegenden Hausarbeit werden drei Anglizismen ausgewählt und im Korpus analysiert. Demzufolge ist es äußerst sinnvoll die Definition von Anglizismen nach dem deutschen Duden aufzugreifen:
[Anglizismus ist eine] Übertragung einer für das britische Englisch charakteristischen sprachlichen Erscheinung auf eine nicht englische Sprache. (Duden 2000, S.163)
Solche Anglizismen weisen vor allem nach dem zweiten Weltkrieg einen enormen Zuwachs im deutschen Sprachgebrauch – insbesondere im Digitalbereich, wie etwa in der Computersprache, in der Technologie, aber auch in Modebranchen (…) – auf. Dementsprechend sollen Anglizismen in verschiedenen Korpora untersucht und quantitativ analysiert werden.
Die untersuchten Suchlexeme sind – pimpen, tunen und stylen – Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Hausarbeit. Der Zusammenhang der oben genannten Lexeme liegt darin, dass alle drei Verben sind, die eine Veränderung verursachen. Beispielsweise pimpt oder tunt man ein Auto, damit es am Ende – je nach Betrachter – schöner aussieht oder man stylt die Haare. Das Resultat der Veränderungen sind für die oben genannten Lexeme positiv konnotiert und resultieren demnach etwas Schönes.
In einem speziell ausgewählten Korpus, genauer gesagt, in einer expliziten Zeitung, sollen die Lexeme ausgewählt und untersucht werden. Dabei sollen Anglizismen und die damit verbundenen Schwierigkeiten im Deutschen erforscht werden; beispielsweise die Problematik in der Orthographie, Semantik und Morphologie. Werden die Schreibformen der englischen Wörter einfach im Deutschen aufgenommen oder müssen diese Änderungen vornehmen?
Aber auch das Wachstum – falls es eines gibt – soll dargestellt werden. Wenn man nachweisen kann, dass Anglizismen nur für einen bestimmten Zeitraum im deutschen Sprachgebrauch existieren und dann wieder verschwinden, dann kann man davon ausgehen, dass die Veränderung bzw. der Einfluss auf die deutsche Sprache sehr schwer ist und dass es sich hierbei nur um einen Trend oder eine Sprachmode handelt. Wenn auch einige Bereiche wie etwa die Computersprache uns es nicht ermöglichen, das oben genannte zu beweisen, sollten dennoch andere Bereiche der Anglizismen analysiert werden, wo es möglicherweise doch der Fall sein könnte. Dafür kann man sich die Jugendsprache bzw. die Sprache in den Chats, der Mode, etc. vorstellen.
[...]
Welche Veränderungen, Schwierigkeiten und Häufigkeiten weisen Anglizismen in den letzten fünf Jahren im deutschen Sprachgebrauch auf?
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. QUANTITATIVE KORPUSANALYSE
2.1. ETYMOLOGISCHE ASPEKTE DER SUCHLEXEME
2.1.1. Stylen
2.1.2. Tunen
2.1.3. Pimpen
2.2. DATENAUFBEREITUNG UND –ANALYSE IN WISO
2.2.1. Stylen
2.2.2. Pimp
2.2.3. Tunen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Verwendung und den Einfluss dreier ausgewählter Anglizismen (stylen, tunen, pimpen) im deutschen Sprachgebrauch anhand einer quantitativen Analyse in der WISO-Datenbank zu untersuchen, um Veränderungen, orthographische Schwierigkeiten sowie Häufigkeiten im Zeitraum von fünf Jahren aufzuzeigen.
- Quantitative Analyse von Anglizismen im deutschen Sprachgebrauch
- Etymologische Herleitung der Suchlexeme
- Untersuchung der Frequenzentwicklung in der Frankfurter Rundschau
- Analyse der sprachlichen Integration und orthographischen Varianz
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Stylen
Der Begriff „stylen“ im Deutschen ist eine Entlehnung aus dem Englischen. Daher muss man, um die Etymologie des Begriffes zu erfassen, im Englischen Kontext suchen. Das Online Etymology Dictionary gibt uns die für style als Substantiv folgendes:
c.1300, stile, "designation, title, manner or mode of expression," from O.Fr. estile "a stake, pale," from L. stilus "stake, instrument for writing, manner of writing, mode of expression," from PIE *sti-lo-, from base *sti- "point, prick, pierce" (see stick (v.)). Spelling modified by influence of Gk. stylos "pillar." Meaning "mode or fashion of life" is from 1770; that of "mode of dress" is from 1814.
Wie man oben ablesen kann, geht der Begriff zurück bis ca. 1300 mit der Orthographie „stile“, das für Bezeichnung, Titel und Art und Weise des Ausdruckes steht. Das Substantiv hat sowohl französischen, als auch lateinischen Ursprungs, denn es stammt einerseits vom Altfranzösischen „estile“, das Pfahl bedeutet, aber auch vom Lateinischen „stilus“, das eine Bezeichnung für Schreibinstrument, Art und Weise des Schreibens und Ausdrucksmodus ist. Die Orthographie hingegen wurde vom Griechischen „stylos“ beeinflusst.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Es wird die Definition von Anglizismen nach dem Duden erläutert und die Forschungsfrage zur Untersuchung der drei Lexeme im deutschen Korpus vorgestellt.
2. QUANTITATIVE KORPUSANALYSE: Dieser Hauptteil gliedert sich in die etymologische Herleitung der Begriffe und die anschließende empirische Auswertung der Vorkommenshäufigkeiten in der Zeitung Frankfurter Rundschau.
Schlüsselwörter
Anglizismen, Korpusanalyse, Etymologie, WISO, Frankfurter Rundschau, Sprachwandel, Orthographie, Semantik, Morphologie, stylen, tunen, pimpen, Quantifizierung, Fremdwörter, Medien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Verwendung und Integration dreier spezifischer Anglizismen (stylen, tunen, pimpen) in der deutschen Sprache.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Untersuchung umfasst die etymologische Herkunft der Begriffe sowie ihre tatsächliche Verwendungshäufigkeit in deutschen Medien.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, welche Veränderungen, Schwierigkeiten und Häufigkeiten die gewählten Anglizismen im deutschen Sprachgebrauch aufweisen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor nutzt eine quantitative Korpusanalyse, basierend auf Daten der WISO-Datenbank, speziell unter Auswertung der Frankfurter Rundschau.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in die etymologische Analyse der drei Lexeme und eine detaillierte Auswertung der Datenaufbereitung in Form von Häufigkeitstabellen.
Welche Schlagworte charakterisieren die Untersuchung?
Die wichtigsten Schlagworte sind Anglizismen, Korpuslinguistik, Etymologie und Sprachgebrauch.
Warum wurde gerade die Frankfurter Rundschau als Datenquelle gewählt?
Die Wahl fiel auf diese Zeitung, da sie über die WISO-Datenbank in Mannheim zugänglich ist und als repräsentativ für den schriftlichen Sprachgebrauch gilt.
Wie unterscheidet sich die Nutzung der Begriffe stylen und pimp?
Während sich „stylen“ als feststehendes Lexem mit verschiedenen Formen etabliert hat, kommt „pimp“ deutlich seltener und oft nur in spezifischen Kontexten oder Anlehnungen an Popkultur vor.
- Arbeit zitieren
- Habib Tekin (Autor:in), 2011, Quantitative Analyse der Anglizismen in WISO, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184011