Der Täter-Opfer-Ausgleich - Eine Chance für Opfer und Täter?


Hausarbeit, 2011
18 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Täter-Opfer-Ausgleich
2.1 Begrifflichkeit
2.2 Die Opfer
2.3 Die Täter
2.4 Rechtliche Grundlagen
2.5 Voraussetzungen

3 Vorteile des Täter-Opfer-Ausgleichs
3.1 Aus der Perspektive des Täters
3.2 Aus der Perspektive des Opfers
3.3 Aus der gesellschaftlichen Perspektive

4 Der Ablauf eines Täter-Opfer-Ausgleichs

5 Beispiel eines Täter-Opfer-Ausgleichs

6 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit wurde im Rahmen des Themenseminars „Sozialarbeit und Polizei“ an der Evangelischen Hochschule Berlin erstellt. Die angewandte Methode war die wissenschaftliche Literaturrecherche.

Kriminalität befindet sich an der Schnittstelle vieler Wissenschaften und Arbeitsbereiche. So haben beispielsweise die Polizei, aber auch die Sozialarbeit mit Straftätern zu tun. Der Täter-Opfer-Ausgleich bildet eine solche Schnittstelle beider Professionen und soll in der vorliegenden Hausarbeit bearbeitet werden.

Diverse Gesichtspunkte wie beispielsweise Kriminalität entsteht können nicht beleuchtet werden, da dies den Rahmen der Arbeit sprengen würde.

Zunächst klärt die vorliegende Hausarbeit den Begriff des Täter-Opfer-Ausgleichs und definiert die Täter und die Opfer näher, welche gehäuft an einem solchen Ausgleichsgespräch teilnehmen. Schließlich werden die rechtlichen Grundlagen des Täter-Opfer-Ausgleichs aufgezeigt und die Voraussetzungen, um an einem solchen Ausgleichsgespräch teilnehmen zu dürfen, werden erläutert.

Das dritte Kapitel beschäftigt sich damit, welche Vorteile ein Täter-Opfer-Ausgleich bietet. Hier werden die Täter-, die Opfer- und die gesellschaftlichen Gesichtspunkte genauer betrachtet. Die Hausarbeit möchte ebenso die Frage beantwortet, ob ein Täter-Opfer-Ausgleich sowohl eine Chance für den Täter als auch für das Opfer bietet.

Im vierten Kapitel wird der Ablauf eines Täter-Opfer-Ausgleichs vorgestellt und schließlich im fünften Kapitel mit einem kurz zusammengefassten Beispiel abgeschlossen.

Die vorliegende Hausarbeit endet schließlich mit einem Fazit.

2 Der Täter-Opfer-Ausgleich

Das folgende Kapitel beschreibt zunächst näher, was ein Täter-Opfer-Ausgleich überhaupt ist. Schließlich wird auf die rechtlichen Grundlagen eingegangen.

2.1 Begrifflichkeit

Erste Täter-Opfer-Ausgleichs-Projekte gab es bereits Mitte der 70er Jahre in Kanada und den USA. Seit Mitte der 80er Jahre lassen sich diverse Projekte auch in Deutschland finden. Die Anfänge des Täter-Opfer-Ausgleichs sind eng mit der Entwicklung der Diversion verknüpft.

Bei einem Täter-Opfer-Ausgleich, kurz TOA, handelt es sich um eine außergerichtliche Einigung. Beteiligt sind, neben Täter und Opfer, ebenfalls eine unparteiliche dritte Person, der Vermittler.1 Es können auch mehrere Täter oder auch mehrere Opfer am Ausgleich beteiligt sein.2

Die Vermittler sind meist Sozialarbeiter/Sozialpädagogen, die oftmals eine Zusatzausbildung als Vermittler in Strafsachen besitzen.3 Die Vermittler sind dafür zuständig, dass gewisse Regeln beim Ausgleichgespräch eingehalten werden. So soll die Kommunikation „fair“ ablaufen. Ebenfalls sollte der Vermittler die Opferinteressen im Auge behalten und die Merkmale der Rechtsstaatlichkeit berücksichtigen. Hierzu gehört beispielsweise das Verbot von Druckmitteln zur Klärung des Tatbestands oder das Verbot des Zwangs zur Selbstanklage.4

Ziel des Täter-Opfer-Ausgleichs soll es sein, dass das laufende Verfahren eingestellt wird. Ebenso sollen gemeinsam Regelungen und Vereinbarungen gemeinsam erarbeitet werden, mit welcher beide Parteien, also sowohl Opfer als auch Täter leben können. Dabei kann es sich neben sozial- und rechtsfriedenssiftenden Wiedergutmachungen, auch manchmal um Entschädigungen finanzieller Art handeln.5

Die Teilnahme am Täter-Opfer-Ausgleich ist sowohl für Täter als auch für die Opfer freiwillig. Selbst während des Verfahrens kann die weitere Teilnahme verweigert werden.6

2.2 Die Opfer

In der bundesweiten Täter-Opfer-Ausgleichs-Statistik wurden die Opfer in fünf Altersgruppen zusammengefasst. Die stärkste Altersgruppe vertreten die 21- bis 40- jährigen (2009: 41,3 Prozent). Dies war auch schon in den vorangegangenen Jahren der Fall (2003: 34,6 Prozent; 2004: 34,6 Prozent; 2005: 35,3 Prozent). Außer im Jahr 2006 bildete die stärkste Altersgruppe die der 14- bis 20-jährigen mit 41,2 Prozent. Seitdem ist der Anteil dieser Altersgruppe stark zurückgegangen, wurde fast halbiert.

Den geringsten Anteil in der Täter-Opfer-Ausgleichs-Statistik hatte die Altersgruppe der bis 13-jährigen (2009: 3,1 Prozent), gefolgt von der Altersgruppe der ab 61-jährigen mit 7,4 Prozent (2009). 25,9 Prozent befanden sich 2009 in der Altersgruppe der 41-60- jährigen. Dieser Wert ist seit 2003 relativ konstant geblieben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1

Etwa 60 Prozent der Geschädigten sind männlichen Geschlechts, 40 Prozent sind >Frauen.

Seit Beginn der Täter-Opfer-Statistik 1993 waren die Opfer vor allem deutscher Nationalität (bis 2002 immer über 80 Prozent). 2009 wurden ausländische Geschädigte (2009: 61,4%) erstmals häufiger in die Statistik aufgenommen, als Opfer deutscher Herkunft (2009: 38,6 Prozent).

Die Geschädigten werden vor allem Opfer von Körperschäden (2009: 37,7 Prozent), so die Täter-Opfer-Ausgleich-Statistik aus dem Jahre 2011. Materielle Schäden (2009: 22,5 Prozent) sowie psychische Schäden (2009: 21,0 Prozent) waren prozentual etwa gleichhäufig vertreten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2

2.3 Die Täter

Aus der Täter-Opfer-Statistik aus dem Jahre 2011 geht hervor, dass die 21- bis 40-jährigen den größten Anteil (2009: 38,7 Prozent) der Beschuldigten ausmachten (siehe Abbildung 2), welche an einem Täter-Opfer-Ausgleich teilnahmen. In den Jahren zuvor waren dies die 14- bis 20-jährigen. Im Jahr 2009 war diese Altersgruppe mit 21,8 Prozent vertreten. Die 40- bis unter 60-Jährigen hatten einen Anteil von 25,5 %, Kinder bis 13 Jahre waren am wenigsten in der Statistik vertreten (2009: 0,4 Prozent). Gefolgt von den Erwachsenen ab 61 Jahren mit 6,0 Prozent (2009).

Es ist festzustellen, dass in den vergangenen 4 Jahren (2006 bis 2009) die 14- bis 20- jährigen Täter immer weniger häufig vertreten sind (2006: 56,9 Prozent; 2009: 34,2 Prozent), während die Altersstufe der 21- bis 40-jährigen gehäufter in der Täter-Opfer-Statistik auftauchen (2006: 26,3 Prozent; 2009: 38,7 Prozent).

„Die Altersverteilung entspricht in ihrer Struktur den Ergebnissen zur sog. AltersKriminalitätskurve in der Polizeilichen Kriminalstatistik.“7

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3

Etwa 80 Prozent der Beschuldigten sind männlichen Geschlechts, während es sich bei 20 Prozent um weibliche Täter handelt, welche in der Täter-Opfer-Ausgleich-Statistik auftauchen. Beide Werte sind in den letzten Jahren stabil geblieben.8

[...]


1 Vgl. Jünschke/Tekin 1997, S.122

2 Vgl. Klier/Brehmer/Zinke 2002, S. 102

3 Vgl. Justizministerium NRW 2008, S. 4

4 Vgl. Jünschke/Tekin 1997, S.125

5 Vgl. Justizministerium NRW 2008, S. 4

6 Kerner/Eikens/Hartmann 2011, S. 18

7 Vgl. Kerner/Eikens/Hartmann 2011, S. 22

8 Vgl. Kerner/Eikens/Hartmann 2011, S. 24

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Der Täter-Opfer-Ausgleich - Eine Chance für Opfer und Täter?
Hochschule
Evangelische Hochschule Berlin
Veranstaltung
Themenseminar Polizei und Sozialarbeit
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V184050
ISBN (eBook)
9783656086864
ISBN (Buch)
9783656086710
Dateigröße
805 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
täter-opfer-ausgleich, eine, chance, opfer, täter
Arbeit zitieren
Rebecca Foth (Autor), 2011, Der Täter-Opfer-Ausgleich - Eine Chance für Opfer und Täter?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184050

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Der Täter-Opfer-Ausgleich - Eine Chance für Opfer und Täter?


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden