Die Hausarbeit thematisiert die Ursachen der Aufmerksamkeitsdefi-zit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und gibt einen kurzen Einblick in das Krankheits-bild der ADHS. Die Ätiologie wird anhand der Forschungsergebnisse der Neuroana-tomie, Neurophysiologie, Neuropsychologie, Genetik, Toxine und Allergene sowie psychosozialer Faktoren beschrieben.
Während die Neuroanatomie das zentrale Defizit im fronto-parieto-strialen Netzwerk bei der ADHS sieht, betont die Neurophysiologie als eine Ursache die vermehrte Theta-Frequenz bei den betroffenen Kindern und Jugendlichen.
Die Neuropsychologie nutzt kognitive und motivationale Modelle, um das Problem der Selbststeuerung und der Unaufmerksamkeit bei der AHS zu erläutern. Es ist davon auszugehen, dass ein Teil der Betroffenen von einer Störung der exekutiven Funktionen betroffen ist, während ein anderer Teil der Betroffenen ein Motivations-problem hat. Auch eine Kombination von beiden Modellen ist möglich. Genetische Forschungsergebnisse zeigen anhand von Familienstudien eindeutige Hinweise für die Erblichkeit von ADHS. Die Psychosoziale Theorie weist auf die „soziale“ Vererbung hin und die Tatsache, dass Traumatisierungen und die niedrige Schichtzugehörigkeit das Risiko an ADHS zu erkranken erhöhen.
Toxine und Allergene können im Einzelfall ADHS-ähnliche Symptome auslösen. Als eindeutige Ursache kommen sie nicht in Frage.
Die ADHS ist als multifaktorielle Störung zu sehen, welche durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DAS KRANKHEITSBILD ADHS
3 ÄTIOLOGIE
3.1Neuroanatomie
3.2Neurophysiologie und Neurochemie
3.3Neuropsychologie
3.4Genetik
3.5Toxine und Allergene
3.6Psychosoziale Faktoren
4 FAZIT
5 LITERATUR
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die komplexen Ursachen der Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und beleuchtet das Krankheitsbild im Kontext aktueller wissenschaftlicher Erklärungsmodelle, um ein tieferes Verständnis für die multifaktoriellen Hintergründe dieser Störung zu vermitteln.
- Darstellung des Krankheitsbildes und der diagnostischen Klassifikationssysteme
- Analyse neuroanatomischer und neurophysiologischer Grundlagen
- Untersuchung neuropsychologischer Modelle zur Selbststeuerung und Inhibition
- Diskussion genetischer Faktoren und molekulargenetischer Befunde
- Einfluss von Umweltfaktoren, Toxinen, Allergenen und psychosozialen Bedingungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Neuroanatomie
Durch leistungsfähige Bildgebungsverfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT) ist es möglich auch jüngere Personen zu untersuchen ohne körperliche Eingriffe vorzunehmen. Da es bei der ADHS häufig darum geht Kinder zu untersuchen, ist dieses Verfahren hilfreich. Es ist nicht-invasiv und ermöglicht hochauflösende Aufnahmen des Gehirns. Hiermit lassen sich die strukturellen Unterschiede bei den ADHS-Kindern darstellen. Castellanos et al. (1996, zit. nach Steinhausen et al., 2010, S. 43) zeigten in einer Untersuchung, dass das zerebrale Gesamtvolumen bei Kindern mit ADHS um ca. 5% vermindert ist.
Wurden Gruppenunterschiede bezüglich des IQ berücksichtigt, ließ sich dieser Befund jedoch nicht ausnahmslos bestätigen (Konrad, 2010). Von Veränderungen im Corpus callosum in der anterioren Balkenregion berichten Giedd et al. (1996, zit. nach Steinhausen et al., 2010, S. 45), während Hydn et al. (1993, zit. nach Steinhausen et al., 2010, S. 45) von Veränderungen in der posterioren Balkenregion berichten. Volumenveränderungen bei ADHS zeigen „die größten Effekte in den Bereichen des präfrontalen Kortex, des Corpus callosum, den Basalganglien und einigen bestimmten Kleinhirnarealen“ wie Steinhausen et al. (2010, S. 45) zusammenfassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Dieses Kapitel führt in das Thema ADHS ein, beleuchtet die öffentliche Wahrnehmung sowie historische Ansätze und definiert den Forschungsbedarf.
2 DAS KRANKHEITSBILD ADHS: Hier werden die international anerkannten Klassifikationssysteme (ICD-10 und DSM-IV) sowie die Symptomatik und der klinische Verlauf der Störung dargestellt.
3 ÄTIOLOGIE: Dieses Kapitel erläutert die verschiedenen Ursachen der ADHS, von biologischen bis zu psychosozialen Einflüssen.
3.1Neuroanatomie: Untersuchung der strukturellen Gehirnveränderungen bei ADHS mittels bildgebender Verfahren wie MRT und fMRT.
3.2Neurophysiologie und Neurochemie: Analyse der neuronalen Aktivität, insbesondere der Theta-Aktivität, sowie der Rolle von Dopamin im Gehirn.
3.3Neuropsychologie: Vorstellung kognitiver und motivationaler Modelle zur Erklärung von Problemen bei der Selbststeuerung und den exekutiven Funktionen.
3.4Genetik: Erörterung der Erblichkeit von ADHS und Identifikation relevanter Kandidatengene wie DRD4 und DAT-1.
3.5Toxine und Allergene: Diskussion über den möglichen, wenn auch meist nur begrenzten Beitrag von Ernährung und Giftstoffen zur ADHS-Symptomatik.
3.6Psychosoziale Faktoren: Beleuchtung der Rolle von Umwelteinflüssen, sozialer Schicht und Traumatisierungen für die Entstehung und den Verlauf der Störung.
4 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der multifaktoriellen Ätiologie und Ableitung von Therapieprinzipien für einen multimodalen Behandlungsansatz.
5 LITERATUR: Auflistung der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Referenzen.
Schlüsselwörter
ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivitätsstörung, Ätiologie, Neuroanatomie, Neurophysiologie, Dopamin, Genetik, Selbststeuerung, Exekutive Funktionen, Psychosoziale Faktoren, Klassifikation, Stimulanzien, Diagnose, Multifaktorielle Störung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen der Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und bietet einen wissenschaftlich fundierten Einblick in das Krankheitsbild.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die neurobiologischen, genetischen und psychosozialen Ursachenkomplexe der ADHS sowie deren Diagnose und Therapiemöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Heterogenität der ADHS durch ein multifaktorielles Erklärungsmodell verständlich zu machen und die Bedeutung einer individuellen, multimodalen Behandlung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis aktueller Forschungsergebnisse und Fachliteratur (wie dem "Handbuch der ADHS") die ätiologischen Faktoren systematisch zusammenfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Neuroanatomie, Neurophysiologie, Neuropsychologie, Genetik sowie Umwelt- und psychosoziale Einflussfaktoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind ADHS, Ätiologie, Neurobiologie, Selbststeuerung und multifaktorielle Verursachung.
Welche Rolle spielt die Genetik bei ADHS laut der Arbeit?
Die Arbeit identifiziert die Genetik als einen Hauptfaktor, wobei Studien eine sehr hohe Erblichkeit nachweisen und spezifische Kandidatengene wie DAT-1 diskutiert werden.
Warum ist laut der Autorin ein multimodaler Therapieansatz wichtig?
Aufgrund der starken Heterogenität der ADHS reicht eine medikamentöse Therapie oft nicht aus; ein Team aus Therapeuten, Lehrern und Eltern ist für den Erfolg entscheidend.
- Quote paper
- Isabel Dietrich (Author), 2011, ADHS - Ursachen und Krankheitsbild, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184126