Interaktivität als Schlüsselkategorie für parallele Mediennutzung

Aufgezeigt am Fallbeispiel 'The X Factor'


Hausarbeit, 2011
17 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil
2.1. Parallele Mediennutzung
2.1.1. Studien des ARD und ZDF
2.2. Interaktivität
2.3. Interaktivität als Schlüsselkategorie für parallele Mediennutzung
2.3.1. Fallbeispiel: ‚The X Factor‟
2.3.1.1. Über ‚The X Factor‟
2.3.1.2. Interaktivität bei ‚The X Factor„

3. Fazit

Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Parallele Mediennutzung begegnet uns überall. Mittlerweile verbringt der Durchschnitt der Bürger in Deutschland immerhin zehn Prozent seines Medienzeitbudgets am Tag mit mindestens zwei Medien gleichzeitig - sei es die Tageszeitung mit dem Radio, das Buch mit der CD oder das Fernsehen mit dem Internet. Diese Arbeit konzentriert sich auf letztere Kombination, da das Internet die höchste Parallelnutzung aufweist und für das Fernsehen die Parallelnutzung mit dem Internet die größte Relevanz hat. Hierbei wird der aktuelle Forschungsstand der parallelen Mediennutzung anhand einer Langzeitstudie der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF dargestellt. Interessant sind dabei neben Beschaffenheiten von Medium und Rezipient vor allem die Faktoren, die die Rezipienten zu paralleler Mediennutzung veranlassen. Wie sich zeigen wird, gehört der Idealtyp für parallele Mediennutzung eher den jüngeren Generationen an. Diese Generationen werden immer häufiger mit dem Titel ‚Digital Native„ in Zusammenhang gebracht - ein Titel, der fest verankert ist mit Multitasking, Vernetzungen und Interaktivität. Als Forschungsfrage gilt für diese Arbeit daher, ob konkret diese Interaktivität als Schlüsselkategorie für parallele Mediennutzung angesehen werden kann.

Dazu befasse ich mich zunächst mit einer Definition paralleler Mediennutzung und stelle die oben genannte Langzeitstudie Massenkommunikation dar. Es folgt eine Definierung des Begriffs Interaktivität, bevor ich diesen schließlich in den Zusammenhang zu paralleler Mediennutzung setze. Veranschaulichen werde ich diese Theorie am Beispiel der britischen Fernsehserie ‚The X Factor„, die ihre Zuschauer konsequent auf die Möglichkeit der parallelen Nutzung des interaktiven Internets aufmerksam macht. Dazu stelle ich zunächst die Sendung selbst vor, weiter ihren Internetauftritt und schließlich eine Handyapplikation, die ‚The X Factor„ seinen Zuschauern seit Kurzem anbietet.

Ziel dieser Arbeit wird sein, Interaktivität klar als eine Schlüsselkategorie für parallele Mediennutzung herauszuarbeiten. Auf dieses Ziel wird sich das Fazit konzentrieren, mit dem ich diese Arbeit beschließen werde.

1. Parallele Mediennutzung

Radio hören und Zeitung lesen, Bücher lesen und CDs hören, Fernsehen schauen und im Internet surfen. Parallele Mediennutzung ist ein weitverbreitetes und viel diskutiertes Phänomen. Was bedeutet parallele Mediennutzung genau?

Als Parallelnutzung gilt in der ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation, auf die ich im nächsten Teil dieser Arbeit näher eingehen werde, Äwenn in einem Zeittakt (15-Minuten-Intervall) mindestens zwei Medien (für die Analyse der parallelen Mediennutzung) oder eine Tätigkeit und mindestens ein Medium […] erfasst sind“ (Best & Breunig, 2011, S. 16). Parallelnutzung stehe in enger Beziehung zu Brutto- und Nettomediennutzung. ÄDie Bruttomediennutzung summiert alle Mediennutzungen auf, auch die parallelen. Die Nettomediennutzung wertet pro Zeitintervall nur eine Mediennutzung“ (Best & Breunig, 2011, S. 16). Folglich stelle die Parallelnutzung exakt die Differenz zwischen Brutto- und Nettomediennutzung dar.

Wolfgang Schweiger widmet der parallelen Mediennutzung in seiner Einführung in die Theorien der Mediennutzung folgenden Absatz:

Da manche Medien gleichzeitig genutzt werden, verlängert sich die medienspezifische Nutzungsdauer bei konstanter Gesamtnutzungsdauer. […] Engel & Best (2007) zeigten, dass Personen mit hoher Affinität zu moderner Medientechnik besonders die Medienpaare TV & Internet […] parallel nutzen (ebd., 2007, S.339).

Auf ebendiese Parallelnutzung der Medien Fernsehen und Internet werde ich mich in meiner weiteren Analyse konzentrieren, um eine passende Grundlage für mein Fallbeispiel, die britische Fernsehserie ‚The X Factor„, zu gestalten. Allen weiteren parallelen Mediennutzungen wird weniger Beachtung zukommen. Auch auf die oben erwähnte Analyse gleichzeitiger Ausführung einer Tätigkeit und einer Mediennutzung werde ich nicht näher eingehen und somit konkret die parallele Mediennutzung zum Schwerpunkt dieses Teils der Arbeit machen.

2.1.1. ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation

ÄGlaubt man dem Wirtschaftspädagogen und Zeitforscher Karlheinz A. Geißler, ist das gleichzeitige Ausführen mehrerer Tätigkeiten zum Phänomen unserer Zeit geworden“ (Best & Engel, 2007, S.20).

Dies trifft zunehmend auch auf das Nutzungsverhalten von Medien zu. Laut Stefanie Best und Christian Breunig fallen 9 % des gesamten Medienzeitbudgets auf parallele Mediennutzung (vgl. Best & Breunig, 2011, S. 17). 2005 betrug dieser Wert noch 7 % (vgl. Best & Engel, 2007, S.20). Best und Breunig stellen in den Media Perspektiven Ergebnisse der ARD/ZDF- Langzeitstudie Massenkommunikation vor. ÄIm Tagesablauf dieser Studie sind sowohl die tagesaktuellen Medien Fernsehen, Radio, Zeitung und Internet als auch die nicht tagesaktuellen Medien mit gedruckten, auditiven und visuellen Inhalten […] verfügbar“ (Best & Engel, 2007, S. 20).

In einem 15-Minuten-Raster sind hier die Tätigkeiten des Vortages abgetragen. Diese umfassen sowohl Freizeit- und Berufstätigkeiten in und außer Haus […] als auch Medientätigkeiten […]. Bei jeder angegebenen Tätigkeit wurde nachgefragt, ob hierbei auch Medien genutzt wurden, wobei auch die Angabe mehrerer Medien möglich war. Durch dieses Verfahren der gestützten Erinnerung wurde die Mediennutzung des Vortages rekonstruiert, sodass die hier gemachten Angaben bezüglich der einzelnen 15-Minuten-Intervalle eine realitätsgetreue Berechnung von Reichweiten und Nutzungsdauern ermöglichen (Best und Breunig, 2011, S. 16).

Wie bereits erwähnt, wird hier von paralleler Mediennutzung gesprochen, sobald in einem der erfassten Intervalle mindestens zwei Medien genannt worden sind. In seltenen Fällen sollen Befragte auch die Ausübung von drei synchronen Tätigkeiten angegeben haben. Da es sich ausschließlich um Mediennutzungen handelt, an die die Befragten sich konkret zurückerinnern, handelt es sich bei allen erfassten Daten um eine bewusste Mediennutzung.

Die jüngsten Ergebnisse der Studie Massenkommunikation von 2010 sprechen von einem täglichen Medienzeitbudget der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren von rund neundreiviertel Stunden brutto. Während die Mediennutzungszeit insgesamt im Vergleich zu den Werten der Studie von 2005 um etwa eine Viertelstunde zurückging, ist die Parallelnutzung von 43 Minuten auf 50 Minuten angestiegen (vgl. Tabelle 1, Best & Breunig, 2011).

Best und Breunig nennen in ihrem Aufsatz über die parallele und exklusive Mediennutzung viele Faktoren, die Einfluss auf das Nutzungsverhalten von Medien haben.

Diese Faktoren betreffen zum einen die Beschaffenheit des jeweiligen Mediums. Je kompatibler Medien seien, desto eher werden sie parallel genutzt. Kompatibilität bedeutet in diesem Fall, dass die Medien verschiedene Rezeptionskanäle ansprechen, wie beispielsweise die Tageszeitung visuelle Kanäle beansprucht, während das Radio auditive Reize bezweckt. Tagesaktuelle Medien seien für die Parallelnutzung am Relevantesten. Tagesaktuelle Medien sind hierbei Fernsehen, Radio, Zeitung und Internet. Vor allem die Medien Radio, Fernsehen und Internet seien zentrale Medien überdurchschnittlicher Parallelnutzung. Zum anderen beziehen sie sich auf Merkmale der Mediennutzer selbst. Parallelnutzung sei ein Phänomen bei Personen mit hohen Nutzungsdauern. Die Parallelnutzer tagesaktueller Medien seien eher hochgebildet, 30 bis 39 Jahre alt, männlich. Bei allen Medien gälte, je jünger die Menschen seien, desto eher nutzen sie Medien parallel.

Parallelnutzung steige ebenso mit formaler Bildung:

Personen, die über einen Abitur- bzw. Fachhochschulabschluss verfügen, verbringen täglich im Durchschnitt 68 Minuten mit der gleichzeitigen Nutzung mehrerer Medien - dies sind immerhin 12 Prozent ihres Medienzeitbudgets. Formal Hochgebildete surfen außerdem vergleichsweise viel im Internet (144 Minuten) und sind überdurchschnittliche Bücher-, Tonträger- und Videonutzer. Dagegen sehen sie wesentlich weniger fern als der Bevölkerungsdurchschnitt und nutzen auch das Radio weit unterdurchschnittlich (Best & Breunig, 2011, S. 19).

Außer der Bildung sei das Alter ein wichtiger Faktor hinsichtlich der Bereitschaft, Medien parallel zu nutzen. Besonders die mittleren Zielgruppen, in der Studie die 30-49-Jährigen, nutzen Medien überdurchschnittlich oft parallel. Dies treffe zumindest im Verhältnis zu ihrem Medienzeitbudget auch für die jüngeren Nutzer, die 14-29-Jährigen, zu.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Interaktivität als Schlüsselkategorie für parallele Mediennutzung
Untertitel
Aufgezeigt am Fallbeispiel 'The X Factor'
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Autor
Jahr
2011
Seiten
17
Katalognummer
V184160
ISBN (eBook)
9783656088011
ISBN (Buch)
9783656087823
Dateigröße
667 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
interaktivität, schlüsselkategorie, mediennutzung, aufgezeigt, fallbeispiel, factor
Arbeit zitieren
Frauke Schoon (Autor), 2011, Interaktivität als Schlüsselkategorie für parallele Mediennutzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184160

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Interaktivität als Schlüsselkategorie für parallele Mediennutzung


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden