Die Darstellung des Visualisierungstrends – Definitionen, Geschichte, Gründe, Kritik


Hausarbeit, 2010
19 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Titel

2. Einleitung

3. Hauptteil
3.1. Visualisierung
3.1.1. Definitionen
3.1.2. Historische Entwicklungen
3.2. Visualisierungstrend
3.2.1. Gründe für den Trend
3.2.2. Darstellung des Trends am Beispiel „Many Eyes‟
3.3. Kritik

4. Schlussbemerkungen

Bibliographie

Visualisierungstrend

1. Titel

Die Darstellung des Visualisierungstrends - Definitionen, Geschichte, Gründe, Kritik

2. Einleitung

“Sometimes in science the theoretical literature for a subject is considerable while there is a little applied literature to be found. The literature on data visualization is very much the opposite. Examples abound in almost every issue of every scientific journal concerned with quantitative analysis. […]” (Hanson und Johnson, 2005, S. 4).

Der Visualisierungstrend wird in vielen wissenschaftlichen Arbeiten als deutlich erkennbar und sehr interessant dargestellt. Graphiken und andere Visualisierungen seien schon längere Zeit sehr wichtig in statistischen Arbeiten und viel genutzt (nach Hanson und Johnson, 2005, S. 3). Nach Marion G. Müller war „in kaum einem anderen Zeitalter zuvor […] die Vielfalt visueller Kommunikationsmittel sowie der quantitative Output von alten und neuen Bildern so groß“ (ebd., 2003, S. 13). Visualisierungen findet man heutzutage überall - in der Wissenschaft, im Alltag, in den Medien. Der Trend zu visualisieren habe fast alle Massenmedien erreicht (nach Müller, 2005, S. 472). Gerade für die Medienwissenschaft handelt es sich bei diesem Thema also um ein äußerst spannendes, dessen genauere Untersuchung sich durchaus lohnt. Wie bereits im einleitenden Zitat von Hanson und Johnson deutlich wurde, gibt es bislang jedoch kaum ausreichend theoretische Literatur bezüglich des steigenden Trends zur Visualisierung: “Although graphics have been used extensively in statistics for a long time, there is not a substantive theory about the topic” (ebd., 2005, S. xiv), “and one might expect more progress to have been made along theoretical lines” (ebd., 2005, S. 4). Umso interessanter ist es, den jetzigen wissenschaftlichen Stand aufzudecken und verschiedene Meinungen nebeneinanderzustellen. Dazu werden in dieser Hausarbeit zunächst unterschiedliche Definitionen, die das Thema betreffen, und verschiedene Felder, in die der Trend übergreift, beschrieben. Die anschließende Untersuchung der historischen Entwicklung des Visualisierungsgebrauchs soll die aktuelle Lage in ein Verhältnis zu früheren Jahren und Jahrzehnten setzen und somit den Trend als solchen überprüfen. Im Anschluss daran werden mögliche Gründe und Motivationen aufgedeckt, die zu einem derartigen Trend führen. Dieser soll mit einem praktischen Beispiel anhand der Entstehung der Internetseite „Many Eyes„ dargestellt werden, woraufhin unterschiedliche Kritikstimmen und -ansätze schließlich die Ausarbeitung dieser Arbeit beenden. Alles in allem sollen so Einblicke in das gesamte Feld des Visualisierungstrends und in verschiedene wissenschaftliche Meinungen hierüber gegeben werden.

3. Hauptteil

3.1. Visualisierung

3.1.1. Definitionen

Visualisierungen treten in unzähligen Bereichen auf. In der Mathematik, der Chemie und Biologie, in der Politik, in der Soziologie, in der Architektur, im Alltag und natürlich in den Medien - um nur ein paar Beispiele zu nennen. Um sich mit diesem großen und zugleich neuen Feld angemessen auseinandersetzen zu können, erfordert es zunächst eines kleinen Einblicks in verschiedene Definitionen, die diesem Begriff und seinen vielen Unterbegriffen zuzuordnen sind.

„Visualisieren„ ist im Duden Fremdwörterbuch folgendermaßen beschrieben:

1. etwas optisch so betonen u. herausstellen, daß [sic] es Aufmerksamkeit erregt […].
2.Einen Text durch sprechende, aussagekräftige Fotos, Zeichnungen o. ä. veranschaulichen.
3. Einen Bildhintergrund dazustellen (im Fernsehen z.B. hinter dem Korrespondenten das engl. Parlamentsgebäude) […]“ (1982, S.797).

´The Visualization Handbook´ liefert weiterhin folgende Auskunft zum Thema: “Graphics provide an excellent approach for exploring data and are essentials for presenting results”. Weiter heißt es: “[…] the primary purpose of visualization is to convey information to users […]” (Hansen und Johnson, 2005, S. xiv).

Speziell die wissenschaftliche Visualisierung definiert Norbert Bolz folgendermaßen: „Es ist dies der Versuch einer präzisen komprehensiven Darstellung von großen Datenmassen in klaren einfachen Bildern.“ (o.J.). Als Beispiel nennt er in Diagrammschaubildern abgebildete Börsenkurse. Visualisierung, so Bolz weiter, könne zusammenfassend als der Königsweg der Datenvermittlung bezeichnet werden. Häufig vertreten findet man außerdem die Begriffe “information visualization“, sowie “data visualization“:

“This [information visualization] includes visualization of all kinds of information, not just data, and is closely associated with research by computer scientists. […] It [data visualization] expresses the idea that it involves more than just representing data in a graphical form (instead of using a table). The information behind the data should also be revealed in a good display; the graphic should aid readers or viewers in seeing the structure in the data.” (Hansen und Johnson, 2005, S. 6).

Auch Michael Friendly und Daniel J. Denis befassen sich sehr ausführlich in ihrem Aufsatz über Meilensteine in der Geschichte der thematischen Kartographie, der statistischen Grafiken und der Datenvisualisierung mit diesen beiden Begriffsdefinitionen:

“[…] the term information visualization is generally applied to the visual representation of large-scale collections of non-numerical information, such as files and lines of code in software systems, library and bibliographic databases, networks of relations on the internet, and so forth. […] data visualization, the science of visual representation of „data‟, [is] defined as information which has been abstracted in some schematic form, including attributes or variables for the units of information.” (ebd., 2001)

Während sich hinsichtlich dieser Definitionen die Meinungen also relativ gleichen, gibt es in einem Aspekt, auf den ich hier abschließend kurz eingehen möchte, deutliche Unterschiede zu verzeichnen: Die Qualität beziehungsweise der Erfolg einer Visualisierung. William J. Schröder und Kenneth M. Martin kommentieren hierzu, dass es nicht darauf ankomme, welchen Grundsätzen oder Empfehlungen man folge, sondern dass der Erfolg einer Graphik einzig und allein eine Sache des subjektiven Geschmacks sei. Ihnen zufolge gäbe es ganz einfach keine festen Regeln (nach ebd., in: Hansen und Johnson, 2005, S. 7). Ganz anders sieht dies Han-Wei Shen. Für ihn gehören ganz klar zu jeder erfolgreichen Graphik eine gut überlegte und effektive Mischung aus Inhalt, Kontext, Konstruktion und Design. Er macht die Qualität einer jeden Graphik am Erfolg bei der Umsetzung ihres Ziels fest - Informationen zu vermitteln - räumt dabei jedoch ein, dass Graphiken niemals für sich ständen, sondern stets Teil eines größeren Ganzen - des Kontexts, der sie ausmache - seien und somit auch ihre Erfolge nicht allein von ihrer Qualität abhängig zu machen seien (nach ebd., in: Hansen und Johnson, 2005, S. 58).

3.1.2. Historische Entwicklungen

Michael Friendly und Daniel J. Denis drücken die Relevanz der Geschichte der Visualisierung im Bezug auf deren Zukunft folgendermaßen aus: “There certainly have been many new things in the world of visualization; but unless you know it´s history, everything might seem novel.” (ebd., 2001). Ohne die Vorgeschichte eines Themas zu betrachten, ist die Beurteilung eines möglichen Trends unmöglich. Aus diesem Grund behandelt dieser Abschnitt eben diese Geschichte der Visualisierung - vom 16. Jahrhundert n.Chr. bis zum heutigen Tag.

“It is common to think of statistical graphics and data visualization as relatively modern developments in statistics. In fact, the graphic representation of quantitative information has deep roots.” (Friendly, 2008, S. 16). Diese Wurzeln führen, so Friendly weiter, bis in die ersten Versuche der Kartographie und anderen visuellen Darstellungen im frühen 16. Jahrhundert zurück. Dem 17. Jahrhundert seien unter Anderem große Anstiege der analytischen Geometrie, der Wahrscheinlichkeitstheorie der Bevölkerungsstatistik zu entnehmen. Das 18. und das 19.

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Darstellung des Visualisierungstrends – Definitionen, Geschichte, Gründe, Kritik
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
2,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
19
Katalognummer
V184162
ISBN (eBook)
9783656088004
ISBN (Buch)
9783656087816
Dateigröße
780 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
darstellung, visualisierungstrends, definitionen, geschichte, gründe, kritik
Arbeit zitieren
Frauke Schoon (Autor), 2010, Die Darstellung des Visualisierungstrends – Definitionen, Geschichte, Gründe, Kritik , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184162

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