Medienpädagogik im Wandel der Zeit


Hausarbeit, 2009

11 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

Kapitel 1: Einleitung

Kapitel 2: Die geschichtliche Entwicklung der Medienpädagogik

Kapitel 3: Das Institut für Kino und Filmkultur

Kapitel 4: Die gesellschaftliche Bedeutung von Medienpädagogik

Kapitel 5: Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Kapitel 1: Einleitung

Medien beeinflussen seit jeher die Verhaltensweisen von Menschen. In der Medienwissenschaft wird in diesem Zusammenhang sehr häufig auf die Auswirkungen des Hörspieles Krieg der Welten (1938) von Orson Welles verwiesen. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Manipulationskraft der Medien stetig erhöht. Wie es Moser (2000: 16) beschreibt, werden Einstellungen und Gefühle von Menschen oftmals allein durch die selektive Darstellung der Medien bestimmt. Die rasante Medienentwicklung hat besonders für die Medienpädagogik ständig neue Herausforderungen zur Folge. In der Wissenschaft kursiert daher schon seit längerer Zeit die These, dass man unter Medienpädagogik lediglich kurzfristige Maßnahmen aufgrund der Entwicklung neuer Medien und daraus resultierenden gesellschaftlichen Diskussionen verstehen könne (vgl. Hüther/Schorb 2005: 4). Doch wie hat sich die Medienpädagogik während ihrer Geschichte eigentlich entwickelt, welcher Stellenwert ist ihr beizumessen, wie wird sie heute betrieben und wo gibt es Problemfelder?

In der folgenden Hausarbeit möchte ich diesen Fragen nachgehen. Zunächst beschreibe ich die geschichtliche Entwicklung der Medienpädagogik. Danach stelle ich die filmpädagogische Einrichtung Institut f ü r Kino und Filmkultur (IKF) vor, welche sich besonders mit der Aufklärung über die Filmsprache beschäftigt. Anschließend erläutere ich die gesellschaftliche Bedeutung von Medienpädagogik, wobei ich mich besonders auf den Filmbereich konzentriere. In einem abschließenden Fazit fasse ich die wichtigsten Aspekte zusammen und mache einen Ausblick.

Kapitel 2: Die geschichtliche Entwicklung der Medienpädagogik

Den Begriff Medienpädagogik gibt es in der Wissenschaft erst seit Anfang der 60er Jahre. Eine genaue Definition ist seit jeher schwierig (vgl. Hüther/Schorb 2005: 1) und wegen der kontinuierlichen Entwicklung neuer Medien wird dies wohl immer schwieriger werden. Eine "systematische Aufarbeitung medienpädagogischer Positionen [...] existiert allenfalls in Ansätzen", stellen Hüther/Podehl (2005: 2) daher fest und verweisen darauf, dass dieses Gebiet bis in die 60er Jahre zu ungenau erfasst wurde. Obwohl sämtliche erzieherische Maßnahmen vor den 60er Jahren demnach streng genommen nicht der Medienpädagogik zugeordnet werden können, sollen im weiteren Verlauf Charakteristika medienpädagogischen Handelns dargestellt werden, welche die vergangenen gut hundert Jahre geprägt haben.

Seit der Expansion der Massenmedien und insbesondere des Films setzten sich Pädagogen und Kirchenvertreter kritisch damit auseinander, wie man zum Einen die Jugend vor negativen Einflüssen des Films schützen und zum Anderen diesen sinnvoll in den schulischen Unterricht integrieren könnte (vgl. Hug 2002: 11). Mit besonderer Skepsis betrachtete man die Tatsache, dass der Film stets eigene Realitäten konstruiere, die oftmals wenig mit der tatsächlichen Realität zu tun habe (vgl. Hüther/Podehl 2005:

5). Damit verbunden war besonders die Sorge, wie man mit dem neuen Medium umzugehen habe, woraufhin sich die pr ä ventiv-normative Medienp ä dagogik entwickelte. Wie es Hüther/Schorb (2005: 3) darstellen, bestand das Hauptinteresse bei diesem Ansatz dabei, "Jugendliche und auch Erwachsene vor den Gefahren dieser neuen bewegten Bilder" zu schützen.

Eine vollkommen andere Form von 'Medienpädagogik' entwickelte sich während der Zeit des Dritten Reiches. Ausgehend von der Annahme, dass besonders das Medium Film eine hohe Manipulationskraft besitzt, wurden die zuvor vorhandenen pädagogischen Ziele fast ausnahmslos den propagandistischen Zielen untergeordnet (vgl. Hug 2002: 11, 12). Diese propagandistisch-indoktrin ä re "Medienp ä dagogik" zielte darauf ab, die Gesellschaft durch Medien zu formen, anstatt sie über Gefahren der Medien aufzuklären. Hüther/Podehl (2005: 6) sprechen daher von einer "Funktionalisierung von Massen- und Unterrichtsmedien unter dem Deckmantel einer als Unterhaltung und Volkserziehung getarnten medialen Propaganda". Unmittelbar nach dem Dritten Reich entwickelte sich zunächst eine Rückbesinnung auf die pr ä ventiv-normative Medienp ä dagogik. Wesentlichen Einfluss auf diese Rückbesinnung hatten neben den Geschehnissen während der NS-Zeit die Erkenntnisse der psychologischen Filmwirkungsforschung, wonach besonders Jugendliche dem Film "ohne Einleitung entgegenwirkender medienerzieherischer und gesetzlicher Schritte weitgehend hilflos ausgeliefert seien" (Hüther/Podehl 2005: 8). Trotz dieser Erkenntnisse zeichnete sich in den folgenden Jahrzehnten eine bahnbrechende Veränderung ab. Ausgehend von der Fremdbewahrung des Rezipienten, versuchte man, diesen schrittweise zu einer Selbstbewahrung im Umgang mit Medien zu befähigen. Die Ausbreitung der Massenmedien durch das Fernsehen machte nämlich deutlich, dass sich eine reine Fremdbewahrung des Rezipienten als zunehmend unrealistisch erwies (Hüther/Schorb 2005: 3). Somit entwickelte sich fortan das Ziel, den Rezipienten zu einem kritischen Umgang mit Medien zu befähigen, damit dieser lernt, schädliche Einflüsse zu erkennen und damit umzugehen (vgl. Hüther/Podehl 2005: 9). Betrachtet man die Medienpädagogik ab Mitte der 70er Jahre, so lässt sich feststellen, dass der Rezipient fortan zunehmend nicht mehr als unmündiges Wesen angesehen wurde, dass unbedingt vor der schädlichen Wirkung der Medien geschützt werden muss. Vielmehr ging man nun von der Aktivität des Zuschauers aus (vgl. Hüther/Podehl 2005: 12). Dieser Ansatz setzte sich schließlich als reflexiv-praktische Medienp ä dagogik durch und "stellt den Menschen als Subjekt der Medienentwicklung [...] in den Mittelpunkt" (Hüther/Schorb 2005: 4). Die Aufgabe der Pädagogik war es hierbei folglich, den Rezipienten die notwendigen Kompetenzen beizubringen, damit dieser sich "zu einem aktiven Mitgestalter des öffentlichen Mediengeschehens" entwickeln kann (Hüther/Podehl 2005: 14). Die gegenwärtige Medienpädagogik bezieht sich in vieler Hinsicht auf die Annahmen der reflexiv-praktischen Medienp ä dagogik, wenngleich natürlich in weiterentwickelter Form. Wie Hüther/Schorb (2005: 13) es bezeichnen, ist die heutige Medienpädagogik dadurch gekennzeichnet, dass diese keineswegs "nur auf die Vorgaben der Medienentwicklung reagiert", wobei man sich gleichzeitig darüber bewusst ist, dass Medien zunehmend auf komplexere Weise innerhalb der Gesellschaft verflochten sind (vgl. Hüther/Podehl 2005: 14).

Kapitel 3: Das Institut für Kino und Filmkultur

Das Institut für Kino und Filmkultur (IKF) wurde zu Beginn des Jahres 2000 gegründet und hat heute seinen Sitz im Deutschen Filmhaus in Wiesbaden. Beim IKF handelt es sich um eine freie Einrichtung, die nicht staatlich unterstützt wird. Eine zentrale Gründungsmotivation sei die Tatsache gewesen, dass das Medium Film eine immer zentralere gesellschaftliche Rolle einnehme, aber von der Medienpädagogik nicht ausreichend darauf reagiert werden würde. Allein über die formale Gestaltung von Filmen (Bildaufbau, Montage etc.) werden Stereotypen vermittelt und hierbei bestehe enormer Aufklärungsbedarf (Horst Walther)1. Ausgehend von der Annahme, dass das Verständnis der Filmsprache heutzutage ebenso elementar wie Lesen und Schreiben ist, liegt ein wesentlicher Schwerpunkt der Arbeit des IKF bei der Durchführung von Kino- Seminaren, die sich besonders an Schulklassen (1.-13. Klasse) richten. Dadurch sollen Schüler den Kontext zwischen Filmproduktion und Entstehungszeit begreifen und nachvollziehen, wie bzw. warum über die Filmsprache spezifische Botschaften vermittelt werden. Hierbei werden den Schülern und Lehrern fachkundige Referenten 1 Horst Walther ist Institutsleiter des IKF. Seine Aussagen stammen aus seinem Vortrag, den er am 04.05.2009 im Rahmen des Seminars gehalten hatte.

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Details

Titel
Medienpädagogik im Wandel der Zeit
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
11
Katalognummer
V184171
ISBN (eBook)
9783656087939
ISBN (Buch)
9783656087748
Dateigröße
464 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
medienpädagogik, wandel, zeit
Arbeit zitieren
Daniel Seehuber (Autor), 2009, Medienpädagogik im Wandel der Zeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184171

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