Die 9-Seitige Rezension betrifft das Buch: Kaufmann, Jean-Claude (2007): Was sich liebt, das nervt sich. Konstanz.
Die Rezension enthält Informationen zum Autor, umfasst die zentralen Inhalte des Buches, sowie eine kritische Auseinandersetzung mit ihnen. Dabei wird nicht nur Kaufmanns Werk zusammengefasst, sondern ebenso seine Studien, Ergebnisse und Schlussfolgerungen begründet bewertet und hinterfragt. Die vom Autor aufgeworfenen Fragen und Feststellungen werden Kontextualisiert und in den Forschungszusammenhang gestellt. In diesem Zusammenhang werden sowohl die Methodik des Autors, die Grenzen seiner Arbeit als auch eine Einschätzung über die Zielgruppe und Lesetauglichkeit des Buches geliefert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Erstes Großkapitel
2.1 Kleines Kino und Off-Stimme
3. Zweites Großkapitel
4. Drittes Großkapitel
5. Viertes Großkapitel
6. Fünftes Großkapitel
7. Sechstes Großkapitel
8. Siebtes Großkapitel
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Rezension untersucht Jean-Claude Kaufmanns Werk "Was sich liebt, das nervt sich", welches die Dynamik, Ursachen und Auswirkungen von Ärger innerhalb von Paarbeziehungen analysiert. Das Hauptziel der Arbeit besteht darin, Kaufmanns soziologische Untersuchung in den wissenschaftlichen Kontext einzuordnen und kritisch zu hinterfragen, wie der Autor durch die Verwendung von Alltagsanekdoten und Interviewdaten komplexe psychologische Mechanismen der Paardynamik darstellt und ob dies den Anforderungen an empirische Wissenschaftlichkeit gerecht wird.
- Analyse der Entstehung von Ärger als Reaktion auf kognitive Dissonanzen
- Rollenverständnis zwischen Mann und Frau und dessen Wandel in der Postmoderne
- Identitätstransfer und das Spannungsfeld zwischen individuellem Selbst und Paargemeinschaft
- Untersuchung von Racheakten und Liebestaktiken als Bewältigungsstrategien in Beziehungen
Auszug aus dem Buch
Die Rolle des Ärgers in der Paarbeziehung
Kaufmanns Werk Agacements. Les petites guerres du couple hat mit dem Titel Was sich liebt, das nervt sich eine passende Übersetzung gefunden, die das Hauptthema des Buches wiederspiegelt: den Ärger innerhalb von Paarbeziehungen, seine verschiedenen Wechselwirkungen und Determinanten. Damit gliedert sich dieses Werk in andere von Kaufmann erschienene Bücher wie Schmutzige Wäsche (1994) oder Der Morgen danach (2004) ein, die sich ebenfalls mit dem genannten Spezialgebiet des französischen Universitätsprofessors beschäftigen.
Der Eindruck, der aufgrund des Titels leicht entstehen kann, nämlich dass es sich bei diesem Buch um einen Beziehungsratgeber handelt, täuscht. Doch obwohl Kaufmann sich der Erforschung des Themengebiets widmet, ist es auch keine rein wissenschaftliche Studie. Von einer solchen grenzt sich dieses Werk schon in der Einleitung ab. Kaufmann hat „lieber den konkreten Dingen des Lebens den Vorzug gegeben, der unwiderstehlichen Komik und der hochempfindlichen Spannung, die durch die Aussagen hindurchscheinen“, statt seine „Feder zu sehr in die unvermeidlich dickflüssige konzeptuelle Tinte zu tauchen“ (12).
Diese von ihm gesetzte Prämisse lässt das Buch erfrischend ungezwungen erscheinen und bricht den Inhalt auf ein Niveau herunter, das sehr einfach nachvollzogen werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des Ärgers in Paarbeziehungen ein und grenzt das Werk von klassischen Beziehungsratgebern sowie rein theoretischen Studien ab.
2. Erstes Großkapitel: Dieses Kapitel widmet sich der Entstehung von Ärger, der maßgeblich durch Dissonanzen zum unterbewussten geheimen Plan und dem impliziten Gedächtnis ausgelöst wird.
3. Zweites Großkapitel: Es wird das Rollenverständnis von Männern und Frauen analysiert, wobei Kaufmann Theatermetaphern nutzt, um die Dynamik zwischen Haupt- und Nebendarstellern in einer Beziehung zu erklären.
4. Drittes Großkapitel: Dieser Abschnitt thematisiert die Ursachen für Ärger, wobei das Beispiel der Zahnpastatube als Symbol für die unvermeidliche und oft disharmonische Nähe zwischen Partnern dient.
5. Viertes Großkapitel: Der Autor erläutert hier sein methodisches Vorgehen bei der Sammlung von Ärgernissen durch Betroffene und diskutiert die Konsequenzen des Identitätstransfers.
6. Fünftes Großkapitel: Hier wird die Ausweitung des Ärgers auf das Umfeld, insbesondere die Familie des Partners, und die Machtverhältnisse innerhalb der Paarbeziehung beleuchtet.
7. Sechstes Großkapitel: Der Fokus liegt auf Racheakten, dem Phänomen des Schmollens und der verschiedenen Haltungen zur Bewältigung von Verärgerungen gemäß der Theorie von Albert Hirschman.
8. Siebtes Großkapitel: Das abschließende Kapitel behandelt die Taktiken zur Überwindung von Ärger sowie die Wiederherstellung der Beziehungsidentität durch Reflexion und analytisches Denken.
Schlüsselwörter
Paarbeziehung, Ärger, Soziologie, Kognitive Dissonanz, Ethnografie, Rollenverteilung, Identitätstransfer, Kommunikation, Beziehungskonflikte, Alltagsrealismus, Paardynamik, Fremdverstehen, Emotionen, Rache, Postmoderne.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit bietet eine kritische Rezension des Buches "Was sich liebt, das nervt sich" von Jean-Claude Kaufmann, welches die Ursachen und Auswirkungen von Ärger in Paarbeziehungen untersucht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Entstehung von Ärger, moderne Rollenbilder, die Dynamik von Paarbeziehungen sowie Mechanismen zur Bewältigung von Konflikten.
Was ist das primäre Ziel dieser Rezension?
Das Ziel ist es, Kaufmanns Werk zu analysieren, seine wissenschaftliche Relevanz zu bewerten und die methodischen Stärken sowie Schwächen der Untersuchung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird im Buch verwendet?
Kaufmann nutzt einen ethnografischen Ansatz, basierend auf subjektiven Berichten und Interviews von Paaren, ergänzt durch Bezüge zur Kognitions- und Sozialpsychologie.
Was wird im Hauptteil der Rezension behandelt?
Der Hauptteil setzt sich detailliert mit den verschiedenen Großkapiteln des Buches auseinander, von der Entstehung des Ärgers über Rollenbilder bis hin zu Racheakten und Liebestaktiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Das Werk lässt sich durch Begriffe wie Paardynamik, Identitätstransfer, kognitive Dissonanz und Alltagssoziologie charakterisieren.
Warum betont der Rezensent die Bedeutung der Anekdoten?
Anekdoten verleihen dem Werk eine hohe Authentizität und Alltagsnähe, fungieren jedoch gleichzeitig als methodische Schwachstelle aufgrund ihrer hohen Subjektivität.
Wie steht es um die wissenschaftliche Ernsthaftigkeit des Werkes?
Der Rezensent konstatiert, dass Kaufmanns Werk durch seine volkstümliche Sprache eher der Unterhaltungsliteratur nahesteht, wenngleich es soziologische Erkenntnisse auf theoretischer Ebene verknüpft.
- Arbeit zitieren
- Jan Seichter (Autor:in), 2011, Buchrezension zu Kaufmann, Jean-Claude (2007): Was sich liebt, das nervt sich. Konstanz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/184180